23. April 2024 um 18:00,
TOP 4.1Öffentlich

Herstellung von Leistungs- und Kostentransparenz bezüglich des RegiotramprojektesBürgerantrag gemäß § 24 der Gemeindeordnung NRW vom 29.01.2024

FB 61/0899/WP18 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Schonlau stellt dem Gremium seine Bedenken gegen das Regio Tram-Projekt vor und beklagt die aus seiner Sicht fehlende Kostentransparenz. Aus seinen eigenständigen Auswertungen gehe hervor, dass das bestehende Bussystem die doppelte Kapazität hätte und er ebenfalls festgestellt habe, dass falsch kalkuliert wurde und mit einer Kostenexplosion zu rechnen sei.

Weiterhin wäre der Untergrund nicht für die Regio Tram geeignet und auch deshalb mit Kostensteigerungen zu rechnen sei. Man solle nicht dieselben Fehler machen, wie bei der Campusbahn.

Herr Dopatka findet legitim, dass es unterschiedliche Standpunkte gibt, die aber nicht zwingend Fakten sein müssen.

Frau Keupen zeigt auf, an welchem Punkt im Prozess man sich befindet. Man warte auf Förderung und Prüfung der Machbarkeit des Projektes. Die Linienführung sei klar und aus ihrer Sicht würde die Bahn enorme Zeitersparnisse gegenüber bspw. der stets überfüllten Buslinie 51 von Baesweiler nach Aachen bringen. Fördergelder seien aber wichtig, damit man weiß, was in der nächsten Projektphase möglich ist. Die Dauer des Projektes ist auf 10 Jahre angelegt und die Förderung liegt bei rund 90%. Man wird immer schlauer während des Prozesses und der nächste Schritt sei, die Streckenführung umzusetzen.

Herr Mohnen, FB 68, beruhigt die Antragsteller dahingehend, dass es sich zwar um ein Großprojekt innerhalb der StädteRegion handelt, die Machbarkeit aber durch ein sehr renommiertes Büro aus Süddeutschland, geprüft werde und dabei u.a. Gesichtspunkte wie der Klimaschutz berücksichtigt werden. Fakt wäre, dass alle betroffenen Kommunen dem Projekt zugestimmt haben, Beteiligungsformate geplant sind, das Projekt nur durchgeführt wird, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist und es erst in die nächste Planungsphase geht, wenn es Förderzusagen gibt.

Herr Klinkhammer teilt ebenfalls seine Sorge über eventuelle Kostenexplosionen mit, da auch aus seiner Sicht der Untergrund für eine Bahn nicht geeignet ist und über dies hinaus mehr als tausend Bäume weichen müssten. Er führt das Beispiel Hamburg an, wo man Abstand von einem Bahnprojekt genommen hat, weil man es sich nicht leisten konnte.

Der Vorsitzende bittet darum konkrete Fragen an die Verwaltung zu stellen und keine subjektiven Einschätzungen.

Herr Mohnen ergänzt, dass man einen Antrag auf Förderung immer nur für die nächste Planungsphase stellt, daher gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Antrag bezüglich der Baukosten. Liefe alles weiter wie geplant, würde dieser Antrag erst in ein bis zwei Jahren erfolgen können.

Herr Schonlau meint, dass auch Busse klimaneutral fahren könnten und der Anschluss des Nordkreises auch über alte Trassen mit einer S-Bahn erfolgen könnten, da z.B. auch Bahnhöfe bereits vorhanden seien.

Herr Palm gibt an, ein Befürworter der Bahn zu sein, aber mahnt an, sich nicht zu verrennen und die Kosten im Auge zu behalten.

Frau Scheidt wünscht sich, optimistischer an das Projekt heranzugehen und vertraut der Verwaltung. Man werde die gleichen Fehler wie bei der Campusbahn nicht erneut machen. Der Komfort für die Pendler wird enorm sein. Nichts zu tun wäre falsch und die Fördergelder des Landes und des Bundes kämen auch nur deshalb, weil man dort dem Projekt und seiner Planung vertraue. Der Grundtenor müsse sein, dass alle wollen, dass es gelingt.

Herr Dopatka sagt als Wirtschaftsgeograph, dass sich die Prüfung des Projektes lohnt. Man werde erst nach der Prüfung sehen, ob es sich lohne, es weiter zu verfolgen. Aus seiner Sicht sollte man nicht Bus gegen Bahn ausspielen. Der Busverkehr ist am Limit und allein heute fehlen bereits über 100 Busfahrer*innen. Es handele sich um völlig unterschiedliche Systeme, wobei der Bus viel beschränkter ist als die Bahn. Von idiologischen Diskussionen halte er nichts, wichtig ist herauszubekommen, ob es überhaupt machbar ist.

Herr Paul findet, dass man in der Vergangenheit bereits zweimal Chancen vertan hat und man längst eine Bahn hätte haben können.

Herr Klinkhammer unterstreicht erneut seine Sorge vor einer Kostensteigerung. Er mag nicht glauben, dass die Regio Tram günstiger sein soll, als das Projekt der Campusbahn, deren Planung zwanzig Jahre zurück liegt. Klimaneutralität bis 2030 ginge seiner Meinung nach schneller mit dem Busnetz.

Herr Hilgers denkt, dass es zu früh ist viele der gestellten Fragen zu beantworten, da man in einer frühen Phase steckt. Er steht dem Projekt positiv gegenüber und hat ebenfalls Vertrauen in die Verwaltung.

Beschluss

Das Bürgerforum nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis. Der Antrag gilt als behandelt.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Das Bürgerforum nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis. Der Antrag gilt als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:


Anlass

Der in Anlage 1 beigefügte Bürgerantrag zur „Herstellung von Leistungs- und Kostentransparenz bezüglich des Regiotramprojektes“ ist nach § 24 der Gemeindeordnung NRW an das Bürgerforum gerichtet worden.

Der Antragsteller bezweifelt, dass das bisherige Planungsverfahren für die Regiotram ausreichend dazu beiträgt, die konkreten Auswirkungen des neuen Mobilitätskonzeptes auf den Alltag der Aachener Bürger*innen abzubilden. Dazu wird die Erstellung eines Software-Simulationssystems des gesamten ÖPNV-Netzes der Stadt Aachen vorgeschlagen.

Darüber hinaus wird beantragt, mit Hilfe eines Modells der gesamten Trasse der Regiotram kritische Punkte aufzuzeigen und Auswirkungen auf den umgebenden Raum sowie die bestehende Infrastruktur darzulegen.

Stellungnahme der Verwaltung

Die 2017 vorgestellte Idee einer Regiotram ist in den letzten Jahren einer detaillierten Überprüfung unterzogen worden. Mit der Durchführung einer zweistufigen Machbarkeitsstudie durch die Karlsruher Gutachter TTK und PTV wurde zunächst die grundsätzliche Machbarkeit der Regiotram überprüft und anhand von verschiedenen Szenarien mögliche Risiken, der geschätzte Aufwand des Projektes und daraus abgeleitet der volkswirtschaftliche Nutzen ermittelt. Das Szenario „Regiotram Direkt“ wurde darauf aufbauend in der zweiten Stufe der Machbarkeitsstudie in unterschiedlichen Trassenvarianten zwischen Aachen Normaluhr und Baesweiler Nord untersucht. Die Prüfung der technischen und betrieblichen Machbarkeit sowie einer Kosten-Nutzen-Untersuchung kommt hierbei zu dem Ergebnis, dass alle Trassenvarianten technisch und betrieblich machbar und nur zwei Varianten wirtschaftlich sinnvoll sind und daher mit öffentlichen Mitteln gefördert werden können.

Nach entsprechenden Grundsatzbeschlüssen zur weiteren Planung in den politischen Gremien der beteiligten Städte Aachen, Würselen, Alsdorf und Baesweiler und der Städteregion im Herbst 2023 wird aktuell die Ausschreibung der Leistungsphasen 1 und 2 gemäß HOAI (Vorplanung) sowie weiterer Wirtschaftlichkeitsbewertungen vorbereitet. Dazu ist ein Förderantrag gestellt worden, der die anfallenden Planungskosten zu 90 Prozent deckt. Für die Durchführung und den Abschluss der Vorplanung wird ein Zeitraum von etwa zwei Jahren eingeplant.

In den darauffolgenden Planungsphasen erfolgt eine detaillierte Entwurfs- und Betriebsplanung sowie die Integration weiterer Fachplanungen, in denen die Auswirkungen der Trassenführung auf die bestehende Infrastruktur wie Versorgungsleitungen und Grünplanungen detailliert untersucht werden.

In diesem Rahmen wird es weitere Dialog- und Beteiligungsformate sowie ein formelles Beteiligungsverfahren im Zuge der Planfeststellung geben, sodass interessierte Bürger*innen Wünsche und Anregungen vortragen können.

Zusammenfassung und weiteres Vorgehen

Aufgrund des aktuellen Planungsstandes können noch keine Aussagen zu den im Antrag genannten Punkten getroffen werden. Im Verlauf der kommenden Planungsphasen erfolgt eine detailliertere Betrachtung, welche Aussagen zur Leistungs- und Kostentransparenz ermöglicht. Die Durchführung der Planungsphasen erfolgt stets unter öffentlicher Beteiligung, um eine größtmögliche Transparenz bezüglich des Regiotramprojektes zu gewährleisten und um Hinweise und Bedenken aus dem Beteiligungsprozess in den Planungsprozess mit einfließen zu lassen.

Begleitend werden auf der Website der Regiotram (www.regiotram-aachen.de) jederzeit zugängliche Informationen zur Regiotram bereitgestellt und viele Fragen bezüglich des Projektes beantwortet.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

X

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Weitere Erläuterungen (bei Bedarf):


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

X

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

Zur Relevanz der Maßnahme für dieKlimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

X

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr(über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

X

nicht bekannt

Abstimmungsergebnis

Einstimmig angenommen
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2024-04-08 FB 61_0899_WP18 Herstellung von Leis SAO.pdf

20.11.2024

257.9 KB

Metadaten

TOP
Ö 4.1
Sitzung
Sitzung des Bürgerforums
Gremium
Bürgerforum
Datum
Di., 23.04.2024
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
8.2.2026
Inhalt abgerufen
8. Februar 2026 um 13:55

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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