Sachstandsbericht zur Entwicklung des sozialen Umfeldes am und rund um den Kaiserplatz;hier: Antrag zur Tagesordnung der Fraktionen CDU und SPD in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vom 17.05.2021
FB 56/0084/WP18 · Kenntnisnahme
Sachstandsbericht zur Entwicklung des sozialen Umfeldes am und rund um den Kaiserplatz;hier: Antrag zur Tagesordnung der Fraktionen CDU und SPD in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte vom 17.05.2021
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Herr Tönnes (FB 56) führt aus, dass die Verwaltung sich mit diesem Thema seit letztem Jahr befasse. Im Bereich des Aquis Plaza / Kaiserplatz müsse die Versorgung von Obdachlosen sichergestellt werden. Die Arbeit sei in enger Absprache mit der Städteregion und der Caritas entstanden. Es werde das Gebäude St. Peter für diese Arbeit genutzt. Dies soll auch nach dem 01.09.2021 fortgeführt werden.
Frau Dr. Lassay erläutert, die Problematik sei bekannt, auch durch die Berichterstattung in der Lokalpresse. Sie begrüßt die Einrichtung einer Koordinationsstelle. Das Problem könne zwar nicht beseitigt werden aber die Hilfe solle dennoch gewährleistet sein, ein Angebot für die betreffenden Personengruppen geschaffen und die umliegende Bevölkerung entlastet werden.
Herr Dr. Otten erinnert an die ehemalige Kaiserplatz-Unterführung. Die Suchtproblematik werde qualitativ und quantitativ immer größer. Straftaten auf offener Straße seien an der Tagesordnung. Die Problematik ziehe sich inzwischen durch den gesamten Bezirk. Die gemeinsame Arbeit aller örtlichen Kräfte sei daher dringend notwendig. Auch das aktive Betteln stelle ein immer größeres Problem dar. Gerade junge Frauen würden den Bereich meiden. An finanziellen Mitteln dürfe daher nicht gespart werden.
Herr Klopstein ergänzt, dass insbesondere die Situation in den Hauseingängen vermieden werden müsse.
Frau Penalosa stimmt Herrn Dr. Otten zu. Die Problematik ziehe sich auch in den Bereich der Stadtbibliothek. Junge Frauen müssen sich in Aachen wohlfühlen können. Wichtig sei die Arbeit aller Kräfte gerade in den Abendstunden.
Herr Hasse hält die Betrachtung beider Seiten für wichtig. Es sollen auch Betroffene intensiv befragt und bestehende Angebote angepasst werden.
Herr Deloie spricht ein Lob an alle Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, aus. Es gebe auch Menschen, die freiwillig lieber auf der Straße leben und von denen die Arbeit und das Angebotoft nicht angenommen würden.Die Koordinierung von Angebot, Hilfe und Ordnungspolitik sei wichtig.
Herr Ferrari weist aufdie Probleme seinerzeit in der Elsassstraße hin. Die Bündelung der
Kräfte habe hier eine Besserung der Situation gebracht.
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Herr Gabriel jedoch führt aus, dass dieses Probelem nicht behoben sei. Der Drogenhandel habe nicht
nachgelassen, sei nurnicht mehr so sichtbar. Wichtig sei ein konsequentes Verbannen des Drogenhandels, um den Konsum zu reduzieren.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Sachstandsbericht zur Situation rund um den Kaiserplatz der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt den Sachstandsbericht zur Situation rund um den Kaiserplatz der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Sinne des Tagesordnungsantrages wird nachfolgend zum Sachstand am Kaiserplatz und den daraus abgeleiteten Maßnahmen und Vorhaben berichtet.
- Situationsbeschreibung am Kaiserplatz
Die Problematik in den öffentlichen und halböffentlichen Räumen am Kaiserplatz und in den benachbarten Quartieren (inklusive Promenadenstraße und Bereich Bushof/ St. Peter) hat sich in den vergangenen Monaten nach Einschätzung aller beteiligten Akteure und Anwohner*innen stark zugespitzt, insbesondere im Hinblick auf die Größe und die Art des Konsums der Suchtszene, die Straßenprostitution und die Anzahl der Delikte. Zudem kommt es verstärkt zu Verunreinigungen, Belästigungen und Vandalismus.
Die Corona-Pandemie hat dabei zu einer zusätzlichen Verschärfung der Lage vor Ort geführt. Zurückzuführen ist dies darauf, dass „Rückzugsräume“ in bisherigem Umfang nicht mehr zur Verfügung standen. Gleichzeitig hatten geschlossene Geschäfte und Gastronomie zu einem entsprechenden Rückgang einer normalen Passantenfrequentierung geführt. Die Bereiche rund um den Kaiserplatz wurden damit zeitweise zu einsamen, verlassenen Zonen, was die Lage zusätzlich verschärft hat. Zudem entfielen durch den zeitweisen Shutdown bisherige Einnahmemöglichkeiten für Suchtkranke. Die dringend notwendige Einrichtung eines Tagesaufenhaltes der Suchthilfe in St. Peter hat zudem einen weiteren Kristallisationsbereich für die Sucht-Problematik entstehen lassen.
Geprägt wird die Situation rund um den Kaiserplatz und in den benachbarten Gebieten durch ca. 80 bis 100 Wohnungslose/ suchtkranke Personen, von denen die meisten unauffällig auftreten und bei denen eine enge Anbindung an die Hilfeeinrichtungen der Träger der freien Wohlfahrtspflege besteht. Eine Gruppe fällt jedoch immer wieder durch sichtbar negative Auswirkungen, wie z.B. aggressives Betteln, Dealerei, Straßenprostitution, Verunreinigungen öffentlicher und privater Flächen und Diebstahlsdelikte auf, die für die Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und Passanten zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Wohn-, Lebens- und Aufenthaltsqualität führen. In der Folge ist es zu einer Vielzahl an Beschwerden gekommen, die an die Klärungsstelle der Stadt Aachen, die Koordinationsstelle Bushof und den Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration sowie den Fachbereich Sicherheit und Ordnung heran getragen wurden. Eine Verbesserung der Situation vor Ort setzt entsprechend ein schnelles und vielschichtiges Vorgehen mit einem Bündel miteinander verzahnter Maßnahmen aus unterschiedlichenHandlungsfeldern (soziale Hilfen, medizinische Versorgung, polizei- und ordnungsrechtliche Mittel, infrastrukturelle Maßnahmen etc.) voraus.
- Handlungsansätze
Die lösungsorientierte Auseinandersetzung mit der Lage am Kaiserplatz bedarf einer interdisziplinären Bearbeitung durch unterschiedlichste Akteur*innen, um den Problemfeldern Sucht, Wohnungslosigkeit, Kriminalität, Prostitution und Gewalt mit der richtigen fachlichen und rechtlichen Expertise zu begegnen. Zugleich gilt es die Handlungsansätze dieser Akteur*innen zu verzahnen mit konkreten Planungsansätzen für die Entwicklung des dortigen Stadtraumes und einer gemeinsamen Maßnahmengestaltung. Diese stärker ganzheitliche Betrachtung des Themenfelds ist auch eine wichtige Forderung des Gutachtens „Die niedrigschwelligen Soziale Wohnungslosenhilfen der Stadt Aachen – Herausforderungen und Potentiale eines Netzwerks“ von Herrn Dr. Baum (KatHo).
Die Herangehensweisen von Sozialplanung, Quartiersentwicklung, Wohnungslosenhilfe, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen müssen dabei mit den städteregionalen Vorgehensweisen von Gesundheitsamt und Suchthilfe fokussierter in Einklang gebracht werden.
Hinsichtlich einer möglichst schnellen Reaktion auf die Problemlagen am Kaiserplatz hat sich die Stadtverwaltung entschieden für diesen Teilraum eine abgestimmte Vorgehensweise zu erarbeiten.
Hierfür hat die die Verwaltung dem Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie am 06.05.2021 eine Koordinationsstelle für den Bereich Kaiserplatz als zentrale Maßnahme vorgeschlagen, um einen integrierten Lösungsansatz umsetzen zu können. Vorgeschlagen wurde eine Stelle, die die verschiedenen übergeordneten infrastrukturellen und sozialen Prozesse und Themenstränge (Sicherheitsempfinden, Kommunikation, Netzwerkaufbau/-stärkung, Leerstand, Soziales und städtebauliche Entwicklung etc.) zielorientiert abstimmt, weiter entwickelt undfür die Anwohner*innen sowie den verschiedenen Akteur*innen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft als zentrale Ansprechpartner*in für die Belange des Bereichs zur Verfügung steht. Eine Koordinationsstelle kann die Problemlagen vor Ort nicht selbst auflösen, sie kann jedoch Maßnahmen zur Problemlösung initiieren, Akteur*innen koordinieren, Entwicklungen abmildern, transparent machen und zur Wirksamkeit beitragen. Zudem ist sie eine wichtige Kontakt- und Mediationsstelle für die Bevölkerung.
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie hat die Verwaltung beauftragt, diese Maßnahme umzusetzen und eine entsprechende Stelle einzurichten.
Die Koordinationsstelle hat dabei folgendes Profil:
-Erarbeitung einer integrierten Lösungsstrategie für den Innenstadtbereich rund um den Kaiserplatz
-Umsetzung und Koordination der Maßnahmen vor Ort
-Lotsenfunktion innerhalb der Verwaltung für die vielfältigen Themenbezüge, Teilnahme an der kleinen Ordnungspartnerschaft
-Ansprache von Eigentümer*innen und Einrichtungen zum Abbau von Missständen
-Ansprechpartner*in für Geschäftsleute, Eigentümer*innen und Anwohner*innen
-Aktivierung der zivilgesellschaftlichen Ressourcen vor Ort (Einzelhandel, Gastronomie, Verbände und Einrichtungen), Netzwerkaufbau und Initiierung von Aktivitäten zur Attraktivitätssteigerung des Quartiers
-Abbau von Angsträumen, Aufwertung vernachlässigter Orte
-Gewinnung von Partner*innen und Initiierung von Projekten zur Imageveränderung
-Öffentlichkeitsarbeit in Abstimmung mit dem Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Zur erfolgreichen Umsetzung soll diese Koordinationsstelle beim Dez. I/ Fachbereich Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung verortet sein und wird in enger Abstimmung mit der Koordinationsstelle Bushof und dem städtischen Citymanagement arbeiten, damit die verschiedenen Prozesse in der Innenstadt und die Wechselwirkungen zwischen diesen Gebieten erfasst und behandelt werden können (Verdrängung von Gruppen, „Problemverlagerung“ etc.).
Aufgrund der anhaltenden Beschwerden fand am 17. Juni 2021 auf Einladung der Oberbürgermeisterin und unter Teilnahme der Fachbereichsleitungen 56, 32 und 01 sowie dem Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen ein Austausch mit den Beschwerdeführer*innen statt. Dabei wurde die Dringlichkeit und Dramatik der Situation noch einmal eindringlich verdeutlicht und bestätigt, wie wichtig es ist, die Stelleneinrichtung und die Umsetzung des Maßnahmenbündels zu forcieren. Nach der Sommerpause soll die Thematik im Rahmen eines Runden Tisches erörtert werden, an dem auch die sozialpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen, das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft teilnehmen, um weitergehende Maßnahmen zu beschließen.
Bereits jetzt werden vor dem Hintergrund der Suchtproblematik vor Ort Gespräche mit der Suchthilfe geführt, um die derzeit bestehenden Störungen/ Alltagsirritationen in einem wachsenden Umfeld des Kaiserplatzes durch eine gezielte, aufsuchende Ansprache der Suchtkranken zu reduzieren und geeignete Hilfsangebote zu unterbreiten. Hierzu wird in der Sitzung ein(e) Vertreter*in der Suchthilfe (Caritas) anwesend sein und zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass neben kurzfristigen und schneller wirksamen Maßnahmen konkret für den Kaiserplatz eine gesamtstrategische Perspektive in diesem Themenfeld für den Stadtraum insgesamt unerlässlich ist. Die gemeinsame Arbeit der beiden Koordinationsstellen wird hierzu in Zukunft wichtige Erfahrungswerte liefern und diese in weitere Entwicklungen von Maßnahmen und Vorgehensweisen einspielen können.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Die Stelle (1 VZÄ) wird in das Stellenplanverfahren 2022 eingebracht. Eine abschließende Bewertung steht noch aus. Analog zur Koordinationsstelle Bushof werden zudem 15.000 Euro Sachmittel in die Haushaltsberatung aufgenommen. Die finanziellen Auswirkungen eines ausgeweiteten Betreuungsangebots der Suchthilfe sind noch zu prüfen.
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 107410
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=107410
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2021-08-02 FB 56_0084_WP18 Sachstandsbericht zu SAO.pdf
19.10.2024
972.5 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 14
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Datum
- Mi., 25.08.2021
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 18:20