Sachstand zum Aufbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Stadtbezirk Aachen-Richterich – Antrag der SPD-Fraktion vom 17.05.2022
FB 61/0558/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Bezirksbürgermeister Meyers begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Heusch, Leitung des Projektes ALigN, Team Mobilitäts- und Verkehrskonzepte im Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur (FB 61/320)der Stadt Aachen.
Herr Heusch stellt das Projekt und die Planungen anhand einer Präsentation vor. Die Präsentation ist in Allris als Anlage hinterlegt.
Zunächst erläutert er die Entstehungsgeschichte des Projektes, welches um ein Jahr verlängert werden konnte, sodass weitere 100-200 Ladepunkte im Stadtgebiet Aachen ermöglicht werden können. Im Bundesgebiet sollen aufgrund der aktuellen nationalen und internationalen Politik bis 2030 insgesamt bis zu eine Million Ladepunkte errichtet werden.
Anschließend erläutert Herr Heusch das Vorgehen und den aktuellen Stand der Planungen für Richterich. Bei der Auswahl der Standorte wurde sich u.a. zur Kostenreduzierung auf größere Standorte fokussiert, die gleichzeitig unter einem geringeren Parkdruck leiden und insgesamt den Bezirk Richterich nahezu vollumfänglich abdecken. Die Standorte Friedhof Horbach, Grünenthaler Straße, der südliche Bereich der Schloss-Schönau-Straße und der Parkplatz Schönauer Friede wurden als bestgeeignetste Standorte herausgearbeitet. Insgesamt sollen durch 15 neue Ladesäulen 30 neue Ladepunkte für E-Fahrzeuge entstehen.
Abschließend gibt er einen Ausblick auf die weiteren Planungsschritte.
Derzeit finden weitere interne Abstimmungsprozesse und Anhörungsverfahren mit den Beteiligten statt.
Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich bedankt sich für den Vortrag und die ausführliche Darstellung der Planungen.
Herr Bezirksvertreter Werner (SPD) begrüßt die erfolgten Planungen und betont, dass die Wirtschaftlichkeit bei der Errichtung der Ladepunkte gegeben sein muss, sodass er befürwortet, mehrere Ladepunkte gleichzeitig zu errichten. Er äußert Bedenken hinsichtlich des Standorts Schloss-Schönau Straße aufgrund des in der Einwohnerfragestunde dargestellten dortigen Parkdrucks und des Standorts Schönauer Friede, da dieser Parkplatz ursprünglich als Pendler-Parkplatz errichtet wurde. Er bittet daher um Vorschlag alternativer Standorte unter Benennung des eventuellen Mehraufwands.
Bezüglich der Ladesäulen am Standort Schönauer Friede schlägt er eine schrittweise Umsetzung vor.
Herr Heusch erklärt, dass ein skalierbarer Aufbau der Ladesäulen im Rahmen des Projekts nicht möglich ist.
Herr Bezirksvertreter Kehr (CDU) fragt nach, ob eine Erhöhung der Ladeleistung möglich ist. Durch die geplanten 11 kW kann ein E-Fahrzeug nicht innerhalb von zwei Stunden vollständig geladen werden.
Herr Heusch erläutert, dass eine Ladesäule bis zu 22 kW erbringen kann. Wenn an einer Ladesäule nur ein Fahrzeug lädt, kann dieses mit 22 kW geladen werden. Gesamtstädtisch ist ein Ladevorgang nur bis zu zwei Stunden möglich. Bei den geplanten neuen Ladestationen handelt es sich nicht um Schnellladesäulen.
Herr Bezirksvertreter Stoffel (Grüne) möchte wissen, ob neben den vorgestellten Standorten noch andere Standorte untersucht wurden.
Herr Heusch teilt mit, dass insgesamt sieben Standorte in den näheren Blick genommen wurden, von denen anschließend vier als geeignet hervorgingen.
Herr Bezirksvertreter Feil (Grüne) erfragt, ob bei der Standortwahl auch die umliegende Bebauung berücksichtigt wurde oder nur im Bereich von Einfamilienhäusern geplant wird.
Herr Heusch erklärt, dass die umliegende Bebauung bei der Standortwahl berücksichtigt wurde und in den geplanten Gebieten nicht nur Einfamilienhäuser zu finden sind. Aufgrund des insgesamt hohen Bestands an Einfamilienhäusern in Richterich ist der Gesamtbedarf an Ladepunkten geringer und verringert sich von rechnerisch 100 auf 30 Ladepunkte.
Herr Bezirksvertreter Kuckelkorn (SPD) weist darauf hin, dass in der unteren Schloss-Schönau-Straße kein Parkdruck besteht. Außerdem erfragt er, was genau mit dem Argument „Begrünung“ gemeint ist.
Hierauf erläutert Herr Heusch, dass eine Einrichtung aufgrund der dortigen Baumbestände deutlich schwieriger ist.
Frau Bezirksamtsleiterin Moritz teilt mit, dass die bisherigen Glascontainer an der Schloss-Schönau-Straße laut Aussage vom Aachener Stadtbetrieb an die Berensberger Straße versetzt werden können, sodass dort weitere öffentliche Parkflächen geschaffen werden.
Herr Bezirksvertreter Kehr (CDU) ergänzt abschließend, dass für Pendler der Park und Ride Parkplatz am Roder Weg genutzt werden kann.
Herr Bezirksbürgermeister Meyers schlägt vor, den Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis zu nehmen und die genauen Standortuntersuchungen im Rahmen der nächsten Bezirksvertretungssitzung am 11.01.2023 zu behandeln.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführung der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Anlass
Mit dem in Anlage 1 beigefügten Antrag wünscht die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich, dass die Verwaltung weitere mögliche Standorte für Ladeeinrichtungen bzw. Ladesäulen für Elektrofahrzeuge im Stadtbezirk Aachen-Richterich im öffentlichen Raum prüft und errichtet. Darüber hinaus soll der Aufbau für eine öffentliche Nutzung durch mögliche Partner auf privaten Grundstücken geprüft werden.
Sachstandsbericht der Verwaltung
Im Rahmen des Projekts ALigN (Ausbau von Ladeinfrastruktur durch gezielte Netzunterstützung), welches vom Bund zu 100% gefördert wird, wurde im Sommer 2020 die erste öffentlich nutzbare Ladesäule in Aachen-Richterich auf dem Rathausplatz in Betrieb genommen. Diese wird zwischenzeitlich gut von den e-Mobilist*innen genutzt.
Aufgrund des o.g. Antrags haben die Fachverwaltung und das Bezirksamt Richterich gemeinsam einen Ansatz entwickelt, wie der Bezirk mit einem Planungshorizont für 2030, unter bestmöglicher Berücksichtigung der jeweiligen Parksituation bzw. des Parkdrucks, mit ausreichend Ladeinfrastruktur ausgestattet werden kann.
Folgende Sachverhalte sind in diesem Ansatz berücksichtigt worden:
- Die nationale und internationale Politik erhöht den Druck zum Umstieg auf die e-Mobilität erheblich, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. So wurde zum einen seitens der EU das Verbrenner-Aus für 2035 beschlossen und zum anderen von der Bundesregierung das Ziel für 2030 formuliert, 15 Millionen E-Fahrzeuge zugelassen zu haben (ca. 1/3 des Bestandes) und 1 Millionen öffentlich nutzbare Ladepunkte aufgebaut zu haben.
- Der Verlängerungsantrag für das Projekt ALigN wurde im Sommer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz genehmigt. Dadurch kann ein weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur in Aachen noch innerhalb des Projekts umgesetzt werden. Allerdings muss eine Abnahme der Ladesäulen bis Juni 2023 erfolgen. Nach Ende des Projekts wird die Stadt nach aktuellem Stand selber nicht mehr aktiv Ladeinfrastruktur aufbauen. Es können dann lediglich entsprechende Flächen möglichen Betreibern angeboten werden. Diese entscheiden nach der eigenen Erwartung bzgl. einer zukünftigen Auslastung der Ladeinfrastruktur und der entsprechenden Profitabilität.
- Im Projekt werden grundsätzlich nur noch in Ausnahmefällen Standorte mit weniger als drei Ladesäulen / sechs Ladepunkten umgesetzt, weil der Planungs- und Umsetzungsaufwand ansonsten nicht im Verhältnis steht. Der Zeitaufwand für den Aufbau reduziert sich deutlich und darüber hinaus auch die Kosten pro Ladepunkt. Auch in anderen Städten, wie z.B. Bremen, sind analoge Entwicklungen zu sehen. Der konzentrierte Aufbau von Ladeinfrastruktur erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit für die e-Mobilist*innen auf Anhieb eine freien Ladepunkt vorzufinden und reduziert somit die Suche nach freien Ladepunkten.
Nachstehend werden die einzelnen Schritte dargestellt, die gemeinsam vom Bezirksamt Richterich und dem Projektteam ALigN zum weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur in Aachen-Richterich unternommen wurden bzw. noch umgesetzt werden.
- Als erstes wurden mehrere größere Parkplätze identifiziert, die eine gute Abdeckung des gesamten Bezirks ermöglichen.
- Nach einer ersten Begehung am 08. August 2022 wurden unter Berücksichtigung relevanter Planungskriterien (Parkstand-Länge, und -Ausrichtung, Bürgersteigbreiten und mögliche Konflikte bei Tiefbauarbeiten im Bereich von Baumkronen, Stromanschluss) vier mögliche Standorte für die weitere Planung ausgewählt, mit denen sich der Bezirk relativ gut abdecken lässt. Details zu diesen Standorten sind in den Anlagen 2-5 dargestellt:
- Friedhof Horbach: 4 Ladepunkte
- Grünenthaler Straße (vor dem Sportplatz): 10 Ladepunkte
- südlicher Bereich der Schloss-Schönau-Str.: 8 Ladepunkte
- Parkplatz Schönauer Friede: 8 Ladepunkte - Mit diesen zusätzlichen vier Standorten soll der Bezirk Aachen-Richterich mit einem Zeithorizont für 2030 zukunftsgerecht für die e-Mobilität ausgestattet und in Bezug auf den Prozess zur Standortfindung eine Blaupause für die weiteren Bezirke der Stadt Aachen geschaffen werden.
- Nach weiteren Abstimmungen mit mehreren Fachdienststellen wurde am 24. Oktober 2022 ein Besichtigungstermin unter Teilnahme von der Firma compleo (Generalunternehmung, die mit dem Aufbau der Ladeinfrastruktur im Projekt ALigN betraut ist), Bezirksamt, Projektteam ALigN und zeitweiliger Beteiligung vom Umweltamt und der Regionetz durchgeführt.
- Die entsprechenden Begehungsprotokolle wurden am 11. November 2022 vom Projektteam freigegeben und sind die Grundlage für die zurzeit laufenden Genehmigungsverfahren.
6.Nach Vorlage der diversen Genehmigungen können die Kostenkalkulationen bzw. Angebote durch die Firma compleo erstellt werden. Anschließend erfolgt die Beauftragung des Aufbaus durch das Projektteam.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
X |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
X |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
X | nicht bekannt |
Der Aufbau von Ladeinfrastruktur hat insofern einen positivenEffekt auf den Klimaschutz, weil dieser eine der Voraussetzungen für den Umstieg der Autofahrer auf die E-Mobilität ist. Eine Quantifizierung dieses Effekts ist jedoch nicht möglich.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 116592
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=116592
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-11-30 FB 61_0558_WP18 Sachstand zum Aufbau SAO.pdf
19.11.2024
1.5 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Richterich
- Datum
- Mi., 07.12.2022
- Uhrzeit
- 18:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 9.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 9. Februar 2026 um 11:27
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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