Sachstand Smart Shopping Aachen
FB 02/0141/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Pilgram (Die Grünen) begrüßt die Leiterin des Projekts "Smart Shopping Aachen", Frau Maaßen (FB 02), die sich für die Einladung bedankt und mit ihrer Präsentation beginnt. Diese ist als Anlage beigefügt. Im Anschluss an die Präsentation bedankt sich Herr Pilgram (Die Grünen) für den Vortrag und eröffnet die Fragerunde.
Herr Bruch (die Grünen) fragt nach dem finanziellen Mehrbedarf, der noch nicht in der Vorlage angeführt wurde, und bittet um Auskunft, ob es sich dabei um eine dauerhafte Finanzierung handelt. Frau Maaßen (FB 02) verneint dies. Zunächst wäre die Weiterführung des Projekts auf drei Jahre beschränkt. Die Weiterführungskosten seien in der Vorlage nicht aufgeführt, da erst in der letzten Woche die Weiterführung des Projektes diskutiert worden sei.
Herr Kiemes (CDU), der die Webseite im Vorfeld besucht hat, findet es sehr gut, dass es so etwas in Aachen gibt. Gerade in diesen schweren Zeiten, wäre es wichtig den Einzelhändlern eine Zukunftsperspektive zu bieten. Es wäre ihm aufgefallen, dass viele seiner Lieblingsläden, wie der Süßigkeiten- oder Weinhändler, nicht Partner von Smart Shopping sei. Er vermutet, dass die Nutzung der Webseite sehr viel höher wäre, wenn man diese Benutzermagneten auch für die Seite gewinnen könnte. Außerdem gefalle Ihm zwar das Design, er würde aber den regionalen Bezug auf der Webseite vermissen. Zudem wären die Lieferzeiten deutlich länger, als bei der internationalen Konkurrenz. Frau Maaßen (FB 02) bedankt sich für das Feedback, betont aber, dass es nicht Ziel der Webseite wäre, Amazon oder ähnlichen Onlinehändlern Konkurrenz zu machen. Dies wäre ohnehin nicht möglich. Vielmehr solle die Sichtbarkeit der hiesigen Einzelhändler*innen erhöht werden. Dabei würde man ganz bewusst keine großen Ketten ansprechen, sondern inhabergeführte Betriebe.
Herr Bruch (Die Grünen) würde gerne wissen, wie oft die Seite, neben den teilnehmenden Betrieben, von Nutzer*innen besucht wird. Frau Maaßen (FB 02 antwortet), dass man zurzeit 3000 Besucher*innen und 15.000 Sitzungsaufrufe verzeichnen könne. Dabei müssten aber zwei wesentliche Faktoren beachtet werden. Zum einen würden nicht alle Nutzer*innen ihr Einverständnis zur Datenerfassung geben, zum anderen ist die aktive Bewerbung der Webseite erst in dieser Woche angelaufen. Wie wirksam das Marketing sein wird, wird sich also noch zeigen. Generell, so betont Frau Maaßen (FB 02), braucht es eine gewisse Zeit, bis sich eine solche Plattform etabliert und verfestigt. Wichtig bei der Beurteilung der Webseite würden im weiteren Verlauf auch noch die Bestellzahlen werden.
Auch Frau Meyer (Die Grünen) findet das Konzept der Webseite gut. Sie fragt, ob in dem weiteren Finanzierungsplan auch die technische Weiterentwicklung berücksichtigt wurde, da sie insbesondere im Hinblick auf die Schnelligkeit der Seite Nachholbedarf sieht. Frau Maaßen (FB 02) stimmt ihr zu. Eine Weiterentwicklung der Webseite, auch nach Projektende, wäre sicherlich gut und auch notwendig. In der Folgefinanzierung wäre dies aber nur zu einem geringen Anteil angedacht.
Herr Bruch (Die Grünen) möchte gerne wissen, welche finanzielle Belastung die Händler bei der Nutzung der Webseite tragen müssen. Frau Maaßen (FB 02) erklärt, dass dies noch nicht final geklärt wäre. Bei der aktuell laufenden Händlerbefragung würde die Zahlungsbereitschaft abgefragt. Zum jetzigen Zeitpunkt würde sich abzeichnen, dass die Händler*innen 10€ bis 50€ pro Monat bereit wären für die Nutzung der Webseite zu zahlen. Hier zu plane man ein Abo-System einzuführen.
Ratsherr Hecker (CDU) findet das Projekt gut und richtig. Er fragt jedoch nach dem Kümmerer nach Projektende. Ihm ist aufgefallen, dass einige Standortangaben der Händler falsch angegeben wären. Für den Erfolg der Webseite wäre es sicherlich wichtig, die Seite auch redaktionell zu begleiten. Zudem merkt auch er die fehlende Geschwindigkeit der Webseite an, die viele von der Nutzung der Webseite abschrecken würde. Frau Maaßen stimmt ihm generell zu, man hätte sich aber im Laufe des Projektes dafür entschieden, den Händler*innen die eigene Präsentation zu überlassen. Dies hätte Vorteile, aber natürlich auch die genannten Nachteile. Beim Weiterführen des Projekts würde die Zuständigkeit jedoch weiterhin im Fachbereich 02 verbleiben.
Herr Pilgram (Die Grünen) stellt fest, dass es keine Wortmeldungen mehr gibt.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Wissenschaft und Digitalisierung nimmt den Sachstand Smart Shopping Aachen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Sachstandsbericht zum Projekt ‘Smart Shopping Aachen‘ (vorher: Hybrider Einzelhandel; Digitale Modellregionen – Smart City)
Über das vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW im Rahmen der Digitalen Modellregionen geförderte Projekt ‘Smart Shopping Aachen‘ wurde zuletzt in der AAWD-Sitzung am 01.06.2021 ausführlich berichtet. Daher wird nachfolgend ein kurzer Statusbericht gegeben.
Nach der Umbenennung des Projektes ‘Hybrider Einzelhandel‘ zu ‘Smart Shopping Aachen‘ erfolgte im Herbst letzten Jahres eine zweiwöchige Testphase der technischen Infrastruktur mit ca. 50 Aachener Bürger*innen. Die Ergebnisse wurden zur Modifizierung und Weiterentwicklung der Plattform genutzt. Seit dem 08. November 2021 ist die digitale Plattform für die Öffentlichkeit freigeschaltet und kann unter smart.aachen-shopping.de eingesehen werden. Auf der Plattform sindbereits knapp 90 Einzelhändler*innen und Gastronom*innen vertreten (Stand Anfang März 2022), bieten Services an und stellen ihre Produkte im digitalen Schaufenster aus. Zum Start sind u. a. folgende Werkzeuge bzw. Funktionen verfügbar:
- Profilverwaltung inkl. Registrierungsfunktion
- Übergreifende Suche (Produkte, Marken, Geschäfte, Gastronomiebetriebe, sonstige Schlagworte)
- 360°-Rundgang
- Navigation zum Geschäft/Gastronomiebetrieb
- Einzelhandelsspezifisch: Produktpflege, Reservieren & Abholen, Onlineterminvereinbarung, Verlinkung zum Onlineshop der Geschäfte
- Gastronomiespezifisch: Pflege von Speisen (z. B. Menü des Tages/der Woche), Speisekartenverlinkung, Onlinetischreservierung
- Redaktionelle Aufbereitung verschiedener Themen
Kürzlich wurde die Funktion „Click & Collect“ und damit auch die Möglichkeit den Warenkorb mit Produkten verschiedener Anbietenden zu befüllen, ausgerollt. Während nun Zahlung und Abholung im Geschäft möglich ist, werden in den nächsten Wochen weitere Zahlungs- und Lieferoptionen hinzukommen. Weitere Werkzeuge, wie zum Beispiel Produktempfehlungen, Veranstaltungen und Einkaufstouren sind ebenfalls in Planung.
Das Projekt wird zudem von einer Workshopreihe begleitet, die die Einzelhändler*innen und Gastronom*innen dabei unterstützt die technische Infrastruktur erfolgreich zu nutzen. Im letzten Jahr haben 22 Workshops stattgefunden, davon vier vor Ort im OecherLab, der Rest digital via Zoom. Themen waren z. B. Marketingmaßnahmen, digitale Technologien, Warenwirtschaftssysteme, Bildbearbeitung und Datenschutz. Für dieses Jahr sind drei weitere Workshops im März und April geplant.
Das Aufzeigen neuer, digitaler Werkzeuge erfolgt zudem auch durch Veranstaltungen im Rahmen des Projektes. Nach den ersten drei „Digitalen Einkaufsbummeln“ über die Plattform Wonder.me wurden im letzten Jahr drei weitere Veranstaltungen als Instagram-Live-Shopping-Event durchgeführt. Während sich die Zuschauer*innen an diesen Abenden von den Geschäften zu Mutter- und Vatertag-, Sommer- und Fairtrade-Produkten inspirieren ließen, konnten die Geschäfte ein neues Format ausprobieren und Hemmschwellen bei der Digitalisierung weiter senken. Für Mäz und Mi sind zwei weitere „Digitale Einkaufsbummel“ sowie eine Netzwerk- und Abschlussveranstaltung in Planung.
Stand März 2022 nahmen 95 Einzelhändler*innen und 11 Gastronom*innen an den Workshops bzw. an den sechs„Digitalen Einkaufsbummel“-Veranstaltungen im Rahmen des Projektes teil.
Das Projekt wird darüber hinaus von umfangreichen Marketingmaßnahmen begleitet, darunter z. B. Radiospots, Zeitungsanzeigen, Giveaways, Flyer, Schaufenstersticker, Bespielung der Fläche am Eisenman, Erklärvideos und Social-Media-Beiträge und -anzeigen.
In den nächsten Monaten wird die technische Infrastruktur unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und des Digitalisierungslevels der Einzelhändler*innen und Gastronom*innen sowie der Konsument*innen weiter ausgebaut. Darüber hinaus entwickelt das IMA im Rahmen eines seiner Arbeitspakete ein Geschäftsmodell für die nachhaltige Weiterführung der Plattform. Hierzu sind weitere interne Workshops sowie eine Umfrage mit Aachener Einzelhändler*innen und Gastronom*innen zu den möglichen Umsetzungsvarianten des Geschäftsmodells geplant. Es ist vorgesehen, dass die Plattform zum Projektende mit Einkaufen in Aachen zusammengeführt und damit das Geschäftsmodell an Einkaufen in Aachen bzw. an den MAC e. V. übergeben wird. Das Projekt läuft noch bis zum 31. August 2022.
Durch das Projekt konnte bis hier hin ein sehr wertiges und niederschwellig nutzbares Produkt entwickelt werden, welches einen positiven Einfluss auf das Image der Einkaufsstadt Aachen hat. Der erfolgreiche Weiterbetrieb der Plattform nach Auslaufen der Förderphase kann jedoch nur dann sichergestellt werden, wenn ausreichend Budget für Marketingmaßnahmen zur Verfügung steht, um das Angebot bekannter zu machen. Ebenso muss eine „Kümmerer-Funktion“ sichergestellt sein, die sich mit der Akquise, der Qualitätsprüfung der Inhalte sowie der redaktionellen Pflege der Plattform beschäftigt, um langfristig ein attraktives Angebot für die Bürger*innen zu schaffen. Die Rahmenbedingungen für die verpflichtende Fortführung der Plattform in den nächsten drei Jahren werden aktuell noch mit dem Fördermittelgeber geklärt. Da die Aufwände nicht ausschließlich durch den, von der Corona-Pandemie immer noch betroffenen Einzelhandel und die Gastronomie getragen werden kann, wird eine Unterstützung durch die Verwaltung als sinnvoll und notwendig erachtet.
In der Ausschusssitzung am 10. Februar 2022 wird mündlich zum aktuellen Projektstand berichtet.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 111966
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=111966
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-03-16 FB 02_0141_WP18 Sachstand Smart Shop SAO.pdf
17.11.2024
125.0 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 9
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Digitalisierung
- Gremium
- Ausschuss für Wissenschaft und Digitalisierung
- Datum
- Do., 07.04.2022
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 25.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 25. Februar 2026 um 11:21
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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