9. Mai 2023 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
TOP 9Öffentlich

Sachstand Stadtglühen 2023

E 49/0059/WP18 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Frau Bergs lobt die Vorlage zum Stadtglühen insbesondere die guten Ansätze hinsichtlich des Stadtsprühens und hinsichtlich der Stadtglühenveranstaltung im Driescher Hof und auch im gesamten übrigen Stadtgebiet. Sie äußert ihr Bedauern dahingehend, dass der Bezirk Laurensberg nicht bei den aufgeführten Orten des Stadtglühens ist. Auch hat man nach ihrer Auffassung zu spät mit den Planungen begonnen. Sie würde gerne nähere Informationen zum Spartenmix und zum Stand der Marketingmaßnahmen bekommen. Frau Perschon meldet sich und macht insbesondere auf die Situation von Laurensberg aufmerksam, wobei aus ihrer Sicht insbesondere Gut Kullen, was auch zur Gemarkung Laurensberg gehört, beachtet werden sollte. Hier gibt es eine funktionierende Stadtteilkonferenz und der Stadtteil Gut Kullen sollte dieses Jahr auf jeden Fall am Stadtglühen partizipieren können. Die dort ansässige Bevölkerung und die dort lebenden Jugendlichen sind aus ihrer Sicht insbesondere offen für die besondere Art der Ferienunterhaltung. Es handelt sich dort um Jugendliche aus 21 Herkunftsländern, die hier in guter Kooperation zusammenleben. Das kulturelle Angebot im Stadtteil Gut Kullen ist aber nicht dementsprechend ausgestattet. Deshalb ist aus ihrer Sicht der Park im Roeters Haag Weg hinter der Arche ein geeigneter Standort für ein Stadtglühenfestival am Wochenende. Frau Derichs regt an, dass im Rahmen im Stadtsprühens dieses Jahr nicht wieder ein Bauzaun mit Graffiti besprüht wird, sondern richtige Wände mit Streetart versehen werden. Frau Piwowarsky meldet sich und weist darauf hin, dass der Ratsvertreter Christoph Allemand bereits mehrere interessante Wände der Verwaltung vorgeschlagen hat. Sie regt an, auf diese Wände dieses Jahr zurückzugreifen. Sie wisse sicher, dass diese Wände aktuell noch zur Verfügung stehen. Frau Tirtey dankt den Ausschussmitgliedern für die guten Anregungen und weist darauf hin, dass der Auftrag des Kuratierens des Stadtglühens an den Musikbunkers mit dem Geschäftsführer Lars Templin ergangen ist. Sie wird Frau Myriam Kroll bitten, das Stadtsprühen hinsichtlich der Auswahl des Streetart und der Örtlichkeiten zu kuratieren. Im Weiteren nimmt Herr Templin folgendermaßen Stellung:

Das Stadtglühen ist städtischerseits auskömmlich finanziert. Um diesem finanziellen Einsatz gerecht zu werden, ist es aus seiner Sicht erforderlich, das Stadtglühen zu einer Marke zu etablieren. Um dies erreichen zu können, ist es noch 2023 zwingend notwendig, wesentlich innerstädtische Plätze zu bespielen, um hier genügend Bürger*innen zu erreichen, die in den Außenbezirken nicht sicher erreicht werden können. Wenn diese große Anzahl von Bürger*innen wie 2022 für sie interessante Veranstaltungen innerstädtisch erleben, wird damit aus seiner Sicht ein Beginn dafür gesetzt sein, mit dem Begriff „Stadtglühen“ interessante Erlebnisse zu verbinden. In den Folgejahren kann dann bereits der Begriff „Stadtglühen“ geeignet sein, Bürger*innen auch in die Außenbezirke zu führen, da das innerstädtisch Erlebte da dann auch erwartet wird. Dieser Prozess ist aus seiner künstlerischen Sicht 2023 aber noch nicht vollzogen. Daher ist es 2023 noch erforderlich, vornehmlich die innerstädtischen gut frequentierten Plätze bevorzugt für das Stadtglühen zu verwenden. Gleichwohl wird dem Willen der Politik insoweit Rechnung getragen, als dass der Driescher Hof, der insoweit nicht dem künstlerischen Konzept entspricht, sondern aus Gründen der Partizipation aller Bevölkerungsteile gewählt wird, in Stadtglühen 2023 mit einer Veranstaltung bespielt wird. Hierbei handelt es als ein Unsicherheitsfaktor. Laurensberg wäre dann im nächsten Jahr dran. Frau Epstein fragt nach, ob die Internetseite bereits online ist. Das wird von Herrn Templin verneint. Herr Becker bedankt sich bei ihm, dass der Driescher Hof dieses Jahr mit ins Programm genommen worden ist. Aus seiner Sicht ist das ganz bedeutsam für das Stadtviertel. Frau Bergs weist darauf hin, dass ebenso wie jetzt fraglich ist, ob Laurensberg funktionieren wird, in den letzten Jahren in Zweifel gezogen wurde, ob Eilendorf funktioniert. Nun ist aber klar, dass Eilendorf ein erfolgversprechender Veranstaltungsort ist. Deshalb bittet sie nochmals darum, dass Laurensberg auch 2023 schon ins Programm genommen wird. Auch möchte sie wissen, warum Brand dieses Jahr nicht dabei ist. Sie stellt die Forderung auf, dass jeder Stadtbezirk jedes Jahr einmal Veranstaltungsort sein muss. Herr Pilgram pflichtet Frau Bergs bei. Aus seiner Sicht muss man sich so auf die Stadtbezirke einstellen, dass das Stadtglühen in jedem Stadtbezirk ein Erfolg werden kann. Er resümiert im Weiteren die Veranstaltungen 2022, die aus seiner Sicht vom Musikbunker hervorragend organisiert waren, die Arbeit der Verwaltung hätte aber zu wünschen übrig gelassen. Frau Perschon weist nochmals daraufhin, dass sie keinesfalls möchte, dass der Driescher Hof gegen Laurensberg ausgespielt werde. Aus ihrer Sicht müssen beide Stadtviertel entsprechend berücksichtigt werden. Herr Brötz teilt die Auffassung, dass 2024 in allen Stadtbezirken kulturelle Veranstaltungen stattfinden sollen. Auch im Bezug auf Laurensberg und Gut Kullen weist Herr Brötz daraufhin, dass man zielgruppenspezifische Angebote dort hinbringen kann, die das künstlerische Konzept trotzdem unangetastet lassen.

Herr Templin stellt noch einmal den Besucherzahlengegensatz zwischen den Stadtbezirken und der Innenstadt dar, während z.B. im Frankenberger Viertel mehrere tausend Besucher*innen waren, waren in Haaren nicht einmal 100. Aus seiner Sicht wird durch das Bespielen aller Stadtbezirke das gesamte Konzept gefährdet.

Zum Thema Werbung teilt er mit, dass dieses Jahr neben der Website auch für jeden Veranstaltungsort gesonderte einzelne Plakate gedruckt und aufgehängt werden.

Nach kurzer Aussprache einigt sich der Ausschuss darauf, dass auch die Stadtteilmagazine und Bad Aachen als Medien genutzt werden.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Kultur und Theater nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Beschluss ergeht einstimmig.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Kultur und Theater nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Vom 30.06.23 bis zum 06.08.23 wird die dritte Auflage des Projektes „Stadtglühen“ durchgeführt. Mit der Projektleitung wurde erneut der Musikbunker e.V., Rehmannstraße, 52066 Aachen beauftragt.

Das Konzept des Vorjahres wird im Wesentlichen beibehalten. Es wird wieder ein Ort für zwei Tage bespielt, jeweils Mittwoch und Donnerstag sowie Samstag und Sonntag.

Nur zur Eröffnung und an den Finaltagen wird dieses Konzept aufgelöst. Während die Eröffnung an drei Tagen (Freitag bis Sonntag) im Elisengarten stattfindet, werden zum Finale verschiedene zentrale Innenstadtbereiche gleichzeitig als Austragungsort ausgewählt.

Besonderes Augenmerk wird darauf gerichtet, neben den Innenstadtbereichen auch die Stadtbezirke zu berücksichtigen.

Im Rahmen der ersten Pressekonferenz am 17.04.23 wurde ein Aufruf an die Freie Szene gerichtet, sich um die Teilnahme zu bewerben. Als Adressatenadresse wurde Stadtgluehen2023@musikbunker-aachen.de benannt. Unabhängig hiervon wird der Musikbunker aber auch proaktiv an die Künstler*innen herantreten.

Kulturschaffende, die im letzten Jahr aufgrund eines Überangebots nicht teilnehmen konnten, sollen dieses Jahr bevorzugt berücksichtigt werden.

Die Website Stadtgluehen.de bleibt bestehen, sie wird eine farbliche Anpassung erhalten und zeitnah mit Informationen bestückt. Neue Locations werden im Hinblick auf eine auch grafisch ansprechende Form mit thematisch passenden Icons versehen.

Mit den Verantwortlichen vor Ort werden derzeit Gespräche geführt, in denen ihnen die Ideen vorgestellt und sie in die Planungen mit einbezogen werden.

Auch in diesem Jahr sollen wieder viele Facetten des kulturellen Lebens während der Veranstaltungen abgebildet werden (Musik, Theater, Literatur, Tanz und Performance sowie bildende Kunst und ein Kinderprogramm).

Beachtung verdient im Hinblick auf die gestiegenen Energiekosten und die hohe Inflationsrate auch der soziale Aspekt. Ein kostenfreier Zugang zu einem attraktiven und breit gefächerten kulturellen Angebot in der Ferienzeit ist in diesen Zeiten umso bedeutsamer.

Nach derzeitigem Sachstand sind Veranstaltungen in folgenden Bereichen geplant:

30.06.-02.07.23: Elisengarten

05.-06.07.2023: Moritz-Braun-Park Eilendorf

08.-09.07.2023: Driescher Hof (Spielplatz an der Herderstr.)

12.-13.07.2023: Uni-Viertel (z. B. Templergraben, Königshügel)

15.-16.07.2023: Frankenberger Park

19.-20.07.2023: Feuerwehrpark Haaren

22.-23.07.2023: Kornelimünster

26.-27.07.2023: Stadtpark Aachen mit NAK

29.-30.07.2023: Schlosspark Richterich

05.-06.08.2023: Finale an verschiedenen Orten in der Innenstadt

Änderungen bzw. Verschiebungen sind möglich.

Neuerungen:

Beim Finale wird in diesem Jahr auch die Fläche Zwischenzeit Büchel berücksichtigt.

Erstmalig wird mit dem Spielplatz an der Herder Str. der Bereich Driescher Hof bespielt.

Im Stadtpark wird es in Kooperation mit dem Neuen Aachener Kunstverein eine Hommage an Gabor Baksay geben, der Anfang des Jahres verstorben ist und sich um die Freie Szene in Aachen verdient gemacht hat.Die beiden Tage werden im Zeichen seines gesamten kreativen Schaffens stehen.

In Kooperation mit der SG Eifel Musicale konnten in der Zeit vom 25.-27.07.2023 die "Promenaden-konzerte" in der Salvatorkirche in das Stadtglühen integriert werden.

Hierbei gestalten acht Pianisten drei Konzerte in der Salvatorkirche Aachen mit Werken von Bach bis Rachmaninov. Alle Künstler sind mehrfache Preisträger internationaler Wettbewerbe und studieren an Musikhochschulen in Europa, China und den USA.

Teilprojekt Stadtsprühen:

Im Vorjahr fand im Stadtpark das Streetart-Festival „Stadtsprühen“ statt. Über 20 Graffiti-Künstler*innen haben den Bauzaun um das neue Kurhaus mit ihren Werken gestaltet. Nach diesem Auftakt, in dem die temporäre Umzäunung der Baustelle des Neuen Kurhauses als ephemere Hall of Fame gestaltet wurde, sollen nun in einem nächsten Schritt bleibende, das Stadtbild prägende Murals entstehen.

Als Projekt im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Forst/Schönforst/Driescher Hofwar beabsichtigt, über den Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur mehrere Hausfassaden zu finden, die für die Gestaltung mit Streetart durch Künstler*innen genutzt werden könnten und in Gesprächen mit den Eigentümer*innen deren entsprechende Bereitschaft zu eruieren.

Leider konnten keine Objekte gefunden werden.

Als Gestaltungsobjekt soll nunmehr der Bunker in der Zeppelinstr. genutzt werden. Seitens der Unteren Denkmalbehörde, des Nutzers Musikbunker e. V. sowie des Quartiersmanagements Stadtteilbüro Forst/Driescher Hof bestehen keine Bedenken, die Idee wird vielmehr begrüßt. Das Städtische Gebäudemanagement als Eigentümer hat unter diesen Voraussetzungen eine Zustimmung in Aussicht gestellt.

Das Projekt soll über den gesamten Ferienzeitraum stattfinden. So können interessierte Besucher im Laufe der Zeit sowohl fertige Bilder betrachten als auch „work in progress“ verfolgen.

In einem Rahmenprogramm sollen die Anwohner mit einbezogen werden. So werden z. B. Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten, in denen sie an einer Probewand erste Erfahrungen in der Kunstgattung Streetart sammeln können.

Unabhängig hiervon werden in der Innenstadt noch weitere Fassaden gesucht.

Die beiliegenden Fotos illustrieren den aktuellen Zustand des Bunkers sowie ein Gestaltungsbeispiel aus der Stadt Osnabrück.

Bunker Zeppelinstr.

Beispiel Osnabrück


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

X

Klimarelevanz

Keine

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2023-04-19 E 49_0059_WP18 Sachstand Stadtgluehe SAO.pdf

6.11.2024

626.2 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 9
Sitzung
Sitzung des Betriebsausschusses Kultur und Theater
Gremium
Betriebsausschuss Kultur und Theater
Datum
Di., 09.05.2023
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 19:14