KI-gestützte Begleitung von Bürger*innen durch Verwaltungsprozesse – Gastvortrag von Prof. Dr. Bernhard Rumpe (RWTH Aachen) (Antrag zur Tagesordnung der Fraktion 'Die Grünen' vom 10.06.2026)
FB15/0019/WP19 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Prof. Rumpe (RWTH Aachen) stellt sich vor und erläutert seine Tätigkeit und Rolle anhand einer Präsentation. Herr Prof. Rumpe hebt hervor, dass die KI heutzutage über den ganzen Prozesszyklus unterstütze und dass sich die Ökonomie der Softwareentwicklung verändere. Der wichtigste Punkt für die Akzeptanz sei, dass Verwaltungsprozesse entlang von Zuständigkeiten organisiert seien, Bürgerinnen und Bürger würden jedoch in Lebenslagen denken. Es sei unabdingbar, der KI den richtigen Kontext mitzugeben. Ohne Künstliche Intelligenz sei die KI eine Auskunft, mit Kontext werde sie zur Begleitung für die Bürgerinnen und Bürger. Herr Hecker erwähnt die Bund ID, woraufhin Herr Prof. Rumpe erläutert, dass dies nur ein Starter sei und die Bund ID unbedingt vorangebracht werden müsse.
Frau Voßkötter (Grüne) merkt an, die große Hürde sei der Datenschutz und der Chatbot der Stadtverwaltung Aachen agiere derzeit nur aus Verwaltungssicht.
Herr Jacoby (CDU) meldet sich zu Wort und berichtet, dass es mit 37 IT-Dienstleistern zu viele Player gebe und dass man nicht weiterkomme, wenn jedes Ministerium eigene Netze baue. Es müsse von unten nach oben ein einheitliches System geben. Herr Prof. Rumpe antwortet, dass die effizienteste Weise um Software zu entwickeln über die Industrie gehe. Es bräuchte Lieferanten von Software, die zuverlässig zur Verfügung gestellt werden könnten. Herr Dr. Dillmann (FB 15) ergänzt die Sichtweise der Stadtverwaltung Aachen, die bereits versuche, digitale Angebote bürgerorientiert zu realisieren und merkt an, dass ganz genau hingesehen werde, was bei der Bund ID passiere. Ferner gebe es bei der Einrichtung der Bund ID Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger.
Erläuterungen
Im Rahmen der anstehenden Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung am 17.09.2026wird Herr Professor Dr. Bernhard Rumpe einen Gastvortrag zum Thema „KI gestützte Begleitung von Bürgerinnen und Bürgern durch Verwaltungsprozesse“ halten.
Der Vortrag beleuchtet, wie KI-gestützte Assistenzsysteme Bürger*innen durch Verwaltungsprozesse begleiten und die Schnittstelle zwischen Bürger*innen und Verwaltung verbessern können.
Zur Einordnung seines Vortrages im Ausschuss führt Herr Prof. Bernhard Rumpe vorab aus:
Verwaltungsprozesse sind für Bürger*innen häufig schwer verständlich: Zuständigkeiten, Voraussetzungen, Formulare, Fristen und Bearbeitungsstände sind nicht immer transparent. KI-gestützte Assistenzsysteme können hier eine neue Schnittstelle zwischen Bürger*innen und Verwaltung schaffen. Sie begleiten Anliegen dialogorientiert, erklären Abläufe verständlich und unterstützen bei der vollständigen und korrekten Antragstellung. Dabei sind folgende Punkte interessant:
- Vom Verwaltungsportal zum persönlichen Verwaltungsassistenten: Ein KI-System erfasst das Anliegen in natürlicher Sprache, identifiziert passende Leistungen und führt schrittweise durch den Prozess.
- Individuelle Unterstützung und Beratung: Informationen können situationsbezogen, ggf. mehrsprachig und in unterschiedlichen simplifizierten Formen bereitgestellt werden.
- Begleitung des gesamten Prozesses: Die Unterstützung reicht von der ersten Orientierung über die Antragstellung und das Nachreichen von Unterlagen bis zur Erklärung des Bearbeitungsstands und des Bescheids.
- Zusammenspiel von KI und Verwaltungssoftware: KI verbindet nutzerfreundliche Dialoge mit Fachverfahren, Registern, Formularen und digitalen Identitäten.
- Indirekt auch Entlastung und Effizienzsteigerung der Verwaltung: Vollständigere Anträge, weniger Rückfragen können Mitarbeitende von Routinekommunikation entlasten.
Voraussetzungen:
- Klar definierte und digital zugängliche Verwaltungsprozesse. Idealerweise auf die Digitalisierung zugeschnitten und entschlackt.
- Vertrauen und Verantwortung: Datenschutz, Informationssicherheit, Nachvollziehbarkeit und Nichtdiskriminierung müssen von Beginn an berücksichtigt werden. Rechtsverbindliche Entscheidungen verbleiben bei den zuständigen Stellen.
- Optimale Unterstützung durch Kontext-Wissen und Interaktions-Historie der Bürger*innen
- Klare Unterscheidung von KI-Unterstützung für die Bürger*innen versus KI-Unterstützung für die Verwaltung, auch wenn beides gleichzeitig erreichbar ist.
Kernthese: Eine gute KI digitalisiert nicht lediglich bestehende Formulare. Sie macht Verwaltungsprozesse verständlicher, zugänglicher und bürger*innenorientierter – während die Verwaltung transparent, verantwortlich und entscheidungsfähig bleibt.
Die Stadt Aachen verfolgt mit den Tätigkeiten ihrer KI-Beauftragten und der ProIT-Arbeitsgruppegenau diesen Ansatz. Die dargestellten Inhalte und Zielsetzungen entsprechen den Grundsätzen, die auch innerhalb der Stadtverwaltung Aachen sowohl strategisch als auch operativ verfolgt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei eine bürger*innenorientierte Gestaltung digitaler Verwaltungsprozesse, der verantwortungsvolle Einsatz von KI sowie die Entlastung der Mitarbeitenden durch nachvollziehbare, sichere und praxistaugliche Lösungen.
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 1026064
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1026064
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-08-28 FB15_0019_WP19 KI-gestuetzte Begleit SAO.pdf
5.9.2026
301.2 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung
- Gremium
- Ausschuss für Digitalisierung
- Datum
- Do., 17.09.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 15 - Digitale Verwaltung und IT-Steuerung
- Geändert
- 8.10.2026
- Inhalt abgerufen
- 2. November 2026 um 02:18