Digitale Essensgeldabrechnung in städtischen Kindertageseinrichtungen
FB 45/0214/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Küppers sieht grundsätzlich kein Problem mit der Vorlage. Seine Fraktion werde dieser zustimmen, da die vorgeschlagene Vorgehensweise die Arbeit der Erzieher*innen erleichtern werde. Problematisch sieht er jedoch die Gebühr von 20-25 Cent pro Essen, die seiner Berechnung nach eine Erhöhung um 5-10% der Kosten bedeuten würde. Wie bekannt sei, votiert die SPD für ein vollständig kostenfreies Mittagessen in Kitas. Er fragt nach, ob geprüft werden könne, inwiefern es Anbieter gibt, die nicht pro Essen, sondern über eine Pauschale abrechnen, so dass eine Übernahme über den städtischen Haushalt möglich wäre.
Herr Brötz gibt zu bedenken, dass mit der beschriebenen Vorgehensweise eine Spitzabrechnung möglich und es dadurch möglicherweise gar nicht zu einer Mehrbelastung für die einzelne Familie kommen werde, sondern ggfs. sogar zu einer für die Familien günstigeren Lösung.
Frau Schmitt-Promny ergänzt den Aspekt der Nachhaltigkeit und Ökonomie, der aus ihrer Sicht mitberücksichtigt werden sollte. Wichtig sei ein Angebot zu finden, bei dem möglichst wenig Essen entsorgt werden müsse.
Frau Scheidt fasst zusammen, dass es sich um ein neues Projekt handele, bei dem abzuwarten sei, wie es sich entwickelt und in angemessener Zeit nochmals Bericht erstattet werden könne. Es sei gut, dass man sich hier auf den Weg macht und für Entlastungen in den Kitas sorgt.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Ausgangslage
In den 56 städtischen Kindertageseinrichtungen (Kitas) wurden in den letzten drei Kindergartenjahren durchschnittlich 3.683 Kinder betreut. Im ganztägigen Besuch der Einrichtungen nutzen die Kinder verschiedene Verpflegungsangebote wie Getränke, Mittagessen, Snacks, u.ä..Die Abwicklung der von den Eltern zu zahlenden Verpflegungsgelder erfolgt – neben dem Erwerb und der Bestellung von Obst, Getränken u.ä. – für das Mittagessen als durchlaufender Posten treuhänderisch über die Leitungen der Einrichtungen. Dabei handelt es sich je nach Größe der Einrichtung um teilweise erhebliche vierstellige Summen.Hierunter fällt auch die Abrechnung von Drittmitteln in Form von Bildungs- und Teilhabeleistungen (BuT). Fürdiese Tätigkeiten steht aktuell keine IT-Lösung zur Verfügung. DieErfassung und Abrechnung erfolgt händischüber Kassenbücher, städtische Girokonten und Erfassungslisten. Auch aufgrund der in den letzten Jahren immer weiter gestiegenen quantitativen und qualitativen Anforderungen, kommen die Kita-Leitungen hieran ihre Kapazitätsgrenzen.
Aufgrund der folgendenAspekte wird eine Veränderung der bestehenden Vorgehensweise für notwendigerachtet:
Reduzierung des händischen Aufwands durch IT-Verfahren
Die Abrechnung und Dokumentation der Verpflegungsgelder nehmen große Zeitanteile der Kita-Leitungen und derständigen Stellvertretungen ein. Die Verpflegungsgelder werden inklusive der BuT-Leistungen mitunter monatlichabgerechnet. Die hierfür aufgewendeten Zeiten werden dringend für andere Aufgaben im Rahmen vonBetreuungs- und Bildungsarbeit,Erziehungspartnerschaft und Personalführung benötigt.
Reduzierung von Fehlerpotentialen
Die Kita-Leitungen und ständigen Stellvertretungen haben einen pädagogischen Schwerpunkt im Rahmen ihrer Ausbildung genossen. Bei der Abrechnung und Dokumentation übernehmen sieklassische Verwaltungstätigkeiten, was in gewissem Rahmen innerhalb von administrativen Leitungsaufgaben durchaus erforderlich ist. Aufgrund der hohen Anzahl an Bezahlvorgängen wohnt diesemhändischen System mit fachfremden Kräften jedoch ein großes Fehlerpotential inne, welches es zu vermeiden gilt. Dies kann durch eine IT-Lösungdeutlich reduziert werden.
Reduzierung des Konfliktpotentials
Die Kommunikation rund um die Bezahlung des Verpflegungsgeldes, um evtl. Außenstände oder Rückerstattungswünsche der Eltern fälltüberwiegend in die „Hol“- und„Bring“-Phase der Kinder. Hier stehen viele Eltern bereits unter erheblichem Zeitdruck. Gleichzeitigsind nahezu ständig andere Elternteile anwesend, so dass es kaum möglich ist, dieses sensible Themaadäquat anzusprechen. Dies birgt teils erhebliche Konfliktpotentiale; im Sinne der Kinder istjedoch eine zielführende Abstimmung notwendig, um allen Kindern das Wahrnehmen der Verpflegungsangebote zu ermöglichen.
Korruptionsprävention
Die Kita-Leitungen verwalten und verausgaben teils erhebliche Geldbeträge. Da es sich um die Leitung einer Außenstellehandelt, befindet sich i. d. R. kein*e Vorgesetzte*r vor Ort. Um die Kita-Leitungen vor möglichen Konflikten/Vorwürfen zu schützen und eine Rechtfertigungsrolle zu vermeiden, könnte durch eine IT-Lösung ein für Eltern, Kita-Leitung und Fachbereich (FB 45) transparentes und sicheres System geschaffen werden.
- Geplante Maßnahme
Wie bereits im Sachstandsbericht zur Kassenprüfung in Kitas (Vorlage vom 24.08.2021, Vorlagen-Nr.: FB45/0128/WP18) beschrieben, ist die Vergabeeiner Dienstleistungskonzessionzur digitalen Bestellung und Abrechnung vonVerpflegungsgeldern für das Mittagessenin den eigenen städtischen Kitas geplant.Angestrebt wird eine IT-Lösung in Form einer niedrigschwelligen, internetgestützten Plattformlösung, die nicht selbst von der Stadt Aachen betrieben wird. Ein Einsatz einer entsprechenden IT-Lösung ist zum 01.01.2023 in allen städtischen Kitas geplant.
Damit wirdden Eltern eine deutlich komfortablere Lösung angeboten, bei der sie dieerforderlichen Tätigkeiten von zu Hause oder unterwegs erledigen können. Die Eltern verfügen über ein Guthabenkonto und erhaltenjederzeit in digitaler Form Transparenz über den Stand der Abrechnung und die Bestellung der Mittagessen. Auch die Bestellung der Mittagessen selber würde in digitalerForm transparenter erfolgen können.
Über das Abrechnungsprogramm ist auch eine direkte Verrechnung der BuT-Leistungen möglich, so dass sich hier der aktuelle Aufwand in den Kitaserheblich reduzieren wird.
Es wird beabsichtigt, eine entsprechend definierte Dienstleistungskonzessionfür die Dauervon drei Jahren mit einer stadtseitigen Verlängerungsoption zu vergeben.
Hierzu soll zunächst eine Verhandlungsvergabe mit Teilnehmerwettbewerb erfolgen. Die gemeinsamen Abstimmungen mit FB 60 und FB 14 und FB 11 finden bereits statt.
Erste Recherchen haben ergeben, dass es verschiedene Anbieter gibt, die diese Anforderungen ineiner datenschutzkonformen Lösung erfüllen könnten. Dabei agieren die bekannten Dienstleister direkt ineinem Dreiecksverhältnis mit den Eltern und den Caterern.
Entsprechende Anpassungen, die das System verdeutlichen, werden dementsprechendim Rahmen der Betreuungsverträge erforderlich sein.Hier ist bereits ein Hinweis in den Betreuungsverträgen für das Kita-Jahr 2022/2023 angedacht.
Durch Erfahrungswerte anderer Träger ist bekannt, dass für die Dienstleistung der Abrechnung ein durchschnittlicher Betrag von 20-25 Cent pro Mittagessen erhoben wird. Dieser Betrag wird pro bestelltem Mittagessendirekt von dem Guthaben basierten Benutzerkonto abgebucht.Der so entstehende Mehraufwand für die Familien würde zwischen 3€ bis 5€ pro Monat liegen.Gleichzeitig ist durch die Nutzung dieser Anwendung eine Spitzabrechnung möglich, d.h. die Eltern zahlen keine Pauschale, sondern tatsächlich nur für die bestellten Mittagessen.Zudem könnten die Eltern jederzeit eine transparente Übersicht über die entstandenen Kosten für die bestellten Mittagessen ihrer Kinder aufrufen. Darüber hinaus würde ein erheblicher Arbeitsaufwand, der aktuell überwiegend bei den Leitungen der Einrichtungen liegt, eingespart und in die Betreuungs- und Bildungsarbeit mit den Kindern investiert werden können.
Selbstverständlich wird wie bisher dafür Sorge getragen, dass grundsätzlich allen Kindern die Teilnahme am Mittagessen ermöglicht wird.
Freie Träger aus der Regionarbeiten bereits – zum Teil auch schon seit mehreren Jahren –mit solchen Abrechnungssystemen und können auf positive Erfahrungen mit allen Beteiligten zurückschauen, so dass sie die jeweiligen IT-Lösungen nicht missen wollen. Die Kita-Leitungen betonen den Trägern gegenüber die positiven Auswirkungen hinsichtlich erheblicher Einsparungen des Arbeitsaufwandes,und auch die Familien profitieren von der vereinfachenden und übersichtlichen IT-Lösung.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
x | nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 112369
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=112369
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-04-04 FB 45_0214_WP18 Digitale Essensgelda SAO.pdf
19.11.2024
138.3 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 9
- Sitzung
- Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 26.04.2022
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 25.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 25. Februar 2026 um 11:21
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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