Gesamtschulsituation in der Stadt Aachen
FB 45/0280/WP18 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Frau Heider teilt mit, dass das Schreiben der Bezirksregierung in Bezug auf die 4. Gesamtschule sehr eindeutig gewesen sei. Deswegen bleibe dem Ausschuss hier nichts anderes übrig als den Beschluss zur Erweiterung der 4. Gesamtschule aufzuheben. Ihre Fraktion sei sich über die Herausforderung der 3 Standorte bewusst gewesen. Die 4. Gesamtschule hätte aber ein gutes Konzept ausgebarbeitet und sei sehr engagiert gewesen. Daher möchte sie den Lehrer*innen der 4. Gesamtschule nochmal herzlich für die geleistete Arbeit danken.
Darüber hinaus sei es ihr aber wichtig, dass die Gesamtschulentwicklung allgemein weiter im Blick bleibe. Damit werde sich die Zukunftswerkstatt beschäftigten. Sie wolle der Arbeit der Zukunftswerkstatt aber nicht vorweggreifen und jetzt schon beschließen, dass die Standortsuche für eine 5. Gesamtschule zurückgestellt werde.Sie schlägt vor, den entsprechenden Beschluss wie folgt zu verändern:
3. beschließt die Standortsuche für einen 5. Gesamtschulstandort, vorbehaltlich anderweitiger
Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt zur Schulentwicklungsplanung, bis auf weiteres
zurückzustellen fortzuführen.
Herr Winkler teilt mit, dass von Seiten der Elternschaft die Diskussion zur Gesamtschulsituation verfolgt worden sei. Sie sähen die Problematik, dass immer noch viele Kinder an den Gesamtschulen abgelehnt werden würden und es sei wichtig, dies nicht aus den Augen zu verlieren.
Herr Fischer ist der Meinung, dass nach wie vor mittelfristig weitere Gesamtschulplätze benötigt würden. Seine Fraktion sehe es nicht als richtig an, dass sich die Bezirksregierung so stark in die kommunale Schulentwicklungsplanung einmische. Dies wollten sie nicht kritiklos hinnehmen.
Die Organisation an drei Standorten sei herausfordernd, aber die Pläne der Schule seien gut gewesen. Er stünde aber im engen Kontakt zur Schulleitung der 4. Gesamtschule. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sei die Motivation etwas gesunken. Auch deshalb würde seine Fraktion dem Beschluss zur Aufhebung der Beschlüsse zur Erweiterung der 4. Gesamtschule zustimmen.
Dem geänderten Beschlussvorschlag von Frau Heider stimme er zu.
Herr Auler äußert ebenfalls Kritik an der Bezirksregierung, die auf der einen Seite zugesagt habe, gemeinsam mit den Akteuren in Aachen die Situation an der Heinrich-Heine-Gesamtschule verbessern und stabilisieren zu wollen, aber gleichzeitig Zusagen zur Erweiterung der Gesamtschulkapazitäten in Würselen und Herzogenrath erteilt.
Zum Änderungsvorschlag von Frau Heider teilt er mit, dass damit genau das Gegenteil des Beschlussvorschlages entschieden werden würde. Aus ‚wir suchen erstmal keinen 5. Standort‘ würde ein ‚wir suchen aktiv weiter nach einem 5. Standort‘. Das würde seiner Meinung nach der Arbeit der Zukunftswerkstatt vorweggreifen.
Herr Becker teilt mit, dass seine Fraktion den Änderungsvorschlag von Frau Heider mittrage. Die Suche nach einem Standort sei ein Prozess und ändere nicht den Inhalt der Vorlage.
Frau Heider erläutert, dass es weiterhin Ablehnungen an Aachener Gesamtschulen gebe. Es solle selbstverständlich sein, dass Schüler*innen aus Aachen auch in Aachen beschult werden können. Die Suche nach einem weiteren Standort sei schon lange beschlossen worden und es gebe die Untersuchung des Standort Kronenbergs. Wenn dieser Prozess jetzt aktiv gestoppt werde, bestehe die Gefahr, dass der Zukunftswerkstatt die Offenheit vorweggenommen werde.
Herr Auler meint, dass dies akzeptabel wäre, wenn die Intention darin liege, offen für Standorte zu bleiben, aber keine proaktive Suche voranzutreiben.
Herr Menzel erläutert, dass es vor ca. 12 Jahren schon einmal geheißen habe, dass ein oder zwei Gymnasien nicht mehr benötigt würden. Dann seien die Schülerzahlen wieder gestiegen und nun würden alle Plätze gebraucht. Die Bedarfe würden also wellenförmig verlaufen. Daher solle zunächst klar sein, an welcher Stelle dieser Wellenlinie man sich gerade befinde. Sofern die Schülerzahlen insgesamt steigen, würde die weitere Gesamtschule gebraucht. Falls nicht, seien eben auch Realschulen vorhanden, die gut laufen würden.
Herr Rohé äußert sich zum Elternwunsch. Wenn ein Kind an einem Gymnasium abgelehnt werde, gäbe es viele Alternativen. Wenn aber ein Kind an der Gesamtschule Brand abgelehnt würde, wäre ein Gesamtschulplatz in Laurensberg keine gute Alternative. Im Gesamtschulbereich sei die Situation also eine völlig andere.
Frau Dr. Giesen schlägt vor, den 3. Punkt ganz aus dem Beschluss zu streichen.
Frau Griepentrog fasst zusammen:
Die 4. Gesamtschule brauche Klarheit, darüber seien sich alle einig. Die Bezirksregierung habe sich sehr stark eingemischt. Hier habe der Ausschuss eine andere Einschätzung als die Kölner Juristen. Sie schlägt vor, dass der Ausschuss dies nochmal schriftlich gegenüber der Bezirksregierung kundtut.
Hierüber herrscht Einvernehmen im Ausschuss.
Frau Griepentrog teilt zu dem Vorschlag von Frau Dr. Giesen mit, dass dann eine Diskussion entstehen könnte, was das bedeutet. Die aktuell aufgekommene Debatte über einen weiteren Gesamtschulstandort wolle man in der Zukunftswerkstatt mit einem offenen Ende fortführen.
Sie lässt über den geänderten Beschlussvorschlag von Frau Heider abstimmen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
- beschließt die Aufhebung der bisherigen Beschlüsse zur Erweiterung der 4. Gesamtschule und damit die Planungen zur Erweiterung der 4. Gesamtschule nicht weiter zu verfolgen
- beschließt die Standortsuche für einen 5. Gesamtschulstandort, vorbehaltlich anderweitiger Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt zur Schulentwicklungsplanung, bis auf weiteres zurückzustellen
- beauftragt die Verwaltung die Schülerzahlenentwicklungen, Anmelde-/Aufnahmezahlen, Wechselbewegungen etc. weiterhin schulplanerisch zu erfassen und regelmäßig zu bewerten.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Ausgangslage
In seiner Sitzung am 05.07.2018 hat der Schulausschuss die Verwaltung mit der Standortsuche für eine weitere Gesamtschule sowie vorbereitenden Maßnahmen beauftragt.
Mit Datum vom 09.09.2019 hat die GRÜNE Fraktion per Ratsantrag beantragt, die Verwaltung solle am Standort der auslaufenden Alkuinrealschule prüfen, ob dort die Gründung einer weiteren Gesamtschule oder eine Teilstandortlösung für eine bestehende Gesamtschule möglich ist.
In der Sitzung des Schulausschusses vom 20.08.2020 wurde die Verwaltung beauftragt, zur Erweiterung der 4. Gesamtschule um vier Züge, die weitere Grundlagenklärung und die Leistungsphase 0 für hierfür notwendige bauliche Maßnahmen an den Schulstandorten Alkuinstraße und Heinzenstraße durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.
In der Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung am 10.06.2021 wurde die Verwaltung beauftragt die Leistungsphase 0 schnellstmöglich für die notwendigen Baumaßnahmen zur Erweiterung der 4. Aachener Gesamtschule an den Schulstandorten Alkuinstraße und Heinzenstraße durchzuführen und die Leistungsphasen 1-3 vorzubereiten.
Darüber hinaus hat der Ausschuss in der gleichen Sitzung vorgeschlagen, nach den Sommerferien eine Zukunftswerkstatt mit Schulpolitiker*innen und Fachleuten zu planen, in der neben den quantitativen Aspekten auch qualitative und pädagogische Aspekte (z.B. Profilschulen) diskutiert werden und eine Rahmenplanung für die Aachener Schulen auf den Weg gebracht wird und die Weichen für den weiteren Ausbau von Gesamtschulplätzen und/oder den Erhalt der Haupt- und Realschulen gestellt werden. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung diese Zukunftswerkstatt zu organisieren.
Ein erstes Treffen der Zukunftswerkstatt fand am 07.04.2022 statt, in dem erste Aspekte diskutiert und sich zur Thematik ausgetauscht wurde. Für weitere Abstimmungen soll ein nächstes Treffen noch in diesem Jahr stattfinden.
- Aktuelle Entwicklungen
Mit Schreiben vom 15.12.2021 äußert die Bezirksregierung Köln zur Genehmigungsfähigkeit der Erweiterung der 4. Gesamtschule um vier Züge an drei Standorten starke Bedenken. Sie begründet dies v.a. mit dem erhöhten organisatorischen Aufwand, der durch drei Standorte entstehe. Standortwechsel, zur Verfügungstellung von Ersthelfern, EDV-Support, Schulsozialarbeiter*innen etc. sowie die geleichmäßige Fachversorgung könne zu einer erhöhten Belastung führen. Aus diesem Grunde ist aus Sicht der Bezirksregierung eine solche Lösung nicht genehmigungsfähig.
Außerdem werde die Reduzierung von Schulplätzen an anderen Schulformen in Aachen zugunsten von Gesamtschulplätzen sehr kritisch gesehen.
In einem Austauschgespräch zwischen Vertretern der Bezirksregierung und der Schulpolitik in Aachen wurde die ablehnende Haltung nochmals bekräftigt.
In der Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung am 10.06.2021 informierte die Verwaltung den Ausschuss über die Gesamtschulsituation in der Stadt Aachen (FB45/084/WP18).In der Vorlage wurde u.a. dargestellt, dass die Anmelde-/ und Aufnahmezahlen an den Aachener Gesamtschulen insgesamt in den letzten Jahren rückläufig sind. Weiterhin ist die Anzahl an auswärtigen Schüler*innen, die in eine Gesamtschule nach Aachen einpendeln, kontinuierlichgesunken während gleichzeitig die Anzahl an SuS, die in eine Gesamtschule außerhalb Aachens auspendeln, tendenziell gestiegen ist.
In diesem Kontext ist festzustellen, dass sich zwischenzeitlich die Planungen der Nachbarkommunen Herzogenrath und Würselen zur Erweiterung ihrer Gesamtschulkapazitäten konkretisiert haben. Die Bezirksregierung Köln hat mit Schreiben vom 31.05.2022
-zum Schuljahr 2022/23 die Erhöhung der Zügigkeit der Gesamtschule Würselen von 4 auf 5 Züge und zum Schuljahr 2023/24 auf 6 Züge sowie
-zum Schuljahr 2023/24 die Erhöhung der Zügigkeit an der Maria-Sybilla-Merian-Gesamtschule in Herzogenrath-Kohlscheid von 4 auf 5 Züge genehmigt.
Durch die nun genehmigten erweiterten Kapazitäten in Herzogenrath und Würselen ist davon auszugehen, dass sich die zuvor beschriebenen Entwicklungen – sinkende Einpendel- und steigende Auspendelbewegungen - mindestens fortsetzen oder gar verstärken werden.
- Fazit/ Vorschlag der Verwaltung
Bezugnehmend auf die damaligen Ausführungen der Verwaltung zur Gesamtschulsituation, dem Schreiben der Bezirksregierung zur bedenklichen Genehmigungsfähigkeit einer Erweiterung der 4. Gesamtschule und vor allem auch aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Bezug auf die genehmigten Erweiterungen der Gesamtschulkapazitäten in den Nachbarkommunen wird der Bedarf für eine Erweiterung der Gesamtschulkapazitäten in der Stadt Aachen aktuell nicht mehr gesehen.
Es wird daher vorgeschlagen:
a)die Beschlüsse zur Erweiterung der 4. Gesamtschule aufzuheben
b)die Standortsuche für einen 5. Gesamtschulstandort, vorbehaltlich anderweitiger Ergebnisse aus der Zukunftswerkstatt zur Schulentwicklungsplanung, vorerst zurückzustellen
c)die Schülerzahlenentwicklungen, Anmelde-/Aufnahmezahlen, Wechselbewegungen etc. weiterhin schulplanerisch zu erfassen und regelmäßig zu bewerten.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 115761
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=115761
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-09-29 FB 45_0280_WP18 Gesamtschulsituation SAO.pdf
19.11.2024
135.7 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- gemeinsame Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses mit dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 25.10.2022
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 25.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 25. Februar 2026 um 12:43
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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