Beratung
Frau Krücken führt in das Thema ein und erläutert, dass in den Jahren 2004 und 2005 eine Denkmalbereichssatzung sowie ein Bebauungsplan für das Gebiet beschlossen worden seien. Zwischenzeitlich haben Vor-Ort-Dialoge und das Forschungsprojekt neue Erkenntnisse gebracht – auf deren Basis die bestehenden Satzungen überprüft werden sollen.
Herr Prof. Raabe stellt anschließend das Forschungsprojekt zur Siedlung Heimgärten vor, die aus den 1920er-Jahren stammt und rund 225 Häuser umfasst. Unter dem Leitgedanken „Seriell gebaut, seriell denkmalgerecht saniert?“ erläutert er die Ausgangslage sowie die Zielsetzungen des Projekts. Ziel sei es, einen Katalog für mögliche bauliche Veränderungen zu erarbeiten und daraus eine grundsätzliche Vorgehensweise für die energetische und denkmalgerechte Sanierung der Gebäude abzuleiten.
Rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner hätten sich an den Umfragen zum Projekt beteiligt. Außerdem haben in zwei Objekten (bewohnt und unbewohnt) Messungen stattgefunden. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse zeigten, dass der energetische Zustand wesentlich besser ausfalle als ursprünglich erwartet. Der Standard eines Effizienzhauses 100 sei nach zielgerichteter Sanierung der Schwachstellen „gut“ erreichbar.
Der Forschungsbericht solle öffentlich zugänglich gemacht werden. Der entwickelte Katalog biete den Eigentümerinnen und Eigentümern eine Orientierung darüber, welche Maßnahmen erforderlich und vor allem mit Blick auf den Mitteleinsatz effektiv seien. Dadurch könnten Planungs- und Bauprozesse vereinfacht, beschleunigt und effektiviert werden. Für Planende stehe darüber hinaus ein sogenannter digitaler Zwilling zur Verfügung. Die Erstellung des Katalogs sei durch Bauphysiker begleitet worden. Die gewonnenen Erkenntnisse seien grundsätzlich auch auf vergleichbare Gebäude übertragbar.
Der Planungsausschuss dankt für die Präsentation und Erarbeitung der Ergebnisse.
Herr Auler dankt insbesondere für die Erarbeitung des Baukastensystems und des Katalogs. Er erkundigt sich danach, wie viele Gebäude bislang noch nicht saniert worden seien und wann mit einer Änderung der bestehenden Satzung zu rechnen sei.
Herr Plum begrüßt insbesondere den niedrigschwelligen Ansatz des Katalogs. Dieser ermögliche es, den Denkmalschutz praxisnah zu gestalten und Eigentümerinnen und Eigentümern konkrete Orientierung für mögliche Sanierungsmaßnahmen zu geben.
Herr Hucke und regt an, ergänzend eine Lebenszyklusbetrachtung der Gebäude vorzunehmen. Dabei solle untersucht werden, welche Sanierungsmaßnahmen bei welchen Gebäuden langfristig sinnvoll seien.
Herr Beus würdigt das Projekt und betont die Bedeutung für den Erhalts bestehender Immobilien. Generell solle die vorhandene Bausubstanz möglichst erhalten und durch geeignete Maßnahmen nachhaltig weiterentwickelt werden.
Frau Krücken erläutert daraufhin, dass die bestehenden Satzungen unter Berücksichtigung neuer bauphysikalischer Erkenntnisse überprüft und angepasst werden sollten. Dabei seien insbesondere gestalterische Aspekte sowie der Umgang mit Solaranlagen zu berücksichtigen. Die Sanierungsstände innerhalb der Siedlung seien sehr unterschiedlich. Während einige Gebäude bereits umfassend saniert worden seien, seien bei anderen bislang kaum oder gar keine Maßnahmen erfolgt.
Herr Prof. Raabe ergänzt, dass die Betrachtung des Lebenszyklus von den jeweiligen Gebäuden und ihren individuellen Voraussetzungen abhängig sei.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 1026753
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1026753
Grunddaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- Sitzung des Planungsausschusses
- Gremium
- Planungsausschuss
- Datum
- Do., 15.10.2026
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Status
- gemischt