TO-Antrag (SPD) Corona Abwasser-Screening
FB 02/0082/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Ratsherr Hermann Josef Pilgram (Die Grünen) stellt den nächsten TOP zu einem weiteren Thema im Bereich Gesundheit vor, der dem entsprechenden TO-Antrag der SPD-Fraktion folgt. Hierzu begrüßt er Herrn Dr. Frank-Andreas Weber vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfall-wirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e. V. Dieser stellt sich vor und beginnt seine Präsentation: So wie die Feuerwehr könne auch das Corona Abwasser-Screening Leben retten.
Im Anschluss an die Präsentation bedankt sich Ratsherr Pilgram (Die Grünen) bei Herrn Dr. Weber für den interessanten Beitrag und bemerkt, es sei gut zu sehen, dass man dem Virus auch mal voraus sein könne. Er erkundigt sich, infizierte Personen besonders hohe Konzentrationen im Stuhl hätten? Dr. Weber antwortet, diese sei um eine 10er-Potenz niedriger. Sie verhalte sich zur Infektionsphase ungefähr ähnlich wie über Spucke, ließe sich im Stuhl aller-dings länger nachweisen. Sinken die Zahlen in Individualtests, sehe man dies auch im Abwasser.
Dr. Jens Jäger (SPD) bedankt sich für den faszinierenden Vortrag und fragt, welche anderen Erreger Dr. Weber für besonders geeignet für halte, um sie auf die vorgestellte Art und Weise zu entdecken.Dr. Weber antwortet, das Polio ein bekanntes Beispiel sei – in den Niederlanden sei hierfür bereits ein Monitoring-System etabliert. Alles andere sei Spekulation, es gebe nur eine Handvoll Wissenschaftler, die aktuell dazu arbeiten. Dr. Jäger (SPD) fragt weiter, welche Schritte noch fehlten, um das Abwasser-Screening dauerhaft auszurollen. Dr. Weber antwortet, die Durchführung der Analysen sei kein Problem, was fehle sei eine automatisierte Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern. Ansonsten nütze es nichts. Dabei seien die Informationen wertvoll und könnten auch als Unterstützung zur Erklärung bestimmter Entscheidungen wie der Verlängerung oder Verschiebung bestimmter Maßnahmen verwendet werden.
Ratsherr Pilgram fragt, wie detailliert man den Ort der Probenentnahmen eingrenzen könne. Dr. Weber antwortet, dies sei für einzelne Stadtteile, einzelne Häuserblocks oder auch einzelne Krankenhäuser möglich.
Philipp Rohde (FDP) fragt, wie sicher das Verfahren der Analyse sei und ob es auch andere Ursachen haben könne als Sars Cov2. Dr. Weber antwortet, sein Forschungsinstitut untersuche drei verschiedene Gene im Abwasser. Wenn alle drei dieselbe Tendenz zeigten, sei eine Verwechslung mit anderen Viren fast ausgeschlossen. Es bestehe nur eine sehr geringe Verwechslungsgefahr. Ratsherr Pilgram (Die Grünen) bedankt sich herzlich und fragt, ob alle den Vortrag zur Kenntnis nehmen. Es gibt keine Einwände.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Wissenschaft und Digitalisierung nimmt die Ausführungen des Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Am 02.07.2021 hat die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Aachen beantragt, den Punkt „Corona-Abwasser-Screening“ auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Digitalisierung zu setzen.
Hintergrund ist die Empfehlung der EU-Kommission, in allen Mitgliedsstaaten regelmäßig Abwasser-untersuchungen durchzuführen, um die Menge des Coronavirus-Erbguts kontinuierlich zu überwachen. Auf diese Weise sollen zukünftige lokale Ausbrüche von COVID-19 bereits mehrere Tage vor Ansteigen der Menge an positiven Testergebnissen detektiert werden, sodass Zeit für präventive, eindämmende Maßnahmen gewonnen wird.
Das Aachener Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FIW) an der RWTH Aachen hat ein Verfahren entwickelt und bereits eingesetzt: https://www.fiw.rwth-aachen.de/aktuelles-veranstaltungen/aktuelles/sars-cov-2-im-abwaser
Der Geschäftsführer Dr. Frank-Andreas Weber wird über die die Expertise und laufende Projekte des FIW zum SARS-CoV-2-Monitoring im Abwasser u.a. in der Kläranlage Aachen-Soers berichten und Fragen zur Methodik sowie ihren Anwendungsmöglichkeiten beantworten.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
x | nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 108047
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=108047
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2021-08-19 FB 02_0082_WP18 TO-Antrag _SPD_ Coro SAO.pdf
19.11.2024
841.4 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Digitalisierung
- Gremium
- Ausschuss für Wissenschaft und Digitalisierung
- Datum
- Do., 09.09.2021
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 18:36
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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