16. August 2023 um 17:00, Bezirksamt AC-Brand
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Mobilitätskonzept Aachen-Brand, Vorstellung der Ergebnisse

FB 61/0718/WP18 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Frau Küppers vom Ingenieurbüro Spiekermann stellt die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes Brand im Rahmen einer Power-Point-Präsentation vor.

Frau Küppers gibt einen Überblick über den Projektablauf und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger mit sämtlichen Vorort- und Onlineveranstaltungen.

Im Rahmen der Bestandsanalyse wird festgehalten, dass für alle Verkehrsarten gute Ausgangsbedingungen bestehen.

Insgesamt wurden 122 mögliche Einzelmaßnahmen entwickelt, wovon 96 in übersichtlichen Steckbriefen festgehalten wurden. Davon hängen 9 Maßnahmen direkt zusammen.

Im Verlauf des Vortrages werden folgende räumlich/funktional zusammenhängende Einzel-maßnahmen konkret vorgestellt:

  1. Umgestaltung Knoten Trierer Straße / Karl-Kuck-Straße / Vennbahncenter Zufahrt
  2. Grundschule Karl-Kuck-Straße
  3. Städtische Gesamtschule-Brand
  4. Schwimmhalle Brand
  5. Vennbahnweg
  6. Gewerbepark Brand
  7. Durchführung von Verkehrsversuchen an konfliktreichen Stellen

Herr Bezirksbürgermeister Tillmans bedankt sich für den ausführlichen Vortrag bei Frau Küppers.

Herr Auler von der CDU-BF bedankt sich ebenfalls bei Frau Küppers und der Fachverwaltung für das umfangreiche Mobilitätskonzept. Er hält fest, dass dieses Konzept für die Bezirksvertretung ein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sei. Er betont, dass das Konzept viele Hinweise beinhalte, wie sich die Mobilität in Zukunft verändern werde. Dass es eine Änderung gebe, stehe für ihn fest.

Herr Auler macht deutlich, dass für seine Fraktion Mobilität ein Mittel zum Zweck sei. Es gehe nicht nur darum, von einem Punkt zu einem anderen Punkt zu gelangen, sondern soziale Kontakte zu pflegen, Kultur zu genießen oder Wertschöpfung zu betreiben. Seiner Meinung nach gebe es keine guten und schlechte Verkehrsmittel, sondern nur die jeweils passenden. Die passenden Verkehrsmittel müssten der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Es müssten flexible Angebote geschaffen werden, um die Mobilitätswende zu schaffen. Dabei habe die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer oberste Priorität. Er macht klar, dass die erarbeiteten Maßnahmen des Planungsbüros priorisiert werden müssen, damit die wichtigsten zeitnah umgesetzt werden können. Nicht alle der 122 Maßnahmen seien auch umsetzbar. Die CDU-BF habe einen entsprechenden Beschlussvorschlag formuliert.

Herr Depenbrock von der Grünen-BF dankt dem Ingenieurbüro Spiekermann und der Verwaltung für das sehr gute und umfangreiche Konzept. Viele Maßnahmen würden sich dankenswerterweise auf Verkehrssicherheit beziehen. Seine Fraktion unterstütze daher auch die notwendigen Maßnahmen. Maßnahmen ohne großen Aufwand sollten schnellstmöglich umgesetzt werden.

Herr Hellmann von der SPD-BF bedankt sich ebenfalls für das vorliegende Konzept. Im Rahmen der Bestandsanalyse sieht er viele gute Ansätze, an denen man anknüpfen könne. Er weist darauf hin, dass Brand leistungsfähige Bundesstraßen und einen Autobahnanschluss habe. Dies sei im Rahmen der Verkehrswende Fluch und Segen zugleich. Zudem habe Brand einen sehr guten ÖPNV-Anschluss. Die Bezirksvertretung habe die Aufgabe zwischen den Erfordernissen und den Bedürfnissen einen Ausgleich zu schaffen.

Herr Hellmann macht auf einige, kleinere Unstimmigkeiten im Konzept aufmerksam. Er bemängelt auch, dass es keine Papiervorlage gegeben habe. Die Vorlage im Internet sei nur schwer lesbar. Auch verstehe er nicht, warum das Gutachten noch 5 Monate in der Verwaltung gelegen habe, bevor dieses jetzt veröffentlicht wurde.

Er warnt davor, dass die vollständige Umsetzung des Konzeptes zu einer Spaltung der Gesellschaft führen könne, da nicht jeder auf das Auto verzichten könne und wolle. Seiner Meinung nach ziele das Gutachten auf die Verbannung des motorisierten Individualverkehrs ab.

Brand wachse weiter und damit nehme auch die Anzahl der PKW zu. In diesem Zusammenhang und unter Berücksichtigung der Durchgangsverkehre könne er die Vision einer lediglich zweispurigen Trierer Straße nicht nachvollziehen. Der weitere ÖPNV-Ausbau sei eine gute Idee, aber voraussichtlich schwer finanzierbar. Er appelliert an die Bezirksvertretung, die Bedürfnisse aller Brander im Blick zu behalten.

Herr Hußmann von der Grünen-BF unterstützt das vorliegende Mobilitätskonzept. Aus seiner Sicht dürfe nicht alles aufgrund von hohen Kosten abgeblockt werden. Umweltverträgliche Mobilität müsse gefördert werden. Er macht deutlich, dass niemand das Auto verbieten wolle. Es müsse aber sinnvoll eingesetzt werden. Umweltverträgliche Verkehrsmittel sollten auf jeden Fall gefördert werden.

Ratsherr Palm von der AFD bedankt sich ebenfalls bei der Vortragenden.

Aus seiner Sicht handele es sich um ein ideologisches Konzept. Er macht darauf aufmerksam, dass viele Brander über 65 Jahre alt und häufig auf das Auto angewiesen seien. Er unterstütze daher die Anmerkungen von Herrn Hellmann. Er bemängelt, dass kein ausreichender Schutz für Fußgänger im Konzept vorgesehen sei. Er spreche sich daher gegen Reallabore aus, um immer wieder neue Konzepte zu testen.

Herr Heuel-Fabianek von der CDU-BF ist der Meinung, dass viele Vorschläge des Mobilitätskonzepts leicht umzusetzen seien. Dies könne aber nicht auf einmal geschehen. Man müsse daher die Prioritäten festlegen. Insgesamt solle dies möglichst zügig geschehen.

Herr Müller bedankt sich bei der Bezirksvertretung für die Beiträge. Er erklärt, dass das Gutachten von der Verwaltung mitgestaltet worden sei. Das erarbeitete Gutachten zeige lediglich Lösungsmöglichkeiten auf. Diese seien auch Ergebnisse aus der bisherigen Bürgerbeteiligung. Sämtliche Gutachterergebnisse seien berücksichtigt worden. Die Verwaltung werde jeder Fraktion das Gutachten auch in einer gedruckten Version zur Verfügung stellen.

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns merkt an, dass er sich eine breitere Bürgerbeteiligung gewünscht hätte, da es so viele unterschiedliche Formate gegeben habe.

Herr Hußmann teilt mit, dass seine Fraktion eine Änderung des Beschlussvorschlages der CDU-BF wünsche. Der Wortlaut „repressive Maßnahmen“ solle entfernt werden.

Herr Hellmann unterstützt den Beschlussvorschlag der CDU-BF. So sei die Verwaltung durch den Einschub „repressiv“ ein wenig eingeschränkt.

Herr Tillmanns mach den Vorschlag einer kurzen Unterbrechung zur Klärung der Unstimmigkeiten.

Ratsherr Palm beantragt die Abstimmung über den Beschlussvorschlag der CDU-BF ohne Unterbrechung.

Der Geschäftsordnungsantrag von Herrn Palm wird mehrheitlich abgelehnt.

Herr Tillmanns unterbricht die Sitzung um 19:05 Uhr.

Frau Lulla-Propers verlässt sodann die Sitzung.

Um 19:20 Uhr wird die Sitzung fortgesetzt.

Herr Tillmanns liest den geänderten Beschlussvorschlag der CDU-BF vor und lässt darüber abstimmen.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Brand nimmt die Vorlage des bezirksbezogenen Mobilitätskonzepts Brand zur Kenntnis. Sie begrüßt die im Konzept vorgesehene Priorisierung der Schaffung von Angeboten und Anreizen zur Mobilität vor unausgewogenen und einseitig einschränkenden Maßnahmen im Straßenraum und legt diesen Grundsatz für die weiteren Beschlussfassungen fest, um so die Mobilitätswende für alle verträglich zu gestalten. Die Bezirksvertretung Brand beschließt zudem, die Verwaltung bezüglich der im Konzept enthaltenen Maßnahmen durch Einzelbeschlüsse im Rahmen der Sitzungen der Bezirksvertretung Brand jeweils gesondert mit der Prüfung einer Umsetzung zu beauftragen. Hierzu wird durch die Bezirksvertretung Brand unter Bezugnahme auf erläuternde Sachanträge eine entsprechende Prioritätenliste gebildet und ggfs. angepasst. Die Bezirksvertretung Brand empfiehlt dem Mobilitätsausschuss die Vorlage des bezirksbezogenen Mobilitätskonzepts Brand zur Kenntnis zu nehmen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, das Umsetzungskonzept insbesondere in Bezug auf kurzfristig realisierbare Maßnahmenvorschläge unter Berücksichtigung von Ergebnissen der politischen Beratung weiter auszuarbeiten.

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnisund beauftragt die Verwaltung, das Umsetzungskonzept insbesondere in Bezug auf kurzfristig realisierbare Maßnahmenvorschläge unter Berücksichtigung von Ergebnissen der politischen Beratung weiter auszuarbeiten.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Auf Grundlage von Ratsanträgen der CDU-Fraktion und der Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Aachen-Brand wurde die Verwaltung durch entsprechende Beschlüsse der Bezirksvertretung am 09.12.2020 und des Mobilitätsausschusses am 18.02.2021 beauftragt, die Erarbeitung eines Mobilti-tätskonzeptes für den Bezirk Aachen-Brand auszuschreiben. Nach dem Ausschreibungsverfahren wurde Ende 2021 der Auftrag an das Büro Spiekermann Ingenieure, Düsseldorf, vergeben.

Ziel des erarbeiteten Konzeptes ist, in Ergänzung und unter Berücksichtigung der gesamtstädtischen Pläne und Konzepte (z.B. Verkehrsentwicklungsplanung, Integriertes Klimaschutzkonzept) eine Leit-linie für die zukünftige, nachhaltige und integrierte Mobilitätsentwicklung und das darauf gerichtete politische Handeln im Bezirk auszuarbeiten.

Die Erstellung des Mobilitätskonzepts orientierte sich an den Leitlinien der auf europäischer Ebene als Richtlinie erlassenen „Sustainable Urban Mobility Plans“ (SUMP), die zum Ziel haben, ganzheit-lich, langfristig und nachhaltig einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Dafür werden nicht nur alle relevanten Formen der Mobilität in die Planung einbezogen, sondern auch die Bedürf-nisse der Bürger*innen und Nutzer*innen des öffentlichen Raums in den Mittelpunkt gestellt.

Durch die Beteiligung von Öffentlichkeit und relevanten Stakeholdern wurden zahlreiche Hinweise und Vorschläge aufgegriffen. Dazu wurde u. a. eine digitale Beteiligungsplattform genutzt und ein Infostand auf dem Fest des Bürgervereins Brand im September 2022 genutzt. Daneben wurden ver-schiedene, öffentliche Veranstaltungen (Bürgerwerkstatt, öffentliche Radrundfahrt respektive Orts-begehung mit den Planer*innen, Zukunftswerkstatt sowie eine Kinder- und Jugendkonferenz) durch-geführt, die den direkten Austausch mit dem Planer-Team ermöglichten. Auch die kontinuierliche Abstimmung mit Akteuren aus Aachen-Brand, der Fachverwaltung und weiteren mobilitätsrelevanten Stakeholdern waren ein zentraler Bestandteil der Projektarbeit.

Der Bearbeitungsprozess und die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes Aachen Brand sind im Erläu-terungsbericht sowie in den Anlagen in Form eines Maßnahmenkataloges und einzelnen Maßnah-men-Steckbriefen dargestellt.

Das beauftragte Büro Spiekermann Ingenieure wird den Prozess und die wesentlichen Ergebnisse darüber hinaus in der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen Brand am 16.8.2023 vorstellen.

Weiteres Vorgehen

Die Verwaltung wird unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der politischen Beratung das Um-setzungskonzept insbesondere in Bezug auf kurzfristig realisierbare Maßnahmenvorschläge weiter ausarbeiten und entsprechende Vorschläge für prioritär umzusetzende Maßnahmen in die politische Beratung einbringen.


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

x

nicht

nicht bekannt

Das Mobilitätskonzept Aachen Brand soll als Leitlinie für die zukünftige, nachhaltige klimafreundliche Mobilitätsentwicklung in Aachen Brand dienen. Mit der Umsetzung von einzelnen Maßnahmen werden positive Effekte auf den Klimaschutz erwartet, die zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht ermittelbar sind.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2023-07-05 FB 61_0718_WP18 Mobilitaetskonzept Aa SAO.pdf

23.10.2024

34.8 MB

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 16.08.2023
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 19:49