TOP 6Öffentlich

Vorstellung des Projekts „Wohlmobil“ des Malteser Hilfsdienstes e.V.

FB 56/0064/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Zu Beginn des Tagesordnungspunkts stellt Herr Scherzberg, Malteser Hilfsdienst e.V., das Projekt „Wohlmobil“ (Handout als Anlage zu TOP 6 Ö beigefügt) vor.

Mit dem Wohlmobil möchte der Malteser Hilfsdienst e.V. auf eine Angebotslücke reagieren. Das „Wohlmobil“ stelle dabei eine niedrigschwellige Ergänzung des bestehenden Gesundheits- und Hilfesystems für Menschen, die dieses nicht oder nicht rechtzeitig erreichen, dar. Das „Wohlmobil“ richte sich insbesondere an Menschen ohne Krankenversicherung, mit ungeklärtem Versicherungsstatus oder mit erheblichen Zugangsbarrieren zum regulären Gesundheitssystem. Viele dieser Personen würden ärztliche Hilfe meiden und zögerten das Aufsuchen einer Praxis so lange heraus, bis eine akute Notlage bereits entstanden sei. Dies stelle eine vermeidbare Belastung für Rettungsdienst und Notaufnahmen dar.

Zwar seien stationäre Einrichtungen unverzichtbar, diese würden jedoch aus verschiedenen Gründen nicht immer von allen Betroffenen ausgesucht werden, weshalb das „Wohlmobil“ als Brückenangebot fungieren solle. Im „Wohlmobil“ soll insbesondere allgemeine medizinische Erstversorgung, medizinische Beratung sowie eine Weitervermittlung an Fachärzt*innen und Beratungsstellen stattfinden. Das Fachpersonal bestehe überwiegend aus ehrenamtlichen Ärzt*innen und medizinischem Fachpersonal. Das „Wohlmobil“ verstehe sich ausschließlich als kooperatives, steuerbares und begrenztes Ergänzungsangebot.

Frau Eickholt-Schippers bedankt sich für den Vortrag und regt einen Austausch mit dem städteregionalen Gesundheitskiosk an.

Herr Frieders bedankt sich für das Engagement. Seiner Meinung sollten sich die Einsatzorte des „Wohlmobils“ mit den Orten decken, an denen sich die betroffenen Personengruppen vorwiegend aufhalten würden. Außerdem regt er eine Vernetzung mit dem Café Plattform an.

Herr Scherzberg versichert, dass er bereits mit diversen Trägern und Organisationen, wie Café Plattform/dem Caritasverband Aachen e.V. sowie dem Gesundheitsamt, im Austausch stehe. Auf die Vermeidung von Doppelstrukturen werde geachtet.

Herr Frieders äußert den Wunsch nach einem Sachstandsbericht zu diesem Projekt zu einem späteren Zeitpunkt.

Frau Heuser bedankt sich bei dem Referenten für den Vortag. Sie begrüßt, dass das „Wohlmobil“ direkt zu den Menschen komme und dort ein medizinisches Angebot etabliere. Sie erkundigt sich, ob auch eine Beratung hinsichtlich der Vermittlung von Pflegeplätzen erfolge. Zudem schließt sie sich dem Wunsch nach einem Sachstandsbericht nach Einführung des „Wohlmobils“ an.

Herr Scherzberg bestätigt, dass die Menschen möglichst auch beraten und ins reguläre Hilfesystem vermittelt werden würden.

Im Anschluss verabschiedet der Ausschussvorsitzende, Herr Wende, die Gäste der StädteRegion und bedankt sich für deren Teilnahme.

Frau Kreß-Vannahme bedankt sich für die Einladung der Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographische Vielfalt der StädteRegion Aachen. Für eine mögliche nächste gemeinsame Sitzung der beiden Ausschüsse werde die StädteRegion gerne den städtischen Ausschuss in eine Sitzung des städteregionalen Ausschusses einladen.

Erläuterungen

Der Malteser Hilfsdienst e.V. beabsichtigt die Einführung eines mobilen, niedrigschwelligen medizinischen Unterstützungsangebots mit dem Titel „Wohlmobil“ im Stadtgebiet Aachen. Die Initiative wurde durch die Malteser entwickelt und wird von dort organisatorisch sowie finanziell getragen.

Nach Darstellung der Malteser richtet sich das Angebot insbesondere an Menschen in Wohnungs- oder Obdachlosigkeit sowie an Personen in sozial und gesundheitlich prekären Lebenslagen, die bestehende medizinische Regelangebote nur eingeschränkt oder gar nicht erreichen.

Die Verwaltung bringt die Initiative im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Demographie zur Kenntnis und ermöglicht damit die Vorstellung des Projekts durch die Malteser.

1. Ausgangssituation und fachlicher Kontext aus Sicht der Initiative

Nach Einschätzung der Malteser bestehen im Bereich der gesundheitlichen Versorgung bestimmter Zielgruppen weiterhin Zugangshürden, insbesondere für Menschen ohne Krankenversicherung sowie für Personen mit komplexen sozialen Problemlagen.

Vor diesem Hintergrund wird von den Maltesern die Notwendigkeit niedrigschwelliger und aufsuchender Unterstützungsangebote beschrieben. Diese sollen dazu beitragen, Personen im Lebensumfeld zu erreichen und erste medizinische Hilfestellungen sowie eine Weitervermittlung in bestehende Hilfesysteme zu ermöglichen.

2. Einordnung des Projekts „Wohlmobil“

Das „Wohlmobil“ ist als mobiles Versorgungsangebot konzipiert, das durch ehrenamtlich tätige medizinische Fachkräfte der Malteser umgesetzt werden soll. Vorgesehen sind insbesondere:

niedrigschwellige medizinische Erstversorgung, gesundheitliche Beratung und Orientierung, aufsuchende Ansprache im öffentlichen Raum, sowie Weitervermittlung an bestehende Regel- und Hilfesysteme.

Das Angebot ist ausdrücklich als ergänzender Ansatz zu bestehenden Strukturen der gesundheitlichen Versorgung beschrieben und soll insbesondere dort ansetzen, wo Menschen bisher nur schwer erreicht werden.

3. Einsatzorte und organisatorischer Rahmen

Die konkreten Einsatzorte befinden sich derzeit noch in der verwaltungsinternen Abstimmung zwischen dem Fachbereich 56 – Wohnen, Soziales und Integration, dem Fachbereich 32 – Sicherheit und Ordnung sowie dem Malteser Hilfsdienst.

Die endgültige Festlegung der Einsatzorte sowie die konkrete Ausgestaltung der Rahmenbedingungen erfolgen im weiteren Abstimmungsprozess.

4. Zielsetzung aus Sicht der Initiative

Mit dem „Wohlmobil“ verfolgen die Malteser insbesondere folgende Zielsetzungen:

Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Erstversorgung für besonders vulnerable Personengruppen, frühzeitige Ansprache gesundheitlicher Problemlagen, Unterstützung bei der Anbindung an bestehende Hilfesysteme, sowie die Stabilisierung der gesundheitlichen Situation betroffener Personen.

Darüber hinaus wird das Angebot als Beitrag zur niedrigschwelligen Versorgung im öffentlichen Raum verstanden.

5. Finanzierung

Die Finanzierung des Projekts ist nach Angaben der Malteser durch eingeworbene Spenden- und Fördermittel gesichert.

Anlage/n:

Anlage 1: Projektbeschreibung der Malteser zum „Wohlmobil“

Anlage 2: Deutschlandweite Übersicht der Standorte der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM)

Weitere Dokumente (2)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-05-26 FB 56_0064_WP19 Vorstellung des Proj SAO.pdf

10.6.2026

204.3 KB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales und Demographie
Datum
Do., 18.06.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
19.6.2026
Inhalt abgerufen
29. Juli 2026 um 01:18