Aktuelle Informationen zu Energiesparmaßnahmen der Verwaltung
ez. VII/0003/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Schmitz (Referent Dezernat VII – Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude) ergänzt mündlich zur Vorlage. Zwar sei positiv anzumerken, dass die Gasspeichervorräte derzeit weiter ansteigen würden. Dennoch gebe es regionale Unterschiede in der Versorgung, was teils zu Umleitungen von Gas in andere Kommunen führenkönnte, falls es zu einer Gasmangellage in einer anderen Region kommen würde. Daher sei es wichtig, dass die Verwaltung ihre Vorbildfunktion für die Öffentlichkeit erfülle und die in der Vorlage beschriebenen Energiesparmaßnahmen ergreife. Man habe sich allerdings im Verwaltungsvorstand und im interfraktionellen Austausch klar dafür ausgesprochen, Kindertageseinrichtungen und Schulen von diesen Maßnahmen auszunehmen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sähen ebenfalls eine Ausnahme von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche vor. Vielmehr setze die Verwaltung nun darauf, neue und bereits vorhandene Potenziale im Nutzungsverhalten zu fördern und auch die Bürger*innen zu beteiligen. Daher gebe es nächste Woche einen Energiesparaktionstag und verschiedene Beratungsangebote für die Öffentlichkeit. Eine entsprechende Information sei an die Fraktionsgeschäftsführer*innen gegangen.
Herr Lambertz vom E 26 – Gebäudetechnik/ Energietechnik beschreibt, dass die Stadt Aachen ein großes Maßnahmenpaket zur Energieeinsparung beschlossen habe, wobei die Schulen ausgenommen seien. Aber auch die Schulen hätten große freiwillige Bereitschaft zum Energiesparen gezeigt. Dieses Engagement möchte E 26 durch Mitmachaktionen und verstärkte Beratung im Bereich Heizen, Strom, Lüften etc. nutzen und weiterhin aktivieren. Hier könnten Schulen oder auch nur einzelne Klassen auf freiwilliger Basis mitmachen.
Herr Auler bekräftigt, dass die Aktionen in den Schulen nur auf freiwilliger Basis stattfinden dürften. Die Schüler*innen dürften nicht frieren, das sei nicht förderlich für die Lernatmosphäre. Darüber hinaus müsste eine Beratung der Schulen im Vorfeld geschehen, damit beim Energiesparen z.B. beim Runterdrehen der Heizung nicht zu viel Feuchtigkeit und schlimmstenfalls Schimmel in den Räumen entstehe.
Frau Griepentrog ergänzt, dass die Schulen technisch nicht in der Lage seien, einzelne Heizkörper zu regulieren. Die Heizung der Schule werde ausschließlich zentral über den Hausmeister geregelt.
Frau Heider bedankt sich für die Berichte. Schulen seien Bildungseinrichtungen, daher sei das Thema als Bildungsgegenstand in den Schulen wichtig. Sie hält die Aktivierung der Schüler*innen und die beschriebene Beratung im Bereich Heizen, Lüften etc. für wichtig.
Ihrer Meinung nach könnte der Ausschuss auch beschließen, dass auch die Temperatur an den Schulen herabgesetzt wird. Dies sei ein Beitrag, den die Schulen leisten könnten. Man könne es aber auch den Schulen überlassen, ob sie diesen Beitrag leisten wollen.
Herr Bogoczek erläutert, dass die Stadt Aachen während der ‚Corona-Zeit‘ 10% Energie eingespart habe. Dadurch würde deutlich, welchen hohen Anteil die Schulen am städtischen Energieverbrauch hätten. Da man die Schulen nicht verpflichten könne, sei die Freiwilligkeit, die Mitmachaktion, durch die die Sensibilität dafür geweckt werde, wichtig.
Herr Winkler legt dar, dass die Schüler*innen durchaus in der Lage seien Klimaaspekte, Heizen, Energiesparen etc. zu erkennen und zu beachten. Dies würde ‚fridays for future‘ zeigen.
Allerdings hätte er gehört, dass es in den letzten Tagen Situationen in einigen Kitas und Schulen gegeben habe, in dem die Raumtemperatur zum Teil bei nur bei 12 Grad gelegen habe. Das dürfe seiner Meinung nach nicht passieren, weil sonst die Akzeptanz für die Maßnahmen leiden würde.
Frau Schwier antwortet, dass es in einzelnen Gebäuden kurzzeitig sehr kalt gewesen sei. Dies habe allerdings nichts mit der Absenkung der Temperatur oder der Verschiebung der Heizperiode vom 01.10. auf den 15.10. zu tun gehabt. Grund dafür seien die spezifische Gebäudesubstanz und der frühzeitige schnelle Kälteeintritt in den letzten Tagen gewesen. Die Verwaltung habe dies zusammen mit dem Gebäudemanagement behoben und die Einrichtungen und Elternschaft informiert.
Herr Menzel gibt zu bedenken, dass die Krankheitswelle im Herbst/ Winter beim Schulpersonal deutlich erhöht sei. Er erwarte, dass noch mehr Leute krank würden, wenn die Schulräume zu kalt würden. Er ist der Meinung, dass der Gesetzgeber die Schulen daher mit gutem Grund ausgenommen habe.
Frau Schwier bekräftigt, dass die Stadt Aachen nicht ‚von oben herab‘ die Heiztemperatur an allen Schulen absenken werde. Die Schulgebäude seien in dem Bereich sehr unterschiedlich ausgestattet. Daher solle jede Schule unter Beteiligung der Schulkonferenz selbst darüber entscheiden.
Herr Schmitz teilt mit, dass sich die Meinung der Stadt mit der Meinung des Bundes decke. Es gehe nicht darum, die Schulen dazu zu bewegen ihre Räume kalt werden zu lassen. Es gehe darum, auch in dieser Situation die Schüler*innen mitzunehme und in die Lage zu versetzen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und bestehendes Potenzial in dem Bereich mitzunehmen. Zielsetzung dabei sei sowohl die Einhaltung der Coronaregeln als auch der Erhalt einer guten Lernumgebung.
Frau Griepentrog fasst zusammen: Man sei sich einig, dass das Thema in die Schulen gehört, weil es zur Bildung dazu gehöre. Es sei wichtig, dass die Stadt nochmal die Beratung erhöhe und erläuterte was individuell für das Schulgebäude richtig ist. Die Schulen sollten selbst unter Einbezug der Schulkonferenzen entscheiden. Das Mitmachen solle ohne Wettbewerb geschehen. Es sollen gute Beispiele gezeigt werden.
Herr Auler bekräftigt, dass es keinen Wettbewerb gebe solle. Es soll kein Wettstreit geben, wer mehr Energie einspart.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltungen zur Kenntnis.
Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung nimmt die Ausführungen der Verwaltungen zur Kenntnis.
Der Sportausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltungen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23.06.2022 als Folge geringer werdender Gaslieferungen aus Russland die Alarmstufe des Notfallplans ausgerufen. Seitdem sind die Lieferungen weiter zurückgegangen. Um einem Gasnotstand im kommenden Winter entgegenzuwirken, muss die Einsparung von Energie in den nächsten Wochen und Monaten auch in Aachen eine hohe Priorität haben. Bereits ab April hat die Verwaltung unter Beteiligung von verschiedenen Dezernaten und Fachbereichen den Austausch über die aktuelle Situation mit der STAWAG und der Regionetz vertieft und in interner Verwaltungsarbeit mögliche Einsparpotenziale diskutiert und im Verwaltungsvorstand beschlossen. Die Fraktionen und Ratsleute wurden im Rahmen eines interfraktionellen Gespräches am 15.08.2022 und in der Ratssitzung am 24.08.2022 sowie im Rahmen einer Pressekonferenz über die nun anstehenden Maßnahmen informiert.
Nach der ersten Stufe der Einsparung, die die Stadt Aachen bereits mit dem 25. Juli eingeleitet hat, folgt um 1. September eine zweite Stufe mit weitergehenden Maßnahmen. Terminlich und weitgehend auch inhaltlich liegt die Stadt Aachen damit auf einer Linie mit der am, 24. August, beschlossenen „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung des Bundes über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ (Siehe Anlage).
Dabei hat die Verwaltung das Ziel, eine Einsparung von 20% zu erreichen und setzt dabei auf folgenden Maßnahmen.
Die Heizperiode für städtische Gebäude wird mit dem Ende der Herbstferien am 17. Oktober starten und bis zum Beginn der Osterferien andauern. Bislang begann die Heizperiode bereits am 1. Oktober. Die Temperaturen in geheizten Räumen, also Büros, Kantinen, Umkleiden, Museen, Besprechungsräumen undvergleichbaren Nutzungen werden entsprechend der Verordnung der Bundesregierung von 21 Grad auf 19 Grad Celsius reduziert. Für Flure und Durchgangsräume gelten dann 10 Grad als Standard. Zwischen Weihnachten und Neujahr sind Verwaltungsgebäude, wo möglich, geschlossen, weswegen die Temperatur in dieser Zeit auf 10 bis 12 Grad reduziert werden kann. Die Abschaltung der Klein-Blockheizkraftwerke in städtischen Gebäuden trägt ebenfalls wirksam dazu bei, Gas zu sparen.In den Schwimmhallen Süd und Ulla-Klinger-Halle sinkt die Temperatur – wie schon seit Ende Juli in den Hallen Ost und Brand umgesetzt – auf 26 Grad. Das Wasser im Freibad Hangeweiher wird ab dem 1. September nicht mehr beheizt werden.
Ausnahmen der Regelungen gibt es für Kinder. So bleiben Schulen und KiTas auf dem bisherigen Niveau beheizt. Auch in den Lehrschwimmbecken werden die Temperaturen nur geringfügig von 32 Grad auf 30 Grad gesenkt. Ausnahme sind darüber hinaus Therapiebecken und solche mit einem Schwerpunkt für behinderte Menschen.Bereits seit dem 25. Juli sind die Laufzeiten der angestrahlten Denkmäler und öffentlichen Brunnen sowie die Temperaturen in den Hallen Ost und Brand reduziert. Mit der Verordnung des Bundes werden ab dem 1. September historische Gebäude außer zu besonderen Anlässen grundsätzlich nicht mehr beleuchtet. Werbeanlagen dürfen im Zeitraum zwischen 22 und 16 Uhr nicht mehr beleuchtet werden. Ausnahmen gelten, wenn die Beleuchtung zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit erforderlich ist.
Darüber hinaus plant die Verwaltung derzeit auch Maßnahmen, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und selbst auch Energie einzusparen. Dabei wird durch die Verwaltung einen Schwerpunkt darauflegen, das Nutzerverhalten (z.B. in Bezug auf Heizen) positiv zu beeinflussen. Hierzu wird neben den bereits durch Bund und STAWAG ins Leben gerufene Kampagnen zum Thema „Energie sparen“ ein städtisch organisierter und in Zusammenarbeit mit den Versorgern und Beratungsdienstleistern „Energiespartag“ mit gebündelten Beratungsangeboten am Elisenbrunnen am 29.09.2022 auch eine öffentliche Kampagnen mit Energiespartipps u.ä., mit dem Ziel der Sensibilisierung und Information der Bürger*innen geben.
Alles in allem haben die städtischen Maßnahmen das Potenzial, das Ziel einer 20%igen Energieeinsparung zu erreichen. Wie auch bei den Bürgerinnen und Bürgern wird es insgesamt auf das jeweilige Nutzer*innenverhalten ankommen. Auch in die Verwaltung hinein wird das Sensibilisieren und Informieren einen wichtigen Eckpfeiler der Mitarbeitenden darstellen.
Gleichzeitig sieht die Verwaltung die Notwendigkeit, wirtschaftliche und soziale Fragen, die sich durch eine Gasmangellage ergeben (könnten) zu diskutieren und zu erörtern. Hierzu hat die Verwaltung zu je einem Runden Tisch „Wirtschaft“ und „Soziales“ am 06.09.22 und 14.09.22 eingeladen. Hier sollen mit Verbänden, Kammern und weiteren Vertreter*innen mögliche Szenarien und gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden, um einer Gasmangellage vorzubeugen oder zu begegnen.
Über aktuelle Entwicklungen und den aktuellen Sachstand wird die Verwaltung konkret in der Sitzung kurz informieren, um einen möglichst aktuellen Sachstand wiederzugeben.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (2)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 115112
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=115112
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-08-31 ez. vii_0003_wp18 aktuelle information sao
8.11.2024
1.5 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung
- Gremium
- Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- Datum
- Do., 22.09.2022
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- Dezernat VII
- Zusätze
- Die Unterlagen wurden nachgereicht.Ergänzend wird mündlich berichtet.
- Geändert
- 25.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 25. Februar 2026 um 12:30
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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