Gesamtschulsituation in der Stadt Aachen
FB 45/0084/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Schwier erläutert, dass mit dieser Vorlage die aktuellen Entwicklungen im Gesamtschulbereich analysiert und aufgearbeitet worden seien. Zudem habe ein intensiver Austausch mit den benachbarten Schulträgern stattgefunden. Die Vorlage solle in erster Linie auf Basis einer konsolidierten Datenlage informieren und stelle keine Botschaft gegen zusätzliche Gesamtschulplätze in Aachen dar.
Herr Fischer kritisiert das Vorgehen der Verwaltung in Bezug auf die Entwicklung der Gesamtschulsituation in Aachen. Die Gründung der 4. Gesamtschule liege bereits 10 Jahre zurück und seit nun mehr vier Jahren gebe es für die Sekundarstufe keine langfristige Schulentwicklungsplanung. So seien in der Vergangenheit Haupt- und Realschulen ohne verlässliche Planungsgrundlage geschlossen worden und die pädagogischen Konzepte der Schulen würden bei diesen Entscheidungen keine Berücksichtigung finden. Auch die nun aktuell vorliegenden Zahlen stellten aus seiner Sicht keine überraschende Entwicklung dar, denn in den letzten 12 Jahren hätten immer circa 110 Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr keinen Platz an einer Aachener Gesamtschule gefunden. Zudem sehe er große Defizite zwischen den unterschiedlichen Schulformen. So würden die Anmeldeüberhänge an den Gymnasien stets umverteilt werden und die meisten Gebäude auch noch im Rahmen der Rückkehr zu G9 mit einem hohen Finanzvolumen saniert und erweitert werden. An den Gesamtschulen stelle sich die Situation ganz anders dar. Zudem unterlägen beispielswiese die Zahlen der Ein- und Auspendelnden in Aachen jedes Jahr erheblichen Schwankungen. Die Zahlen seien spekulativ und damit könne keine zukunftsweisende Schulpolitik gestaltet werden. Abschließend kritisiert er, dass Frau Schwier der 4. Gesamtschule signalisiert haben solle, dass die geplante Erweiterung um vier Züge nicht sicher in der Umsetzung sei. Herr Fischer unterstützt weiterhin das Bestreben der 4. Gesamtschule, da unter anderem auch viele Kinder mit Gymnasialempfehlung dort aufgenommen würden.
Frau Keller dankt der Verwaltung für das vorgelegte Zahlenmaterial. Sie sei in der Sache ebenfalls irritiert, da nun eine andere Entwicklung dargestellt werde als zu erwarten gewesen sei. Dennoch müsse die Politik gemeinsam überlegen, wie für die Stadt und die Schülerschaft eine zukunftsfähige Schullandschaft aussehen könnte. Die 4. Gesamtschule sei in ihrem pädagogischen Konzept einzigartig und die Erweiterung um vier Züge müsse weiterhin verfolgt werden. Jedoch sei der Standort an der Alkuinstraße nicht ideal, da auch die Frage nach der Turnhalle immer noch nicht geklärt sei.
Frau Heider dankt der Verwaltung ebenfalls und ist der Meinung, dass das Zahlenmaterial benötigt werde um auch im interkommunalen Austausch belastbare Argumente anführen zu können. Als Ergebnis hält sie für sich fest, dass die Systeme der Hauptschulen und teilweise auch der Gesamtschulen nicht stabil seien und schlägt daher vor, eine Zukunftswerkstatt einzurichten, welche sich intensiv mit der Weiterentwicklung des Aachener Schulsystems befassen solle. Sie legt diesbezüglich einen geänderten Beschlussvorschlag der Grünen Fraktion vor und ist optimistisch, dass ein gemeinsamer Beschluss gefunden werden könne.
Herr Brantin dankt für die größtenteils sachliche Diskussion zu so einem enorm wichtigen Thema. Er schätzt die Arbeit an der 4. Gesamtschule ebenfalls, lenkt jedoch den Fokus auch auf die übrigen Gesamtschulen, welche ebenfalls eine tolle Arbeit leisten würden. Die Zahlen hätten auch ihn irritiert, da zunächst von einem weiteren Bedarf an Gesamtschulplätzen ausgegangen worden sei. Er könne die Zahlen daher vorerst nur zur Kenntnis nehmen. Fehlende Plätze würden an der Heinrich-Heine-Gesamtschule zur Verfügung stehen, doch die Wahl der Eltern sähe in der Realität leider anders aus. Er könne den geänderten Beschlussvorschlag der Grünen mittragen, jedoch solle der Satz bezüglich der Ablehnung des Fazits der Verwaltung gestrichen werden. Zudem solle das Ergebnis der geplanten Zukunftswerkstatt nicht vorweg genommen werden, sodass er einer Erweiterung der 4. Gesamtschule zum jetzigen Zeitpunkt nicht zustimmen könne.
Herr Winkler berichtet, dass das Thema der Schulentwicklungsplanung auch in der Elternschaft intensiv diskutiert worden sei. Ihm würden bei der Aufstellung der Verwaltung noch einzelne Elemente, wie beispielsweise die Auf- und Abschulungen, fehlen. Zudem sei nicht klar erkennbar, welches Schulsystem für die Stadt Aachen erstrebenswert sei. Die Entwicklungen dürften keine Konkurrenz zwischen den einzelnen Schulformen auslösen, vielmehr müsse ein Konzept für alle Kinder in der Stadt gefunden werden. Die Zukunftswerkstatt könne er unterstützen, da dort entscheidende Weichen gestellt werden könnten. Er fragt sich, warum doch einige Kinder in die umliegenden Kommunen abwandern und schlägt vor, die pädagogischen Konzepte der dortigen Schulen zu untersuchen und die Vorteile auch für die Stadt Aachen zu nutzen.
Herr Fischer betont nochmals, dass die hohe Anzahl der abgelehnten Kinder an den Gesamtschulen erschreckend sei und die Heinrich-Heine-Gesamtschule nicht immer eine Alternative für die Eltern darstelle. Daher könne er das Fazit der Verwaltung nicht teilen.
Herr Rohé ist der Meinung, dass es Aufgabe der Politik gewesen sei und auch zukünftig sein müsse, ein Konzept für die Bildungslandschaft zu erstellen und sich dabei nicht nur am Elternwillen orientiert werden könne. Es müsse eine politische Vorgabe geben, welches Schulsystem für Aachen am besten geeignet sei. Daran könne sich dann die Planung der Verwaltung ausrichten. Die bisherige Vorgehensweise könne kein zukunftsfähiges Konzept als Ergebnis hervorbringen. Die Gymnasien würden weiter gestärkt, während die übrigen Schulformen auf der Strecke bleiben. Dies könne nicht der richtige Weg sein.
Frau Haring empfindet das Zahlenmaterial als solide Grundlage, um in Ruhe über die weiteren Schritte nachdenken zu können. Sie schlägt vor, die Schullandschaft in den nächsten zwei Jahren zur Ruhe kommen zu lassen, da auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunächst bearbeitet werden müssten. Die Zukunftswerkstatt sei eine gute Idee um die Grundlage für eine neue Struktur legen zu können.
Frau Heider stimmt den Ausführungen von Herrn Winkler zu. Die Bewegungen zu anderen Kommunen sollten näher untersucht und Rückschlüsse für die Stadt Aachen daraus gezogen werden. Den Vorschlag von Herrn Brantin, das Fazit der Verwaltung anzunehmen, teile sie nicht. Aus der Vorlage würde hervorgehen, dass zwei Schulen geschlossen werden müssten, wenn die Gesamtschulplätze erweitert würden. Für eine solche Entscheidung reiche das Zahlenmaterial nicht aus.
Herr Fischer unterstützt den Beschlussvorschlag der Grünen Fraktion. Die Ablehnung des Fazits der Verwaltung sehe er ebenfalls als wichtig an. Er erkennt an, dass Schulentwicklung Aufgabe der Politik sei, aber in den letzten zehn Jahren sei wenig passiert und daraus sollte der Ausschuss die entsprechenden Schlüsse ziehen. Falls die Schließung der Heinrich-Heine-Gesamtschule von der Bezirksregierung angeordnet werde, stünden die Politik und die Verwaltung vor einem großen Problem. Daher ist er der Meinung, dass die 4. Gesamtschule in jedem Fall erweitert und dafür nicht das Ergebnis der Zukunftswerkstatt abgewartet werden müsse.
Frau Keller ist ebenfalls der Meinung, dass die Erweiterung der 4. Gesamtschule nicht von dem Ergebnis der Zukunftswerkstatt abhängen dürfe, da der Elternwille eindeutig und die Entwicklung der Heinrich-Heine-Gesamtschule nicht absehbar sei.
Herr Brantin stimme den Ausführungen von Frau Heider zu und könne sich dem Beschlussvorschlag nun anschließen. Dennoch bittet er darum, den Beschluss ergebnisoffener zu formulieren, um dem Ergebnis der Zukunftswerkstatt nicht vorzugreifen.
Frau Griepentrog fasst zusammen, dass die Verwaltung mit dem vorgelegten Zahlenmaterial gute Arbeit geleistet und größtmögliche Transparenz geschaffen habe.
Frau Schwier weist abschließend den Vorwurf von Herrn Fischer zurück. Bereits im Jahr 2017 habe die Verwaltung im Rahmen eines Workshops der Schulpolitik ein umfangreiches Zahlenmaterial zur Weiterentwicklung der Gesamtschulen in Aachen präsentiert. Die Kommunikation sei stets sachlich und kooperativ gewesen und die Prozesse seien gemeinsam und konstruktiv gestaltet worden.
Es wird über den leicht abgeänderten Beschlussvorschlag der Grünen Fraktion abgestimmt.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
1. Ausgangslage
Vor dem Hintergrund der seit geraumer Zeit laufenden Diskussionen zur Gesamtschulsituation in Aachen (Schaffung zusätzlicher Gesamtschulplätze, Verlagerung bestehender Gesamtschulsysteme, Neugründung einer fünften Aachener Gesamtschule…) hat die Verwaltung auf Basis von Zeitreihenbeginnend ab dem Schuljahr 2009/2010eine detaillierteAufbereitung der Datenlage und damit verbundenen Analysen unter Einbeziehung der regionalen Entwicklung der Gesamtschulsysteme vorgenommen. Es wurden folgende Aspekte aufbereitet, analysiert und bewertet:
1.1. Anmelde- und Aufnahmezahlen an Aachener Gesamtschulen
Die Anmeldezahlen an den Aachener Gesamtschulen sind in den letzten Jahren rückläufig und sinken bis zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 deutlich. Waren zum Schuljahr 2009/2010 noch 794 Anmeldungen zu verzeichnen, so sinken diese zum Schuljahr 2021/2022 auf 538 Schülerinnen und Schüler (SuS).
Die Summe der Aufnahmen an zunächst noch 3 Gesamtschulen, die im Schuljahr 2009/2010 noch 517 betrug und in 2011/2012 zwischenzeitlich sogar bis auf 569 anstieg, sinkt auf voraussichtlich 492 zum Schuljahr 2021/2022 bei 4 Gesamtschulstandorten.
Siehe Anlage 1, Tab. 1
1.2. Ablehnungen an Aachener Gesamtschulen
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Auswertung der Ablehnungen an den Gesamtschulen. Konnten zum Schuljahr 2009/2010 insgesamt 227 SuS nicht an ihrer „Wunsch-Gesamtschule“ aufgenommen werden, lag diese Zahl zum Schuljahr 2021/2022 bei 110.Betrachtet man die Gesamtzahl der Ablehnungen und berücksichtigt die nachtäglichen Aufnahmen nach Abschluss der Anmeldeverfahren, so verringert sich die Zahl der SuS, die im Schuljahr 2021/2022 keinen Platz an einer Gesamtschule erhalten haben, auf 46.
Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die Heinrich-Heine-Gesamtschule in den vergangenen Schuljahren gleichzeitig immer noch über freie Platzkapazitäten verfügte.
Siehe Anlage 1, Tab. 2
1.3. Wechselwirkungen mit dem Umland
Es ist festzustellen, dass die Gesamtschulkapazitäten in den direkt benachbarten Kommunen ab dem Schuljahr 2012/2013 stark ausgebaut wurden.
Die Stadt Herzogenrath gründete zum Schuljahr 2012/2013 eine weitere 4-zügige Gesamtschule im Stadtteil Kohlscheid, aktuell ist dort die Errichtung eines weiteren Zuges im Gespräch. Im letzten Jahr konnte der ca. 5.000 m2 großen Erweiterungsbau in Betrieb genommen werden.
Ebenfalls gründete die die Stadt Stolberg zum Schuljahr 2012/2013 eine 4-zügige Gesamtschule, die seit dem Schuljahr 2017/2018 5-zügig geführt wird.Ein Teilstandort wurde saniert und modernisiert. Zum Schuljahr 2017/2018 wurde die ehemalige Sekundarschule geschlossen und eine weitere 5-zügige-Gesamtschulegegründet, an der aktuell eine Anbaumaßnahme stattfindet.
Auch die Stadt Würselen gründete zum Schuljahr 2015/2016 eine 4-zügige Gesamtschule, an der aufgrund von hohen Anmeldezahlen in den Schuljahren 2019/20 und 2020/2021 jeweils eine zusätzliche 5. Klasse aufgenommen wurde (Mehrklassenbildung). Die Schule wird voraussichtlich in den kommenden Jahren von der 4- zur 6-Zügigkeit ausgebaut. Zum Schuljahr 2019/2020 konnte der Schulneubau in Betrieb genommen werden.
Der Ausbau dieser Gesamtschulkapazitäten hat auch Auswirkungen auf die Anmeldezahlen an den Aachener Gesamtschulen. Lag die Zahl der SuS, die von Gemeinden außerhalb Aachens einen Platz an einer Aachener Gesamtschule wünschten, zum Schuljahr 2009/2010 noch bei 171, so sank sie zum Schuljahr 2020/2021 auf 42. Zum kommenden Schuljahr steigt sie nochmal leicht auf 57 an.
Betrachtet man die tatsächlichen Aufnahmen im gleichen Zeitraum, so wurden 114 auswärtige SuS an den Aachener Gesamtschulen zum Schuljahr 2009/2010 aufgenommen die Zahl sank dann bis zum Schuljahr 2020/2021 auf 35 ab. Zum kommenden Schuljahr 2021/2022 werden es voraussichtlich 52 SuS sein, die zu den Aachener Gesamtschulen einpendeln.
Siehe Anlage 2, Tab. 1
Darüber hinaus wurden die Auspendelbewegungen in Gesamtschulen der Nachbarkommunen betrachtet. Hierfür wurde ausgewertet wie viele SuS eine (Grund)schule im Stadtgebiet Aachen besuchen und anschließend in die Klasse 5 einer Gesamtschule außerhalb Aachens wechseln.
Es zeigt sich, dass die SuS, die in Aachen wohnen und eine Gesamtschule außerhalb Aachens, z. B. in Stolberg, Herzogenrath oder Würselen besuchen, zugenommen hat.Bewegte sich die Zahl der auspendelnden SuS zu Gesamtschulen in das Umland im Schuljahr 2009/2010 noch gegen Null, so ist ab dem Schuljahr 2014/2015 mit 20 SuS die in die Nachbarkommunen auspendeln, eine steigende Tendenz zu beobachten, die mit Gründung der Gesamtschule in Würselen im Schuljahr 2015/2016 eine weitere leichte Steigerung auf 21 SuS erfährt und im Schuljahr 2020/2021 bei insgesamt 72 Auspendlern*innen liegt.
Siehe Anlage 2, Tab. 2
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Zahl der Einpendler*innen in das System der Aachener Gesamtschulen sinkt und gleichzeitig die Zahl der Auspendler*innen zu den Gesamtschulen außerhalb Aachens steigt. Der Nettogewinn/- Verlust (Aufnahmen Einpendler*innen abzüglich Auspendler*innen) lag im Schuljahr 2009/10 noch bei+113 SuS und liegt im laufenden Schuljahr bei 2020/2021 bei-37 SuS.
1.4. Entwicklung der weiterführenden Schulen insgesamt
Bei allen weiterführenden Schulen sinken die Anmelde- und Aufnahmezahlen seit dem Schuljahr 2009/10 kontinuierlich. Die insgesamt sinkenden Schülerzahlen sind damit ein weiterer Faktor, der in den Rückgang der Anmelde- bzw. Schülerzahlen bei den Gesamtschulen mit einfließt.
Ca. 30 % aller Anmeldungen erfolgen bei den Gesamtschulen. Die Tendenz ist in den letzten beiden Jahren leicht sinkend, d.h. die Gesamtschulnachfrage an den Aachener Gesamtschulen stagniert oder ist tendenziell sogar leicht zurückgehend. Die Tendenz zur Anmeldung und Aufnahme am Gymnasium hingegen ist deutlich gestiegen.
Siehe Anlage 3
1.5. Quer-/Seiteneinsteiger*innen in die Sekundarstufe II der Gesamtschulen
In die Einführungsphase (EF, vormals Klasse 11) der Gesamtschulen wechseln überwiegend die SuS der „eigenen Schule“. Die Anzahl ist den letzten Jahren leicht schwankend und beläuft sich auf insgesamt ca. 200 bis 220 SuS je Schuljahr.
Als Quer-/ Seiteneinsteiger*innen von anderen Schulen wechseln im Schuljahr 2015/2016 noch 99 SuS in die Aachener Gesamtschulen. Seit dem Schuljahr 2016/2017 ist ein Abwärtstrend zu beobachten. Im Schuljahr 2017/2018 beginnt die Oberstufe der 4. Gesamtschule, die in 2011/2012 aufbauend gegründet wurde. Obwohl damit im Gesamtschulsystem größere Oberstufenkapazitäten angeboten werden, sinkt die Zahl der Seiteneinsteiger*innen insgesamt auf 87 SuS und weiter auf 77 SuS im Schuljahr 2019/20. Im Schuljahr 2020/2021 lag die Zahl bei 32 SuS.
Insgesamt scheint der Bedarf an Plätzen in der Sekundarstufe II der Gesamtschulen für Quer/Seiten-einsteiger*innen zu sinken.
Siehe Anlage 4
1.6. Aufnahmekapazitäten in die Klasse 5 der Aachener Gesamtschulen
An den vier Aachener Gesamtschulen bestehen, unter Berücksichtigung von abgesenkten Klassenfrequenzen (alle Schulen bieten gemeinsames Lernen an), folgende Aufnahmekapazitäten:
Gesamtschule Brand: 162 SuS
Heinrich-Heine-Gesamtschule: 108
Maria-Montessori-Gesamtschule: 162
4. Aachener Gesamtschule: 108.
Somit stehen insgesamt 540 Gesamtschulplätze zur Verfügung.
Die Heinrich-Heine-Gesamtschule ist ursprünglich 6-zügig geplant bzw. ausgebaut worden. Selbst bei potenzieller Zügigkeitserweiterung des im Schulzentrum Laurensberg befindlichen Anne-Frank-Gymnasiums ließe sich die Heinrich-Heine Gesamtschule 5-zügig führen. Die Gesamtzahl ließe sich somit noch um 27 Plätze erhöhen, wenn hier eine ausreichend große Platznachfrage/-anmeldung vorhanden ist.
2. Fazit
Die Ergebnisse der am 20.03.2018 im Schulausschuss vorgestellten Elternbefragung zur Wahl der weiterführenden Schulform am Ende der Grundschulzeit ließen darauf schließen, dass die Nachfrage im Bereich der Haupt- und Realschulen sinken und dementsprechende der Bedarf an Gesamtschulplätzen steigen werde.
Betrachtet man nun die Entwicklungen der Aufnahme- und Anmeldezahlen in Verbindung mit den Wechselwirkungen zu den umliegenden Städten und Gemeinden ist festzustellen, dass entgegen der seinerzeitigen Elternbefragung und Einschätzung die Anmeldesituation an den Aachener Gesamtschulen stagniert und sogar leicht rückgängig ist. Insoweit lässt sich aus der aktuellen Datenlage kurzfristig kein Bedarf für zusätzliche Gesamtschulkapazitäten oder für eine zusätzliche Gesamtschule für Aachen erkennen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass in den umliegenden Kommunen ein weiterer Ausbau der dortigen Gesamtschulkapazitäten vorangetrieben wird bzw. bereits beschlossen ist und die oben beschriebenen Wechselwirkungen mindestens gleichbleibend sein werden.
Bei einem Ausbau der Gesamtschulkapazitäten in Aachen ist keine erhöhte Nachfrage aus dem Umland zu erwarten. Infolgedessen müssten bei einem Ausbau zwangsläufig noch laufende und weitestgehend funktionierende Schulsysteme aktiv von der Stadt Aachen als Schulträgerin geschlossen werden. Um die erforderlichen 100 SuS pro Zug zu generieren, müssten rechnerisch mindestens zwei bestehende Schulen geschlossen werden. Um die notwendige Drittelparität inklusive einer funktionierenden Oberstufe einer Gesamtschule zu gewährleisten, müsste eine dieser Schulen ein Gymnasium sein.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 106352
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=106352
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2021-05-18 FB 45_0084_WP18 Gesamtschulsituation SAO.pdf
20.11.2024
321.9 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung
- Gremium
- Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- Datum
- Do., 10.06.2021
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 17:57
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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