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Bericht zum schrit_tmacher Festival 2026

E 49/0036/WP19 · Kenntnisnahme

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Erläuterungen

Das schrit_tmacher Festival 2026 fand vom 28.02.26 bis 29.03.2026 in Aachen statt und war von diversen Neuerungen, Umstrukturierungen und Herausforderungen sowie von beeindruckenden Erfolgen geprägt.

So wurde mit Yvonne Eibig kurzfristig eine neue Festivalleitung etabliert. Auch im Veranstaltungsmanagement des Kulturbetriebs mussten Aufgaben und Zuständigkeiten neu definiert werden, da die langjährig federführend mit dem Festival betraute Mitarbeiterin längerfristig ausfiel. In regelmäßigen Meetings zwischen dem Veranstaltungsmanagement und der Festivalleitung wurde intensiv daran gearbeitet, schnell ein arbeitsfähiges Team zu bilden.

Auch mit den Partner*innen aus den Niederlanden (Heerlen) und Belgien (Eupen) wurden regelmäßig Gespräche auf verschiedenen Ebenen durchgeführt. Hierbei wurde die Programmstruktur neu aufgestellt sowie neue Formate etabliert.

Die strikte Trennung zwischen Hauptprogramm und Nebenprogramm wurde aufgehoben, damit alle Programmpunkte nunmehr ineinandergreifen und sich gegenseitig ergänzen. Aus dem früheren Programmformat „Generation 2“ wurde z. B. die Programmpunkte „Young und Talent“, die den Fokus verstärkt auf die Nachwuchsförderung legen.

Herausforderungen:

Die im Jahr 2025 mit der Eröffnung des Hauptprogramms begonnene, erfolgreiche Kooperation mit dem Theater Aachen wurde in diesem Jahr fortgeführt und erweitert. Aufgrund der bereits weitgehend abgeschlossenen Planungen des Theaters für die laufende Spielzeit 2025/26 konnten jedoch nicht alle schrit_tmacher Termine im Theater durchgeführt werden. Zur Aufführung gelangten dort die Produktionen „Vortex“ von der Companie Humanhood (20./21.03.2026) und „Rhino“ des Out Innerspace Dance Theatres (27./28.03.2026).

Hinsichtlich der Möglichkeiten, eine moderne Tanzperformance im Theater aufzuführen – insbesondere im Hinblick auf die technischen Anforderungen – gab es bislang keine Erfahrungswerte.

Zudem lagen die spezifischen und komplexen Technical Rider der einzelnen Kompanien in der ersten Planungsphase noch nicht vor. Erst nach Abgleich der individuellen Anforderungen mit dem im Theater vorhandenen Equipment konnten die entsprechenden Bedarfe ermittelt und Angebote über die Anmietung zusätzlicher Technik eingeholt werden.

Für die weiteren Produktionen, die nicht im Theater aufgeführt werden konnten, mussten auf die jeweiligen Produktionen zugeschnittene Orte gefunden werden. So fand die Eröffnung mit Miller de´ Nobilis auf 270 Grad Bestuhlung ausgerichtete Produktion „Hype the Pain“ (27./28.03.2026) in der Mulde des Ludwig Forums eine geeignete Spielfläche. Ein entsprechendes Setting wäre im Theater nicht realisierbar gewesen. „TAMYR“, die spirituell-meditative und poetische Aufführung des JOLDA Dance Theatres (13./14.03.2026) fügte sich thematisch ideal in den sakralen Charakter der Citykirche ein. Diese beiden Spielstätten verfügen über keine bzw. nur rudimentäre technische Ausstattungen, daher war die Anmietung zusätzlichen Equipments zwingend erforderlich. Zudem musste in der Citykirche eine Tribüne als Sitzmöglichkeit für das Publikum errichtet werden.

Die genannten Umstände und kurzfristigen Planungshorizonte führten zu vorab nicht kalkulierten Mehrausgaben und einer Überschreitung des gesetzten Budgets (siehe nachfolgenden Punkt „Finanzen“).

Programm und Wahrnehmung:

Neben dem Stadttheater wurden auch das Ludwig Forum, die City Kirche, das Centre Charlemagne und das Depot bespielt. Weiterhin gab es Workshops im öffentlichen Raum. Wie oben bereits erwähnt, wurden im Theater die Produktionen zweier Kompanien aufgeführt. Weiterhin wurde mit der „Johannes-Passion“ eine Koproduktion mit dem Theater Aachen in das Programm integriert.

Unter dem Aspekt Audience Development wurde der Programmteil „Exchange“ neu etabliert, welcher die Introductions, die Aftertalks, das schrit_tmacher Café und die schrit_tmacher Partys zusammenfasst.

Die Zuschauer*innen begrüßten die Möglichkeit, bei den Einführungen (Moderator Rico Stehfest) im Vorfeld der Veranstaltungen Wissenswertes über die Produktionen und Kompanien zu erfahren. Weiterhin wurde die Gelegenheit, nach den Aufführungen bei den After Talks in den Austausch mit den Künstler*innen zu treten, reichlich genutzt. Die fortgesetzte Symbiose zwischen bildender Kunst und Tanz bei der Paint`formance und den Artist Talks mit dem Künstler Kadir „Amigo“ Memis im Depot fand beim Publikum viel Anklang. Viele Besucher*innen nutzten auch die Gelegenheit, bei den Festival Opening und Festival Closing Partys selbst zu tanzen oder die vorhergehenden Performances und das Festival insgesamt im Austausch mit Gleichgesinnten zu reflektieren.

Das Festivalteam hat sowohl seitens des Publikums, der Kompanien und auch der einzelnen Spielorte ein sehr gutes Feedback erhalten, die Verzahnung des Bezahlprogramms mit kostenfreien Bestandteilen wurde als sehr gelungen wahrgenommen und damit wurden erfreuliche Synergieeffekte erzeugt. Besucher*innen eines kostenfreien Workshops am Nachmittag haben z. B. für die Abendvorstellungen spontan Restkarten erworben.

In der Presse wurde zahlreich und positiv über das Festival berichtet (siehe beiliegenden Pressespiegel).

Besucher*innenzahlen:

Insgesamt haben in Aachen 7.724 Besucher*innen am Festival teilgenommen.

Die Zahl gliedert sich wie folgt:

  • Angebote mit Eintritt: Performances, Workshops, Talent, Young: 4.977
  • Angebote ohne Eintritt: öffentliche Workshops, Exchange, Introductions, Aftertalks etc.: 2.747

Das Hauptprogramm des schrit_tmacher Festivals mit der Eröffnung im Ludwig Forum, in der City Kirche und im Theater Aachen war durchgängig gut besucht. Die Lecture im Centre Charlemagne sowie das schrit_tmacher Café blieben hinter den Erwartungen zurück.

Auslastung:

„Miller de Nobily“ im Ludwig Forum: ausverkauft

„Jolda“ in der City Kirche: nahezu ausverkauft

„Humanhood“ im Theater:80-83 %

„Out/Innerspace“ im Theater: 60 – 65 % (hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich um das Wochenende zum Osterferienbeginn handelte)

Johannes-Passion im Theater: 97 – 100 %

Ausstellung und Performance von Kadir "Amigo" Memis im Depot: 178 Besucher*innen.

Finanzen:

Die Gesamtkosten des schrit_tmacher Festivals belaufen sich auf 345,858,83 €.

Die Kosten gliedern sich in Programm-, Personal- und Sachkosten.

Programmkosten: 180.879,75 €

Personalkosten: 41.070,00 €

Sachkosten: 123.909,07 €

Die Sachkosten beinhalten die Kosten für die technische Planung und Realisierung, hierfür waren für alle Produktionen (ausgenommen die Koproduktion mit dem Theater Aachen) insgesamt 50.000,00 € angesetzt.

Für die technische Planung und Realisierung sind Mehrkosten von 22.577,82 € entstanden. Im Ergebnis – bei Gegenüberstellung aller Veränderungen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite – verbleibt ein um 14.035,17 € erhöhter Eigenanteil des Kulturbetriebs (von 145.161,00 € auf 159.196,17 €).

Die Mehrkosten sind aus folgenden Gründen entstanden:

-Die spezifischen Anforderungen der Kompanien und die kurzfristige Konkretisierung der anfallenden Kosten im Kontext der Produktionsmöglichkeiten im Theater ergaben einen Aufwand für die technische Realisierung von ca. 25.000,00 €.

- Für zwei weitere Produktionen im Ludwig Forum und der City Kirche entstanden aufgrund fehlender, aber notwendiger Technik an diesen besonderen Veranstaltungsorten ebenfalls Kosten von ca. 40.000 €, die den kalkulierten Wert überschritten. Diese beinhalteten Sitzmöglichkeiten für das Publikum, Videoprojektionsmöglichkeiten sowie eine adäquate Beleuchtung.

- Zudem musste nachträglich ein Posten für die technische Projektleitung ausgeschrieben werden (8.000,00 €), da bei den aufwändigen Produktionen und der Bewertung der Technical Rider eine entsprechende Expertise benötigt wurde.

Um entsprechende Abweichungen und Mehrkosten zukünftig zu vermeiden bzw. Technikkosten realistisch kalkulieren zu können, ist frühzeitig die fachkundige Einordnung durch einen technischen Projektleiter erforderlich. Dieser wurde beim diesjährigen Festival 2026 erst in der Realisierungsphase beauftragt. Im Hinblick auf das Festival 2027 wird der technische Projektleiter bereits in 2026 beauftragt, damit er bei den Vorgesprächen mit den Kompanien bereits die Technikkosten realistisch einschätzen und berücksichtigen kann. Es kann so frühzeitig entschieden werden, ob eine Produktion in das finanzielle Gefüge der vorhandenen finanziellen Mittel eingebettet werden kann oder nicht.

Ausblick:

Das nächste schrit_tmacher Festival findet vom 16.02. – 21.03.2027 statt. Thematische Schwerpunkte für 2027 stellen „Tanz und Gesundheit“, „Mental Health“ und die Ausrichtung auf die Jugend dar.

Für 2027 wurden bereits Termine im Theater geblockt. Gleichwohl sollen auch zukünftig – um das Festival noch fester in der Stadtgesellschaft zu verankern – geeignete Formate in besonderen Locations stattfinden. Dies soll einen möglichst niederschwelligen Zugang für neue Zielgruppen begünstigen.

Das Theater plant 2027 keine eigene Produktion bzw. Koproduktion.

Ab 2029 wird das Haus der Neugier in die Planungen mit einbezogen.

Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-08-13 E 49_0036_WP19 Bericht zum schrit_t SAO.pdf

13.8.2026

2.6 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

Status
öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
26.8.2026
Inhalt abgerufen
3. September 2026 um 01:08