22. Februar 2022 um 17:00, Eurogress Aachen
TOP 8Öffentlich

Entwicklung der MusikschuleAntrag der Fraktion Die Linke vom 06.09.2021

E 49.5/0025/WP18 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Es folgt eine ausführliche PP-Präsentation durch Herrn Gassenmeier bzw. Herrn Schavan.
Ratsherr Pilgram dankt der Fraktion Die Linke für die Einbringung des Antrags sowie Herrn Gassenmeier und seinem Team für die Vorlage. Er hinterfragt wieso die Probleme im IT- bzw. Wlanbereich nicht bei der Umbaumaßnahme bedacht worden sind.
Er regt Richtung Verwaltung an, solche Wünsche auch vorab der Politik mitzuteilen, damit diese entsprechend reagieren kann. Des Weiteren hebt er hervor, dass der Bereich IT innerhalb des E 49 verbessert werden muss.
Die Beigeordnete, Frau Schwier, weist auf die Vorgehensweise der Verwaltung hin, wonach die Punkte zunächst im Wirtschaftsplan aufzunehmen sind, was für alle Bereiche der Stadtverwaltung gilt. Danach erfolgen politische Beratungen sowie Priorisierungen. Sie verweist ausdrücklich darauf hin, dass diese Reihenfolge einzuhalten ist.
Die letzten 2 Jahre haben insbesondere durch Corona gezeigt, wie wichtig das Thema Digitalisierung ist. Hier werden zukünftig Lösungen gefunden.


Frau Epstein erklärt, dass der Antrag hinsichtlich WLan bereits im September 2021 gestellt wurde, das Thema aber nicht weiter behandelt wurde.
Frau Crumbach-Trommler hinterfragt, wieso das Thema WLan nicht bereits beim Umbau bzw. der Renovierung des Gebäudes ein Thema war. Dies gilt auch für die Akustik. Frau Crumbach-Trommler erklärt, dass die 35.000 Euro für das WLan zu stemmen sind. Im Vergleich zu den geleisteten Ausgaben für das Stadtglühen Festival handelt es sich hier um einen niedrigen Betrag, der langfristig dem Hause zu Gute kommt.
Ratsfrau Dr. Schmeer schließt sich den Anmerkungen von Ratsherrn Pilgram an und erklärt, dass die Politik zu spät Informationen über evtl. Probleme erhält.
Herr Schavan führt aus, dass das Thema WLan bereits seinerzeit thematisiert wurde, jedoch mangels entsprechender Mittel nicht umgesetzt werden konnte.
Herr Schavan ergänzt die Ausführungen von Herrn Gassenmeier mittels PPP.
Er macht deutlich, dass auch für die Akustik zusätzliche Mittel erforderlich sind, sodass die Umsetzung auch hier im Nachgang erfolgen kann.
Abschließend erklärt er, dass im Sommer 2023 die Zielvorgabe gilt, dass im Sommer 2023 die Maßnahmen hinsichtlich der Akustik abgeschlossen sind. Die Ausschussvorsitzende, Ratsfrau Keller, und der Betriebsleiter, Herr Müller, danken Herrn Gassenmeier und Herrn Schavan sowie ihren jeweiligen Teams für die geleistete Arbeit. Unter Bezugnahme auf die Bemerkung von Frau Crumbach-Trommler erklärt Herr Müller, dass die Ertüchtigungen hinsichtlich des WLans der Musikschule nicht gegen das Stadtglühen Festival abzuwägen sind. Er verweist darauf, dass die Kulturbranche sehr unter den Corona-Maßnahmen gelitten hat.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Kultur und Theater beschließt einstimmig:Der Betriebsausschuss Kultur und Theater nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Kultur und Theater nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

1) Jahresbericht 2021

Unterricht

Auch im Jahr 2021 war die Arbeit der Musikschule deutlich von der Pandemie geprägt: Das Jahr begann mit einer langen Lockdown-Phase, in der Unterricht zunächst ausschließlich online und im weiteren Verlauf für viele Monate in Präsenz nur mit großen Einschränkungen stattfinden konnte. Unterricht in Gruppen und die Ensemblearbeit/Chöre waren besonders betroffen. Die elementaren Musikkurse und die Aktivitäten in den zahlreichen Bildungskooperationen der Musikschule fanden im Schuljahr 2020/21 über große Teile des Schuljahres nicht statt.

Veranstaltungen

Bis zu den Sommerferien konnten keine Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. Alternative Aktivitäten waren Videoproduktionen z.B. des Popchors oder der Livestream eines Kammerkonzerts aus der Annakirche. Besonderes Highlight war die „Entdeckungsreise mit Rainer und Tigerchen durch die Musikschule“, eine gemeinsame Filmproduktion von Lehrkräften und Schüler*innen zur Instrumentenvorstellung für die Elementarkinder der Musikschule.

Seit Sommer 2021 finden – unter strengen Hygieneregeln – wieder regelmäßige Klassenvorspiele im Kammermusiksaal der Musikschule statt. Sogar ein umjubeltes Weihnachtskonzert des Flow-Chores im Eurogress war im Dezember möglich.

Jugend musiziert

Der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ 2021 wurde – wie auch im weiteren Verlauf auf Landes- und Bundesebene – ausschließlich als Videowettbewerb durchgeführt. Nicht nur die Wertungsspiele wurden über Video aufgezeichnet und bewertet, sondern auch die gesamte Vorbereitungsphase musste von den Lehrkräften ausschließlich durch Onlineunterricht bewerkstelligt werden. Dass trotz dieses besonderen Settings immerhin noch fast 50 Teilnehmer*innen an dem Wettbewerb teilgenommen haben, spricht für die Zugkraft, die diese Veranstaltung nach wie vor innehat.

Für 2022 wird davon ausgegangen, dass der Regionalwettbewerb am 5./6.2.2022 als Präsenzveranstaltung teilöffentlich mit Zugangsbeschränkungen ausgerichtet werden kann (Stand: 17.1.2022).

2) Entwicklungen, Projekte

Instrumenten-Entdecker*innen

Mit Beginn des Schuljahrs 2021/22 hat die Musikschule mit den „Instrumenten-Entdecker*innen“ ein neues Unterrichtsprojekt gestartet: Innerhalb eines Schuljahres können Kinder von 5 bis 10 Jahren in verschiedenen Modulen auf „Erkundungstour“ verschiedene Instrumente ausprobieren und anschließend im „Instrumentenlabor“ vertiefen. Wesentliche Akzente sind dabei das Heranführen ans Ensemblespiel vom ersten Anfang an sowie die Wahrnehmung und Werbung für nicht so häufig gewählte, gleichwohl für die Orchesterarbeit bedeutsame Instrumente insbesondere bei den tiefen Bläserstimmen.

Ensemblearbeit

Während die Chöre der Musikschule mit den Lockerungen nach den Sommerferien wieder präsent oder im hybriden Setting proben konnten, ist die Lage bei den Instrumentalensembles mit großer Sorge zu betrachten. Im Bereich der Streicher und Bläser gibt es derzeit kein aktives Ensemble am Haus mehr. Da die Ensemblearbeit und allgemein die Anleitung zum gemeinsame Musizieren als prominenter Bildungsauftrag der kommunalen Musikschule anzusehen ist, ist die Entwicklung eines abgestimmten Ensemblekonzepts und der Neuaufbau einer alters- und leistungsabgestuften Orchesterarbeit mit Abklingen der aktuellen Coronawelle eine der drängendsten inhaltlichen Aufgaben.

Zukunftstag

Am 2.9.2021 fand die erste Gesamtkonferenz des Musikschulkollegiums seit Ausbruch der Pandemie im Depot statt. Unter anderem vereinbart wurde ein „Zukunftstag“ als Klausurtag für das Gesamtkollegium im April 2022, um im partizipativen Format Perspektiven der gemeinsamen Arbeit weiterzuentwickeln.

Förderverein

Der Verein der Freunde und Förderer der Musikschule e.V. hat auch in 2021 die Arbeit Musikschule wieder an vielen Stellen unterstützt. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt und per Satzungsänderung ein Beirat als neues Vereinsorgan gebildet. Das Gremium besteht aus Persönlichkeiten aus Aachener Kultur und Politik und hat gegenüber dem Vereinsvorstand beratende Funktion.

3) Musikschule in Zahlen

Durchschnittliche Belegungen*

2018

2019

2020

2021**

Elementare Musikkurse

1.081

1.039

1.151

811

Instrumental- und Vokalfächer

1.410

1.365

1.342

1.304

Sonstige (z.B. Sing-, Streicher- und
Bläserklassen, Projekte)

1.209

1.351

923

884

Ensemble- und Ergänzungsfächer

362

330

437

361

Summe

4.062

4.085

3.853

3.360

davon in Kooperation***

1.416

1.422

1.484

nicht ermittelb.**

*) Die Statistik gibt die angemeldeten Schülerzahlen der EDV wieder und berücksichtigt nicht coronabedingte Unterrichtsausfälle

**) vorläufige Datenauswertung unter Vorbehalt, Statistikmodul für 2021 noch nicht verfügbar.

***) statistisch erfasste Schülerzahlen von Projekten in direkter vertraglicher Bindung mit Kitas und Schulen

4) Personalsituation

Anteil TVöD/Honorar

Nach Umsetzung der letzten Umwandlungsrunde Honorar/TVöD stellt sich der Anteil versicherungspflichtig beschäftigter Lehrkräfte an der Musikschule wie folgt dar (Stichtag 31.12.2021):

Köpfe

Anteil Jahreswochenstunden*

% Unterrichtsvolumen

Gesamt

79

1.276

100 %

TVöD

49

973

76 %

Honorar

30

303

24 %

*) Die Jahreswochenstunde ist die rechnerische Größe einer Unterrichtseinheit à 45 Min., die jede Woche das gesamte Schuljahr hindurch stattfindet.

Musikschuloffensive NRW

Eine weitere Perspektive für die Personalentwicklung ergibt sich aus der „Musikschuloffensive“ des Landes Nordrhein-Westfalen. In deren Rahmen stellt das Land zusätzlich zur Landesförderung weitere zweckgebundene Mittel zur Erhöhung des TVöD-Anteils unter den Beschäftigen an kommunalen Musikschulen bereit, die in 2022 abgerufen werden.

Regiezeiten im Elementarbereich

Eine weitere Verbesserung der Arbeitssituation ergibt sich dadurch, dass die Stadt Aachen der Empfehlung des Musikschulverbands folgt und für den Bereich Großgruppenunterricht ab 08/2020 pauschale Regiezeiten für die in diesem Bereich tätigen Lehrkräfte anerkennen wird.

5) Haushaltslage

Allein durch die pandemiebedingten Unterrichtsausfälle fielen Mindereinnahmen und Erstattungszahlungen in 2020 und 2021 in Höhe von rund jeweils 200T€ an, damit also etwa rund 15% Abweichung vom Wirtschaftsplan (1,31 Mio. €).

6) Stand Bauakustiksanierung

Das Zentralgebäude der Musikschule am Blücherplatz kann aufgrund der bekannten bauakustischen Gegebenheiten in erheblichen Teilen noch nicht genutzt werden. Die akustischen Probleme betreffen das Erdgeschoss und die meisten Räume des 1. Obergeschosses, sodass sich das Unterrichtsgeschehen im 2. und 3. Obergeschoss drängt und weiterhin Räume der VHS in der Eintrachtstraße mitgenutzt. Wie berichtet, wurden 2020 anhand des von der Musikschulleitung erstellten Nutzungskonzepts die notwendigen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Prof. Siebel/RWTH ermittelt und der Investitionsbedarf in Höhe von 500.000 € beziffert. Diese Mittel wurden – verteilt auf die Jahre 2021 und 2022 – in den Haushalt eingestellt. Die Umsetzung wurde in einem Termin von E49 und E26 am 15.4.2021 weiter konkretisiert und ein Zeitfenster für die Maßnahmen festgelegt.

Aufgrund der komplexen akustischen Wirkungszusammenhänge und der daraus resultierenden immer wieder neu notwendigen "unkonventionellen" Handlungsansätze scheint Raum für Raum nur äußerste Akribie und Sorgfalt des eingeschalteten Spezialisten Erfolg zu versprechen. Hier bedarf es von allen Beteiligten weiterhin ein hohes Maß an Unterstützung.

Für die nachträgliche baufachliche und akustische Befähigung dieses Gebäude gibt es keine "Blaupause". Erfahrungen mit dieser Art von Problemlage liegen nicht vor (daher die Einschaltung eines der bundesweit führenden Bauakustikers).

Die Dringlichkeit der Herleitung des Erfolges ist allen Beteiligten klar.

Vertreter des Städtischen Gebäudemanagements werden über den Sachstand, das weitere Vorgehen und die notwendige Unterstützung aller Beteiligten zur Sicherstellung des Erfolges berichten.

7) WLAN

Das Ziel der Gesamtausleuchtung des Gebäudes am Blücherplatz mit WLAN konnte trotz intensiver Bemühungen der Schulleitung und des IT-Management des Kulturbetriebs bis jetzt nicht erreicht werden. Im 2. und 3. Obergeschoss fehlt die LAN-Verkabelung, sodass Anschlüsse für die notwendigen Access-Points fehlen. Für die dazu notwendigen Baumaßnahmen liegt ein Kostenvoranschlag in Höhe von 35.000 € vor. Diese Mittel sind weder in die Haushalte 2021 noch 2022 eingestellt worden. Seit Mai 2021 wird die Idee einer provisorischen Alternativlösung durch ein drahtlos verstärktes Funknetz verfolgt. Dazu sind Vorarbeiten erfolgt, sodass mittlerweile ein WLAN-Signal im Erdgeschoss verfügbar. Allerdings kann hier aufgrund der akustischen Situation kein Unterricht stattfinden. Eine Weiterleitung des Signals mit sog. Mesh-Routern ist aufgrund Lieferschwierigkeiten (Chipmangel) bisher nicht erfolgt.

Ein funktionierendes WLAN-Netz bildet nicht nur die Grundbedingung zur weiteren Bewältigung der Coronakrise (Online-Unterricht), sondern insgesamt für die digitale Fortentwicklung des Hauses im Bereich der Pädagogik, Kommunikation und Verwaltung von hoher Bedeutung. Zudem ist leistungsfähiges WLAN Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der „Digitalisierungsoffensive“ des Landes NRW.

8) Digitalisierungsoffensive NRW

Parallel zur „Musikschuloffensive“ stellt die Landesregierung einmalig 6 Mio. € Projektmittel zur landesweiten Ausstattung der Musikschulen mit digitaler Hardware bereit. Der Musikschule der Stadt Aachen stehen daraus insgesamt 61T€ zu, die mit weiteren 15T€ Eigenmittel (20%) ergänzt werden müssen. Hieraus werden in 2022 Tablets für die alle Lehrkräfte sowie weitere digitale Medien wie Smartboards und bluetoothfähige Endgeräte beschafft.

Termine 1. Halbjahr 2022 (unter Vorbehalt! – Stand 17.1.2022)

-14.05.2022:Tag der offenen Tür, Blücherplatz

-13. bis 18.06.2022:Ensemblewoche im Ludwig-Forum

-23./24.06.2022:OpenAir mit dem Popchor, Katschhof


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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2022-01-19 E 49.5_0025_wp18 entwicklung der musi sao

19.11.2024

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Metadaten

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Ö 8
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater
Gremium
Betriebsausschuss Kultur und Theater
Datum
Di., 22.02.2022
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
Kulturservice
Geändert
25.2.2026
Inhalt abgerufen
25. Februar 2026 um 10:57