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Aachen wird Pilotstandort für bundesweites Projekt „Schneller Gründen“

FB 02/0038/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Frau Dr. Oidtmann (SPD) beglückwünscht die Stadt Aachen zu diesem Projekt und erteilt Frau Schmitt-Promny (Grüne) das Wort.

Frau Schmitt-Promny (Grüne) begrüßt das Projekt „Schneller Gründen“, mahnt aber auch an, dass dies nur ein Baustein sein könne. Das Ziel müsste viel mehr sein die dahinterliegende Bürokratie zu minimieren.

Beschluss

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalentwicklung nimmt die Ausführungen bzgl. des Sachstands der Stadt Aachen als Pilotstandort für bundesweites Projekt „Schneller Gründen“ einstimmig zur Kenntnis.

Erläuterungen

Die Stadt Aachen ist gemeinsam mit dem Amtsgericht Aachen und dem Finanzamt Aachen-Stadt als Pilotstandort für das bundesweite Projekt „Schneller Gründen“ ausgewählt worden. Das Projekt ist Teil der Modernisierungsagenda von Bund und Ländern und zielt darauf ab, Unternehmensgründungen künftig einfacher, schneller und digitaler abzuwickeln. Die Pilotierung erfolgt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), dem DigitalService des Bundes sowie weiteren Bundesressorts. Neben Aachen nehmen Dresden, Düsseldorf, Fulda, Goslar, Hamburg, Mannheim, München und Nordfriesland als weitere Pilotstandorte an dem Vorhaben teil.

Ab Juli 2026 soll in Aachen unter Realbedingungen ein digitaler Kombiantrag für Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung erprobt werden. Im Fokus stehen zunächst Einzelunternehmen, die den überwiegenden Teil der Unternehmensneugründungen ausmachen. Aachen gehört damit zu den ers-ten Standorten bundesweit, an denen zentrale Bausteine eines stärker integrierten digitalen Grün-dungsprozesses praktisch getestet und weiterentwickelt werden.

Die Auswahl Aachens als Pilotstandort knüpft unmittelbar an die hohe Gründungsdynamik und die besondere Struktur des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes an. Im Jahr 2025 wurden in Aachen 2.129 Gewerbeanmeldungen verzeichnet, darunter 1.731 Neugründungen. Aachen zählt zu-dem bundesweit zu den führenden Standorten bei Start-up-Gründungen pro 100.000 Einwoh-ner*innen. Diese Entwicklung ist Ausdruck eines gewachsenen technologie- und wissensbasierten Gründungsökosystems, das Hochschulen, Transferstrukturen, Inkubatoren, Netzwerkakteure und Wirtschaftsförderung eng miteinander verzahnt und Gründungen von der ersten Idee bis in die Wachstumsphase unterstützt. Aus dieser Stärke ergibt sich zugleich ein besonderer Anspruch an die kommunalen Rahmenbedingungen: Ein wachsender, innovativer und digitalaffiner Gründungsstand-ort benötigt Verwaltungsprozesse, die schnell, transparent und nutzerorientiert funktionieren. Die Pilotierung bietet Aachen daher die Möglichkeit, digitale Gründungsprozesse dort zu erproben, wo sie auf eine hohe praktische Relevanz, anspruchsvolle Nutzerinnen und gewachsene Unterstützungs-strukturen treffen.

Ziel des Projekts ist es, formale Gründungsschritte perspektivisch in einem digitalen One-Stop-Shop mit Once-Only-Funktion zu bündeln. Gründer*innen sollen relevante Angaben möglichst nur einmal erfassen müssen; beteiligte Behörden sollen diese Daten strukturiert, sicher und medienbrucharm weiterverarbeiten können. Damit adressiert das Vorhaben einen zentralen Hebel zur weiteren Ver-besserung der Gründungsbedingungen: weniger administrativer Aufwand, kürzere Wege und eine höhere Verlässlichkeit im formalen Gründungsprozess. Gerade im technologieorientierten Bereich, in dem Geschwindigkeit, Planbarkeit und digitale Anschlussfähigkeit für Gründungsentscheidungen eine besondere Rolle spielen, kann ein vereinfachter Gründungsprozess zur Stärkung der Gründungs-zahlen beitragen. Das Projekt ergänzt damit strategische Initiativen wie das KRAFTWERK Aachen, mit dem am Standort die Entwicklung eines starken Gründungszentrums für Zukunftstechnologien und die Steigerung der Gründungseffizienz am Standort verfolgt wird.

Die Umsetzung erfolgt arbeitsteilig zwischen den beteiligten städtischen Organisationseinheiten. Die verwaltungsinterne Koordination des Pilotprojekts liegt bei der Stabsstelle für Digitalisierung. Die Gewerbemeldestelle im Fachbereich Sicherheit und Ordnung übernimmt die fachliche Bearbeitung, Prüfung und Registrierung der über das Verfahren übermittelten Gewerbedaten im städtischen Ge-werberegister. Der Fachbereich Digitale Verwaltung und IT-Steuerung begleitet die technische An-bindung an bestehende Fachverfahren. Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa stellt die Anbindung an das regionale Gründungs- und Innovationsökosystem sicher und un-terstützt den Transfer in bestehende Beratungs- und Netzwerkstrukturen.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig, 0 Gegenstimmen, 0 Enthaltungen
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-06-10 FB 02_0038_WP19 Aachen wird Pilotsta SAO.pdf

12.6.2026

97.2 KB

Metadaten

TOP
Ö 15
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalentwicklung
Gremium
Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalentwicklung
Datum
Mi., 24.06.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Geändert
26.6.2026
Inhalt abgerufen
31. August 2026 um 01:23