Sachstandsbericht 'Gemeinwohlökonomie fördern' / Vorstellung der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) Regionalgruppe Aachen (TO-Anträge GRÜNE vom 18.03.2021)
FB 02/0061/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Der Vertreter der Gemeinwohlökonomie Regionalgruppe Aachen, Herr Dr. Schieferdecker, trägt anhand einer Powerpoint-Präsentation zum Thema vor. Herr Schwartz sieht hierin interessante Ansätze, möchte aber wissen, was dies konkret für Verwaltung und Stadt bedeutet. Herr Begaß weist darauf hin, dass zunächst geklärt werden müsse, inwieweit die städtischen Eigenbetriebe bereit sind, eine Gemeinwohl-Klassifizierung vorzunehmen; dies könne in Kooperation mit der IHK auch mit der Wirtschaft erfolgen. Herr Dr. Schieferdecker verweist darauf, dass die StädteRegion hierbei schon weiter sei. Frau Dr. Schmeer fragt, ob sich dies in Schaffung zusätzlicher Stellen ausdrücken wird. Herr Begaß betont, dass man nicht die Umsetzer der Bilanzierung sei, aber man gehe auf die Wirtschaft zu. Herr Schwartz möchte den Beschlussvorschlag dahingehend ändern, dass die Verwaltung mit der Prüfung von Umsetzungsmöglichkeiten beauftragt wird.
Auf die Frage von Herrn von Thenen, ob mit dem letzten Satz der Vorlage die personellen Ressourcen gemeint seien, entgegnet Herr Begaß, dass sich dies im Hinblick auf die Abhängigkeit vom jeweiligen Unternehmen nicht pauschal beantworten lasse. Frau Lang betont, dass es entsprechend ausgebildete Gemeinwohl-Bilanzierer gebe; die Kosten hierfür seien überschaubar. Unternehmen sollte dies angeboten werden, damit sie sich beraten lassen. Man unterstütze das sehr, die StädteRegion sei damit schon weiter. Zudem sei auch die Verwaltung Konsument, das müsse man auch vor diesem Hintergrund betrachten. Herr Dr. Schieferdecker merkt an, dass man üblicherweise in Unternehmen hierfür keine Stelle schaffe, da es sich um einen normalen Organisationsentwicklungsprozess handele. Frau Schmitt-Promny erklärt, dass es nicht die vorrangige Frage sei, ob es Auswirkungen auf den städtischen Haushalt hat. Man wolle hingegen eine Haltungsänderung zum Gemeinwohl erreichen. Frau Lang ergänzt, dass man hierzu bereits Geld im Haushalt eingestellt habe. Herr Schwartz betont, dass sich seine Fraktion nicht sperre, aber den Beschlussvorschlag ändern wolle. Herr Prof. Dr. Sicking führ aus, dass man den zu erkennenden Paradigmenwechsel und die Haltungsänderungen in die Verwaltung tragen sollte. Man werde dies aus der Diskussion mitnehmen und nochmals diskutieren. Daher schlägt er eine Kenntnisnahme und eine Aufforderung zur Prüfung vor. Herr Schmitz erklärt, dass man diesen Vorschlag unterstütze, um genau zu sehen, was dies bedeute. Er gehe ohnehin davon aus, dass städtische Betriebe das Gemeinwohl im Blick hätten. Frau Schmitt-Promny stimmt dem zu, dennoch müsse man dies in Gänze denken und fragen, ob man bereits an allen Stellen alles tue. Herr von Thenen erklärt, dass man sich dem sehr guten Vorschlag von Prof. Dr. Sicking anschließe, damit dann genau vorgetragen werden könne, was möglich ist.
Sodann ergeht folgender geänderter
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung bedankt sich für den Vortrag der Regionalgruppe GWÖ, nimmt den Sachstand der Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der entsprechenden Umsetzung.
Erläuterungen
Sachstandsbericht 'Gemeinwohlökonomie fördern' / Vorstellung der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) Regionalgruppe Aachen (TO-Anträge GRÜNE vom 18.03.2021)
Gemäß Beschluss des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung in seiner Sitzung vom 28.04.2021 hat die Verwaltung die Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) eingeladen. Die Vertreter*innen der GWÖ werden die Organisation, die Zielsetzung und die aktuellen Aktivitäten mittels einer Präsentation vorstellen.
Sachstand Gemeinwohlökonomie
Durch die Entwicklung der Corona Pandemie im zweiten Halbjahr 2020 und im ersten Halbjahr 2021konnten zahlreiche Ideen nicht in dem Maße verfolgt werden, wie es unter ‘normalen‘ Bedingungen geschehen wäre. Viele Unternehmen haben noch immer mit Kurzarbeit und Auftragsverlusten zu kämpfen. Die Etablierung von Ideen zu Alternativen des Wirtschaftens, wie die Gemeinwohlökonomie eine darstellt, trifft daher auf herausfordernde Rahmenbedingungen. Die Online-Veranstaltung der Bischöflichen Akademie Aachen im April 2021 mit Christian Felber, Autor, Wirtschaftsreformer und prominenter Vertreter der Gemeinwohlökonomie hat dennoch gezeigt, dass sich zahlreiche Menschen mit der Idee einer neuen Form des Wirtschaftens auseinandersetzen. Die aktuelle Abrufzahl der YouTube-Aufnahme zeigt, dass der Vortrag bereits über 6000mal angeschaut worden ist. Wie viele Unternehmen tatsächlich teilgenommen haben, lässt sich aufgrund des Formats im Nachhinein nicht feststellen. Dennoch kann man jetzt davon ausgehen, dass die Gemeinwohlökonomieauch in Aachen einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat.
Mittlerweile steht die Verwaltungin einem engen Austausch mit den Initiatorinnen von we@ac, einem Projekt des Eine Welt Forum Aachen e.V. und des regionale Resilienz e.V., das die zahlreichen einschlägigen Initiativen Aachens vernetzt. Deren große Anzahl, mehr als 200, zeigt, dass hier ein gewaltiges Potential liegt. Dieses Potential möchte der Fachbereich 02 gerne stärker für die Beratung von und die Zusammenarbeit mit Unternehmen nutzen, da sich die Wirtschaft zunehmend gegenüber nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Ansätzen öffnet.
Orientiert an der Initiative derBürgerstiftung, die 2011 mit dem Format „Aachen handelt“ soziale Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen zusammen gebracht hat, plant der Fachbereich 02 Partnerschaften zwischen Initiativen und Wirtschaft zu initiieren und hierzu gemeinsam mit Partnern wie der IHK eine Veranstaltung durchzuführen. In diesen Rahmen möchte der Fachbereichauch die Aachener Initiative der Gemeinwohlökonomie einbinden. Das Ziel einer solchen Veranstaltung ist,nicht alleine eine alternative Wirtschaftsform bzw. Bilanzierung zu bewerben, sondern den Unternehmen auch konkrete Umsetzungsmöglichkeiten anzubieten. Das alles bedarf einer gründlichen Vorbereitung und ist daher nicht vor Ende 21/ Beginn 22 umzusetzen.
Der erste Vorstoß im Frühjahr 2020 zum Thema Gemeinwohlökonomie im Eigenbetrieb E18 hat gezeigt, dass die Idee einer Bilanzierung nach Kriterien der Gemeinwohlökonomie im laufenden Betrieb ohne entsprechende Unterstützung nicht realistisch ist.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 106667
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=106667
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2021-05-25 FB 02_0061_WP18 Sachstandsbericht _G SAO.pdf
19.11.2024
433.2 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Datum
- Mi., 16.06.2021
- Uhrzeit
- 16:30
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 18:01
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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