Leitfaden Wasserstoff Wasserstoffnetz für Aachen (SPD-Ratsantrag 122/18) / Evaluation für Wasserstoffinfrastruktur (DIE ZUKUNFT-Ratsantrag 124/18)
FB 02/0203/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Die Ausschussvorsitzende begrüßt Herrn Seier von BET – Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, der eine Präsentation zum Thema vorstellt.
Die Präsentation wird der Niederschrift als Anlage beigefügt.
Zum Abschluß der Präsentation weist Herr Seier darauf hin, dass für die Nutzung der Strom und Gasnetze die Konzession 2029 ausläuft und die dazugehörige Ausschreibung mit entsprechenden Vorgaben bereits in 2027 erfolgen müsse.
Ratsfrau Dr. Wolf bedankt sich für den Vortrag, der den umfangreichen Wasserstoffleitfaden auf eine kurze verständliche Zusammenfassung komprimiert habe. Herr Seier habe viele Informationen zusammengetragen.
Daher finde sie es bedauerlich, dass die Verwaltung im Beschlussvorschlag lediglich die Kenntnisnahme durch den Ausschuss vorsieht.
Es werde daher eine Erweiterung des Beschlussvorschlags in folgender Form gewünscht:
„Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zum Thema Wasserstoff zur Kenntnis.
Er beauftragt die Verwaltung, eine Umsetzungsstrategie für die weiteren Projektphasen, insbesondere mit dem Fokus auf die Bereiche Gewerbe und Industrie, zu erarbeiten und interkommunal abzustimmen. Die Ergebnisse sollen erneut im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz und im Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Regionalentwicklung vorgelegt werden.“
Herr Dr. Nositschka teilt mit, er vermisse in dem Vortrag das Projekt mit dem Namen “Herkules“.
Herr Seier bedankt sich für den Hinweis auf das Projekt und teilt mit, dass diese Leitung angeschlossen werde. Es gäbe verschiedene Projekte zu dem Thema.
Ratsfrau Brinner erläutert, dass sie Wasserstoff für einen wichtigen Bestandteil bei den Veränderungen halte. Auch in der Industrie bei hohen Temperaturen sei Wasserstoff nutzbar. Die Infrastruktur für die Nutzung zu schaffen sei Aufgabe der Verwaltung. Sie stellt die Frage nach der strategischen Entwicklung. Sie würde sich wünschen, die Planung „größer“ zu denken und die Planungen gemeinsam mit den Kreisen Euskirchen, Heinsberg und der Städteregion abzusprechen.
Daher weist auch sie auf den erweiterten Beschlussentwurf hin.
Herr Schumacher teilt mit, dass er zu Beginn des Vortrags begeistert gewesen sei.
Nach dem Vortrag blieben bei ihm aber sehr viele Fragen.
Wo und wie könne man die Mengen an Wasserstoff beschaffen?
Welche Partner gäbe es hierfür?
Herr Bogozek bedankt sich für die Ausführung.
Bei den Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff sehe er den Einsatz bei privaten PKWs und bei Gebäuden nicht. Auch er hat eine Reihe von Fragen.
Wie gehe man mit Überschusskapazitäten um?
Wie bringt man Strom und Wasserstoff in Einklang?
Die Ausschussvorsitzende Lürken schlägt vor bei diesem wichtigen Thema weiter im Austausch zu bleiben und es stelle sich hierbei auch die Frage nach einem geeigneten Gesprächsformat.
Ratsherr Kiemes dankt für den Votrag und den Leitfaden. Er begrüßt den erweiterten Beschlussvorschlag und schließt sich diesem an.
Herr Meiners führt aus, dass auf Landes- und Bundesebene die Wasserstoffstrategien zu klären seien. Derzeit gäbe es für die Industrie keinen Anreiz bei niedrigen Energiepreisen zu investieren.
Herr Seier berichtet, dass es bei der Nutzung von Biogas ähnliche Fragen zum Beispiel bezogen auf die Einspeisung in Netze gäbe.
Bei Biogas sei die Einspeisung etwas einfacher.
Bei Wasserstoff sei die Beimischung schwierig, bereits ab 20 % Beimischung gäbe es eine Reihe von Details, die zu beachten seien, um die Sicherheit der Netze zu gewährleisten.
Herr Beigeordneter Thomas führt aus, dass die Studie zeige, wo man genauer hinschauen müsse. Zudem hat die StAWAG Ziele, wo ggfs. Fernwärme genutzt werden könne. Er schildert, dass man das Ziel der Klimaneutralität 2030 schaffen wolle und zeigen wolle, wie es gehen könnte.
Dieses Ziel sei aber nicht zu schaffen, wenn man auf Windenergie verzichten würde.
Er teilt mit, dass die Beigeordneten Burgdorf, Sicking und er gemeinsam zu diesen Themen einladen wollen.
So sei z.B. im Krematorium Hochtemperaturen von 600 – 800 Grad notwendig.
Alles was über 200 Grad hinausgehe, wolle man über Wasserstoff und Biogas ausbauen.
So werde es Gespräche mit der STAWAG zu vielen Themen geben, auch dazu, dass Netzstrukturen angepackt werden müssen.
Er unterstreicht auch den Wunsch der Beschlusserweiterung.
Es wird über den erweiterten Beschlussvorschlag abgestimmt.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zum Thema Wasserstoff zur Kenntnis.
Erläuterungen
Leitfaden Wasserstoff Wasserstoffnetz für Aachen (SPD-Ratsantrag 122/18) / Evaluation für Wasserstoffinfrastruktur (DIE ZUKUNFT-Ratsantrag 124/18)
Mit den in der Überschrift genannten Ratsanträgen wurde die Verwaltung zu prüfen beauftragt,inwieweit Wasserstoff als integrativer Teil einer möglichst klimaschonenden Aachener Energieversorgung genutzt werden kann. Auch war zu prüfen, inwieweit ein Anschluss der Stadt Aachen an ein zukünftiges überregionales Wasserstoffnetz möglich und sinnvoll ist.
Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa (FB 02) hat das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) mit der Analyse der Rahmenbedingungen, der Darstellung der aktuellen Situation und der Erstellung von Perspektiven für die Stadt Aachen im Bereich der Wasserstoffwirtschaft beauftragt. Zentrale Fragen, welche zukünftigen Nutzungsszenarien und Herstellungspotentiale in Aachen vorhanden sind und wie sich Aachen im Bereich der Wasserstoffwertschöpfungsketten platzieren kann, wurden im Wasserstoffleitfaden für die Stadt Aachen untersucht.
Hintergründe
Auf Bundesebene wurden durch das Klimaschutzgesetz die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Über die bundesweiten Ziele hinaus möchte die Stadt Aachen das Ziel der Treibhausgasneutralität bereits im Jahr 2030 erreichen.
Hinzu kommt, dass der Aachener Endenergiebedarf derzeit zu 39% durch Erdgas (Methan) gedeckt wird. Das Gas ist ein wesentlicher und z.T. gegenwärtig nicht ersetzbarer Energieträger, was aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der hohen Importabhängigkeit von Erdgas problematisch ist.
Für das Erreichen des Ziels der Treibhausgasneutralität scheint der Einsatz von Wasserstoff als Speichermedium in der Energieversorgung sowie im Bereich der industriellen Prozesse unabdingbar.
Ausblick auf den Leitfaden
Der Leitfaden untersucht eingangs die Ist-Situation in Aachen mit Hinblick auf die Wirtschafts-, Verkehrs- und Energieversorgungsstruktur. Dabei werden Punkte wie das Ausbaupotential für Erneuerbare Energien und die räumlich differente Dichte der Wärmelast berücksichtig. Auch die aktuellen Wasserstoffaktivitäten in Aachen und der umliegenden Region werden beleuchtet. Aufbauend auf gesamtdeutschen Zukunftsbildern erarbeitet der Leitfaden für die Stadt Aachen zwei mögliche Szenarien. Die "Moleküle-Welt" und die "Elektronen-Welt".
Dieser Ansatz wurde gewählt da aus heutiger Sicht noch nicht abzusehen ist wie genau das Ziel einer klimaneutralen Energieversorgung und Wirtschaft zu erreicht werden kann. Wasserstoff wird als Baustein sicherlich benötigte, in welchem Umfang ist jedoch noch zu klären. Die beiden Szenarien "Moleküle-Welt" und "Elektronen-Welt" fungieren gleichermaßen als Leitplanken um den Raum der möglichen Entwicklung besser eingrenzen zu können.
In der "Moleküle-Welt" spielt Wasserstoff in vielen Bereichen eine wichtige Rolle.Die bestehende Infrastruktur der Gasnetze auf Fernleitungs- und Verteilnetzebene bleibt bei sinkender Auslastung zum Teil in Betrieb und wird dabei teilweise auf Wasserstoff umgerüstet. Dies wird von einer zunehmenden Elektrifizierung in allen Sektoren und Bereichen begleitet.
In der "Elektronen-Welt" wird vor allem das Thema Elektrifizierung vorangetrieben, sprich es wird davon ausgegangen, dass viele Prozesse die aktuell auf Erdgasbasis laufen zukünftig auf die Nutzung elektrischer Energie umgestellt werden. Förderprogramme für die Gebäudesanierung sollen eine hohe Sanierungsrate erreichen. Die Nachfrage an Gas ist stark rückläufig, sodass lediglich ein abgespecktes Wasserstoffnetz auf der Fernleitungsebene für Industrieanwendungen und Strombackup-Kapazitäten notwendig ist. Gasverteilnetze werden zurückgebaut.
Der Leitfaden gibt anschließend einen Ausblick auf die sich je nach gewähltem Szenario ergebenden Endenergieverbräuche in den Sektoren Mobilität, Haushalt, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Industrie. Es folgen Abschätzungen zum zukünftigen Wasserstoffverbrauch und zum benötigten Umfang an Elektrolyseleistung um diesen lokal decken zu können. Der Einsatz von Wasserstoff in Aachen zeichnet sich dabei im Kern in den Bereichen Industrie und Gewerbe sowie der nicht privaten Mobilität ab.
Abschließend werden Handlungsempfehlungen, aufgegliedert in die Phasen 1-3 für die Stadt Aachen ausgesprochen. Aus diesen galt es dann erste zu priorisierende (wichtig und dringend) Maßnahmen auszuwählen. Diese wären nach aktuellem Stand der Diskussion:
- Bereich Governance
- KlareAnsprechpartner*innen und Vernetzung innerhalb derVerwaltung (P1)
- Bereich Koordination
- Koordination und Unterstützung von Verbundprojekten (P1)
- Matchmaking für Erzeuger und Abnehmer (P1)
- Überregionale Vernetzung zur Beschaffung von Wasserstoff (P1)
- Wissensaufbau & Kommunikation
- Unterstützung von Netzwerken (P1)
- Unterstützung von Netzwerken (P1)
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
X |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | Positiv | Negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | Groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | Negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
Vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
Nicht | |||
nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 117401
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=117401
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2022-11-17 FB 02_0203_WP18 Leitfaden Wasserstof SAO.pdf
19.11.2024
9.5 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 9
- Sitzung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
- Gremium
- Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
- Datum
- Di., 31.01.2023
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 17:54
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
Öffnen