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eTarif AVV / NRW

AVV/0102/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Er habe die Werbung bisher nur in den Bussen wahrgenommen, meldet sich Herr Hofmann. Das sei dann natürlich für die Fahrgäste zu spät. Außerdem habe er bei stichprobenmäßigen Befragungen festgestellt, dass viele Fahrgäste das Modell gar nicht kennen würden. Außerdem müsse man überlegen, wie man auch die Haushalte erreiche, die wenig Bus fahren würden.

Derzeit sei eine Kampagne in Vorbereitung, so Herr Geulen. Man wolle hier die Vertriebsstrategie ändern um auch wirklich alle erreichen zu können.

Durch rein digitale Angebote würden Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, sowie Menschen mit Sprachbarrieren ausgeschlossen, attestiert Frau Strack. Für die müsse man aus ihrer Sicht einen ähnlichen Tarif realisieren.

Deutliche Unterstützung dafür erhält sie vom Ausschussvorsitzenden Blum.

Ein neues Produkt benötige zunächst einmal eine Eingewöhnungszeit so Herr van den Hurk. Das sei völlig normal. Beim e-Tarif handele es sich um ein sehr übersichtliches Produkt mit einer fantastischen Preisgestaltung, mit dem ein gutes Stück Zukunft gelungen sei. Er persönlich finde den Einstieg via Handy gut, aber es gehe bestimmt auch noch einfacher. Hier verweist er auf die Handhabung in den Nachbarländern, wo man kein Ticket vorab kaufen müsse, sondern einfach kontaktlos per Karte beim Ein- und Aussteigen zahle.

Ratsfrau Scheidt regt an, die App mehrsprachig zu programmieren und auch aus Gründen der Barrierefreiheit eine Vorlesefunktion zu installieren. Außerdem gibt sie die Rückmeldung, dass oftmals die Anzeigen der Haltestellen in den Bussen nicht richtig eingestellt seien und regt an, die Fahrer*innen der Busse ein wenig in Sachen Ortskunde zu schulen, um den Hilfe suchenden Tourist*innen behilflich zu sein. Frau Driesen von der ASEAG erläutert hierzu, dass die App sich an die Sprache des verwendeten Mobiltelefons anpasse.

Zu der Zahlung mit Karten in den Bussen erörtert Herr Geulen, dass man eigentlich eine derartige Infrastruktur nicht mehr in den Bussen installieren wolle, weil diese bei Wartung und Reparatur sehr kostenintensiv sei. Die Anregungen in Sachen Vorlesefunktion und Mehrsprachigkeit nehme er mit. Grundsätzlich sei es ihnen aber natürlich sowieso ein Anliegen immer alle mitzunehmen bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten. Man dürfe nicht vergessen, dass der AVV hier ein Teil des großen Ganzen sei.

Frau Strack konkretisiert, dass es ihr nicht um eine Vorlesefunktion, sondern um eine komplette Sprachsteuerung gehe.

Von Frau Driessen kommt der Hinweis, dass sowohl die MOVA als auch die NAVEO App viersprachig zu nutzen seien.

Beschluss

Der regionale AVV-Beirat der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen zur Kenntnis und stimmt der beschriebenen Vorgehensweise zu.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der regionale AVV-Beirat der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen zur Kenntnis und stimmt der beschriebenen Vorgehensweise zu.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Marketing und Kommunikation

Seit dem 01.12.2021 wird in ganz NRW der elektronische Tarif (eezy) für Fahrten mit Bus und Bahn nach dem Luftlinienprinzip angewendet. Mit Hilfe der Digitalisierung werden Zugangsbarrieren massiv abgebaut, da Tarifwissen nicht mehr erforderlich ist und die Preisberechnung ganz automatisch anhand der zurückgelegten Luftlinienkilometer zwischen Start- und Zielhaltestelle erfolgt. Hierzu muss sich der Fahrgast unmittelbar vor Fahrtantritt in einer eezy fähigen App (z. B. naveo) einchecken und bei Beenden der Fahrt wieder auschecken. Für die Fahrgäste im AVV ist die Fahrt mit eezy besonders attraktiv, da der Fahrtendeckel garantiert, dass der Preis mit eezy pro Fahrt nie teurer als der konventionelle Tarif ist, in vielen Fällen sogar günstiger. Neben einem Tagesdeckel sorgt ein NRW-weiter Monatspreisdeckel für noch mehr Preissicherheit auf Seiten der Fahrgäste. Hiermit können die Fahrgäste sicher sein, dass monatlich ein maximaler Preis von 49 Euro für beliebig viele Fahrten durch NRW abgerechnet wird und das ganz ohne ABO.

Wie bereits in der letzten Sitzung berichtet, konnte aufgrund der vielschichtigen Rahmenbedingungen (u.a. Corona-Pandemie, 9-Euro-Ticket, Deutschlandticket) der gutachterlich prognostizierte Hochlauf des eezy-Tarifs bisher noch nicht erreicht werden. Auch der zum Start des Deutschlandtickets eingeführte NRW-weite 49-Euro-Monatsdeckel hat bislang noch nicht flächendeckende Bekanntheit erreicht.

In einer im April 2023 durchgeführten NRW-weiten Nichtnutzer-Befragung zu eezy.nrw konnte aufgezeigt werden, dass das bisher geringe Niveau der Fahrtenanzahl in eezy.nrw überwiegend auf die Unbekanntheit des Tarifs zurückzuführen ist. Zudem konnte festgestellt werden, dass bei den eezy-Nutzern eine sehr hohe Weiterempfehlungsbereitschaft und Zufriedenheit besteht. Daher gilt es, die Bekanntheit deutlich zu steigern und geeignete Kommunikationsmaßnahmen zur Stärkung von eezy zu entwickeln.Zwischen den beteiligten Partnern in NRW besteht Einigkeit, dem Thema die notwendige Priorität und Relevanz zuzusprechen.

Derzeit befindet sich die Verbundgesellschaft im engen Austausch mit den Partnerunternehmen zur Konzeptionierung und Planung möglichst kurzfristiger und effektiver Maßnahmen, um eine höhere Marktdurchdringung des Tarifs zu erreichen. Primär sollen die Gruppe der Gelegenheitsfahrer, aktiven App-Nutzer und Abo-Kündiger (inkl. Deutschlandticket) zielgerichtet angesprochen werden. Insbesondere mit den Abo-Kündigern kann durch die Einführung des 49-Euro-Monatsdeckels eine neue Zielgruppe mit großem Potential erschlossen werden. Für Fahrgäste mit dynamischem Mobilitätsverhalten, die überwiegend in NRW unterwegs sind, stellt eezy eine einfache und flexible Alternative dar.

Aktion im Dezember

Im Dezember 2023 konnten im Rahmen einer Jubiläumsaktion zum zweijährigen Bestehen von eezy alle Nutzerinnen und Nutzer von eezy NRW-weit bei jeder Fahrt eine weitere Person kostenlos mitnehmen. Zielsetzung dieser Aktion war ebenfalls die Steigerung der Bekanntheit von eezy. NRW-weit führte diese Aktion im Dezember zu einem Höchststand an Fahrten mit eezy, mit einer Steigerung um ca. 36 % auf nun ca. 227.000 Fahrten im Vergleich zum Vormonat. Auch die mit eezy avv durchgeführten Fahrten konnten im Zuge der Aktion um ca. 33 % gesteigert werden.

Sachstand kommunale Subventionierung im AVV

Seit dem 01.02.2024wird der eezy avv-Arbeitspreis für sämtliche eezy-Fahrten innerhalb des gesamten Stolberger Stadtgebietes von der Stadt subventioniert. Nach Baesweiler ist Stolberg hiermit die zweite Kommune im AVV, welche die kommunale Subventionierung des eezy avv-Tarifs umgesetzt hat.

Überführungsstrategie / Entwicklung der Tarife in NRW

Zwischen den Verbünden, Verkehrsunternehmen und dem KompetenzCenterMarketing NRW (KCM)besteht Einigkeit, Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung der Tarife in NRW zu entwickeln. In diesem Zuge sollen - auch unter Berücksichtigung der bereits verabschiedeten Maßnahmen der Überführungsstrategie im AVV – gemeinsame Handlungsoptionen diskutiert werden, die den Hochlauf der eTarife in NRW weiter forcieren. Neben dem Abbau weiterer Nutzungshemmnisse sollen wie beschrieben entsprechende Kommunikationsmaßnahmen intensiviert werden.


Abstimmungsergebnis

Einstimmig
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2024-01-18 AVV_0102_WP18 eTarif AVV _ NRW SAO.pdf

23.10.2024

98.0 KB

Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
Sitzung des Mobilitätsausschusses und des AVV-Beirats
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 22.02.2024
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
Aachener Verkehrsverbund
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 13:28