Innenstadtmobilität für Morgen | Zwischenbericht- Bausteine des Konzepts, Informationsveranstaltungen im Herbst 2023
FB 61/0742/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Beigeordnete Burgdorff leitet zum Thema Innenstadtmobilität ein, indem sie das aus vier Teilplänen bestehende Konzept kurz darstellt und einen herzlichen Dank an die verwaltungsweit daran beteiligten Kolleg*innen ausspricht, die das Ganze ermöglicht hätten.
Das Konzept füge nun zusammen, was zusammen gehört und ermögliche ein ganzheitliches Bild auf die verschiedensten Verkehrsteilnehmenden in der Stadt.
Anschließend präsentiert Herr Langweg zum Thema.
Herr van den Hurk spricht seinen Dank aus. Er sei überzeugt, dass es sich bei dem vorgestellten Konzept um einen guten Plan handele. Alle Beteiligten müssten sich überlegen, welchen Beitrag die Mobilitätspolitik leisten könne. Man müsse es dringend schaffen den Mobilitätsmix zu generieren, der Aachen zu einer lebens- und liebenswerten Stadt mache. Dies sei unbestritten eine große Herausforderung wegen der unterschiedlichen Interessenlagen, die es zu berücksichtigen gelte. Der Plan, der alles integriere, liege nunmehr vor, wenngleich es noch einige Hausaufgaben zu erledigen gebe und er an die Verwaltung appelliere, insbesondere eine gute Kommunikationskampagne ins Leben zu rufen. Außerdem solle an die Ausnahmegenehmigungen gedacht werden. Wichtig sei zudem die Kommunikation nach außen, dass Aachen erreichbar bleibe.
Auch Ratsherr Neumann spricht der Verwaltung für das große Engagement seinen Dank aus. Bisher habe es immer verschiedene Konzepte zu einzelnen Themen gegeben, die die Politik beschlossen habe, nie aber ein Gesamtkonzept. Daher habe sich auch nie ein zusammenhängendes Bild ergeben, was nun mit diesem großen Wurf gelungen sei.
Das Konzept bündele alle Interessen und schaffe eine gesteigerte Aufenthaltsqualität. Da der Straßenraum nur begrenzte Fläche zur Verfügung habe, sei genau dieser große Aufschlag hier von Nöten gewesen. Für den Umstieg müsse man die richtigen Angebote schaffen umso eine Verbesserung für alle Verkehrsmittel zu erreichen. Das vorgelegte Konzept sei eines der größten und wichtigsten Projekte der Mobilitätspolitik.
Herr Hofmann weist darauf hin, dass andere Städte deutlich leistungsfähigere Verteilerringe hätten als Aachen. So seien bereits jetzt schon die Wilhelmstraße oder der Boxgraben dicht befahren und es staute sich. Man solle andere Schritte zuerst angehen. So seien zum Beispiel die P&R Parkplätze zu weit draußen und würden keinen Zeitgewinn darstellen. Außerdem appellierte er daran, an ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen zu denken.
Herr Lindemann sind indes die einzelnen Konzeptbausteine noch zu schwammig formuliert. Er möchte gerne wissen, inwieweit die Verwaltung bereits in die Umsetzung des AVV Gutachtens eingestiegen sei.
Frau Penalosa schließt sich dem Dank für das aus ihrer Sicht großartige Konzept an, welches alle einbindet.
Ratsherr Blum sieht die Gleichheit der Verkehrsteilnehmenden in dem vorgelegten Konzept nicht gegeben. Er sieht darin eine Zurückdrängung des PKW- Verkehrs und zudem seien die Belange der Außenbezirke nicht berücksichtigt. Man dürfe die rund 80% PKW Nutzer*innen nicht vergessen. Für diese sei zumeist auch der ÖPNV die Alternative und nicht die Nutzung eines Fahrrads. Daher solle man zunächst den ÖPNV Ausbau ausbauen; dieser sei noch nicht so weit.
Herr Nositschka spricht ebenfalls seinen Dank aus und gibt zu bedenken, dass es noch viele Baustellen gebe. Jeder müsse sich nun überlegen, wohin er die Stadt entwickeln wolle. Aus seiner Sicht werde der ÖPNV derzeit bereits ausgebaut, schließlich wolle man hin zu einem Verhältnis von zwei Dritteln Umweltverbund und einem Drittel PKW-Verkehr.
Ratsfrau Breuer tut sich schwer mit dem Ausdruck der „lebenswerten“ Innenstadt, der für ihr Empfinden etwas anderes aussage. Darüber hinaus sieht sie jedoch einen fraktionsübergreifenden Konsens, dass alle etwas ändern wollten. Lediglich über die Vorgehensweise gebe es unterschiedliche Ansichten. Sie plädiere dafür, erst Alternativen zu schaffen und sich die Zeit zu nehmen, da man sonst die Bürger*innen verlieren werde.
Gerade für viele junge Familien, sei die Nutzung des PKWs alternativlos.
Auch Herr Winkler sieht das Thema als große Aufgabe an, die jedoch aus seiner Sicht notwendig sei. Er habe die dringende Bitte an die Verwaltung, die Bevölkerung mitzunehmen. Dazu gehörten auch die Menschen, die in den Außenbezirken lebten.
HerrOtten schließt sich dem Dank an. Mit den vorgestellten drei Bausteinen schaffe man es, eine liebenswerte Stadt zu generieren, was von allen Politikern das Ziel sein sollte. Es gebe sicherlich unterschiedliche Herangehensweisen, sie alle müssten jedoch geprägt sein von gegenseitiger Rücksichtnahme der unterschiedlichen Interessengruppen. Wichtig sei, dass die Innenstadt für Fußgänger sicherer werde. Außerdem solle man deutlich an die Öffentlichkeit die Information vermitteln, dass Aachen nicht „zu“ sondern für jeden zu erreichen sei. Alles andere würde sonst einer Katastrophe für die Stadt gleichkommen. Auch er betont die Wichtigkeit der Kommunikation der Verwaltung.
Frau Strack hält es ebenfalls für wichtig, dass die Innenstadt neu aufbereitet werde. Es müsse aber mehr Rücksicht genommen werden. Zudem sei kein flächendeckendes Leitsystem und Nullabsenkungen vorgesehen. Die Innenstadt müsse für alle erreichbar bleiben. Sie appelliert, das Parken für mobilitätseingeschränkte Menschen länger als eine Stunde zu ermöglichen und weist auf das Problem wild geparkter E-Scooter hin.
Herr Deloie hebt ebenfalls die Bedeutung der Kommunikationskampagne hervor. Man müsse die Bürger*innen dringend mitnehmen, da man bereits jetzt an Akzeptanz verloren habe. Man müsse den Bürger*innen die Angst nehmen vor dem benötigten Wandel. So schlägt er vor, die Bürger*innen schon einmal proaktivzu informieren, was vorgesehen sei, wenn beispielsweise gleich zwei Ausfallstraßen zeitgleich gesperrt seien.
Zudem solle man den P&R Bereich stärken.
Herr van den Hurk meint, man müsse jetzt schlicht irgendwo anfangen, da es deutlichen Handlungsdruck gebe. Ziel sei es, einen gemeinsamen Weg zu finden, den man im Zweifel auch mit Kompromissen eingehen sollte.
Frau Strack weist noch einmal auf die Notwendigkeit sicherer Querungshilfen hin. Außerdem regt sie eine Aufstockung der Behindertenparkplätze an und erinnert daran, dass Pflegefachkräfte beispielsweise durchgängig fahren können müssten.
Ratsherr Breuer appelliert, man dürfe die Verkehrsteilnehmenden nicht gegeneinander ausspielen. Bei jeder Umverteilung sei es wichtig, eine für alle Beteiligten faire Verteilung zu erreichen.
Herr Müller pflichtet der Aussage zu, dass es wichtig sei zu kommunizieren, dass Aachen nicht „zu“ sei und dass alle gegenseitige Rücksicht nehmen sollten. Ziel sei es, bis 2030 den Anteil der Fahrten des Umweltverbundes von 54 auf 64 Prozent zu steigern. In der Innenstadt sei dieser Anteil bereits deutlich höher als in den Außenbezirken. Der Mobilitätsausschuss habe bereits umfassende Maßnahmen beschlossen, die nunmehr anlaufen würden.
Herr Lindemann gibt an, dass er gerne Zahlen für den Durchgangsverkehr von der Verwaltung haben wolle.
Beigeordnete Burgdorff berichtet, dass man eine solche Erhebung am Theaterplatz gemacht habe und dabei einen erheblichen Unterschied gemessen habe, gerade auch was den Lärm angehe. Man werde die Öffentlichkeit mit Veranstaltungen ab dem 05.09. gezielt mitnehmen und im Frühjahr noch einmal ganz genau über die Alltagsauswirkungen berichten.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
PSP-Element 4-120201-905 Verkehrsentwicklungsplanung | |||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2023 | fortgeschriebener Ansatz 2023 | Ansatz 2024ff. | fortgeschriebener Ansatz 2024ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 63.400 | 63.400 | 215.800 | 215.800 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | |||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | ||||||
Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
x | nicht | ||
nicht bekannt |
Die Erläuterungen über die Zusammenhänge der Innenstadtmobilität für morgen sind Grundlage für weitere anstehende Entscheidungen über Maßnahmen, die Verhaltensänderungen im Sinne der Mobilitätswende erwarten lassen.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 121021
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=121021
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2023-08-09 FB 61_0742_WP18 Innenstadtmobilitaet SAO.pdf
19.10.2024
12.2 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- Gemeinsame Sondersitzung des Mobilitätsausschusses mit der Bezirksvertretung Aachen-Mitte
- Gremium
- Mobilitätsausschuss
- Datum
- Do., 31.08.2023
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 20:00