TOP 4Öffentlich

Voruntersuchung zur Ertüchtigung des Grabenrings zum Radverteilerringhier: Ratsantrag der Fraktionen Grüne, SPD, Die Linke und Die Zukunft vom 09.12.2020

FB 61/0094/WP18 · Entscheidungsvorlage

Voruntersuchung zur Ertüchtigung des Grabenrings zum Radverteilerringhier: Ratsantrag der Fraktionen Grüne, SPD, Die Linke und Die Zukunft vom 09.12.2020

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Ferrari geht auf die digitale Info-Veranstaltung vom 02.06.2021 ein und dankt der Verwaltung für ihre Vorträge. Die in der Veranstaltung aufgetretenen Fragen würden im Laufe der Diskussion beantwortet werden.

Herr Dr. Otten schließt sich dem Dank an die Verwaltung an und stellt die Frage, wie die in der Vorlage erläuterten 242 g/km PKW-spezifischen CO2-Emissionen zustande kommen. In einer eigenen Recherche habe er bei VW eine PKW-spezifische CO2-Emission von „nur“ 88 germittelt. Er bittet diesbezüglich um entsprechende Erläuterung.

Stellungnahme der Verwaltung:

„Das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg (IFEU; https://www.ifeu.de/) gibt an, dass ein Personenkraftwagen ca. 0,297 g CO2 pro eingesetzte Wattstunde Kraftstoff (Benzin, Diesel, elektrische Energie, ...) ausstößt. Zur Fortbewegung wird angegeben, dass ein PKW innerorts einen Energiebedarf von ca. 822 Wattstunden pro zurückgelegten Kilometer hat. Das Produkt beider Werte liegt bei ca. 243 g CO2 / km.

Bei den Daten handelt es sich um Bundesdurchschnittsdaten. Diese beziehen sich auf das Jahr 2018 und wurden im Jahr 2020 veröffentlicht.“

Herr Radke begrüßt die Voruntersuchung und unterstreicht noch einmal, dass der Fußgängerverkehr gefördert werden müsse. Er ist der Ansicht, dass es einer guten Lösung für den Konflikt zwischen Bus- und Radverkehr dringend bedarf. Außerdem sollte das Einbahnstraßensystem ausgeweitet werden.

Herr Lindemann verweist auf die Beratung zum Templergraben und betont, dass auch im vorliegenden Falle die Belastung in den Spitzenstunden wichtig sei. Die Ergebnisse der Voruntersuchung sollten abgewartet werden. Zudem merkt er an, dass ausschließlich Tempo-30-Zonen nicht immer sinnvoll seien und schnellere Routen oft auch emissionsärmer.

Herr Deloie befürchtet schmerzhafte Effekte für die Anwohner der umliegenden Straßen. So sei absehbar, dass die Brückensperrung im Grabenring starke Auswirkungen auf die nahe liegenden Wohngebiete haben werde. Für die SPD-Fraktion begrüßt er deshalb ausdrücklich die Voruntersuchung.

Herr Moselage ist skeptisch, was den Wert der Voruntersuchung angeht.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführung der Verwaltung zur Kenntnis. Sie empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, die Verwaltung damit zu beauftragen, das vorgestellte Konzept zur Ertüchtigung des Grabenrings als Radverteilerring zu konkretisieren und im Rahmen dessen die rechtliche Prüfung der potentiellen Führungsformen des Radverkehrs vorzunehmen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführung der Verwaltung zur Kenntnis. Sie empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, die Verwaltung damit zu beauftragen, das vorgestellte Konzept zur Ertüchtigung des Grabenrings als Radverteilerring zu konkretisieren und im Rahmen dessen die rechtliche Prüfung der potentiellen Führungsformen des Radverkehrs vorzunehmen.

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführung der Verwaltung zur Kenntnis. Er beauftragt die Verwaltung damit, das vorgestellte Konzept zur Ertüchtigung des Grabenrings als Radverteilerring zu konkretisieren und im Rahmen dessen die rechtliche Prüfung der potentiellen Führungsformen des Radverkehrs vorzunehmen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

2021

Fortgeschriebener Ansatz 2021

Ansatz 2022 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2022 ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2021

Fortgeschriebener Ansatz 2021

Ansatz 2022 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2022 ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

X

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

X

Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

X

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

X

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

X

nicht bekannt

Durch mögliche Maßnahmen zur Ertüchtigung des Grabenrings als Radverteilerring ergeben sich sowohl CO2-Mehremissionen (durch Umwegfahrten von Kfz, ausgelöst durch Netzbeeinflussungen) als auch Einsparungen (durch Verlagerungseffekte in der Verkehrsmittelwahl).

Zur vereinfachten Abschätzung werden drei Fälle für das Jahr 2030 gegenübergestellt.

Eine Fahrt, die heute z.B. von der Soers in die Lütticher Straße über den Grabenring mit dem Auto erfolgt, ist über den Alleenring rd. 200 m länger. Die Fahrtzeit über den Alleenring wird heute bereits von bspw. GoogleMaps über den Alleenring als kürzer angegeben.

Bei 8.500 täglichen Pkw-Fahrten und einer für einen Vergleich angenommenen mittleren Fahrtlänge von 3,8 km (z.B. Soerser Weg 41 bis Lütticher Straße 67) ergeben sich bei 242 g/km Pkw-spezifischen CO2-Emissionen 2.345 t CO2/a.

Im Fall A fahren alle rd. 8.500 täglichen Pkw-Fahrten (= Anzahl an verlagerten Kfz auf die Turmstraße, wenn keine Alternativverbindung innerhalb des Alleenrings möglich ist) einen 200 m längeren Weg. In diesem Fall werden rd. 2.468 t/a und damit 123 t/a mehr C02 emittiert als heute.

Im Fall B werden 1.700 Pkw-Fahrten (20%) je zur Hälfte auf Bus und Rad verlagert. Die Busfahrten werden mit 39 t/a (38 g/Pers.-km) abgeschätzt; die Radfahrten werden emissionsfrei angesetzt. Die verbleibenden 6.800 Pkw-Fahrten werden mit 200 m längerer Strecke angesetzt und ergeben dann 1.974 t/a. In diesem Fall ergeben sich Emissionen von 2.013 t/a bzw. Das wären 332 t/a weniger als heute.

Fall B entspricht dem Ziel der Mobilitätsstrategie, bis 2030 20% des Pkw-Verkehrs auf den Umweltverbund zu verlagern. Bei auf die Innenstadt ausgerichteten Fahrten wird diese Modal-Split-Verschiebung tendenziell höher liegen, um das Ziel für die Gesamtstadt zu erreichen. Die hier vorgelegten Ansätze zur Attraktivierung des Grabenringes für den Umweltverbund verfolgt genau dieses Ziel.

Im Fall C werden alle Fahrten in Aachen von emissionsfreien Fahrzeugen, insbesondere emissionsfreien Pkw durchgeführt. Dies entspricht dem Wunsch nach Klimaneutralität in Aachen bis 2030. Für dieses Szenario wäre ein Verbot emissionshaltiger Antriebe im Stadtgebiet Aachen bis zum Jahr 2030 erforderlich.

Eine angenommene Minderung von 332 t/a im Fall B erscheint daher für diese Maßnahme wahrscheinlich.

Abstimmungsergebnis

Mehrheitlich, 1 Gegenstimme, 1 Enthaltung
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2021-04-01 FB 61_0094_WP18 Voruntersuchung zur SAO.pdf

23.10.2024

33.0 MB

Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Mitte
Datum
Mi., 09.06.2021
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
9.2.2026
Inhalt abgerufen
9. Februar 2026 um 17:53