Vierteljahresbericht zum Wirtschaftsjahr 2025/2026 per 30.04.2026 (3. Quartal) von Stadttheater und Musikdirektion Aachen
E 46/47/0008/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
Die Ausschussvorsitzende Dr. Schmeer eröffnet den Tagesordnungspunkt.
Ratsfrau Schmitt-Promny bedankt sich für den Vierteljahresbericht und beglückwünscht das Theater zu seiner guten Entwicklung und Arbeit. Die wirtschaftlichen Resultate im Bericht reflektierten dies. Ratsherr Backhaus schließt sich Ratsfrau Schmitt-Promny an und bedankt sich seinerseits für die Erstellung des Vierteljahresberichts.
Frau Perschon-Adamy teilt ihre Beobachtung mit, das Publikum im Theater Aachen habe sich merklich verjüngt. Auch mutige Inszenierungen, die einer kommerziellen Logik nicht folgten - wie das Auftragswerk »Malina« - hätten in Aachen ihr Publikum gefunden. Frau Sasserath bestätigt, dass auch die Theaterleitung die beobachtete Verjüngung wahrnehme.
Herr Tillmann bedankt sich ebenfalls für den genannten Bericht, freut sich über die positive Entwicklung und mahnt an, dass letztere den Ausschuss nicht über die kommende, riesige Hausaufgabe der finanziellen Einsparungen hinwegtäuschen dürfe. Die wirtschaftlichen Ergebnisse ließen zwar die vorhandene Rücklage langsamer schmelzen, sie schmelze dennoch nach wie vor.
Ratsherr Pilgram stößt sich am Begriff der Hausaufgabe, da in seinem Verständnis Änderungseingriffe im Fall des Theaters eine Zerstörung bedeuteten. Er führt das jüngste Beispiel des Sparpaketes für die Theater und Philharmonie Essen (TuP Essen) an, das bis zu Szenarien einer Spartenstreichung reichte. Er spricht sich dafür aus, die Theaterstruktur zu erhalten, da sie abzuschaffen langfristig ebenso finanzielle Folgen nach sich ziehe. In Aachen zeige sich seit der Nachkriegszeit eine nachhaltige Zustimmung der Bürger*innen zum Erhalt des Stadttheaters.
Ausschutzvorsitzende Dr. Schmeer bestätigt, der Ausschuss sei sich der Risiken bewusst. In diesem Sinne sei die dokumentierte Publikumsfrequenz zu begrüßen, da sie dem Erhaltungsziel unterstützendes Gewicht verleihe. Sie erinnert an vergangene Spartenstreichungen in Aachen, die großen Bürgerprotest auslösten.
Frau Dr. Schmeer empfiehlt, die Konsolidierungsnotwendigkeiten im Auge zu behalten und entlang „der Rasierklinge“ zu navigieren.
Ratsfrau Schmitt-Promny fügt hinzu, das Dinner auf der Bühne zeige, dass die private Unterstützung aus der Bürgerschaft Stipendien mitzufinanzieren vermag. Daher sei Fundraising als Finanzierungsweg sicherlich mitzudenken.
Die Ausschussvorsitzende Dr. Schmeer dankt dem Theater Aachen für die gute Arbeit und schließt den Tagesordnungspunkt, nachdem keine Wortmeldungen mehr anfallen.
Erläuterungen
Vorbemerkung:
- Gemäß §§ 7, 20 EigVO NRW und § 12 Betriebssatzung ist der Vierteljahresbericht per 30.04.2026 (Abschluss 3. Quartal) vorzulegen.
- Der Vierteljahresbericht gemäß Anlage zeigt hierzu das buchhalterische Ergebnis der Erfolgsrechnung für den Zeitraum 01.08.2025 – 30.04.2026 (3. Quartal) sowie eine darauf basierende Prognose auf das voraussichtliche Jahresabschlussergebnis (Stand: Juni 2026).
Erläuterung / Kurzanalyse zur Prognose:
- Im Vergleich zum zweiten Vierteljahresbericht 2025/2026 werden sich die Erträge nach derzeitiger Einschätzung (Stand: Juni 2026) nochmals erhöhen und voraussichtlich um rd. 230.000 Euro über dem Plan liegen. Dies ist im Wesentlichen auf erhöhte Umsatzerlöse zurückzuführen, die zum einen aus überplanmäßigen Ticketerlösen, zum anderen aber auch aus zusätzlichen Gastspielen bzw. den damit verbundenen Honoraren resultieren.
- Beim Personalaufwand deutet sich derzeit eine Planunterschreitung von ca. 160.000 Euro an. Verglichen mit dem zweiten Vierteljahresbericht 2025/2026 steigt vor allen Dingen der Mehraufwand bei den selbstständigen Gästen (Kontengruppe 42) aufgrund weiterer erforderlich gewordener Gastengagements für unbesetzte Planstellen, womit gleichzeitig auch zusätzliche Einsparungen beim festen Personal (Kontengruppe 40) einhergehen. Letztere schlagen sich jedoch nicht zahlenmäßig in der Ergebnisrechnung nieder, da mittlerweile insbesondere auch die zu bildenden Urlaubsrückstellungen aufgrund der relativ spät beginnenden Spielzeitpause berücksichtigt werden. Die Planunterschreitung im Bereich der Beamten (Kontengruppe 43) ist weiterhin auf eine Stellen- und Kostenverlagerung infolge der Nachbesetzung ehemaliger Beamtenstellen (Kontengruppe 43) mit Tarifbeschäftigten (Kontengruppe 40) zurückzuführen.
- Beim Sachaufwand zeichnet sich zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: Juni 2026) eine Planunterschreitung i.H.v. knapp 90.000 Euro ab. Diese setzt sich aus Einsparungen zusammen, die im Wesentlichen auf positive Bewirtschaftungseffekte bei den Lieferungen und Leistungen (Kontengruppe 50), bei den Überlassungsentgelten (Kontengruppe 51) sowie beim Marketing (Kontengruppe 52) zurückzuführen sind. Diesen Einsparungen stehen erwartete Mehraufwendungen für musikalisches Material und Rechte (Konten-gruppe 53) gegenüber, da verstärkt auf moderne Stücke sowie Filmmusik zurückgegriffen wurde, die naturgemäß teurer sind. Außerdem wurde bereits im zweiten Vierteljahresbericht 2025/2026 auf die Erhöhung des städtischen Verwaltungskostenbeitrages (VKB) bei Kontengruppe 56 eingegangen
(rd. 27.000 Euro). Diese verhält sich jedoch durch eine dazu korrespondierende Erhöhung des städtischen Betriebskostenzuschusses (BKZ) ergebnisneutral und wird darüber hinaus teilweise bereits durch weitere Einsparungen innerhalb der Kontengruppe 56 kompensiert. Die Kontengruppe 57 wird im Wesentlichen zur Planung des Sachaufwandes für die Förderprojekte »AKZENT Barock« sowie »Mörgens Lab« genutzt, im Ist zeigen sich hier hingegen ausschließlich Kosten, die im Rahmen von Gastspielen anfallen und durch die o.g. Mehrerträge aus zusätzlichen Honoraren mehr als nur ausgeglichen werden.
- Die Abschreibungen werden etwas geringer als geplant ausfallen, da einige geplante Investitionsmaßnahmen (bspw. Intercom-Anlage oder Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung der szenischen Bühnentechnik) aufgrund zeitlicher Verschiebungen frühestens zum Ende der Spielzeit 2025/2026 umgesetzt werden können, sodass die aus diesen Maßnahmen resultierenden Abschreibungen erst zu einem späteren Zeitpunkt als ursprünglich vorgesehen ergebniswirksam werden.
- Der städtische Betriebskostenzuschuss für die laufende Spielzeit 2025/2026 wird sich im Vergleich zum Plan voraussichtlich weiterhin um die ergebnisneutrale Anpassung des Verwaltungskostenbeitrages um rd. 27.000 Euro erhöhen (vgl. oben).
- Das danach zum jetzigen Zeitpunkt prognostizierte Betriebsergebnis (nach städtischem Betriebskostenzuschuss) für die Spielzeit 2025/2026 liegt damit knapp 550.000 Euro besser als Plan. Das voraussichtliche Defizit von rd. 960.000 Euro wird auch unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Jahresabschlussergebnisses für die Spielzeit 2024/2025 vollumfänglich aus der allgemeinen Rücklage gedeckt.
Investitionen / Vermögensplan:
- Die im laufenden Wirtschaftsjahr zu tätigenden Investitionen werden sich insgesamt voraussichtlich – wenn auch mit zeitlicher Verzögerung – innerhalb der geltenden Vermögensplanung bewegen. So erfolgt derzeit mit Blick auf die Erstellung einer Vorstudie hinsichtlich der Ertüchtigung der szenischen Bühnentechnik eine Bestandsaufnahme, die bis zur Spielzeitpause abgeschlossen werden soll. Anschließend kann anhand des entsprechenden Gutachtens bzgl. der szenentechnischen Einrichtung in Abstimmung mit dem Gebäudemanagement die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie erfolgen. Eine Übersicht der getätigten Investitionen (Stand: 28.05.2026) ist als Anlage beigefügt.
- Die Investitionen im Rahmen des Förderprojektes »AKZENT Barock« werden als Investitionszuschuss vollständig aus bewilligten Fördermitteln gedeckt, sodass sich diesbezüglich mögliche Abweichungen jedenfalls nicht negativ auf den Finanzierungsbedarf auswirken würden.
Besuchszahlen:
Die Besuchszahlen per 30.04.2026 (Abschluss 3. Quartal) werden ebenfalls als Anlage beigefügt.
Weitere Dokumente (2)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 1025080
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1025080
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-06-23 E 46_47_0008_WP19 Vierteljahresbericht SAO.pdf
23.6.2026
289.8 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 10
- Sitzung
- Sitzung des Betriebsausschusses Kultur, Theater und VHS
- Gremium
- Betriebsausschuss Kultur, Theater und VHS
- Datum
- Di., 14.07.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 46/47 - Stadttheater und Musikdirektion
- Geändert
- 13.8.2026
- Inhalt abgerufen
- 3. September 2026 um 01:19