8. September 2026 um 17:00, Rathaus
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20 Jahre NABU - Naturschutzstation Aachen - Rückblick und aktuelle Projekte

FB 36/0058/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Der Ausschussvorsitzende begrüßt Herrn Dr. Aletsee, der die Präsentation halten wird.

Herr Jeutes dankt für den Vortrag. Er sehe eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten. Er weist darauaf hin, dass für die Unterbringung der Naturschutzstation ein neuer Ort – vielleicht auf einem Gutshof oder einem anderen Gebäude der Stadt – gesucht werde. Er bittet die Verwaltung, diese Möglichkeiten weiter zu prüfen.

Ratsfrau Lürken gratuliert zu 20 Jahren NABU und stellt fest, dass die Naturschutzstation gute Verdienste habe und würdigt diese. Sie habe Verständnis dafür, dass Lösungen für die Zukunft gesucht werden sollen.

Herr Klaus Meiners erläutert, dass er beim Aufbau der Nabustation von Anfang an dabei sei. Zum damaligen Zeitpunkt sei er Leiter der Naturschutzbehörde gewesen. Anfangs habe es Überlegungen gegeben, eine gemeinsame Station mit der Städteregion zu gründen. Der Ausschuss habe auf Empfehlung der Verwaltung seinerzeit die Entscheidung getroffen, eine eigene Station der Stadt Aachen zu gründen. Davon habe insbsondere der Verein Nabu e.V. deutlich profitiert; Anfangs seien circa 1200 Mitglieder des Nabu e.V. gewesen; jetzt belaufe sich die Mitgliederzahl auf 4500. Die Station habe viele Gruppen gebildet und in den verschiedensten Naturschutzbereichen und Projekten das Ehrenamt gefördert. Das Projekt Blühende Hecken und Landschaften sei an vielen stellen ein Vorgriff auf die Umsetzung des Landschaftsplan. In diesem Zusammenhang gebe es ein konstruktives Miteinander, auch mit dem Immobilienmanagement. Auch er hoffe, dass es eine Lösung für eine zukünftige Unterbringung geben werde.

Frau Kurschilgen erläutert, dass im Vortrag vom Steinkauz als Indikator bei Flächen gesprochen werde. Sie fragt konkret, ob auch die Feldlerche von den Hecken der offenen Landschaften profitieren könne.

Herr Dr. Aletsee führt hierzu aus, dass die Feldlerche andere Flächen bevorzuge.

Der Ausschussvorsitzende bedankt sich im Namen des gesamten Ausschusses und richtet den Dank auch an die Umweltverwaltung und die Immobilienverwaltung zur Unterstützung der gemeinsamen Projekte.

Erläuterungen

Vor 20 Jahren wurde die NABU-Naturschutzstation Aachen gegründet. Im Zuge des Jubiläums berichtet der Geschäftsführer der Station Dr. Manfred im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz über die Entwicklung, Zukunftsperspektiven und aktuelle Projekte der NABU-Naturschutzstation Aachen.

Obstwiesen und Heckenschutz in Aachen – LVR-Projekt „Blühende Hecken“

Seit ihrer Gründung ist die Kulturlandschaftspflege verknüpft mit dem Biodiversitätsschutz ein wichtiger Schwerpunkt der NABU-Naturschutzstation. Der Erhalt von Streuobstwiesen rings um Aachen steht dabei im Fokus.
80 Streuobstwiesen mit 1.875 Bäumen auf 42 ha Hektar konnte die NABU-Naturschutzstation in den letzten Jahrzehnten neubegründen oder erweitern. Mit dem vom Landschaftsverband Rheinland und der Stadt Aachen mit 192.000 € geförderten Projekt „Blühende Hecken“ wird der Kulturlandschaftsschutz aktiv um sogenannte Landschaftshecken erweitert. Landschaftshecken werden nur abschnittsweise und nicht jährlich geschnitten. Im Gegensatz zu den sogenannten Kastenhecken kommen Heckensträucher, wie Weißdorn, Wildrose und Holunder zur Blüte und können Früchte bilden. Insekten werden angelockt, Vögel finden Nahrung und Brutraum. Landschaftshecke sind wichtige Elemente des Biotopverbundes. Das Weidevieh erhält Schutz vor Wind und Sonne und nicht zuletzt findet die erholungssuchende Bevölkerung eine lebenswerte Landschaft vor ihrer Haustüre. 2026 werden allein im Münsterländchen auf städtischen Parzellen 2.500 Meter Hecke angelegt. Die Maßnahmen sind mit den Pächtern abgesprochen, führen nur zu geringen Nutzungseinschränkungen und dienen der Umsetzung der Festsetzungen im Landschaftsplan. Sowohl die angelegten Streuobstwiesen als auch die Heckenstrukturen werden langfristig von der NABU-Naturschutzstation und dem Landschaftspflegehof des NABU Stadtverbandes gepflegt und gemanagt.

20 Jahre NABU-Naturschutzstation Aachen – Struktur und aktuelle Schwerpunktthemen

Die NABU-Naturschutzstation Aachen nahm am 1.8.2006 ihre Arbeit auf und feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Zunächst als Projekt zwischen NABU-Stadtverband und Umweltverwaltung der Stadt Aachen begründet, ist sie seit 2015 ein eigenständiger gemeinnütziger Verein in Trägerschaft des NABU Stadtverband Aachen und der Stadt Aachen. Im Rahmen der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ wird sie mit einem Haushalt von aktuell 240.000 €/a zu 80% vom Land NRW gefördert und zu 20% von der Stadt Aachen kofinanziert. Ihre Arbeiten führt sie selbstständig nach einem dreijährigen mit der Bezirksregierung Köln abgestimmten Arbeits- und Maßnahmenplan durch. Zusätzliche eingeworbene Projekte bilden weitere Schwerpunkte ihrer Naturschutzarbeit und sind wichtige Finanzquellen für die Naturschutzfacharbeit und den Kulturlandschaftsschutz in Aachen.

Die aktuellen Aufgaben der Naturschutzstation reichen in unterschiedlichste Felder des integrierten Naturschutzes und der Kulturlandschaftspflege. Mit ihrer bisherigen, erfolgreichen Arbeit konnte die Naturschutzstation:

wichtige Impulse für den Artenschutz (u. a. Steinkauz, Schleiereule, Fledermäuse, Gelbbauchunke, Edelkrebse) setzen,

signifikant zur Optimierung der Schutzgebietsbetreuung beitragen (u. a. FFH-Gebiet Brander Wald, diverse Naturschutzgebiete in Aachen, Streuobst- und Magerwiesen),

das ehrenamtliche (bürgerschaftliche) Engagement für den Naturschutz erkennbar ausbauen (z.B. im Bereich der Biotoppflege, Neophyten-Bekämpfung, Kartierung geschützter Arten),

zur Vertrauensbildung zwischen Verwaltung, Umweltverbänden und Landwirtschaft beitragen,

strategische Konzepte für einen nachhaltigen Biodiversitätsschutz erarbeiten (Obstwiesenerhaltungskonzept, Amphibienschutzkonzept, Naturwaldentwicklungskonzept, Naturschutzgebiets-Netzwerk, Biodiversitätskonzept in der Ackerlandschaft)

über die Fachbetreuung des landwirtschaftlichen Betriebs des NABU Stadtverbandes die Betreuung städtischer und eigener Kulturlandschafts- und Biotopflächen verbessern und

durch eine beachtliche mediale Präsenz zur Sensibilisierung für Fragen des Natur- und Artenschutzes beitragen.

Zusätzliche Schwerpunkte werden zukünftig vermehrt der Biodiversitätsschutz unter sich veränderten Klimabedingungen sein. Der Ausbau der operativen Tätigkeit in der Landschaftspflege (Hofstelle, Maschinenpark), um ein sich hierfür vergrößerndes Netzwerk an Biotopflächen zu managen, ist unumgänglich.

Über die Gesamtheit aller Projekte der Naturschutzstation informierte der Geschäftsführer, Dr. Manfred Aletsee, zuletzt am 25. Juni 2024.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-07-30 FB 36_0058_WP19 20 Jahre NABU - Natu SAO.pdf

19.8.2026

95.7 KB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 08.09.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
21.9.2026
Inhalt abgerufen
26. Oktober 2026 um 02:23