9. November 2021 um 17:00, Tivoli Aachen, Club Lounge 1
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Rückblick Kultursommerprogramm „Stadtglühen“ 2021

E 49/0025/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Olaf Müller zeigt einen Film zum Festival Stadtglühen 2021 und berichtet mit Unterstützung einer Powerpoint Präsentation über dieses Projekt.

Ratsfrau Derichs berichtet, dass in den Fraktionen über das Geld für dieses Projekt diskutiert wurde. Sie stellt darüber hinaus folgende Fragen:

  1. Wie kann man dieses Projekt zukünftig gestalten, bzw. wie ist es finanzierbar?
  2. Wie ist die zeitliche Planung bzgl. der Fördermittel?
  3. Kann man das Projekt Streetart im Projekt Stadtglühen mit einbetten?
  4. Wie hoch sind die restlichen Kastemittel bzw. wie hoch sind die Kastemittel für das Jahr 2022?
  5. Eine Anpassung der KASTE-Beträge wäre wünschenswert.
  6. Wie kann man das Projekt Stadtglühen zukünftig organisieren, ggfs. auch durch andere Akteure der freien Szene organisieren lassen.

Herr Olaf Müller beantwortet die Fragen von Ratsfrau Derichs wie folgt:

  1. Die Finanzierbarkeit ist davon abhängig, ob und in welcher Höhe Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. Hier ist zunächst abzuwarten, wann hierfür ausgeschrieben wird. Es ist jedoch klar, dass zukünftig keine 120 Veranstaltungen möglich sein werden. Darüber hinaus ist geplant, ggfs. auch Veranstaltungen innerhalb der Woche stattfinden zu lassen.
  2. Hinsichtlich des zeitlichen Vorlaufs werde man sich im Januar 2022 beraten.
  3. Es ist fraglich, ob das Streetartfestival, das einen eigenen und neuen Akzent setzen soll, in das Projekt Stadtglühen integrierbar ist.

Die verbleibenden Fragen werden von Frau Tirtey wie folgt beantwortet:

  1. und5. Aus den KASTE-Mitteln des Jahres 2021 sind noch rund 18.000,00 € übrig. Aus den Corona-Kastemitteln des Jahres 2021 sind noch rund 50.000,00 € Corona-Kaste-Mittel übrig.
    Sie verweist auf die Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater vom 17.02.2021, wonach für die KASTE eine Erhöhung um 100.000,00 € für das Jahr 2022 beschlossen wurde, so dass im Jahr 2022 insgesamt 700.000,00 € Kaste-Mittel zur Verfügung stehen.
  1. Für eine Organisation durch Beteiligte aus der Freien Szene als Projektverantwortliche für Stadtglühen ist in jedem Fall eine - zumindest beschränkte - Ausschreibung erforderlich. Aus diesem Grund muss auch ein entsprechender zeitlicher Vorlauf berücksichtigt werden.

Ratsfrau Epstein fragt hinsichtlich der beauftragten Technik an, ob hier lokale Anbieter berücksichtigt wurden. Hinsichtlich der Künstler hinterfragt sie, ob hier wirklich ausschließlich lokale Künstler beteiligt wurden. Sie berichtet, dass im NAK z.B. ein Kölner Künstler aktiv war.

Frau Kröhnert berichtet zur Technik, dass hier ausschließlich lokale Firmen beteiligt wurden.

Frau Cohnen spricht ihren Dank aus und hofft, dass zukünftig keine Kastemittel für das Projekt Stadtglühen eingesetzt werden.

Bürgermeisterin Scheidt spricht von einem großen Erfolg, an dem die ganze Stadt beteiligt war.
Über die Größenordnung dieses Projektes muss sicherlich gesprochen werden.

Frau Crumbach-Trommler führt den Erfolg des Projektes u.a. darauf zurück, dass die Menschen „hungrig“ nach Kultur waren. Sie wünscht sich einen Zeitablaufplan und spricht sich dafür aus, mit “Weniger Viel“ zu machen. Sie betont, dass hier Bühnen für die Kultur geschaffen werden, jedoch sollen auch die anderen Schwergewichte wie Chorbiennale und das Streetartfestival nicht außer acht gelassen werden.

Frau Derichs schlägt vor, dass von den 700.000,00 € KASTE ein Betrag der kleinen KASTE als Teilbetrag für das Stadtglühen-Festival blockiert wird.

Ratsfrau Dr. Schmeer hebt als positive Aspekte die Dezentralität und kostenlosen Zugang hervor.
Sie spricht sich für eine Fortführung des Stadtglühen-Festivals aus, jedoch ist hier die Dimension zu hinterfragen.

Frau Eibig hebt hervor, dass sie sich hier als Projektverantwortliche,als Kulturvermarkterin sieht, die darauf geachtet hat, dass die Hauptadressaten die Aachener Künstlerinnen und Künstler sind.
Ihr ist der Erhalt des Wissensmanagements wichtig. Abschließend weist sie darauf hin, dass aufgrund der Coronaumstände eine dichtere Bespielung nicht möglich gewesen sei.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Kultur und Theater beschließt einstimmig:Der Betriebsausschuss Kultur und Theater nimmt den Rückblick auf das Kultursommerprogramm „Stadtglühen“ 2021 zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Kultur/Theater nimmt den Rückblick auf das Kultursommerprogramm „Stadtglühen“ 2021 zustimmend zur Kenntnis.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Sachstandsbericht Kultursommerprogramm „Stadtglühen“ 2021

  1. Vorlauf und organisatorische Grundlagen

Die Geschichte von "Stadtglühen", dem Kultursommer der freien Aachener Szene 2021, hat einen längeren Vorlauf. Seit Beginn der Pandemie haben Kulturdezernat und Kulturbetrieb über E-Mail, persönlichen Kontakt, Pressemitteilungen, Video-Konferenzen und Internet Kontakt mit der Aachener freienSzene gehalten und auch alle die informiert, die keinen Kontakt zum Kulturbetrieb hatten. Im Verteiler für die freie Szene sind alle bekannten Empfänger von Kulturfördermitteln, sowohl Vereine, Gruppierungen als auch Solokünstlerinnen und Solokünstler wie auch Kooperationspartner*innen.

Am 5. Februar 2021 fand auf Einladung von Frau Kulturdezernentin Schwier eine Video-Konferenz mit

über 60 eingeladenen Kunstvereinen und Solokünstlern statt, in der u.a. über den Rettungsschirm für

die Kulturszene des Aachener Stadtrates als auch über ein mögliches Sommerprogramm diskutiert

wurde. Indirekt wurden durch die Teilnahme der Vereinsvorsitzenden mehrere Hundert Künstlerinnen

und Künstler erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war der Aufruf der Bundeskulturstiftung für das Projekt

"Kultursommer 2021" noch nicht erfolgt. Dieser Aufruf erfolgte Ende März 2021 mit einer Abgabefrist bis zum 22. April 2021.

Um möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern eine Gelegenheit zur Teilnahme zu eröffnen, wurden, ebenfalls von Frau Schwier initiiert, am 12. April 2021 zwei Video-Konferenzen nach Sparten sortiert durchgeführt: Musik und darstellende Kunst. Am 13. April folgten drei weitere Video-Konferenzen: Bildende Kunst; Literatur; Crossover.

In den Video-Konferenzen, in denen intensiv diskutiert wurde, erfolgte der Aufruf zur Mitarbeit, noch

bevor überhaupt erkennbar war, ob Aachens Konzept bei der Bundeskulturstiftung erfolgreich sein

würde. Parallel wurden für den Sommer Veranstaltungsprojekte entgegengenommen, die von Vereinen und Organisationen bereits losgelöst vom Wettbewerb geplant waren.

Zeitgleich bildete sich aus der freien Künstlerszene eine Kooperationsgemeinschaft, die gemeinsam mit dem Kulturbetrieb das Konzept erarbeitete. Beteiligt waren u.a. Yvonne Eibig, Jutta Kröhnert, Christina Berger, Ana Sous, Till Görgen, Dr. Oliver Vogt. Sie haben nach der am 26. Mai erfolgten Förderzusage der Bundeskulturstiftung gemeinsam mit dem Kulturbetrieb und insbesondere dem Veranstaltungsmanagement mit Elke Wienen, Susanne Güntner und den Auszubildenden Hannah Lötsch und Roy Kranz unter Hochdruck das Programm entwickelt, das dezernatsübergreifend in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit genehmigt werden musste.

Über 60 Künstlerinnen und Künstler, Vereine, Organisationen, Gruppierungen hatten kurzfristig über 120 Veranstaltungspunkte eingereicht, von denen nur wenige nicht berücksichtigt werden konnten, da sie z.T. zeitlich und räumlich kollidierten oder nicht den Vorgaben der Förderrichtlinien entsprachen bzw. aufgrund der Corona-Verordnungen nicht umgesetzt werden konnten. In der Vorbereitungszeit kamen ständig neue Vorschläge und Akteur*innen hinzu, so dass das Gesamtprogramm größer und die Teilnehmer*innenzahl höher wurde.

  1. Eckpfeiler des Konzeptes

Maßgeblich für die Auswahl waren die Förderrichtlinien der Bundeskulturstiftung.

-breite Beteiligung lokaler und regionalen Künstlerinnen und Künstler der freien Szene aus allen

Sparten

-breite Beteiligung freier Kulturakteur*innen der regionalen Szenen sowie lokaler Bündnisse in der Stadt / dem Landkreis

-künstlerisch und kulturell vielfältiges Veranstaltungsprogramm

-Bespielung von Außenräumen sowie witterungsbedingt notwendiger Alternativen

-Angebote auch für ein junges Publikum

Künstlerinnen und Künstler haben sich direkt beim Organisationsteam, bestehend aus freier Szene und Kulturbetrieb beworben. Alle Angebote wurden auf die o.a. Richtlinien hin überprüft. Die Honorierung richtete sich nach den einschlägigen Honorarvorgaben der Standesorganisationen für Musik und darstellende Kunst. Ausfallhonorare wurden gezahlt.

Die zahlreichen Veranstaltungen wurden für fünf verschiedene Bezirke der Stadt Aachen konzipiert und dort umgesetzt. Berücksichtigt wurde im Rahmen der o.a. Förderrichtlinien eine den Auftrittsorten angemessene Ausgewogenheit der Sparten, Professionalität der Künstlerinnen und Künstler, der lokale Bezug (es entstanden keine Übernachtungskosten), 25 % Anteil im Programm für Menschen unter 25 Jahren.

  1. Beteiligte und Kooperationen

Über 100 Künstlerinnen und Künstler wurden durch Kulturbetrieb und Organisationsteam kontaktiert.

Hinter diesen Ansprechpartner*innen stand in der Regel ein Ensemble, eine Künstlergruppe, ein Chor,

so dass die Zahl der direkt und indirekten kontaktieren Personen deutlich höher ausfällt. Viele meldeten sich nach den o.e. Zoom-Konferenzen direkt. Andere wurden zwecks Programmausgewogenheit angesprochen.

Kriterien:

- Professionalität

- Lokaler oder regionaler Bezug

- Passendes Programm für das Projekt (Open Air, max. 1 Stunde, Berücksichtigung der

Pandemie-Situation)

- Zeitnahe Umsetzung des Angebotes

Daneben wurde zwecks Umsetzung mit Firmen aus den Bereichen Veranstaltungstechnik, Sicherheit

kooperiert sowie folgenden städtischen Fachbereichen und Dienststellen FB 13, FB 14, FB 23, FB 36, FB 60, BA 2, 3, 4, 5. Zudem wurde eng mit den Betreibern von Spielorten zusammengearbeitet.

Die Akzeptanz außergewöhnlicher Spielorte in den Stadtbezirken, aber auch in der Innenstadt, war überall beim Publikum spürbar. Ausgewählt wurden die Orte in Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern hinsichtlich der Umsetzbarkeit. Als Problem stellte sich die an manchen Orten fehlende Infrastruktur heraus (Elektrizität, sanitäre Einrichtungen, Parkplätze, Auffindbarkeit).


  1. Fakten zum Zeitraum 02.07.2021 bis 05.09.2021

104 Veranstaltungen wurden durchgeführt.

Über 11.000 Besucherinnen und Besucher wurden registriert durch Zugangskontrolle, Anmeldung bzw. Vermerk der Organisatoren.

Mehrere Tausend Besucher haben zudem an Open-Air-Veranstaltungen ohne Zugangskontrolle teilgenommen.

Die Publikumsstruktur entsprach dem Angebot, wies zugleich eine Durchmischung bei verschiedenen Projekten auf: Bildungsbürger, Studentinnen und Studenten, Touristen, die zufällig am Ort waren, junges Publikum bei bestimmten Musikgruppen, Publikum des Veranstaltungsortes.

Mehrere Hundert Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt Aachen und der Städteregion wurden in das Programm eingebunden

Zahlreiche lokale Veranstaltungsfirmen wurden mit Technik, Beschallung, Bewachung beauftragt.

4.1.Prozentualer Anteil der Sparten an „Stadtglühen“ von geplanten Veranstaltungen (121)

Tanz und Theater:17 %20 Veranstaltungen

Bildende Kunst:12 %14 Veranstaltungen

Literatur: 9 %11 Veranstaltungen

Musik:60 %73 Veranstaltungen

Film u. Medien: 2 %3 Veranstaltungen

  1. Mittelverwendung

Kosten- und Finanzierungsplan für die Bundeskulturstiftung

  1. Leitung/Organisation/Durchführung32.300

2.Veranstaltungs- und Produktionskosten

2.1. Honorare/ Gagen für freie Regisseur/innen, Künstler/innen etc.187.200,00€

2.1.1 Honorare/ Gagen für Adaption von indoor Konzepten auf outdoor12.000,00€

2.2. Honorare / Gagen für freie Bühnen- und Veranstaltungstechniker109.200,00€

2.2.1 Honorare / Gagen für freie Bühnen- und Veranstaltungstechniker25.200,00€

2.3. Mietkosten (Technik, ggf. Räume)6 Bühnen48.750,00€

2.4. Transporte /LogistikTransportkosten Instrumente, Bühnenbild etc.1.800,00€

2.5. Genehmigungen; Gebühren; Versicherungen0,00€

2.5.1 KSK (gerundet)10.800,00€

2.6. Hygiene- und Schutzmaßnahmen15.600,00€

2.7. Wach- und Sicherheitsdienste, Hygienekontrolle 18.720,00€

Bewachung Bühnen, Installationen etc.82.750,00€

2.8. Materialkosten / Ausstattung / Verbrauchsmaterial

Planen, Kleineisenwaren, Klebeband, Bodenbeläge,

Kaschiermaterial, Gipsplatten38.500,00€

2.9. N.N.0,00

Summe der 2. HauptpositionΣ:531.800,00

  1. Werbung u. Öffentlichkeitsarbeit46.100,00

_________________________________________________________________________

610.200,00

  1. Vermarktung

Die Vermarktung erfolgte über das Internet und soziale Medien. Für den Druck einer Programmbroschüre reichte die Zeit nicht aus. Zudem änderten sich häufig die Durchführungsdaten. Über die sozialen Medien wurden die Veranstaltungen beworben und zugleich dokumentiert. Die Presse- und Medienresonanz war verbesserungswürdig.

  1. Perspektiven für die Zukunft

Folgende Aspekte wurden in der Evaluation zwischen Kulturbetrieb und freier Szene festgehalten:

-Längerer Vorlauf

-Konzentration auf die Ferienzeit

-Kleine Projekte wochentags, nicht nur am Wochenende

-Dezentralität beibehalten

-Eintritt erheben, falls es fördertechnisch möglich ist, um eine Verbindlichkeit zu erzielen

-Besserer Check bei der Musikauswahl

-Intensive Konzeptarbeit

-Unterveranstalter nach Möglichkeit nicht einbauen

-Qualitätsmanagement intensivieren

-Intensivere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; gedruckte Materialien

-FrühzeitigerAustausch mit allen Ämtern und Fachbereichen, die einbezogen werden müssen

-Früher Check möglicher Förderprogramme für eine Förderung von Kultursommeraktivitäten


Abstimmungsergebnis

Siehe Anlage.
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2021-10-13 E 49_0025_WP18 Rueckblick Kultursomm SAO.pdf

19.11.2024

545.2 KB

Metadaten

TOP
Ö 10
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater
Gremium
Betriebsausschuss Kultur und Theater
Datum
Di., 09.11.2021
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
9.2.2026
Inhalt abgerufen
9. Februar 2026 um 19:03

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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