1. Juni 2022 um 17:00, Burtscheider Saal
TOP 6Öffentlich

Politische Partizipationsmöglichkeiten durch Informationen über das aktive und passive Wahlrecht fördern

FB 56/0184/WP18 · Entscheidungsvorlage

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Frau Ziesen informiert zu Beginn der Aussprache verwaltungsseitig darüber, dass trotz intensiver Bemühungen im Vorfeld aufgrund von Terminschwierigkeiten und Personalengpässen kein*e Vertreter*in des Fachbereichs „Kommunikation und Stadtmarketing“ in Präsenz an der heutigen Sitzung teilnehmen könne.

Frau Rejf und Herr Demmer kritisieren die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Umsetzung des Antrags vom 2. Februar 2022. Nicht auf Zustimmung trifft die Beschlussvorlage der Verwaltung vor allem deshalb, weil die Verwaltung

  • mit der vorgelegten Informationspostkarte den Arbeitsauftrag der Information, Aufklärung und Sensibilisierung von Migrant*innen in Aachen hinsichtlich der verschiedenen politischen Partizipationsmöglichkeiten und über das aktive/passive Wahlrecht bei Wahlen auf den verschiedenen politischen Ebenen (Bund, Land, StädteRegion, Stadt Aachen, Integrationsrat) nicht zureichend umgesetzt habe und
  • anders als mit Antrag vom 02.02.2022 von den Antragsteller*innen gefordert, kein geeignetes Gesamtkonzept erarbeitet habe, mit dessen Hilfe zweckdienliche Maßnahmen für eine spürbare Erhöhung der Wahlbeteiligung von Migrant*innen gerade auch aus Nicht-EU-Ländern und aus „politikfernen“ Gruppen bei den Wahlen von Oberbürgermeister*in, Rat, Bezirksvertretungen, StädteRegionsrat*rätin, StädteRegionstag und Integrationsrat umgesetzt werden könnten.

Auch Herr Dolan schließt sich im Grundsatz dieser Kritik an. Er regt ein Arbeitstreffen von Vertreter*innen der Antragsteller*innen mit der Fachverwaltung an, in dessen Verlauf die Ziele des Antrags sowie zweckdienliche Mittel und Maßnahmen besprochen werden könnten.

Andererseits vertritt Frau Derichs die Auffassung, dass der verwaltungsseitig vorgelegte Entwurf der Informations-Postkarte inklusive eines Links zur multilingualen Darstellung der Wahl- und Partizipationsmöglichkeiten auf der Homepage der Stadt Aachen („stadt_buerger“ „politik_verwaltung“ „wahlen“) der Intention der Antragsteller*innen gerecht werden könne. Außerdem hält Frau Derichs die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung aus Postkarte inklusive eines Links zu multilingualen Informationen auf der Webseite vor dem Hintergrund der sich in jüngster Zeit massiv wandelnden Kommunikationswege und dem Wunsch vieler Konsument*innen/Bürger*innen nach immer mehr papierloser Information (Stichwort: Ressourcenverbrauch) für zustimmungsfähig.

Für die Verwaltung bekräftigen Herr Tönnes und Frau Ziesen die Auffassung, dass eine Motivierung von politikwissenschaftlich als „politikfern“ zu bezeichnender Menschen mit Hilfe des auf der städtischen Homepage später noch zur Verfügung zu stellenden multilingualen Informationsangebots möglich sei. Entscheidend dafür sei letztlich die didaktische Qualität des mehrsprachigen Angebots auf der Homepage. In diesem Zusammenhang teilen Frau Derichs, Frau Ziesen und Herr Tönnes die Einschätzung, dass eine generelle Bearbeitung der Webseite der Stadt Aachen anstehe. Nach Abschluss dieser Aktualisierung könnten daher die neuen Webinhalte konkret aufgegriffen werden.

Frau Dogan erläutert, dass konkrete Maßnahmen für eine höhere Wahlbeteiligung von Migrant*innen bei der Integrationsratswahl sowie für eine mediale Darstellung und Präsenz des Integrationsrats seitens des Integrationsrats selbst entwickelt werdenmüssten .

Die Verwaltung werde diesen Prozess gerne unterstützen.

Die Auffassung, die Verwaltung habe mit der Vorlage den Antrag nicht umgesetzt, weisen Herr Tönnes und Frau Ziesen daher ausdrücklich zurück.

Im weiteren Verlauf der Diskussion diskutieren die Mitglieder des Integrationsrats unter anderem über den Umfang an gedruckten Informationen, den Neubürger*innen mit der sog. Willkommens-Tüte der Stadt Aachen erhalten sollten, und eine noch bessere Verzahnung der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Integrationsrats mit dem Informationsangebot für Migrant*innen in den Bereichen Wahlen und Partizipation.

Am Ende der Debatte danken einzelne Mitglieder des Integrationsrats Frau Schneider-Lander (Geschäftsstelle Integrationsrat) und den Mitarbeitenden der Fachbereiche „Wohnen, Soziales und Integration“ sowie „Kommunikation und Stadtmarketing“ für die vorgelegte Beschlussvorlage.

Für die Antragsteller*innen schlägt Herr Demmer folgenden geänderten Beschlussvorschlag vor:

„Der Integrationsrat nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Er lehnt die Postkarte in der vorgeschlagenen Form ab und beauftragt die Verwaltung, auf der Grundlage des Antrags vom 2. Februar 2022 geeignete Medien zu entwickeln, mit deren Hilfe die politische Teilhabe durch umfassende Informationen der Bürger*innen und Einwohner*innen weiterentwickelt werden können.“

In geänderter Form einstimmig wie folgt beschlossen:

Beschluss

Der Integrationsrat nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, dass eine Postkarte mit Informationen über das aktive und passive Wahlrecht nach dem Vorbild der Postkarte zu den Integrationsratswahlen 2020 erstellt wird, die per QR-Code auf die Internetseite des Wahlamtes verweist.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Integrationsrat nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, dass eine Postkarte mit Informationen über das aktive und passive Wahlrecht nach dem Vorbild der Postkarte zu den Integrationsratswahlen 2020 erstellt wird, die per QR-Code auf die Internetseite des Wahlamtes verweist.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Die Liste „Migranten für Integration und Teilnahme (MIT)“ und die Liste „Infopoint Bürgerinnen und Bürger für Aachen“ haben in der Sitzung des Integrationsrats der Stadt Aachen am 02.02.2022 den Antrag eingebracht, die politischen Partizipationsmöglichkeiten durch Informationen über das aktive und passive Wahlrecht zu fördern (siehe Anlage 1). Laut Antragstellung soll durch die Bereitstellung von Informationen zu den unterschiedlichen Wahlen sowie den verschiedenen wählbaren Gremien in mehreren Sprachen die politische Teilhabe der Bürger*innen und Einwohner*innen der Stadt Aachen aktiv gefördert werden.

Für eine praktikable Umsetzung der Bereitstellung von Informationen gemäß dem Antrag, haben sich die Fachabteilungen aus dem Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration (FB 56) sowie dem Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing (FB 13) intensiv ausgetauscht. Mit dem Ziel, die politischen Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten durch Informationen zu fördern, schlägt die Verwaltung Folgendes vor:

Orientiert an der Postkarte für die Integrationsratswahlen aus dem Jahre 2020 soll eine Postkarte erstellt werden, die mit der Webseite des Wahlamts der Stadt Aachen durch einen QR-Code verlinkt ist. Auf dieser verlinkten Seite werden alle relevanten Informationen in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung gestellt.

Aktuell liegen die Informationen auf der Webseite des Wahlamtes ausschließlich in deutscher Sprache vor. Diesbezüglich schlägt die Verwaltung vor, wie bereits bei der Übersetzung des Flyers des Integrationsrates zu verfahren, und sich an den vorliegenden Sprachen des Flyers zum Integrationsrat zu orientieren. Als Grundlage für eine Empfehlung, in welche Sprachen der Flyer des Integrationsrats übersetzt werden konnte, hatte die Verwaltung im November 2019 die Daten zu den Hauptherkunftsländern der Zugewanderten in Aachen sowie die statistischen Auswertungen über die Erstsprachen der neuzugewanderten Kinder und Jugendlichen aus der Seiteneinsteiger*innen-Beratung des Kommunalen Integrationszentrums herangezogen. Da in vielen Staaten verschiedene Sprachen gesprochen werden, kann von einer Staatsangehörigkeit nicht automatisch auf die Herkunftssprache geschlossen werden. Die Daten wurden miteinander abgeglichen und in Verbindung gesetzt. Die Verwaltung empfahl in der Integrationsratssitzung am 13.11.2019 eine Übersetzung in die sieben am häufigstengesprochenen Sprachen gemäß Auswertung: Arabisch, Türkisch, Kurdisch, Rumänisch, Spanisch, Russisch, Griechisch – sowie eine Übersetzung in Englisch und Französisch.

Die nun vorgeschlagene Information in Form einer Postkarte zu den Wahlmöglichkeiten kann zudem über die „Neubürger*innen-Tüten“ bei der Anmeldung im Bürgerservice und in den Bezirksämtern verteilt werden. Diese Möglichkeit der Ausgabe bzw. Verteilung der Postkarte wurde bereits mit der zuständigen Fachabteilung abgestimmt. Ebenso kann in der „Neubürger*innenbroschüre Aachen kompakt“ der Text der Postkarte sowie der dazugehörige QR-Code für eine Verlinkung zur Internetseite des Wahlamtes aufgenommen werden.

Die Verwaltung rät von einer Druckfassung der Informationen aus verschiedenen Gründen ab. So kann zum Beispiel der individuelle Bedarf an unterschiedlichen Sprachfassungen im täglichen Geschäft der Ausgabestellen schwerlich abgefragt werden und es müsste darüber hinaus eine Vielzahl an unterschiedlichen Broschüre-Versionen vorgehalten werden.

Zur Veranschaulichung ist die entworfene Postkarte dieser Vorlage beigefügt (siehe Anlage 2).

Die Verwaltung schlägt dem Integrationsrat deshalb vor, dass eine Postkarte nach dem Vorbild der Postkarte zu den Integrationsratswahlen 2020 erstellt wird, die per QR-Code auf die Internetseite des Wahlamts verweist.


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Weitere Dokumente (2)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2022-05-11 FB 56_0184_WP18 Politische Partizipa SAO.pdf

30.4.2025

1.6 MB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
Sitzung des Integrationsrates
Gremium
Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
Datum
Mi., 01.06.2022
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
25.2.2026
Inhalt abgerufen
25. Februar 2026 um 11:44