Sachstandsbericht zum EFRE-Förderprojekt KreislaufWIRKstatt Aachen
Dez VII/0007/WP19 · Kenntnisnahme
Erläuterungen
Ergänzend zu den folgenden Erläuterungen gibt es eine Präsentation in den Ausschüssen.
1. Projekt und Zielsetzung
Mit dem EFRE-geförderten Projekt „KreislaufWIRKstatt Aachen“ entwickelt die Stadt Aachen gemeinsam mit ihren Projektpartnern neue Strukturen für eine zirkuläre Stadt. Das Projektkonsortium besteht aus dem Aachener Stadtbetrieb (E18) als Konsortialführer, dem Gebäudemanagement (E26) der Stadt Aachen sowie den externen Partnern CSCP und Concular.
Die Projektlaufzeit reicht vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2028. Das Projektgesamtvolumen beträgt rund 4,01 Mio. Euro bei einer Förderquote von 90 Prozent. Auf den Aachener Stadtbetrieb entfällt ein Projektanteil von rund 1,45 Mio. Euro, auf das Gebäudemanagement ein Anteil von rund 1,17 Mio. Euro.
Die KreislaufWIRKstatt versteht sich als langfristiges Infrastrukturprojekt. Entwickelt werden eine Circular City Roadmap, eine stadtweite Circular Economy Community und ein physischer Ort für Kreislaufwirtschaft, Urban Mining, Reparatur, Wiederverwendung, Bildung, Forschungstransfer und lokale Wertschöpfung.
Zirkularität wird dabei als kommunale Querschnittsaufgabe verstanden. Unternehmen, Handwerk, Verwaltung, Forschung und Zivilgesellschaft erhalten einen gemeinsamen Anwendungsort, um zirkuläre Lösungen praktisch zu testen. Steigende Preise, unsichere Lieferketten und knappe öffentliche Mittel erhöhen den Druck, vorhandene Materialien, Bauteile, Produkte und Kompetenzen länger im Wert zu halten. Aachen trägt mit dem Projekt dazu bei, Kreislaufwirtschaft als Standort-, Wirtschafts-, Bildungs- und Verwaltungsmodernisierung praktisch umzusetzen.
Zudem gelten bereits jetzt rechtliche Vorgaben zum Thema Zirkularität. Ein Beispiel ist die LCA-Pflicht (Lebenszyklusanalyse/Ökobilanz) im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Ab 01.01.2027 müssen bei Neubauten ab 1.000 m² die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus ausgewiesen werden. Dafür werden Materialdaten benötigt, die derzeit nicht erhoben werden. Das Projekt KreislaufWIRKstatt schafft hierfür eine Grundlage für das Gebäudemanagement.
Außerdem verfolgt das Gebäudemangement mit dem Projekt wirtschaftliche Interessen, da Finanzierungen immer stärker von Nachhaltigkeitskriterien abhängen und Finanzierungskonditionen somit verbessert werden.
2. Circular City Aachen und die Hallen im C-Werk
Die Aktivitäten werden unter der Dachmarke Circular City Aachen (https://circularcityaachen.de/)gebündelt. Sie schafft einen gemeinsamen Rahmen für Projekte, Partner, Veranstaltungen und Beteiligungsformate aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft.
In den Hallen des C-Werks in Aachen-Rothe Erde entstehen zwei miteinander verbundene Bereiche:
Urban Mining Hub Aachen / BauWIRKstatt – Federführung E 26
Der Urban Mining Hub schafft Strukturen, um Bauteile aus städtischen Rückbau-, Umbau- und Sanierungsprojekten systematisch zu erfassen, zu dokumentieren, zu lagern und einer Wiederverwendung zuzuführen. Dazu gehören unter anderem Materialkataster und Gebäudepässe, ein Bauteillager und Materialstationen sowie Führungen und Fachformate für Bauwirtschaft, Handwerk, Verwaltung und Öffentlichkeit. Da die Wiederverwendung von Bauprodukten mit rechtlichen und verwaltungstechnischen Herausforderungen verbunden ist, umfasst das Projekt auch einen begleitenden Prozess im Gebäudemanagement. So können notwendige Anpassungen an internen Bau- und Steuerungsprozessen identifiziert und schrittweise umgesetzt werden – und die Wiederverwendung von Bauteilen dauerhaft in den städtischen Abläufen verankert werden.
Circular City Hub / KreislaufWIRKstatt – Federführung E 18
Der Circular City Hub wird als koordinierender Ort für Partner, Unternehmen, Hochschulen, Verwaltung und Stadtgesellschaft aufgebaut. Vorgesehen sind Sprechstunden, Rundgänge und Formate zur Projektentwicklung sowie die Dokumentation von Bedarfen, Pilotideen und Materialströmen. Ab 2027 soll der Ort schrittweise stärker für Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden.
Ab der Eröffnung werden die Hallen als Arbeits-, Werkstatt-, Material-, Lern- und Kooperationsinfrastruktur genutzt. Der Fokus liegt auf konkreten Anwendungen und einer schrittweisen Entwicklung. Die Studiwerkstatt Aachen bildet mit ihrer Werkstattnutzung einen ersten sichtbaren Anker. Gemeinsam mit weiteren Partnern werden Reparatur-, Bau-, Upcycling- und Materialworkshops sowie Piloten in den Bereichen Textil, Elektro, Ernährung, Sperrgut und Kultur entwickelt. Die Umsetzung erfolgt mit klaren Zuständigkeiten und geeigneten Fachpartnern.
3. Circular Week Aachen und Eröffnung
Vom 26. bis 30. Oktober 2026 findet die Circular Week Aachen als Teil der European Circular Week statt. Sie macht Kreislaufwirtschaft stadtweit sichtbar, bindet europäische, regionale und lokale Partner ein und bringt das Thema aus der Fachdebatte in Wirtschaft, Verwaltung, Quartiere und Öffentlichkeit.
Den Auftakt bildet am 26. Oktober 2026 die feierliche Eröffnung des Circular City Hubs und des Urban Mining Hubs im C-Werk. Die Hallen werden als beginnende Arbeitsinfrastruktur für Kreislaufwirtschaft präsentiert: mit Urban Mining Hub, Circular City Hub, Werkstattzonen, Co-Working und Partnerformaten.
Der Eröffnungstag verbindet europäische und regionale Perspektiven mit der konkreten Umsetzung in Aachen. Vorgesehen sind politische und fachliche Beiträge, die Präsentation erster Anwendungsfälle, Rundgänge, ein Markt der Möglichkeiten und Beiträge aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft.
Das weitere Wochenprogramm umfasst nach aktuellem Planungsstand die Preisverleihung der IHK Circularity Scouts, eine Fachtagung zum zirkulären Bauen sowie den BLE Day und den Science Day der RWTH Aachen.
4. Relevanz und erwartete Wirkungen
Ökologische Relevanz
Durch Reparatur, Wiederverwendung und Urban Mining können Produkte, Materialien und Bauteile länger genutzt, Primärrohstoffe geschont und Abfallmengen reduziert werden. Das Projekt trägt damit zur Umsetzung der kommunalen Klima- und Ressourcenschutzziele bei.
Wirtschaftliche Relevanz
Unternehmen, Handwerk, Wissenschaft und Verwaltung erhalten einen gemeinsamen Ort, um Materialeffizienz, Wiederverwendung und zirkuläre Geschäftsmodelle praktisch zu erproben. Die KreislaufWIRKstatt stärkt Forschungstransfer, lokale Wertschöpfung und die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Kooperationen.
Gesellschaftliche Relevanz
Werkstatt-, Bildungs- und Beteiligungsformate vermitteln Reparatur- und Materialkompetenzen und ermöglichen die aktive Mitwirkung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Die Einbindung von Initiativen, Bildungseinrichtungen, Quartieren und sozialen Trägern schafft niedrigschwellige Zugänge und stärkt gesellschaftliche Teilhabe.
5. Weiteres Vorgehen
Bis zur Eröffnung liegen die Schwerpunkte auf der sicheren und funktionalen Herrichtung der Hallen, der Aktivierung erster Werkstatt- und Hub-Bereiche, der Einbindung weiterer Partner sowie der Vorbereitung der Circular Week.
Parallel werden Nutzungs-, Betreiber- und Kooperationsmodelle weiterentwickelt. Die Eröffnung markiert den Beginn der sichtbaren Arbeitsphase. Die Hallen sollen sich schrittweise zu einem gemeinsamen Praxisort entwickeln, an dem Werte erhalten, Betriebe und Handwerk gestärkt, Ressourcen gesichert, Wissen vermittelt und zirkuläre Lösungen für Aachen erprobt werden.
Finanzielle Auswirkungen
Mit der Kenntnisnahme des Sachstandsberichts sind keine zusätzlichen finanziellen Auswirkungen verbunden. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des bewilligten Projekt- und Förderbudgets.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 1025578
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1025578
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-08-04 Dez VII_0007_WP19 Sachstandsbericht zu SAO.pdf
19.8.2026
85.0 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- Dezernat VII
- Geändert
- 18.8.2026
- Inhalt abgerufen
- 3. September 2026 um 01:16