Beratung
Der Vorsitzende begrüßt Herrn Wolfgang Raabe, Abteilungsleiter Planung/Bau, sowie Herrn Christian Stein, Senior Expert Planung/Bau, von der RegioNetz GmbH.
Herr Raabe führt in den Tagesordnungspunkt ein. Herr Stein stellt anschließend anhand einer der Niederschrift als Anlage beigefügten Präsentation die zukünftige Entwicklung der Versorgungsnetze vor. Er erläutert, dass aufgrund der Größe des Versorgungsgebietes und der anstehenden Transformation eine ganzheitliche Betrachtung der bestehenden Leitungsnetze erforderlich sei. Ziel sei es, bei Straßenbaumaßnahmen möglichst mehrere notwendige Arbeiten miteinander zu verbinden.
Herr Stein stellt den geplanten Verlauf der Fernwärmetrasse vom Inselnetz Schloss Rahe über die Roermonder Straße bis zur Henricistraße sowie den Übergang zwischen den Planungsabschnitten A und B vor. Anschließend erläutert er den aktuellen Planungsstand, die Abstimmung mit weiteren Baumaßnahmen und die vorgesehene Unterteilung in acht Bauabschnitte. Dabei geht er insbesondere auf die parallel laufenden Planungen zum Campus West ein.
Für den Bereich der Henricistraße sei der Beginn der Arbeiten im Abschnitt B ab Frühjahr 2027 vorgesehen. Der Bereich zwischen Schloss-Rahe-Straße und Schlossparkstraße solle voraussichtlich ab dem Jahr 2030 erreicht werden.
Herr Stein stellt anschließend den vorgesehenen Straßenquerschnitt und den Flächenbedarf für die Baumaßnahmen dar. Im Zuge der Arbeiten sollen auch Wasserleitungen erneuert beziehungsweise angepasst werden. Herr Raabe ergänzt, dass das Wassernetz unter anderem mit Blick auf Starkregenereignisse weiter entflochten werde.
Anhand der in der Anlage auf Seite 11 aufgeführten Übersichtskarte werden zudem die künftig zu erwartenden Baumaßnahmen im Stadtbezirk dargestellt. Hierzu zählen unter anderem der Campus West, das Beulardsteiner Feld und der Richtericher Dell. Herr Stein erläutert, dass diese Maßnahmen im Rahmen einer integralen Planung gemeinsam mit weiteren Belangen, wie vorhandenen Leitungen, der Stadtentwicklung und der Grünplanung, betrachtet würden.
Frau Bezirksvertreterin Schmitt-Promny (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) erkundigt sich, weshalb ab der Henricistraße keine Erneuerung des Kanals vorgesehen sei, obwohl dieser bereits ein hohes Alter aufweise. Hierzu erläutert Herr Stein, dass der Kanal überprüft worden sei und sich weiterhin in einem ausreichenden Zustand befinde. Sanierungen könnten abschnittsweise in geschlossener Bauweise von Schacht zu Schacht erfolgen. Herr Raabe ergänzt, dass die Kanäle im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzeptes regelmäßig überprüft würden. Nach derzeitigem Stand werde für den betreffenden Kanal von einer weiteren Nutzungsdauer von mindestens 20 bis 30 Jahren ausgegangen.
Auf Nachfrage, ob neben der Wärmeplanung auch eine Kälteplanung berücksichtigt werde, wird erläutert, dass hierzu an diesem Abend keine abschließende Aussage getroffen werden könne, da dies in den Aufgabenbereich der STAWAG falle.
Hinsichtlich der Verkehrsführung während der Bauphase erläutert Herr Stein, dass diese im weiteren Planungsverfahren unter Einbeziehung entsprechender Verkehrsuntersuchungen konkretisiert werde. Herr Raabe ergänzt, dass die Planung aufgrund der zu berücksichtigenden Verkehrsströme komplex sei und daher derzeit noch kein abschließendes Verkehrskonzept vorliege.
Im weiteren Verlauf wird die Frage thematisiert, bis zu welchem Zeitpunkt nachträgliche Anschlusswünsche berücksichtigt werden können. Hierzu wird erläutert, dass ab einem bestimmten Planungs- beziehungsweise Baufortschritt Änderungen nicht mehr ohne Weiteres möglich seien. Aufgrund der langen Planungszeiträume sei es zudem schwierig, bereits heute verbindliche Anschlussentscheidungen für weit in der Zukunft liegende Bauabschnitte zu erhalten. Soweit möglich, sollen jedoch vorbereitende Leitungen in den Gehwegbereichen vorgesehen werden, um spätere Anschlüsse zu erleichtern.
Frau Bezirksvertreterin Perschon-Adamy (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) weist darauf hin, dass Anwohner*innen der Schurzelter Straße und der Wildbachstraße bereits die Information erhalten hätten, dass dort kein Anschluss vorgesehen sei. Sie erkundigt sich, wie die Hintergründe besser kommuniziert werden könnten. Hierzu wird erläutert, dass die Entscheidung über einen Anschluss insbesondere von der Wirtschaftlichkeit abhänge und durch die STAWAG geprüft werde.
Darüber hinaus regt Frau Bezirksvertreterin Perschon-Adamy (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) eine verständlichere und besser sichtbare Kommunikation der einzelnen Bauphasen und zeitlichen Abläufe an. Herr Raabe stimmt zu, dass die Kommunikation weiter verbessert werden könne. Bei größeren Baumaßnahmen seien bereits Bürger*inneninformationen und Informationsschreiben vorgesehen. Ergänzend würden weitere Informationsmöglichkeiten, unter anderem über soziale Medien und das Baustellenportal, geprüft.
Frau Bezirksvertreterin Epstein (Fraktion Die Linke) erkundigt sich, weshalb Baustellen teilweise über längere Zeiträume stillstünden und verweist beispielhaft auf die Arbeiten an der Roermonder Straße. Herr Stein erläutert, dass während einer Baumaßnahme unvorhergesehene Umstände auftreten könnten, die Umplanungen erforderlich machten. Hierzu könnten unter anderem archäologische Funde, notwendige technische Anpassungen oder Anforderungen der Kampfmittelüberprüfung gehören.
Frau Bezirksvertreterin Dr. Höflich (SPD-Fraktion) erkundigt sich nach der vorgesehenen Verkehrsführung zwischen Henricistraße und Kackertstraße und weist darauf hin, dass zunächst eine einspurige Verkehrsführung und anschließend gegebenenfalls eine Vollsperrung erforderlich werden könnte. Hierzu wird erläutert, dass die konkrete Ausgestaltung noch Gegenstand weiterer Abstimmungen sei und dabei unter anderem die erforderlichen Flächen für Feuerwehr und Rettungsdienste berücksichtigt werden müssten.
Herr Bezirksvertreter Triebels (SPD-Fraktion) erkundigt sich nach dem Zeitpunkt einer Bürger*inneninformation. Herr Stein erläutert, dass diese voraussichtlich sechs bis acht Wochen vor Baubeginn stattfinden solle. Darüber hinaus solle die Bezirksvertretung erneut informiert werden. Herr Bezirksvertreter Triebels (SPD-Fraktion) bittet darum, das Verkehrskonzept frühzeitig in der Bezirksvertretung vorzustellen. Die weitere Bearbeitung hierzu liege beim Fachbereich Mobilität und Verkehr.
Frau Bezirksvertreterin Schleiden-Hecking (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) erkundigt sich nach der vorgesehenen Baustellenhotline und danach, wie eine ausreichende Erreichbarkeit sichergestellt werde. Herr Raabe erläutert, dass die Telefonnummer rechtzeitig bekannt gegeben und mit der Baustelleninformation verknüpft werde. Darüber hinaus bestehe eine Verbindung zum Baustelleninformationssystem der Stadt Aachen.
Frau Bezirksvertreterin Schmitt-Promny (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) nimmt Bezug auf die Planungen zum Campus West und weist darauf hin, dass Anlass für die Einladung der RegioNetz insbesondere die zukünftige Radverkehrsführung gewesen sei. Auf ihre Frage nach dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Baumaßnahmen in diesem Bereich wird das Jahr 2030 genannt.
Herr Bezirksvertreter Triebels (SPD-Fraktion) erkundigt sich abschließend nach dem Zeitpunkt der Kampfmittelüberprüfung. Diese solle zeitnah vor Beginn der jeweiligen Baumaßnahme erfolgen.
Der Vorsitzende bedankt sich bei Herrn Raabe und Herrn Stein für die Ausführungen und schließt den Tagesordnungspunkt.
Weitere Dokumente (2)
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Technische Details
ID: 1024784
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Grunddaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Laurensberg
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Laurensberg
- Datum
- Mi., 01.07.2026
- Uhrzeit
- 18:30
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Status
- gemischt