10. September 2026 um 17:00, Verwaltungsgebäude Maria-Theresia-Allee
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Bürger*innenservice – wohin steuert der FB12. Gestern, heute, morgen.

FB 12/0001/WP19 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Ganser, Frau Lut, Herr Brüsseler und Herr Borgs (FB 12) stellen die Entwicklung und zukünftige Ausrichtung des Bürger*innenservice anhand einer Präsentation vor.

Ratsfrau Kurschilgen (DIE GRÜNEN) erkundigt sich im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Dienstleistungen des Fachbereichs danach, ob mittlerweile eine gemeinsame Nutzung von Lichtbildern, beispielsweise für Führerschein- und Ausweisdokumente, möglich sei.

Frau Lut (FB 12) erläutert, dass dies derzeit noch nicht möglich sei und weiterhin unterschiedliche Lichtbilder benötigt würden.

Frau Dr. Michulitz (DIE GRÜNEN) nimmt Bezug auf die dargestellte Organisationsüberprüfung und erkundigt sich nach möglichen Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die Stellenbesetzung.

Frau Lut führt aus, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein solle, sondern auch zu entsprechenden Einsparungen führen müsse. Welche konkreten Auswirkungen sich hieraus ergäben, könne derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Das Ziel sei es insbesondere, Arbeit zukünftig anders zu gestalten.

Ratsfrau Eschweiler (CDU) hebt das Engagement der Mitarbeitenden sowie die besonderen Belastungen im Bürger*innenservice hervor und erkundigt sich nach den bisherigen Erfahrungen mit dem erweiterten Arbeitszeitmodell.

Herr Brüsseler (FB 12) erläutert, dass sich die Personalsituation gegenüber den vergangenen Jahren verbessert habe. Qualifiziertes Personal könne inzwischen besser gewonnen und gehalten werden. Neben Beschäftigungsumfängen von 25 Stunden und Vollzeit werde mittlerweile auch ein Modell mit 31,5 Wochenstunden angeboten. Dieses sei bislang von drei Mitarbeitenden in Anspruch genommen worden.

Frau Witt (DIE GRÜNEN) begrüßt die dargestellten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Dienstleistungen und erkundigt sich nach Kennzahlen zur telefonischen Erreichbarkeit sowie zu Gesprächsabbrüchen und Wartezeiten.

Herr Brüsseler führt aus, dass hierzu umfangreiche Steuerungskennzahlen erhoben und fortlaufend ausgewertet würden. Die durchschnittliche telefonische Wartezeit liege derzeit bei etwa 1:46 Minuten, wobei weiterhin Verbesserungspotenzial bestehe und perspektivisch eine Wartezeit von unter einer Minute angestrebt werden könne.

Auf Nachfrage von Ratsfrau Kurschilgen (DIE GRÜNEN) zu weitergeleiteten Anrufen und der Erreichbarkeit der zuständigen Sachbearbeitung erläutert Herr Brüsseler, dass auch die Fallabschlussquote ausgewertet werde. Sei eine zuständige Person nicht unmittelbar erreichbar, werde ein Ticket erstellt, sodass die Bürger*innen möglichst nicht erneut anrufen müssten.

Ratsfrau Begolli (DIE LINKE) nimmt Bezug auf die Ausführungen zur digitalen Teilhabe und erkundigt sich nach der Barrierefreiheit digitaler Angebote, insbesondere für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder Sehbehinderungen.

Herr Ganser (FB 12) erläutert, dass bei der Einführung von Online-Diensten die Anforderungen an die Barrierefreiheit berücksichtigt würden.

Herr Borgs (FB 12) ergänzt, dass die Barrierefreiheit auch bei Vergabeverfahren eine Rolle spiele und ein Teilnehmer in einem aktuellen Verfahren unter anderem aufgrund der Nichterfüllung entsprechender Anforderungen ausgeschieden sei.

Ratsfrau Eschweiler (CDU) bedankt sich für die geleistete Arbeit und hebt die Vielzahl der bereits auf den Weg gebrachten Verbesserungen hervor.

Ratsfrau Begolli (DIE LINKE) bedankt sich ebenfalls bei den Beteiligten und hebt insbesondere hervor, dass die Verbesserungen im Bürger*innenservice auch bei den Bürger*innen wahrgenommen würden. Positiv bewertet würden insbesondere die deutlich verkürzten Wartezeiten bei der Terminvergabe sowie die Möglichkeit, bei der Terminbuchung unmittelbar zwischen verschiedenen Standorten zu wählen.

Ratsfrau Kurschilgen (DIE GRÜNEN) bedankt sich für die Präsentation und die dargestellten Entwicklungen und äußert sich positiv zu den zahlreichen neuen Ansätzen und Maßnahmen.

Herr Dr. Kremer (Dezernat V) hebt abschließend hervor, dass die positive Entwicklung sowohl auf technische und personelle Maßnahmen als auch insbesondere auf das Engagement der Mitarbeitenden und eine funktionierende Führung zurückzuführen sei. Die Entwicklung des Bürger*innenservice in den vergangenen Jahren sei insgesamt als Erfolg zu bewerten.

Er führt weiter aus, dass für vier bislang mit einem kw-Vermerk versehene Stellen eine Verlängerung beantragt werden solle, bis weitere Digitalisierungsmaßnahmen griffen. Ein Verlust von Arbeitsplätzen sei hiermit nicht verbunden. Darüber hinaus kündigt er an, dass im kommenden Stellenplan erstmals Stelleneinsparungen auf-grund des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz vorgesehen seien. Voraussichtlich könnten hierdurch 5,0 bis 8,0 Stellen eingespart werden. Auch hierbei solle kein Arbeitsplatz entfallen; die betroffenen Mitarbeitenden könnten vielmehr an anderer Stelle innerhalb der Verwaltung eingesetzt werden.

Abschließend kündigt Herr Dr. Kremer für eine der kommenden Sitzungen weitere Informationen zur EUDI-Wallet an und bietet den Ausschussmitgliedern erneut an, sich die Arbeit des Bürger*innenservice im Rahmen eines Vor-Ort-Termins anzusehen.

Beschluss

Der Personal- und Verwaltungsausschuss nimmt den Bericht zum Bürger*innenservice der Stadt Aachen zur Kenntnis.

Erläuterungen

Unter dem Motto „Bürger*innenservice – Wohin steuert der FB12. Gestern, heute, morgen“, wird der FB12 zu diesem Tagesordnungspunkt die Ausgangssituation und die aktuelle Entwicklung des FB 12 für die beiden Abteilungen „Bürger*innenbüro“ (12/100) und „Servicecenter-Call-Aachen“ (12/200) sowie den Weg der digitalen Transformation vorstellen. Die aktuellen Kennzahlen, Projekte und deren Entwicklung werden im Rahmen der Präsentation vorgestellt und erläutert.

Viele in den letzten Jahren ergriffene Maßnahmen haben dazu geführt, dass seit Anfang des Jahres im Regelfall schon ein Termin für den nächsten Tag buchbar ist. So wurde zusätzliches Personal eingestellt und das Einarbeitungskonzept überarbeitet. Anfang 2025 wurde die elektronische Wohnsitzanmeldung eingeführt, welche u.a. auch im Rahmen der Marketingkampagne für die Onlinedienste des FB 12 im Herbst 2025 und 2026 beworben wurde. Aktuell findet im FB 12/100 und in den Bezirken eine Organisationsuntersuchung bezüglich der Sachbearbeitung „Bürger*innendienste“ statt. Mit den Ergebnissen ist voraussichtlich Ende des Jahres zu rechnen. Auch fanden Gespräche mit dem Programmhersteller (AKDB) zum weiteren Ausbau der Onlinedienste statt. Mit der Registermodernisierung und der Einführung der EUDI-Wallet wird dies das digitale Angebot des FB 12 und der Stadt Aachen nochmals steigern und attraktiver gestalten.

Mit den neuen Räumlichkeiten in der Aureliusstraße konnte das Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter*innen deutlich verbessert werden. Das Anliegen- und BIS-Management (Mängelmelder und Serviceportal) wurde im Servicecenter Call Aachen etabliert, so kann künftig stärkerer Einfluss auf die Gestaltung und Optimierung der zugrunde liegenden Prozesse genommen werden.Zudem werden aktuell neue Arbeitszeit- und Stundenmodelle für die Servicecenter-Agent*innen erprobt, um den Personaleinsatz bedarfsgerechter und zugleich attraktiver zu gestalten.Die Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen hat sich inzwischen etabliert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Mit der Einführung des 115-Chatbots wurde das digitale Serviceangebot des Servicecenters Call Aachen um einen weiteren, zeitgemäßen Kommunikationskanal ergänzt.

Die Schwerpunkte zeigen, dass die digitale Transformation des Fachbereichs kontinuierlich voranschreitet und dabei zunehmend die Arbeitswelt im Bürger*innen- bzw. Kund*innenmanagement prägt. Ende-zu-Ende-Onlinedienste wurden sukzessive erweitert, die Anbindung an das DMS erfolgreich durchgeführt sowie bestehende Fachverfahren konsequent optimiert (u. a. Sperrmüll, Bewohnerparken). Besonders an Großprojekten wie virtuelle Dienstleistungen, Videoberatung und Telekommunikation wird der Wandel des FB12 sichtbar. Das Citizen-Relationship-Management soll dazu beitragen, Bürger*innenbeziehungen gerade in publikumsintensiven Bereichen effizienter zu gestalten.Künstliche Intelligenz wird künftig einfache Aufgaben automatisieren und komplexe Aufgaben standardisieren. Ziel ist es, sich als Innovationstreiber zu etablieren und die zahlreichen Schnittstellen zu nutzen, um Prozesse ganzheitlich – vor allem im Sinne des Bürger*innenservice – zu optimieren.Der digitalen Teilhabe kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu: Gemeinsam mit internen (u. a. FB02, FB56, FB15, Bezirke, VHS) und externen Partnern (u. a. AWO) sollen Formate entwickelt werden, die Bürger*innen befähigen Onlinedienste, Portale und Verifizierungsverfahren wie die BundID zu nutzen.Insgesamt tragen stadtinterne wie auch interkommunale Netzwerke und Kooperationen maßgeblich zum aktuellen Erfolg des FB12 bei. Hervorzuheben sind insbesondere die Zusammenarbeit mit FB15, FB68, FB01 sowie den Bezirken. Darüber hinaus erfordern fachbereichsübergreifende Themen eine enge Abstimmung mit allen Fachbereichen.

Der FB12 wird sich in den nächsten Jahren deutlich entwickeln. Diese Chance wird bereits heute intensiv in den verschiedenen (Pilot-)Projekten und Sandboxes genutzt, um die Transformation aktiv zu gestalten.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2026-08-12 FB 12_0001_WP19 Buerger_innenservice SAO.pdf

17.8.2026

76.0 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung des Personal- und Verwaltungsausschusses
Gremium
Personal- und Verwaltungsausschuss
Datum
Do., 10.09.2026
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 12 - Bürger*innenservice
Geändert
16.9.2026
Inhalt abgerufen
21. Oktober 2026 um 01:19