13. September 2022 um 17:00, Rathaus
TOP 5Öffentlich

Bericht der NABU Naturschutzstation Aachen e.V.

FB 36/0187/WP18 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Dr. Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation, berichtet anhand einer Power-Point-Präsentation über verschiedene Projekte der NABU-Naturschutzstation. Die Präsentation ist der Niederschrift als Anlage beigefügt.

Frau Brinner bedankt sich für den Vortrag und lobt die Arbeit der NABU-Naturschutzstation und die dadurch resultierende Förderung des lokalen Naturschutzes. Die Arbeit sei wichtig, um der Zerstörung des natürlichen Lebensraums entgegenzuwirken. Der Schutz und auch die Wiederherstellung des natürlichen Lebensraums könne, anders als beim Klimaschutz, nicht nur global, sondern auch lokal erfolgen. Sie erkundigt sich danach, inwiefern die Politik die Arbeit der Naturschutzstation unterstützen könne.

Herr Dr. Aletsee bedankt sich für das Lob und wird dieses gerne an seine Mitarbeiter weitergeben. Er gibt bekannt, dass seitens der unteren Naturschutzbehörde bereits eine starke Unterstützung erfolge. Eine personelle Aufstockung sei gerade in Planung. Die angemieteten Räumlichkeiten im Preusweg seien allerdings sehr klein und es fehle insbesondere an Lagerräumen. Bei der Ausschau nach größeren Immobilien habe man festgestellt, dass eine Anmietung aufgrund hoher Mieten nicht zu finanzieren sei.

Frau Dr. Wolf bedankt sich ebenfalls für die Arbeit der NABU-Naturschutzstation und richtet ihren Dank insbesondere an die ehrenamtlichen Helfer. Sie regt eine Besichtigung der Projekte vor Ort an. Ebenfalls nimmt sie Bezug auf das FLIP-Projekt „Blütenparadies“ und erkundigt sich danach, ob hier eine Abstimmung bzw. Zusammenarbeit erfolge. Herr Dr. Aletsee begrüßt eine Exkursion. Als mögliche Exkursions-Orte nennt er den Freyenter Wald oder Orsbach. Er weist an dieser Stelle auf neue Flyer hin, welche er zu Beginn der Sitzung an alle Anwesenden verteilt habe. Das FLIP-Projekt „Blütenparadies“ beziehe sich eher auf innerstädtische Standorte. Eine Abstimmung erfolge laut Auskunft von Herrn Dr. Aletsee dennoch.

Frau Lürken ist der Auffassung, dass eine Exkursion auch im Herbst möglich sei und schlägt daher eine Exkursion ins Indetal vor der nächsten Sitzung (08.11.) vor.

Auch Herr Kiemes bedankt sich für die Arbeit der NABU-Naturschutzstation. Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt hätten große Bedeutung. Diese Arbeit wüssten auch die Bürger zu schätzen. Ihm sei jedoch aufgefallen, dass der Bezirk Eilendorf nicht im Biotop-Verbund zu finden sei und erkundigt sich nach den Gründen. Dazu gibt Herr Dr. Aletsee bekannt, dass dies bedingt durch die Siedlungsdichte im Bereich Eilendorf und auch in Haaren sei. In beiden Bezirken sei eine flächige Bebauung zu finden. Die Arbeit der NABU-Naturschutzstation konzentriere sich überwiegend auf den Außenbereich.

Beschluss

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt den Bericht des Geschäftsführers der NABU Naturschutzstation Aachen e. V. zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt den Bericht des Geschäftsführers der NABU Naturschutzstation Aachen e. V. zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Aktuelle Projekte der NABU-Naturschutzstation in Aachen

Dr. Manfred Aletsee, Geschäftsführer

Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz – Vortrag, 13. September 2022

Kontakt: www.naturschutzstation-aachen.de, info@naturschutzstation-aachen.de

Biotopverbund in Aachen - „ume und Raine“ LVR-Projekt

Die Entwicklungin der Landwirtschaft führt zu einer Verarmung der historischen Kulturlandschaft. Dabei ist die Kulturlandschaft nicht nur eine wesentliche Grundlage für die Biologische Vielfalt, sondern auch ein wichtiges kulturelles Erbe. Zudem hat sie in Ihrer Bedeutung für die Lebensqualität der Stadtbevölkerung eine herausragende Bedeutung erhalten. Nur durch einen aktiven und nachhaltigen Einsatz kann dem Niedergang entgegengewirkt werden.So hat sich die NABU-Naturschutzstation zusammen mit der Stadt Aachen, Fachbereich Klima und Umwelt und dem NABU Stadtverband Aachen seit langem der Aufgabe verschrieben, Obstwiesen und Hecken neu zu pflanzen und zu pflegen. Die stadtweiten Nachpflanzung an hochstämmigen Obstbäumen erreichen so in den letzten Jahren stets die Mindestmarke von 100-150 pro Jahr, um das Kulturgut Streuobstwiese in Aachen langfristig zu erhalten. Zudem gelang es vermehrt Kleingewässer, Hecken und Einzelbäume anzulegen bzw. zu pflanzen. Zusammen bilden die Maßnahmen eine wichtige Grundlage für ein stadtweites Biotopnetzwerk für Arten wie Schmetterlinge, Eidechsen oder Igel und sind damit wichtiges Element zur Umsetzung des Landschaftsplans. Seit vielen Jahren konnte die NABU-Naturschutzstation hierfür eine Förderung vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) einwerben (Projekt „Biotopverbund im Westen – der Westwall“) und wird dies auch in Zukunft mit dem Projekt „Bäume und Raine“ fortsetzen. Förderung 2017-2025: 452.000 €

EU-Life Projekt „BOVAR“

Amphibien und Reptilien gehören zu den weltweit gefährdetsten Tiergruppen. In Mitteleuropa ist die

Hauptursache für ihre Gefährdung die anhaltende Lebensraumzerstörung und -fragmentierung.

Das europäisch geförderte Life-Projekt unterstützt das Bestreben der NABU-Naturschutzstation Aachen diese in NRW und europaweit vom Aussterben bedrohten Arten wie z.B. die Gelbbauchunke (Bombina variegata) zu erhalten. In den Naturschutzgebieten Brander Wald, Indetal, Walheim und Schmithof wurden über 50 Kleingewässer angelegt. Im NSG Indetal wurde im Mai 2022 zur Offenhaltung dieser Kleingewässern eine Ganzjahresbeweidung mit Schottischen Hochlandrindern auf einer Fläche von ca. 10 Hektar eingerichtet. Die Tiere sollen auch Anschauungsobjekte sein und zeigen wie Rinder im natürlichen Familienverband leben. Neben der Förderung der Amphibienfauna wird das Projekt auch die heimische Insekten- und Vogelfauna stärken. Das Projekt wird in enger Kooperation mit der niederländischen Stiftung FREE Nature durchgeführt und von der Stadt Aachen und dem NABU Stadtverband Aachen unterstützt. Förderung 2018-2026: 254.000 €

Waldwildnis „Freyenter Wald“

Für den Lebensraum Wald ist der fortschreitende Klimawandel ein besonderes Problem. Dabei ist den meisten Menschen nicht bewusst, dass es sich bei den aktuell absterbenden Fichtenmonokulturen nicht um Wälder sondern um Baumplantagen handelt. Die Bedeutung von Baumvielfalt, einer unterschiedlichen Altersstruktur, aber auch von absterbenden Bäumen und Totholz für die Stabilität unserer heimischen Wälder für die Biodiversität aber auch für die Waldwirtschaft ist unterrepräsentiert. Der Freyenter Wald bei Aachen-Lichtenbusch wurde für Zwecke des Naturschutzes im Dezember 2019 vom NABU-Stadtverband Aachen e.V. und der NRW-Stiftung erworben. Das 60 Hektar große Waldgebiet wird zukünftig als Waldwildnisfläche entwickelt, d.h. in Zukunft wird keinerlei Forstwirtschaft betrieben. Absterbende und tote Bäume bleiben stehen beziehungsweise liegen. Nicht-heimische Bäume werden sukzessive zurückgedrängt. Füreine ruhige Erholung ist der Wald auch in Zukunft zugänglich. Seltene Arten wie Orchideen, verschiedene Spechtarten und Greifvögel finden hier Nahrungs- und Brutmöglichkeiten. Die Betreuung obliegt der NABU-Naturschutzstation.

Die NABU-Naturschutzstation Aachen Hintergrundinformation

Mit der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ werden die Trägervereine der Biologischen Stationen in NRW finanziell unterstützt. Das in Deutschland einzigartige Netz von Biologischen Stationen spielt eine große Rolle bei der Umsetzung der Naturschutzarbeit vor Ort, wobei Naturschutzfacharbeiten von landesweitem Interesse eine wesentliche Rolle spielen.

Die NABU-Naturschutzstation Aachen besteht seit 2006 zunächst als Kooperationsprojekt zwischen NABU Aachen e.V. und der Stadt Aachen, Fachbereich Klima und Umwelt. Seit 2015 ist sie ein eigenständiger Verein in Trägerschaft des NABU Aachen e.V. und der Stadt Aachen und wird vom Land NRW gemäß der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ gefördert.

Die Aufgaben der Naturschutzstation reichen in unterschiedlichste Felder des integrierten Naturschutzes und der Kulturlandschaftspflege. Mit ihrer bisherigen, erfolgreichen Arbeit konnte die Naturschutzstation:

  • wichtige Impulse für den Artenschutz setzen (u. a. Steinkauz, Schleiereule, Fledermäuse, Gelbbauchunke, Edelkrebse),
  • signifikant zur Optimierung der Schutzgebietsbetreuung beitragen (u. a. FFH–Gebiet Brander Wald, diverse Naturschutzgebiete in Aachen, Streuobst- und Magerwiesen),
  • das ehrenamtliche (bürgerschaftliche) Engagement für den Naturschutz erkennbar ausbauen (z.B. im Bereich der Biotoppflege, Neophyten-Bekämpfung, Kartierung geschützter Arten),
  • zur Vertrauensbildung zwischen Verwaltung, Umweltverbänden und Landwirtschaft beitragen,
  • über die Fachbetreuung des landwirtschaftlichen Betriebs des NABU Stadtverbandes die Betreuung städtischer und eigener Kulturlandschafts- und Biotopflächen verbessern und
  • durch eine beachtliche mediale Präsenz zur Sensibilisierung zu Fragen des Natur- und Artenschutzes beitragen.

Die durch das Land NRW geförderte NABU-Naturschutzstation trägt den städtischen Interessen und dem Gedanken des Bundesnaturschutzgesetzes in hohem Maße Rechnung.


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2022-08-18 FB 36_0187_WP18 Bericht der NABU Nat SAO.pdf

18.11.2024

184.5 KB

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 13.09.2022
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
25.2.2026
Inhalt abgerufen
25. Februar 2026 um 12:22

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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