14. Juni 2023 um 17:00, Bezirksamt AC-Brand
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Erneuerung der Haarbachtalbrücke – Sachstandsbericht,auch: Behandlung mehrerer Anträge der Fraktionen SPD und CDU (vom 16.11.2022 und 17.11.2022)

FB 61/0635/WP18 · Kenntnisnahme

Erneuerung der Haarbachtalbrücke – Sachstandsbericht,auch: Behandlung mehrerer Anträge der Fraktionen SPD und CDU (vom 16.11.2022 und 17.11.2022)

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt den stellvertretenden Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur, Herrn Uwe Müller, der mit einer Präsentation über die geplanten Vollsperrung der BAB-Brücke A544 und die begleitenden Maßnahmen im Rahmen eines Sachstandsberichtes informiert.

Herr Müller teilt mit, dass sein Fachbereich mit diesem Thema aktuell in den Bezirken Haaren und Brand unterwegs sei.

Die Arbeitsgruppe Verkehrsverlagerung habe ihre Planungen, welche durch einen externen Verkehrsgutachter überarbeitet und begleitet wurden, aktuell abgeschlossen.

Dazu zählt u.a., dass die Anschlussstelle Würselen zur Verteilung des Verkehrs offengehalten werde, die Anpassung und Optimierung der Signalanlagen und die Installation von Pförtneranlagen, die bei erhöhtem Verkehrsaufkommen durch KFZ den Zufluss von Fahrzeugen auf staugefährdeten Straßenabschnitten regeln sollen. Zudem solle der ÖPNV ausgebaut werden.

Die Autobahn GmbH habe den Auftrag zum Abriss der Brücke an den Generalunternehmer erteilt. Die Projektgruppe Notfallplan habe ebenfalls alle Maßnahmen vorbereitet. Vom 17.07. bis 21.07.2023 werde eine weitere Rissprüfung an der Brücke vorgenommen. Es sollen keine Baumaßnahmen in der Nähe der Brücke stattfinden, um nicht eine noch stärkere Verkehrsbelastung herbeizuführen.

Die Projektgruppe Kommunikation habe ebenfalls ihre Arbeit aufgenommen. Zudem sei ein Infobus der Autobahn GmbH regelmäßig in der Städteregion im Einsatz. Dieser werde am 20.06.2023 am Holzgraben stehen.

Weiterhin gibt Herr Müller anhand der Präsentation einen Überblick auf die geplanten Knotenpunkte.

An der Autobahnanschlussstelle AC-Brand wurden die prognostizierten Zu- und Abnahmen der KFZ-Verkehrsstärken berechnet und visuell dargestellt. Brand selbst solle nach den vorliegenden Verkehrsdaten nicht zu stark belastet werden. Die Daten würden aber regelmäßig aktualisiert.

Des Weiteren habe die ASEAG Maßnahmen zur Entlastung des Verkehrs vorgeschlagen. Dies seien u.a. Bussonderfahrstreifen, Bevorrechtigung der Busse an diversen Signalanlagen und Anpassungen der Fahrpläne. Außerdem solle eine Neuordnung des Fahrbahnrandparkens im Bereich von Engstellen geplant werden.

Die Stadt Aachen informiert über folgende Mailadresse und den Link über aktuelle Sachstände zu den Maßnahmen: A544@mail.aachen.de sowie www.aachen.de/a544

Herr Auler von der CDU-BF bedankt sich für den Vortrag des Herrn Müller und formuliert hierzu folgende Fragen:

  1. Was sind die Alternativen, wenn das geplante Verkehrsmodell nicht der Realität entspricht?
  2. Wie wirkt sich der Mehrverkehr auf die Autobahnbrücke Brand über die Trierer Straße aus und wie ist der Planungsstand für Ersatz während der Brückensanierung?
  3. Wie sind die Auswirkungen der Brückensperrung auf die Gewerbebetriebe sowie das Handwerk und die Pflegedienste und wie sehen hier die geplanten Entlastungsmaßnahmen aus?

Herr Müller erläutert hierzu, dass das Verkehrsmodell ein gutes Hilfsmittel bei der Planung der zu erwartenden Verkehrsströme sei. Dieses sei jedoch abhängig von den eingegebenen Daten. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien die bis heute erfassten Daten sehr valide. Trotzdem könnten sich im Laufe der Zeit noch Änderungen ergeben. Hier würde aber immer aktuell angepasst und nachgebessert.

Während der Sanierung werde auch ein externes Büro die Verkehrsströme beobachten und auswerten und ebenfalls die Verkehrsdaten anpassen. Es werde also permanent auf die aktuellen Verkehrsströme reagiert.

Eine Brückensperrung für Brand sei derzeit nicht erforderlich. Herr Müller werde hier aber nochmal aktuell bei der Autobahn GmbH nachfragen, ob eine Sperrung zukünftig ein denkbares Szenario sei.

Die Auswirkung auf die Gewerbebetriebe sei abhängig von den verkehrstechnischen Maßnahmen. Derzeit seien hier keine Probleme bekannt. Es werde aber immer auf aktuelle Gegebenheiten reagiert.

Herr Depenbrock von der Grünen-BF bedankt sich für den umfassenden Vortrag und die systematische und gründliche Planung der Verwaltung. Er sieht nach aktuellem Stand die Stadt Aachen für die kommenden Verkehrsherausforderung als gut aufgestellt an.

Frau von Eckardstein von der Grünen BF macht darauf aufmerksam, dass schon wenige PKW mehr für Entstehung von Staus verantwortlich sein könnten. Sie fragt daher nach, ob es geplant sei, die Bevölkerung im Vorfeld in einer Art Kampagne darauf aufmerksam zu machen, frühzeitig auf den ÖPNV oder alternative Verkehrsmittel umzusteigen, um aktiv Staus entgegenzuwirken.

Herr Müller bestätigt, dass schon wenige Fahrzeuge mehr in den Spitzenstunden für Verkehrs-probleme sorgen können. Daher finden parallel auch Maßnahmen statt, die Gewerbetreibenden und Pendler auf Alternativangebote aufmerksam zu machen. Hierzu gehören insbesondere die Beratung von Unternehmen mit Angeboten von alternativen Routen und die Bereitstellung von kostenlosen Testflotten. Dies erfolge auch in Zusammenarbeit mit der IHK. Zudem sollen die betroffenen Unternehmen die Stadt auch aktiv auf Probleme aber auch auf Lösungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Herr Hußmann von der Grünen-BF fragt nach, wann mit der Freigabe des Verkehrsgutachtens für die Planung der L 221n seitens Straßen NRW gerechnet werden könne.

Herr Müller berichtet hierzu, dass man in einem Austausch mit Straßen NRW sei, um die Daten des Gutachtens zu erhalten. Hier haben die Verantwortlichen zugesichert, dies nach einer weiteren Prüfung zu tun. Man rechne deshalb nach den Sommerferien mit der Freigabe des Gutachtens.

Herr Auler von der CDU-BF merkt hierzu an, dass notfalls im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes das Gutachten angefordert werden könne.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


Die Bezirksvertretung Brand nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis

Erläuterungen

Erläuterungen:


Erneuerung der Haarbachtalbrücke – Sachstandsbericht sowie Behandlung mehrerer Anträge der Fraktionen SPD und CDU

Folgende Anträge (siehe Anlage 0.1-0.2) wurden zu diesem Thema in der BV Haaren gestellt:

  1. Antrag der Fraktion SPD vom 16.11.2022: Wird Aachens Süden vom 2024-2027 im Verkehrschaos untergehen?
  2. Antrag der Fraktion CDU in der BV Brand vom 17.11.2022 – Sperrung der A544 – Auswirkung auf den Stadtbezirk Aachen-Brand.

Die Erneuerung der Haarbachtalbrücke auf der A 544 steht an. Der Straßenbaulastträger Autobahn GmbH wird dazu im Abschnitt zwischen Autobahnkreuz und Europaplatz zum Jahreswechsel eine Vollsperrung einrichten, um den Abriss und Neubau eines Teilbauwerkes durchzuführen. Im Anschluss kann dieses Bauwerk mit jeweils einspuriger Richtungsführung für den Verkehr freigegeben werden; es schließt sich dann die Erneuerung des verbleibenden Teilbauwerks in einem Zeitraum von weiteren ca. 14 Monaten an.

Die Stadtverwaltung wurde erstmalig am 15.11.2022 von der beabsichtigten Vollsperrung durch die Autobahn GmbH informiert. Seitdem wurde in intensiver Abstimmung eine Projektstruktur (siehe Anlage 3) etabliert, die unter Beteiligung zahlreicher Akteure aus Region und Stadt sowie den verschiedenen Straßenbaulastträgern und Verkehrsbehörden begleitend alle Aspekte möglicher Umleitungsführungen und daraus resultierender Folgen betrachten soll. Eine Übersicht der verschiedenen Arbeits- und Informationsgruppen liegt als Anlage 1 bei.

Kfz-Verkehr

Die Führung der Umleitungsverkehre wird über eine modellhafte Betrachtung der Verkehre abgestimmt, die derzeit beauftragt, entwickelt und im Ergebnis mit allen beteiligten Akteuren erarbeitet wird. Ein erster Aufschlag der Autobahn GmbH geht davon aus, die MIV-Verkehre hauptsächlich über die AS Aachen-Zentrum und Laurensberg abzuwickeln. Hierzu wird auf der BAB A4 die aufnehmbare Verkehrslast durch entsprechende Maßnahmen erhöht, z. B. mit der Erweiterung von einer 2- auf eine 3-streifige Führung zwischen dem AK Aachen und der AS Aachen-Zentrum. Ggfs. kann dies nach abgeschlossener Prüfung auch auf die Strecke bis zur AS Laurensberg FR NL erweitert werden.

Im weiteren Straßennetz werden die ermittelten relevanten Knotenpunkte hinsichtlich der Leistungsfähigkeit überprüft und ggfs. notwendige Anpassungen an Signalanlagen sowie in der Aufteilung des Verkehrsraums vorgenommen. In der modelhaften ersten Betrachtung wurde die Signalsteuerung an der AS Brand im Maßnahmenkatalog bereits identifiziert und wird im weiteren Verlauf des Monitorings in den entsprechenden Modellierungen der Verkehrssimulationen geprüft und angepasst.

Die Durchführung paralleler Arbeiten an den Anschlussstellen Brand und Lichtenbusch entlang der A44 zu den Arbeiten auf der A 544 an der Haarbachtalbrücke obliegt der Autobahn GmbH als Straßenbaulastträger. Diese wurden bereits seitens der Stadt Aachen in den bisherigen Gesprächen kritisch hinterfragt und werden von der Autobahn GmbH mit Blick auf die sich verändernden Verkehrsmengen zurückgestellt.

Hinsichtlich der Baustellenkoordinierung von städtischen Maßnahmen werden die zukünftigen Bauvorhaben in Bezug auf die Umleitungsverkehre aufgrund der bevorstehenden Vollsperrung der A 544 überprüft. Hier muss das ständige Monitoring der Verkehre nach der Sperrung berücksichtigt werden. Geplante Maßnahmen werden auf den zukünftigen Stand der Verkehre und der möglichen Belastung weiterer Umleitungen geprüft.

Die Stadt Aachen wird darauf hinwirken, dass im Rahmen der Verkehrsmodellierung die Auswirkungen der geänderten Verkehrsführung auf Lärm und Luft (Abnahme der Emissionen auf der Brücke und Zunahmen durch Mehrverkehr auf den Ausweichstrecken) abgeschätzt werden.

ÖPNV

Die Auswirkungen auf den ÖPNV werden in enger Zusammenarbeit mit der ASEAG geprüft und im zukünftigen Monitoring während der sperrungsbedingten Bauphasen kontinuierlich betrachtet. Dabei wird auch untersucht, welche Möglichkeiten bestehen, über den ÖPNV eine Verlagerung bisheriger Kfz-Verkehren zu bewirken. Ebenso werden dabei die zu erwartende Verkehrssituation aufgrund der Sperrung und die Verlässlichkeit des ÖPNV zentrale Themen sein. Etwaige baustellenbedingte Beeinträchtigungen auf die Umsetzung der Schnellbuslinien werden mitbetrachtet und deren Auswirkungen untersucht werden. Hierzu müssen die Auswirkungen der Sperrungen zunächst hinreichend klar bestimmt sein.

weitere Mobilitätsmanagementmaßnahmen

Entlastungsmöglichkeiten werden darüber hinaus in einer Konzeption von Mobilitätsmanagementmaßnahmen betrachtet, bei denen zahlreiche Akteure (auch Unternehmen, Verbände und Politik) zur Mitwirkung aufgerufen werden. Denkbare Maßnahmen könnten etwa die Anpassung der Arbeitszeiten (nicht alle gleichzeitig auf dem Arbeitsweg), die Beibehaltung oder Schaffung des Homeoffice oder die Intensivierung alternativer Verkehrsteilnahme -z.B. über Jobtickets, Fahrgemeinschaften, Förderung der E-Bike-Nutzung oder weiteres- sein.

Diesem Themenkomplex widmet sich eine separate Arbeitsgruppe.

Es liegen für die Umsetzung von betrieblichem Mobilitätsmanagement im Zuge des Fördervorhabens „Haaren clever mobil“ bewilligte Finanzmittel für Beratungsleistungen und Testangebote vor. Hierfür wird derzeit die Vergabe der bewilligten Mittel durch die Verwaltung vorbereitet.

In der Sitzung wird zum Sachstand der Maßnahme, der bisherigen Vorgehensweise und den beabsichtigten Zielen für die Führung der Umleitungsverkehre und zu ergreifende weitere Maßnahmen berichtet.

Auswirkungen

Abstimmungsergebnis

Einstimmig
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2023-03-07 FB 61_0635_WP18 Erneuerung der Haarb SAO.pdf

19.11.2024

2.5 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 14.06.2023
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 19:32

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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