Sachstandsbericht zum Umzug der AGIT in die Forckenbeckstraße / Ausblick, Zeitplan Baufortschrittsbericht (SPD-Tagesordnungsantrag AT 86a/21 vom 23.06.2021)
FB 02/0076/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Pennings trägt anhand einer Powerpoint-Präsentation zum Sachverhalt vor. Frau Clemens teilt die in Herrn Pennings‘ dargestellten Sorgen, verweist aber auf die auf der Bauordnung fußenden ‘Spielregeln‘ und gibt einen Überblick über die Historie der Stellplatzsatzung.
Frau Schmitt-Promny ist der Auffassung, dass es im Hinblick auf den Wunsch, neue Mobilitätsentwicklungen zu forcieren, Aufgabe des Ausschusses sei, Lösungen zu finden; auch müsse das Forckenbeck-Parkhaus einbezogen werden. Die AGIT-Verknüpfung zum Campus sei zudem richtig und wichtig, daher sei das Vorhaben zu unterstützen.
Frau Clemens verweist auf die Folgen diverser politischer Entscheidungen hinsichtlich der Stellplatzsatzung und ihrer Konsequenzen für das AGIT-Vorhaben; zudem sei die kurze Frist ein Problem, wenn man über ein Rechtsgutachten eine Änderung herbeiführen wolle. Herr Pilgram meint, die Stellplatz-Frage könne man im Ausschuss nicht lösen, ihm fehlten aber bei der Vorstellung des (AGIT-) Bauvorhabens wichtige Hinweise zu den umweltrelevanten Fragen.
Herr Linden dankt Herrn Pennings für die deutliche Darstellung sowie Frau Clemens für die Hinweise auf die eigenen politischen Beschlüsse. Vor dem Hintergrund der bisherigen großartigen AGIT-Schritte erscheine es wie ein schlechter Spaß, dass die bisher ungeklärte Stellplatzsituation das größte Problem darstelle. Diese Thematik könne dann auch andere Projekte oder verhindern, die Situation des Forckenbeck-Parkhauses grenze an ‘Schilda‘. Im Hinblick auf möglichen Spielraum bei den ‘Lauflinien‘ appelliert er an die Verwaltung, nach Lösungen zu suchen. Frau Dr. Schmeer stellt hinsichtlich der tollen Ziele der AGIT die Frage nach dem übergeordneten Interesse. Nachdem man einen idealen Bauplatz gefunden habe, wolle man das nicht an die StädteRegion verlieren. Mit dem Hinweis auf den Umbruch im Mobilitätssystem fordert sie auch sie eine Lösungsfindung ein.
Herr von Thenen verweist auf ein hausgemachtes Problem: die Stellplatzsatzung sei von 2018, die AGIT habe ‘sehenden Auges‘ das Grundstück in 2019 gekauft. Dennoch wolle man die Situation retten, hierfür müsse man aber die Stellplatzsatzung ‘insgesamt‘ und damit auch für private Vorhaben anpacken. Frau Dr. Schmeer möchte wissen, wie sich die Campus GmbH zur Problematik stellt.
Herr Pennings erläutert, Bezug nehmend auf die in der Diskussion aufgekommenen Fragen, dass man im Hinblick auf ökologisches Bauen neue Standards setzen wolle, aber aktuell hänge nun einmal alles von den Stellplätzen ab; aus steuerlichen Gründen sei man an die genannten Fristen gebunden: 2023 müsse mit dem Bau begonnen worden sein, 2026 müsse er fertiggestellt sein. Dr. Feuerborn (Campus GmbH) unterstütze das Vorhaben im Übrigen sehr.
Befragt nach den Möglichkeiten zur Änderung der Stellplatzsatzung betont Frau Clemens, dass die Fristen hierfür abhängig seien von den politischen Entscheidungen, dies sei vermutlich nicht unter sechs Monaten umzusetzen. Sie ergänzt, dass, wenn man auch Private entlaste, damit den öffentlichen Verkehrsraum belaste; eine Konzeptvergabe sei problematisch, da dann auch andere von der Regelung profitieren dürften. Abschließend weist sie darauf hin, dass die Stellplatzsituation zwar problematisch sei, dennoch habe man bereits einen Vorbescheid erteilt, in denen Problematiken gelöst wurden.
Sodann ergeht folgender, ergänzter
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung nimmt die Ausführungen zum Umzug der AGIT zur Kenntnis.
Erläuterungen
Sachstandsbericht Umzug der AGIT in die Forckenbeckstr. mit Ausblick,
Zeitplan, Baufortschrittsbericht (SPD-Tagesordnungsantrag AT 86a/21 vom 23.06.2021)
Nach dem Verkauf des langjährigen Sitzes am Europaplatzhat die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT) den neuen Standort an der Pauwelsstraße auf dem Campus Melaten bezogen. Ein weiteres, neues Gebäude soll an den jetzigen Sitz, das ehemalige Zentrum für Bio-Medizintechnik und somit auf dessen bisherigen Parkplatz neben dem Bestandsgebäude angebaut werden. Das Grundstück birgt einige komplexe Herausforderungen, etwa hinsichtlich der Stellplatznachweise und der Abstandsflächen. Die AGIT und die zuständigen Fachbereiche Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur (FB 61) sowie Bauaufsicht (FB 63) befinden sich in der Abstimmung, um gemeinsam konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Zeitnahe Ergebnisse sind wünschenswert, um den notwendigen Erweiterungsbau realisieren zu können.
Der Geschäftsführer der AGIT, Herr Sven Pennings wird das Erweiterungsvorhaben in der Ausschusssitzung vorstellen und für eventuelle Fragen zur Verfügung stehen. Ebenfalls werden FB 61 und FB 63 vertreten sein.
Profil der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT)
Als regionale Wirtschaftsförderung unterstützt die AGIT seit über 35 Jahren Unternehmen unentgeltlich bei Gründung, Wachstum sowie der Implementierung von Innovationen. Flankierend vermittelt das Team der AGIT zu passenden Unternehmensnetzwerke, bietet Standortinformationen und koordiniert Ansiedlungen durch Investorenberatung. Die Stadt Aachen ist mit einer Beteiligungshöhe von ca. 30% die Hauptgesellschafterin der AGIT mbH.
Das 20-köpfige Team der AGIT ist für und innerhalb der Stadt und StädteRegion Aachen, den Kreisen Düren und Euskirchen tätig.
Die Anfang 2020 beschlossene strategische Erneuerung, welche sich auf die Gründungsidee der AGIT (rück)besinnt, wird zukünftig noch intensiver den Technologietransfer zwischen den Hochschulen und Forschungsinstitutionen der Region Aachen und der Wirtschaft vorantreiben. Infolge dessen wird die AGIT zukünftig als offizielles Campus Mitgliedsunternehmen geführt und schließt einen Kooperationsvertrag mit der RWTH Aachen Innovation GmbH ab, indem konkret gemeinsame Handlungsfelder definiert sind. Vor diesem Hintergrund ist der AGIT-Standortunmittelbar am RWTH-Campus von entscheidender Bedeutung.
Spätestens im Jahr 2024 soll daher die Erweiterung des Zentrums für Biomedizintechnik (ZBMT) vollzogen sein, so dass die AGIT ab diesem Zeitpunkt über ca. 11.500 m² Bruttogeschossfläche in Europas größter technologieorientierter Forschungslandschaft, dem RWTH Aachen Campus, verfügen wird. Diese Fläche soll in Form eines modernen Gründungs- und Innovationszentrums, insbesondere für Start-ups & technologieorientierte Unternehmen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden regionale KMUs (kleine & mittelständische Unternehmen) über einen sog. ‘Easy Access‘ einen temporären Zugang zum Campus der RWTH erhalten; geplant ist die Nutzung des Co-Works für max. sechs Monate zur Identifizierung der individuellen Mehrwerte.
Die Immobilien-Entwicklung der AGIT in Aachen
Mit dem Verkauf des Technologiezentrums am Europaplatz (TZA) Ende des Jahres 2019, wurde der Grundstein zur Verlagerung der AGIT Aktivitäten in Richtung RWTH Aachen Campus gelegt. Als erstes Campus-Gebäude wurde das ZBMT im Jahr 2011 fertiggestellt und seit diesem Zeitpunkt durch die AGIT gemanagt, welche im Jahr 2019 den Unternehmenssitz dorthin verlagerte und im Jahr 2020 die Immobilie von der GEGRA erworben hat. Als Leuchtturmprojekt und zentral gelegen im Hotspot für technologische Entwicklung, soll mit dem neuen und erweiterten Zentrum auf dem Gebiet des RWTH Aachen Campus, ein Innovations-Hub für junge aufstrebende Technologiefirmen entstehen, die im wissenschaftlich begleiteten Umfeld ihr Unternehmen gründen und sich dafür im neuen Technologiezentrum einmieten, beraten und auf den ersten Schritten des Wachstums begleiten lassen. Als Magnet für technologieorientierte Start-ups und Unternehmen legt die AGIT insbesondere Wert darauf, ihren zukünftigen Mietern*innen, neben einem modernen Arbeitsumfeld auch agile Projektmethoden vorzuleben und somit ebenfalls die anvisierte Zielgruppe zu binden.
Das Bauvorhaben soll auf dem Grundstück des ZBMT (Pauwelsstraße 17) realisiert werden. Für diesen Bereich gibt es keinen Bebauungsplan (im Umfeld gilt der B-Plan Campus Melaten), sodass § 34 BauGB Anwendung findet. Hiernach ist ein Vorhaben zulässig ist, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist.
Der Neubau soll mit einer vermietbaren Fläche von insgesamt 3.300 m², bestehend aus Büroräumen/Co-Working-Space inkl. Café, Kommunikationsflächen, Werkstatt und Besprechungsmöglichkeiten, auf einem dreieckigen Grundstück erstellt werden. Geplant sind auf ca. 735 m² Konstruktionsfläche insgesamt 6 Geschosse (KG-5.OG) plus Staffelgeschoss als Vollgeschoss. Im 2. Obergeschoss soll ein Übergang zum direkt nebenanstehenden Bestandsgebäude ZBMT erstellt werden. Die Brücke dient als zentrale Verbindung zwischen den verschiedenen Nutzungseinheiten und bietet einen unmittelbaren Zugang zur gesamten Infrastruktur; von Labor bis Meeting / vom Co-Work bis zur Werkstatt.
Eckdaten der Gebäude
Zentrum für Biomedizintechnik (ZBMT)
-Rd. 6.200 m² Bruttogeschossfläche (BGF)
-Rd. 4.100 m² Nettoraumfläche (NRF)
-Baujahr 2011
Neubau / Erweiterung Campus
-Rd. 5.400 m² BGF
-Rd. 3.300 m² NRF
-Geplanter Baustart Frühjahr 2022
Zum Vergleich: Das TZA hatte eine Mietfläche von rd.14.500 m².
Bisherige Meilensteine / Verlagerung Campus
Dez. 2018 Beschluss zum Verkauf TZA & Initiierung der Neuausrichtung
Mai 2019 Start des strukturierten Bieterverfahren zum Verkauf des TZA
Oktober 2019 Verkauf TZA
Februar 2020Ankauf ZBMT
Oktober 2020 Einreichung Bauvoranfrage
Februar 2021Ergebnis Bauvorbescheid
Juni 2021Vergabe Planungsleistung
Der Bauantrag soll schnellstmöglich eingereicht werden, um die Fertigstellung des Erweiterungsbaus bis spätestens 2024 zu ermöglichen.
Ausblick / Zielsetzung
Auf dem Campus Melaten gelegen und als Teil des dortigen Ökosystems soll das Innovationszentrum der AGIT beste Rahmenbedingungen für technologieorientierte Unternehmen und Start-ups bereitstellen. Mit der Entwicklung des Neubaus und der Verknüpfung des Bestandsgebäudes (ZBMT) wird ein einzigartiges Wirkungsfeld erzeugt, welches durch unmittelbare Nähe zwischen Wirtschaft und Wissenschaft geprägt ist und wechselseitig die Übertragung und Anwendung in die Region adressiert.
Gründung, Technologietransfer, Unternehmensberatung, Verwertung und Easy Access unter innovativsten Bedingungen in der Technologieregion Aachen, kann als Speerspitze der regionalen Wirtschaftsförderung einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der hiesigen Wirtschaft leisten und zum Gelingen eines erfolgreichen Strukturwandels beitragen.
Konkrete operative Ziele:
-Stärkung und Befähigung von Start-ups
-Innovationen aktivieren und ermöglichen
-Unterstützung und Beratung bei der Unternehmensentwicklung
-Zugang zu Gewerbeflächen und gemeinsamer Infrastruktur
-Verbindung und Vernetzung von relevanten Akteuren*innen
-Inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit fördern
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
Vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
Nicht | |||
X | nicht bekannt |
Technische Details
ID: 107729
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=107729
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2021-08-05 FB 02_0076_WP18 Sachstandsbericht zu SAO.pdf
19.11.2024
704.5 KB
Betroffene Straßen
Karte wird geladen…
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Datum
- Mi., 08.09.2021
- Uhrzeit
- 16:30
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 18:32