Sachstandsbericht zu Maßnahmen zur Rassismus- und Gewaltprävention 2026
FB 45/0049/WP19 · Kenntnisnahme
Erläuterungen
- Ausgangslage
Angebote und Projekte zur Prävention von Gewalt und Rassismus gemäß §§ 11 und 14 SGB VIII werden durch das Team Jugendpflege und Streetwork der Abteilung Jugendförderung und Jugendsozialarbeit im Fachbereich Jugend und Schule (FB 45) gefördert.
Die letzte Berichterstattung erfolgte am 09.12.2025 zunächst im Ausschuss für Schule und Weiterbildung und anschließend am 16.12.2025 im Kinder- und Jugendausschuss (vgl. Vorlage FB 45 n/0008/WP19).
Für das Haushaltsjahr 2026 stehen folgende Mittel zur Verfügung:
- Fonds Gewalt- und Rassismusprävention: 150.000 Euro
- Übergreifende Maßnahmen: 31.000 Euro
- Landeskinderschutzmittel: 40.000 Euro
Damit stehen im Haushaltsjahr 2026 insgesamt 221.000 Euro für Maßnahmen der Gewalt- und Rassismusprävention sowie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und sexualisierter Gewalt zur Verfügung.
- Sachstand
Mit Stand vom 23.09.2026 wurden insgesamt 100 Maßnahmen von 35 unterschiedlichen Schulen und Einrichtungen Fördergelder in Höhe von insgesamt 180.800,32 Euro beantragt. Mit den Maßnahmen werden nach derzeitiger Schätzung insgesamt rund 7.405 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreicht. Dies gliedert sich wie folgt auf (vgl. Anlage 1):
- Fonds Gewalt- und Rassismusprävention: 61 Maßnahmen mit einem beantragten Fördervolumen von 114.743,35 Euro und rund 6.239 Teilnehmenden
- Übergreifenden Maßnahmen:12 Maßnahmen mit einem Volumen von 30.893,17 Euro und rund 490 Teilnehmenden
- Landeskinderschutzmitteln: 27 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 34.963,80 Euro und rund 576 Teilnehmenden
Die Maßnahmen werden in den Schulen und Einrichtungen durch unterschiedliche Fachanbieter durchgeführt. Das Angebotsspektrum reicht von Gewalt- und Konfliktprävention, Selbstbehauptung und Empowerment über Demokratiebildung, Rassismus- und Diskriminierungsprävention bis hin zu Angeboten zur psychischen Gesundheit, zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur Prävention digitaler Gewalt. Damit werden unterschiedliche Altersgruppen und Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen erreicht (vgl. Anlage 1).
Drei aktuelle Projekte verdeutlichen beispielhaft die inhaltliche Bandbreite:
„Escape the Binary“ des Knutschfleck e.V. richtet sich an queere und nicht-queere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren. Gemeinsam entwickeln die Jugendlichen einen ausleihbaren Escape Room zum Thema geschlechtliche Vielfalt und Nicht-Binarität. Das Projekt verbindet Partizipation mit Empowerment und ermöglicht eine Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen und unterschiedlichen Lebensrealitäten. Durch den geplanten Verleih soll die Wirkung des Projektes über die unmittelbar beteiligte Gruppe hinausreichen.
„Verrückt? Na und! – Seelisch fit in der Schule“ von Irrsinnig Menschlich e.V. sensibilisiert Schüler*innen und schulisches Fachpersonal für psychische Gesundheit. Jugendliche lernen, psychische Krisen zu erkennen, sich mit Bewältigungsstrategien auseinanderzusetzen und Hilfsangebote kennenzulernen. Durch die Begegnung mit Menschen, die eigene Erfahrungen mit psychischen Krisen einbringen, werden Ängste und Vorurteile abgebaut und der offene Umgang mit seelischer Gesundheit gefördert.
Das Präventionstheaterstück „r@usgemobbt.de“ von Comic On! thematisiert Mobbing und Cybermobbing sowie den missbräuchlichen Umgang mit Smartphones, Computern und sozialen Medien. Anhand einer konkreten Handlung werden die Perspektiven von Betroffenen, Tätern und Mitbetroffenen aufgezeigt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für die Folgen von Cybermobbing zu sensibilisieren, Medienkompetenz und Empathie zu fördern sowie Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote aufzuzeigen.
- Ausblick
Die bisherigen Antragszahlen zeigen weiterhin einen hohen und breit gefächerten Bedarf an Maßnahmen zur Gewalt- und Rassismusprävention sowie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und sexualisierter Gewalt. Bereits zum Stichtag 23.09.2026 sind rund 81,81 % der für diese Maßnahmen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel beantragt. Insbesondere die Mittel für „Übergreifende Maßnahmen“ sind nahezu vollständig ausgeschöpft.
Die Bedeutung der Präventionsarbeit hat vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen weiter zugenommen. Kinder und Jugendliche wachsen in einer von Krisen, gesellschaftlichen Spannungen und einer zunehmenden Verbreitung diskriminierender und demokratiefeindlicher Inhalte, insbesondere auch in sozialen Medien, geprägten Zeit auf. Präventive Angebote schaffen Räume, in denen junge Menschen sich mit unterschiedlichen Lebensrealitäten auseinandersetzen, eigene Haltungen entwickeln, Konflikte gewaltfrei bearbeiten und demokratische Werte erfahren und mitgestalten können. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Resilienz, Teilhabe, Toleranz und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Die präventive Ausrichtung ermöglicht es, Kinder und Jugendliche frühzeitig zu erreichen, bevor sich Konflikte, Ausgrenzung oder Gewalt verfestigen, und stärkt damit nachhaltig deren soziale und demokratische Kompetenzen. Daher ist die Sicherung der Präventionsangebote für die kommenden Jahre von besonderer Bedeutung.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 1027247
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=1027247
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2026-10-08 FB 45_0049_WP19 Sachstandsbericht zu SAO.pdf
13.10.2026
202.8 KB
Metadaten
- Status
- öffentlich (Vorlage für Öffentlichkeit freigegeben)
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Jugend und Schule
- Geändert
- 28.10.2026
- Inhalt abgerufen
- 2. November 2026 um 02:27