16. Dezember 2021 um 17:00, Tivoli Aachen, Club Lounge 1
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Verbesserung der Erreichbarkeit des Freibades Hangeweiher unter Berücksichtigung der zukünftigen P+R-Nutzung am Parkplatz in der Hermann-Löns-Allee - Sachstandsbericht

FB 61/0275/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Zur Beratung dieses Tagesordnungspunktes begrüßte der Ausschussvorsitzende Frau Strehle, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur.

Frau Strehle erläuterte, der Parkplatz am Hangeweiher werde in den Sommermonaten hauptsächlich durch die Besucher*innen des Freibades genutzt. Dieser stehe im städtischen Eigentum. Insbesondere in den Wintermonaten gebe es große Schwierigkeiten mit illegalen Müllablagerungen auf der Parkplatzfläche. Nach eingehender Prüfung durch ihren Fachbereich sei das Grundstück sehr geeignet, kurzfristig Park + Ride einzuführen. Eine Bushaltestelle sei bereits in unmittelbarer Nähe vorhanden. Sie betonte, dass keine Konkurrenzen zum Freibad entstehen sollen. Daher solle der Versuch zu Beginn des Jahres gestartet werden und unter ständiger Beobachtung stehen.

Frau Fohn teilte mit, ihre Fraktion (CDU) sehe bei dem Thema einen verkehrsfachlichen sowie einen sportfachlichen Aspekt. Aus ihrer Sicht sei jedoch das Risiko zu hoch, dass nach Einführung von Park + Ride in der Saison Konflikte zwischen Tourist*innen und Freibadbesucher*innen entstehen. Die CDU-Fraktion würde einen Kompromiss befürworten, der vorsehe, dass Park+Ride nur in den Monaten angeboten werde, in denen das Freibad geschlossen sei.

Auch Herr Balthasar sprach für die Grüne-Fraktion große Bedenken gegen das Projekt aus. Gerade in den Sommermonaten sei das ganze Wohnviertel durch den Parkverkehr bereits stark belastet und durch die Einführung von Park+Ride könnten noch mehr Menschen angelockt werden. Dies könne dazu führen, dass mangels Parkmöglichkeiten langfristig die Akzeptanz des Freibades leide.

Frau Strehle sagte, dass die vorhandenen Instrumente den vorgeschlagenen Kompromiss nicht hergeben. Die Beschilderungen sowie die Softwaremüssten aufwändig angepasst werden.

Sie wies darauf hin, dass es im letzten Jahr nicht eine/n Park+Ride-Nutzer*innen gegeben habe. Aus diesem Grund warb sie dafür, die Erprobungsphase aufzunehmen. Sollte es zu großen Schwierigkeiten kommen, könne innerhalb kurzer Zeit das Projekt gestoppt werden.

Weiterhin erklärte sie, dass sich der Parkplatz derzeit in keinem guten Zustand befinde. Durch die Ausweisung als P+R-Fläche könnte er mit Fördermitteln aufgewertet werden. Der Parkplatz sei auch weiterhin für alle frei zugänglich und jederzeit nutzbar. Die Marketingaktivitäten könnten zu Beginn des Jahres 2022 starten. Eine Evaluation würde in der Erprobungsphase dauerhaft erfolgen. Anfang 2023 würde die Verwaltung gerne das Gremium über die Situation unterrichten.

Für die Fraktion Die Zukunft bat Herr Achilles, aufgrund der Erläuterungen von Frau Strehle die Erprobungsphase laufen zu lassen und Anfang 2023 eine Vorlage mit den erhobenen Daten dem Sportausschuss vorzulegen.

Zum Thema „Fahrradparken“ in der Vorlage äußerte Herr Balthasar Bedenken zum vorgesehenen Standort. Dieser sei aus Sicht seiner Fraktion nicht sinnvoll. Die Grüne-Fraktion würde es befürworten, wenn die Fahrradbügel zwischen den Bäumen in der Hermann-Löns-Allee errichtet werden. Das Geld für die Doppelstockparker könne somit auch gespart werden.

Frau Stehle berichtete, dass die Errichtung von Fahrradbügeln zwischen den Bäumen nicht möglich sei, da eine tiefere Gründung zur Befestigung notwendig wäre. Dadurch könnten die Bäume geschädigt werden.

Auch Herr Dr. Nadzeyka für die FDP-Fraktion sowie Herr Offermann für die SPD-Fraktion sprachen sich für den Aufbau weiterer Fahrradbügel vor Ort aus und baten um Prüfung, wo diese sinnvoll errichtet werden könnten.

Folgender geänderter Beschluss wurde gefasst:

Beschluss

Der Sportausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung einstimmig zur Kenntnis und bittet die Verwaltung, die Situation vor Ort bis zum Frühjahr 2023 zu evaluieren und anschließend die Ergebnisse im Ausschuss vorzustellen. Darüber hinaus bittet er die Verwaltung um Prüfung weiterer Fahrradabstellmöglichkeiten.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Sportausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:


In der Sitzung des Sportausschusses am 17.06.2021 und des Mobilitätsausschusses am 01.07.2021 hat die Verwaltung zu dem Thema „Einrichtung eines P+R-Parkplatzes in der Hermann-Löns-Allee: Auflösung der Nutzungskonflikte zwischen Freibadbesucher*innen und P+R-Nutzer*innen“ berichtet.

Der Sportausschuss hat die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, inwieweit die Mindestparkplatzanzahl für Freibäder erfüllt ist. Gleichfalls soll untersucht werden, welche multifunktionalen Lösungen es für diesen Standort gibt, die den Freibadbesuchern genügend Parkmöglichkeiten bereitstellen.

Es haben zwischenzeitlich mehrere Abstimmungstermine zwischen dem Fachbereich Sport (FB 52) und dem Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur (FB 61) zu dem Thema stattgefunden. Ziel ist, ergebnisoffen die weitere Entwicklung der Parkplatzsituation am Freibad und im Umfeld abzustimmen, Alternativen (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr) zur Anreise zu prüfen, vorzubereiten und nach Möglichkeit für die kommende Freibadsaison umzusetzen.

Als wesentliche Planungsgrundlage für Maßnahmen in den Folgejahren soll in der kommenden Freibadsaison eine Befragung der Besucher*innen mit dem Fokus auf Mobilitätsthemen durchgeführt werden.

Für die einzelnen verkehrlichen Bereiche können folgende Informationen zum Sachstand gegeben werden.

Parkplatz Hermann-Löns-Allee

Der Parkplatz ist eine städtische Privatfläche und wird durch den Fachbereich Immobilienmanagement
(FB 23) verwaltet. Auf dem Flurstück befindet sich u.a. ein großer Pkw-Stellplatz mit ca.120 Stellplätzen, von denen 12 Stellplätze baurechtlich für die dortige Tennisanlage gesichert sind und weitere 17 Stellplätze per Baulast (Gastronomie u. Kiosk im Park) gesichert sind. Es verbleiben somit 91 freie Stellplätze.

Unter Berücksichtigung heutiger Kennzahlen (Stellplatzsatzung Stadt Aachen) wäre 1 Pkw-Stellplatz / 250m² Grundstücksfläche einzuplanen. Die Freibadanlage hat eine Fläche von 28.550m². Es besteht demnach ein theoretischer Bedarf von 114 Pkw-Stellplätzen.

Nach den politischen Beschlüssen zur Einrichtung des P+R-Parkplatzes hat die Verwaltung Ende 2020 die überörtliche und kleinräumige P+R-Beschilderung in der Kfz-Wegweisung ergänzt, den Parkplatz in das P+R-Ticketangebot der ASEAG aufgenommen und den städtischen Flyer zum P+R-Angebot angepasst. Umfang­reiche Marketingaktivitäten für das neue P+R-Angebot, insbesondere in der üblicherweise aufkommensstarken Vorweihnachtszeit, sind pandemiebedingt bisher noch nicht durchgeführt worden.

Die an der Haltestelle Goethestraße verkauften P+R-Tickets werden monatsweise erhoben und ermöglichen eine Einschätzung über mögliche Nutzungskonflikte. Aufgrund der Corona-Pandemie und bisher ausgebliebenen Marketing-Aktionen sind im Jahr 2021 bisher keine P+R-Tickets an der Haltestelle Goethestraße verkauft worden.

Während der Freibadsaison (Mai bis September) wird der Parkplatz intensiv von Gästen des Freibades genutzt. Dagegen ist die Auslastung in den anderen Monaten sehr gering.

Im Rahmen der geplanten Evaluation des gesamtstädtischen P+R-Angebotes ist geplant, die P+R-Plätze in der Stadt Aachen mit einer Videodetektion nachzurüsten. Ein entsprechender Einplanungsantrag beim Nahverkehr Rheinland wurde gestellt und bewilligt. Eine Umsetzung wird im Zusammenhang mit der beabsichtigten Beleuchtung des Parkplatzes angestrebt, die für das Jahr 2022 vorgesehen ist. Neben der Auswertung der verkauften P+R-Tickets kann dann zukünftig die Belegung des Parkplatzes in Echtzeit geprüft und ausgewertet werden und auf mögliche Nutzungskonflikte reagiert werden.

Neben der Beleuchtung und Videodetektion soll auch eine weitere Aufwertung des Parkplatzes z.B. durch einen Ausbau in Asphalt geprüft werden.

Weitere Möglichkeiten des Kfz-Parkens werden im Umfeld des Freibades untersucht.

Fahrradparken

Im Eingangsbereich des Freibades wurden so genannte „Felgenknicker“ (Vorderradhalter) durch stabile Fahrradbügel ersetzt. Hierdurch wird ein komfortables und sicheres Abschließen der Fahrräder am Rahmen ermöglicht. Im Eingangsbereich gab es rd. 250 dieser Vorderradhalter, die im Jahr 2020 durch 50 Fahrradbügel mit 100 Abstellplätzen ersetzt wurden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite existieren noch weitere 17 Fahrradbügel mit 34 Abstellplätzen zwischen den Baumstandorten.

Im Bereich unmittelbar am Eingang (Gehweg und gegenüberliegende ehem. Bushaltestelle) werden bis zur Freibadsaison 2022 weitere 17 Fahrradbügel mit 34 Abstellplätzen nachgerüstet.

Im Rahmen des geplanten Umbaus der Hochbauten auf der Freibadanlage ist zunächst das Aufstellen von 33 weiteren Fahrradbügeln für nochmals 66 Fahrräder geplant.

In der Summe existieren dann 117 Fahrradbügel mit Abstellmöglichkeiten für 234 Fahrräder.

Unter Berücksichtigung heutiger Kennzahlen (Stellplatzsatzung Stadt Aachen) wäre 1 Fahrradstellplatz / 100m² Grundstücksfläche nachzuweisen. Bei einer Fläche von 28.550m² besteht demnach ein rechnerischer Bedarf von 285 Fahrradstellplätzen.

Im Bereich der geplanten Hochbaumaßnahme soll noch geprüft werden, ob durch die Aufstellung von so genannten Doppelstockparkern weitere Abstellplätze geschaffen werden können.

Zu den normalen Abstellmöglichkeiten an Fahrradbügeln werden auch Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder und gesicherte Abstellmöglichkeiten zum Beispiel in Sammelschließanlagen (Fahrradparkhäuschen) geprüft werden.

Hinsichtlich einer Velocity-Station im Umfeld des Freibades werden Standorte im Bereich des Kreisverkehrs Goethestraße geprüft. Die Realisierung einer Velocity Station ist abhängig von den Finanzierungmöglichkeiten beim Unternehmen Velocity. Hierzu laufen derzeit grundsätzliche Abstimmungen zwischen Velocity und der Stadt Aachen.

ÖPNV Anbindung

Wie bereits in der Vorlage im Juni/Juli 2021 dargestellt sollen tarifliche und angebotsseitige Verbesserungen der ÖPNV Anbindung geprüft werden.

Die Möglichkeiten für ein Kombi-Ticket wurden mit ASEAG und AVV besprochen. Es wird davon abgesehen ein zusätzliches Ticketangebot auszurollen. Vielmehr wird mit dem Start des E-Tarifs im AVV (Dezember 2021) die Möglichkeit geschaffen, den online Ticketkauf des Freibades mit dem online Ticketvertrieb (Webshop) des AVV zu verknüpfen. Hierzu finden nach dem Start des AVV E-Tarifs weitere Abstimmungen statt. Hinsichtlich der angebotsseitigen Verbesserungen ist insbesondere an den Wochenenden und in den Ferienzeiten eine Leistungsausweitung im ÖPNV zu prüfen. Die Ergebnisse der Befragung der Besucher*innen im Jahr 2022 werden in die Planung einfließen. Wesentliche Leistungsausweitungen im Busverkehr können zum dann folgenden Fahrplanwechsel im Sommer 2023 umgesetzt werden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2021-12-08 FB 61_0275_WP18 Verbesserung der Err SAO.pdf

23.10.2024

147.3 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Sportausschusses
Gremium
Sportausschuss
Datum
Do., 16.12.2021
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
9.2.2026
Inhalt abgerufen
9. Februar 2026 um 19:32