Bericht des Kommunalen Integrationszentrums zur schulischen Situation der Seiteneinsteiger*innen in der Stadt Aachen
FB 56/0323/WP18 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Dogan, Leiterin der Kommunalen Integrationszentrums, berichtet, dass nach heutigem Stand insgesamt 92 Kinder vermittelt worden seien, 12 Kinder befänden sich noch im Vermittlungsprozess. Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit den Aachener Schulen sehr gut. Bei den Herkunftsländern nehme die Anzahl der Kinder aus Somalia derzeit zu.
Frau Griepentrog weist darauf hin, dass bei der Betrachtung der Zahlen immer die aktuellen Kinder auf die bereits vermittelten Kinder aus der Vergangenheit hinzuaddiert werden müssten, da diese nach wie vor sie Schullaufbahn an Aachener Schulen absolvieren würden.
Frau Lulla-Propers empfindet die Verteilung der SuS auf die einzelnen Schulformen im Gegensatz zu der Aussage in der Vorlage als nicht ausgewogen. Die absoluten Zahlen mögen den Eindruck einer Ausgewogenheit erwecken, jedoch sei der Anteil von Seiteneinsteiger*innen an der Gesamtschülerschaft prozentual gesehen gar nicht ausgeglichen. Hier wünsche sie sich mehr Transparenz und die Information, welche Schule konkret die Kinder aufnehmen würde.
Herr Auler gibt zu bedenken, dass nicht alle SuS auch langfristig in Aachen bleiben und somit eine Aufaddierung nicht immer korrekt sei. Er erkundigt sich ob es Auskunft über den Verbleib der SuS gebe, welche durch das Kommunale Integrationszentrum vermittelt worden seien.
Dies sei nach Auskunft von Frau Griepentrog nicht möglich, da das KI nur für die erstmalige Verteilung der Kinder in das Schulsystem zuständig sei.
Frau Schmitt-Promny erkundigt sich nach der verhältnismäßig hohen Anzahl von Kindern aus Spanien, weil sie dies als Herkunftsland nicht unbedingt erwartet habe.
Frau Dogan erklärt, dass die Bezirksregierung für die Abfrage der Zahlen zuständig sei und der Schulrat die Listen dann auswerden würde. In der Regel würden die Kinder zwei Jahre an der zugeteilten Schule verbleiben und dann ins Regelschulsystem integriert.
Frau Lulla-Propers ergänzt, dass die Hauptschulen mit dieser zusätzlichen Beschulung von Seiteneinsteiger*innen stark überlastet seien.
Frau Dogan erläutert, dass in Aachen sie Besonderheit ist, dass alle Schulformen zur Verfügung stehen. So könnten die schulpflichtigen Kinder an alle Schulen im Rahmen der Aufnahmekapazitäten entsprechend verteilt werden. Vor einiger Zeit hätten nur die Hauptschulen freie Kapazitäten angemeldet, nun seien es auch die anderen Schulformen. Unabhängig davon stehe das Erlernen der Sprache zunächst an erster Stelle und hierfür müssten die Schulen entsprechende Kapazitäten haben. Zu den spanischen Kindern ergänzt sie, dass es sich hierbei um EU-Wanderer handele, welche aufgrund des Berufs oder anderen Gründen nach Deutschland ausgewandert seien, möglicherweise auch schon vor mehreren Jahren.
Frau Griepentrog bestärkt, dass der Ausschuss nicht die Verteilung der Kinder anzweifele, dennoch sei die Darstellung in der Vorlage nicht selbsterklärend und werfe Fragen auf. Daher solle überlegt werden, wie die Darstellung gegebenenfalls angepasst werden könnte. Hier bittet sie die Verwaltung um Prüfung. Herr Brötz sichert zu, diesen Hinweis an den zuständigen Fachbereich für die künftigen Vorlagen weiterzuleiten.
Herr Schneider gibt zu bedenken, dass es sich nicht um zwölf, sondern acht städtische Gymnasien handele. Die Viktoriaschule als privates Gymnasium habe in der Vergangenheit auch immer SuS als Seiteneinsteiger*innen aufgenommen, diese Zahlen seien in der Vorlage gar nicht dargestellt. Zudem sei besonders bei den ukrainischen Kindern die praktische Arbeit erschwert wegen des ausgeprägten Rückkehrwunsches. Zudem sei er der Meinung, dass schon eine verantwortungsvolle Prüfung stattfinde, bevor das Kind einer Schule zugeordnet werde.
Herr Auler bestärkt die Aussage von Herrn Schneider, dass die Vorlage nur einen Ausschnitt zeige und nicht alle SuS, die in Aachen beschult würden.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Integrationsrat nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Kinder- und Jugendausschuss und der Ausschuss für Schule und Weiterbildung nehmen die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Mit dem vorliegenden Bericht des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Stadt Aachen, Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration (FB 56), soll über die aktuelle schulische Situation der Seiteneinsteiger*innen in der Stadt Aachen informiert werden.
Aus dem vergangenen Schuljahr 2022/23
Anzahl der Seiteneinsteiger*innen
Im Schuljahr 2022/23 wurden in der Stadt Aachen vom Primar- bis zum Sek II-Bereich insgesamt 465 Kinder und Jugendliche, die neu aus dem Ausland nach Aachen gezogen sind, erfasst, beraten undin Schulen vermittelt (s. Anlage 1).
Verteilung auf Schulstufen und -formen
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Anzahl der Seiteneinsteiger*innen im Schuljahr 2022/23 tabellarisch nach Alters- und Schulstufen aufgegliedert:
Alters-/Schulstufen | mit Schulplatz versorgt (in absoluten Zahlen) | schulisch unversorgt (in absoluten Zahlen) |
Primar (6 – 10 Jahre) | 211 | 0 |
Sek I (10 – 16 Jahre) | 148 | 0 |
Sek II (16 – 18 Jahre) | 88 | 0 |
Sonstige Vermittlungen (z.B. Förderschule, Waldorfschule o.ä.) | 18 | 0 |
Gesamt | 465 | 0 |
Hinsichtlich der Schulformen in der Sekundarstufe I verteilen sich die Vermittlungen in Relation zur jeweiligen Anzahl vorhandener Deutschfördergruppen weitgehend ausgewogen zwischen den Gymnasien (48 Seiteneinsteiger*innen = 32,4%), den Hauptschulen (43 Seiteneinsteiger*innen = 29,1%), den Gesamtschulen (35 Seiteneinsteiger*innen = 23,6%) und den Realschulen (22 Seiteneinsteiger*innen = 14,9%).
Herkunftsländer
Die Seiteneinsteiger*innen sind 2022/23 aus insgesamt 56 verschiedenen Ländern zugezogen (s. Anlage 2a).
Deutschfördergruppen / Internationale Klassen im Sekundarbereich I
Im Sekundarbereich I gab es innerhalb der Stadt Aachen im Schuljahr 2022/23 an fast allenweiterführenden Schulen der Sekundarstufe I mindestens eine Deutschfördergruppe / Internationale Klassefür die zugewanderten Kinder und Jugendlichen.Alle weiterführenden Schulen (auch jene ohne eine Deutschfördergruppe) haben sich an der Aufnahme von Seiteneinsteiger*innen beteiligt.
Aus dem aktuellen Schuljahr 2023/24 (Stand: 13.09.2023)
Anzahl der Seiteneinsteiger*innen
Seit Beginn des neuen Schuljahres (Stichtag 01.08.2023) konnten insgesamt 70 Kinder und Jugendliche durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen beraten und erfolgreich an Aachener Schulen vermittelt werden (s. Anlage 1).
Weitere 6 Seiteneinsteiger*innen befinden sich tagesaktuell noch im Vermittlungsprozess.
Verteilung auf Schulstufen und -formen
Die nachfolgende Übersicht zeigt die bisherige Anzahl der Seiteneinsteiger*innen im Schuljahr 2023/24 tabellarisch nach Alters- und Schulstufen aufgegliedert:
Alters-/Schulstufen | mit Schulplatz versorgt (in absoluten Zahlen) | schulisch noch unversorgt (in absoluten Zahlen) |
Primar (6 – 10 Jahre) | 25 | 4 |
Sek I (10 – 16 Jahre) | 30 | 1 |
Sek II (16 – 18 Jahre) | 13 | 1 |
Sonstige Vermittlungen (z.B. Förderschule, Waldorfschule o.ä.) | 2 | 0 |
Gesamt | 70 | 6 |
Hinsichtlich der Schulformen in der Sekundarstufe I verteilen sich die Vermittlungen bisher wie folgt zwischen den Gymnasien (13 Seiteneinsteiger*innen = 43,3%), den Hauptschulen (8 Seiteneinsteiger*innen = 26,7%), den Gesamtschulen (5 Seiteneinsteiger*innen = 16,7%) und den Realschulen (4 Seiteneinsteiger*innen 13,3%).
Herkunftsländer
Die Seiteneinsteiger*innen sind bis dato aus 28 unterschiedlichen Ländern zugezogen (s. Anlage 2b).
Deutschfördergruppen / Internationale Klassen im Sekundarbereich I
Aktuell gibt es innerhalb der Stadt Aachen an fast allen Schulen der Sekundarstufe I mindestens eine Deutschfördergruppe / Internationale Klasse. Die vorliegenden Zahlen erfassen nur die Erstvermittlungen der ersten 6 von 40 Schulwochen.
Nicht abgebildet werden die zahlreichen Umzüge in die Stadt Aachen während der zweijährigen Erstförderung sowie die noch in der Erstförderung befindlichen Seiteneinsteigenden, die sich bereits durch die Vermittlungenaus den beiden vorherigen Schuljahren in den Deutschfördergruppen/ Internationalen Klassen befinden.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folge-kosten (alt) | Folge-kosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Klimarelevanz
Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die
Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)
Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:
gering | mittel | groß | nicht ermittelbar |
x |
Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung
Die Maßnahme hat folgende Relevanz:
keine | positiv | negativ | nicht eindeutig |
x |
Größenordnung der Effekte
Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.
Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels) |
Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):
gering | unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels) | ||
mittel | 80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels) | ||
groß | mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels) |
Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:
vollständig | |||
überwiegend (50% - 99%) | |||
teilweise (1% - 49 %) | |||
nicht | |||
x | nicht bekannt |
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 121893
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=121893
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2023-09-22 FB 56_0323_WP18 Bericht des Kommunal SAO.pdf
16.10.2024
288.8 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- Gemeinsame Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses mit dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung - ACHTUNG! Neuer Sitzungsraum!
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 24.10.2023
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Zusätze
- Die Unterlagen werden nachgereicht.
- Geändert
- 8.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 8. Februar 2026 um 20:22
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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