Leitfaden WasserstoffWasserstoffnetz für Aachen (SPD-Ratsantrag 122/18) / Evaluation für Wasserstoffinfrastruktur (DIE ZUKUNFT-Ratsantrag 124/18)
FB 02/0171/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Begaß gibt eine kurze Einleitung zur Thematik und verweist auf die beiden Ratsanträge. Sodann trägt Herr Seier von der, den Prozess begleitenden Fa. BET zum Thema vor.
Herr Dolan dankt für die Ausführungen. Herr Halim stellt eine technische Frage zur Darstellung der Elektrolyse-Leistung, die Herr Seier grob erläutert. Auf die Frage von Herrn Klopstein, ob es Gespräche mit den Partnerstädten in der Region gebe, führt Herr Seier aus, dass eine intensive Abstimmung gesamteuropäisch stattfinde, die vor allem durch die Unternehmen getrieben werde; in Aachen geschehe dies auch in Richtung Belgien und Niederlande. Herr Becker fragt nach der Gewichtung der einzelnen Anwendungsfelder. Herr Seier erklärt, dass die Szenarien, die man entwickelt habe, unter Einbezug von nationalen Studien erfolgt seien; diese seine im Rahmen großer Rechenmodelle darstellbar. Man orientiere sich an nationalen Szenarien, die man dann auf Aachen herunterbreche. Verbunden mit dem Dank für den Vortrag weist Herr Schindler darauf hin, dass die ausgeführten Szenarien fachlich chemisch besser darstellbar seien. Im Hinblick auf die Frage von Herrn Bruch nach dem Primärenergieverbrauch verweist Herr Seier darauf, dass er diese Daten nachreichen müsse (siehe ANLAGE).
Frau Lang möchte wissen, was die Politik tun könne, damit man für überregionale Vernetzung sorgen könne. Herr Seier führt aus, dass alle Stakeholder eingebunden werden müssten. Herr Begaß verdeutlicht, dass man erste konkrete Fragestellungen – wie z.B. zu Abstandsregelungen bei der Ansiedlung von Elektrolysen – zu beantworten habe, was mit politischer Unterstützung erfolgen kann; auch innerhalb der Verwaltung müsse entsprechendes Bewusstsein geschaffen werden. Frau Lang untermauert dies aufgrund ihrer Erfahrungen aus dem Betriebsausschuss Gebäudemanagement, in dem Wasserstoff bisher nicht vorkomme.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung nimmt die Ausführungen zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die im Leitfaden genannten Handlungsoptionen auf Realisierbarkeit zu prüfen, eine Priorisierung vorzunehmen und zur erneuten Abstimmung vorzulegen.
Erläuterungen
Leitfaden Wasserstoff
Wasserstoffnetz für Aachen (SPD-Ratsantrag 122/18) / Evaluation für Wasserstoffinfrastruktur (DIE ZUKUNFT-Ratsantrag 124/18)
In den Ratsanträgen 122/18 (Fraktion SPD, 04.05.21) und 124/18 (Fraktion DIE Zukunft, 07.05.21) wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen,inwieweit Wasserstoff als integrativer Teil einer möglichst klimaschonenden Aachener Energieversorgung fungieren kann. Auch ist zu prüfen, inwieweit ein Anschluss der Stadt Aachen an ein zukünftiges überregionales Wasserstoffnetz möglich und sinnvoll ist.
Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa (FB 02) hat das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) mit der Analyse der Rahmenbedingungen, der Darstellung der aktuellen Situation und der Erstellung von Perspektiven für die Stadt Aachen im Bereich der Wasserstoffwirtschaft beauftragt. Zentrale Fragen, welche zukünftigen Nutzungsszenarien und Herstellungspotentiale in Aachen vorhanden sind und wie sich Aachen im Bereich der Wasserstoffwertschöpfungsketten platzieren kann, werden im Wasserstoffleitfaden für die Stadt Aachen untersucht. Dieser wird im Rahmen der Ausschusssitzung vorgestellt.
Hintergründe
Auf Bundesebene wurden durch das Klimaschutzgesetz die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Über die bundesweiten Ziele hinaus möchte die Stadt Aachen das Ziel der Treibhausgasneutralität bereits im Jahr 2030 erreichen.
Hinzu kommt, dass der Aachener Energiebedarf derzeit zu 39% durch Erdgas (Methan) gedeckt wird. Das Gas ist ein wesentlicher und z.T. gegenwärtig nicht ersetzbarer Energieträger, was aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der noch hohen Abhängigkeit von russischem Erdgas problematisch ist.
Für das Erreichen des Ziels der Treibhausgasneutralität scheint der Einsatz von Wasserstoff als Speichermedium in der Energieversorgung sowie im Bereich der industriellen Prozesse unabdingbar.
Ausblick auf den Leitfaden
Der Leitfaden untersucht eingangs die Ist-Situation in Aachen mit Hinblick auf die Wirtschafts-, Verkehrs- und Energieversorgungsstruktur. Dabei werden Punkte wie das Ausbaupotential für Erneuerbare Energien und die räumlich differente Dichte der Wärmelast berücksichtig. Auch die aktuellen Wasserstoffaktivitäten in Aachen und der umliegenden Region werden beleuchtet. Aufbauend auf gesamtdeutschen Zukunftsbildern erarbeitet der Leitfaden für die Stadt Aachen zwei mögliche Szenarien. Die ‘Moleküle-Welt‘ und die ‘Elektronen-Welt‘.
Dieser Ansatz wurde gewählt da aus heutiger Sicht noch nicht abzusehen ist wie genau das Ziel einer Klimaneutralen Energieversorgung und Wirtschaft zu erreicht werden kann. Wasserstoff wird als Baustein sicherlich benötigte, in welchem Umfang ist jedoch noch zu klären. Die beiden Szenarien ‘Moleküle-Welt‘ und ‘Elektronen-Welt‘ fungieren gleichermaßen als Leitplanken um den Raum der möglichen Entwicklung besser eingrenzen zu können.
In der ‘Moleküle-Welt‘ spielt Wasserstoff in vielen Bereichen eine wichtige Rolle.Die bestehende Infrastruktur der Gasnetze auf Fernleitungs- und Verteilnetzebene bleibt bei sinkender Auslastung teilweise in Betrieb und wird teilweise auf Wasserstoff umgerüstet. Dies wird von einer zunehmenden Elektrifizierung in allen Sektoren und Bereichen begleitet.
In der ‘Elektronen-Welt‘ wird vor allem das Thema Elektrifizierung vorangetrieben, sprich es wird davon ausgegangen, dass viele Prozesse, die aktuell auf Erdgasbasis laufen, auf die Nutzung elektrischer Energie umgestellt werden. Förderprogramme für die Gebäudesanierung sollen eine hohe Sanierungsrate erreichen. Die Nachfrage an Gas ist stark rückläufig, sodass lediglich ein abgespecktes Wasserstoffnetz auf der Fernleitungsebene für Industrieanwendungen und Strombackup-Kapazitäten übrigbleibt. Gasverteilnetze werden zurückgebaut.
Der Leitfaden gibt anschließend einen Ausblick auf die sich je nach gewähltem Szenario ergebenden Endenergieverbräuche in den Sektoren Mobilität, Haushalt, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Industrie. Es folgen Abschätzungen zum zukünftigen Wasserstoffverbrauch und zum benötigten Umfang an Elektrolyseleistung um diesen lokal decken zu können. Der Einsatz von Wasserstoff in Aachen zeichnet sich dabei im Kern in den Bereichen Industrie und Gewerbe sowie der nicht privaten Mobilität ab.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Weitere Dokumente (2)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 113790
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=113790
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-06-02 FB 02_0171_WP18 Leitfaden Wasserstof SAO.pdf
28.2.2025
3.0 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung
- Datum
- Mi., 22.06.2022
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 25.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 25. Februar 2026 um 11:58