Energie- und Treibhausgasbilanz 2025
FB 36/0080/WP19 · Kenntnisnahme
Erläuterungen
Für die Stadt Aachen wird seit 1993 regelmäßig und seit 2010 jährlich eine CO₂-Bilanz erstellt. Als Basisjahr wurde das internationale Referenzjahr 1990 ausgewählt. Die Bilanz umfasst eine Endenergiebilanz und eine Primärenergiebilanz, die nach der Life-Cycle-Assessment-Methode (LCA) erstellt wird, sowie eine CO₂-Emissionsbilanz. Mit dieser Bilanz werden die Entwicklungen bzw. Fortschritte im Klimaschutz analysiert und bewertet. Die Berechnungen werden mit dem Bilanzierungstool ECORegion der Schweizer Firma Ecospeed AG durchgeführt.
Grundlage der Bilanzierung sind die jährlich erhobenen Daten zur Energieeinspeisung in die städtischen Versorgungsnetze (Regionetz / Stadtwerke Aachen), die Verbrauchsdaten des Gebäudemanagements und des Stadtbetriebs, die Schornsteinfegerdaten sowie Daten aus der Studie „Mobilität in Deutschland” und aus der Stadtstatistik (Einwohner, Fahrzeugkilometer, Arbeitsstatistik und Bundesstatistik sowie vom Land NRW bereitgestellte Daten).
Erfasst werden die Endenergiebedarfe bzw. -verbräuche innerhalb des Bilanzierungsraums Stadt Aachen, d. h. im Wesentlichen der örtliche Strom-, Gas-, Fernwärme-, Heizöl- und Kraftstoffverbrauch. Die darauf aufbauende Primärenergiebilanz (LCA) umfasst darüber hinaus die sogenannten Vorkettenanteile der jeweils genutzten Endenergieträger. Berücksichtigt wird dabei der Aufwand, der zur Gewinnung bzw. Herstellung und zum Transport der Energie zum Endverbraucher in Aachen erforderlich ist. Auf Basis der LCA-Bilanz wird abschließend die CO₂-Bilanz erstellt.
In der Anlage werden die Entwicklungen des Endenergiebedarfs und der Treibhausgasemissionen der Sektoren „Strom”, „Wärme” und „Mobilität” sowie die Gesamtentwicklung beschrieben.
Schlussfolgerungen
Die Zahlen für das Jahr 2025 zeigen ein gemischtes Bild. Seit 1990 konnte Aachen den Endenergiebedarf um 19 Prozent und die Emissionen um 40 Prozent reduzieren. Zuletzt hat sich die Entwicklung jedoch wieder abgeschwächt.
Um die Treibhausgasemissionen nachhaltig weiter zu senken, ergeben sich für Aachen folgende Chancen:
Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen
Im Zuge der laufenden FNP Planungen Wind wurde das enorme örtliche Potential der Windenergie für Klimaschutz, Energieunabhängigkeit und Steigerung der Resilienz erkennbar; die Stromeinspeisung der Windenergie sollte sich durch das geplante Repowering der 9 alten Anlagen um ca. 100 GWh und durch die Ausweisung neuer Flächen für den Zubau von Windenergieanlagen um weitere 100 – 200 GWh erhöhen. Auch bei der Photovoltaik besteht weiterhin ein großes Ausbaupotenzial; bis dato dürften noch keine 20 % der vorhandenen Ausbaupotenziale genutzt sein. Insbesondere Dach- und Fassadenflächen können und sollten genutzt werden, ohne dass zusätzliche Flächen verbraucht werden. Zudem ergänzt sich Photovoltaik gut mit Windenergie, da Windenergie tendenziell stärker in sonnenarmen Monaten einspeist.
Wärmewende vorantreiben
Ein enormes Minderungspotenzial bietet auch der Ausbau der Fernwärme. Und durch die geplante Abschaltung des Braunkohlekraftwerks Weisweiler im Frühjahr 2029 wird die Fernwärmeauskopplung auf die bestehende Müllverbrennungsanlage umgestellt. Dadurch reduziert sich der Emissionsfaktor von 237 g CO₂äq/kWh auf 54 g CO₂äq/kWh. Ein weiterer Ausbau der dann noch klimafreundlicheren Fernwärme im Stadtgebiet bietet weitere Chancen zur Emissionsminderung.
Wärmepumpe als klimafreundliche Alternative
Im Neubau ist die Wärmepumpe mittlerweile die mit Abstand beliebteste Wärmequelle; aber auch bei Heizungserneuerungen im Gebäudebestand gewinnt die Wärmepumpe deutlich an Zustimmung; dies gilt nicht nur für den Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, sondern zunehmend auch für Mehrfamilienhäuser bzw. den Geschosswohnungsbau.
Batteriespeicherausbau vorantreiben
Einen großen Effekt werden auch die auf dem Stadtgebiet derzeit entstehenden dezentralen und zentralen Batteriespeicher haben. Sie leisten einen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit in der Stromversorgung und sind ein wichtiger Hebel, um Vertrauen in die Nutzung und stetige Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien zu erzeugen.
Ausblick 2030
Zahlreiche Klimaschutztechnologien haben in den zurückliegenden Jahren ihre Marktreife und Wirtschaftlichkeit erreicht und „starten durch“. Es ist davon auszugehen, dass sich die dabei erkennbaren Trends (u.a. in den Bereichen von Elektrofahrzeugen, der Solarenergie, der Wärmepumpe) fortsetzen und nochmals dynamisieren. Für den Klimaschutz ergeben sich daraus enorme Chancen!
Um dies zu veranschaulichen wird Verwaltung - basierend auf klar definierten Planungszielen und erkennbaren Trends - eine belastbare Prognose für die Klimabilanz des Jahres 2030 vorlegen.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 1027149
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1027149
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-10-06 FB 36_0080_WP19 Energie- und Treibha SAO.pdf
19.10.2026
344.5 KB
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 28.10.2026
- Inhalt abgerufen
- 2. November 2026 um 02:24