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Modellregion Pflege

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Zu 6 neuModellregion Pflege

Herr Jochen Vennekate, Dipl.-Pflegewissenschaftler und Leiter der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Luisenhospital, betont im Rahmen seiner PowerPoint-Präsentation das Innovationspotenzial der Gesundheitswirtschaft. Er weist jedoch darauf hin, dass sich trotz der geänderten funktionalisierten Vorstellung von Pflege die Benötigung von akademisch geschultem Personal noch nicht ausreichend wahrgenommen wird; nicht nur qualitativ, auch quantitativ sei immer mehr Pflege nötig. Als Beispiel nennt er hier die Tatsache, dass das Luisenhospital im Jahr 2009 mit 26 die Pflegeausbildung abschließende Personen den eigenen Bedarf nicht decken konnte. Im Hinblick auf das Pflegestudium als internationalen Standard erwähnt Herr Vennekate auch die unterschiedlichen Niveaustufen der Ausbildung im Vergleich zu den Niederlanden; gegenüber zwei Stufen in Deutschland gibt es dort fünf Ausbildungsstufen. Er sieht die Notwendigkeit, mehr Abiturienten zu werben. Speziell in Aachen sei man sehr auf Ingenieur- und Naturwissenschaften fokussiert, die Sozialwissenschaften müssten mehr Beachtung finden. Um Aachen zur Modellregion zu machen, wurde ein Konzeptpapier erstellt, das Herr Vennekate vorstellt. Herr Schultheis ergänzt, dass im Landtag darüber diskutiert wird, mehr regional verteilte Ausbildungsstandorte für eine akademische Pflegeausbildung zu schaffen, und eröffnet dann die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Frau Blume interessiert einerseits die kostenmäßige Auswirkung des Mehr an Personal auf die Bedürftigen, des weiteren weist sie darauf hin, dass verschiedene Berufsbilder, die im benachbarten Ausland anerkannt sind, in Deutschland noch keine Anerkennung haben. Herr Bausch dankt für den Vortrag und sieht im Hinblick auf das Wachstumspotenzials der Gesundheitswirtschaft auch für das Strategiefeld ’Pflege’ große Chancen. Hierzu hält er eine Akademisierung der Ausbildung und eine präzise Beschreibung des Aufgabenfeldes für wichtig. Im NRW-Wettbewerb sieht er eine Chance nur, wenn man als Region antritt. Herr Dr. Rohde dankt ebenfalls für die Präsentation und fragt im Hinblick auf die Unterschiede zwischen dem 2-Stufen-System in Deutschland gegenüber dem 5-Stufen-System in den Niederlanden nach den Lohnstrukturen. Da Herr Kitt vermutet, dass Pflege-Akademiker auch mehr verdienen möchten, fragt er nach den Finanzierungsmöglichkeiten; ebenfalls interessiert ihn die Entwicklung der mobilen Pflege. Herr Plüschke würde gerne mehr über den weiteren ’Fahrplan’ bei der Entwicklung des Konzeptes erfahren. Herr Lübben sieht als Folge der erfolgreichen Arbeit des Ideenzirkels wachsende Begehrlichkeiten diverser Institutionen, die sich übergangen fühlen. Außerdem stellt sich ihm die Frage, warum nicht mehr ausgebildet wird, wenn doch ein entsprechender Bedarf vorhanden sei. Frau Reinartz fragt nach der Ermittlung von nicht-akademisierten Ausbildern und bittet um Informationen, was mit den ’normalen’ Pflegeberufen passiert.

Herr Vennekate betont, dass Pflege Geld kostet, die finanziellen Möglichkeiten aber nicht besser würden. Vor dem Hintergrund der komplexer werdenden und hochkompetenten Pflegebedarfe und im Vergleich mit anderen Ländern sei der Akademisierungsgrad in Deutschland noch sehr gering. Er hält eine leistungs- und bedarfsorientierte Zuordnung von Qualifikation für nötig. Dies führe dann zu differenzierten Entlohnungsstrukturen und auch zu einem besseren Image der Pflegeberufe. Im Hinblick auf die Situation der ambulanten Pflege attestiert Herr Vennekate, dass man in Deutschland hinsichtlich der generalistischen, breit angelegten und von der allgemeinen Gesundheitsversorgung ausgehenden Ausbildung ’um Jahrzehnte zurück’ liegt. Zum Ausbildungsplätze-Bedarf erläutert er, dass die Tatsache, dass die Plätze aus dem Budget der Krankenhäuser refinanziert werden müssten, eine natürliche Begrenzung ergebe; gerne würde man mehr Azubis einstellen. Er geht davon aus, dass die Bewerberquote zurückgehen wird.

Herr Begaß ergänzt Erläuterungen zum Ideenzirkel: Zum Pflegekongress 2009 wurden unter Einbindung von AGIT und StädteRegion verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die weiterhin im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung tätig sind. Eine zu große Erweiterung dieser Gruppen hält er für nicht zielführend, gleichwohl wird das Positionspapier zur Diskussion gestellt.

Herr Schultheis bedankt sich für die Ausführungen und zeigt sich überzeugt, dass dieses aus seiner Sicht zentrale Thema nicht zum letzten Mal beraten worden sei. Sodann ergeht folgender

Beschluss

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen zustimmend zur Kenntnis und unterstützt die gemeinsam von verschiedenen Einrichtungen und dem Fachbereich Wirtschaftsförderung / Europäische Angelegenheiten getragene strukturelle Weiterentwicklung in der Pflege und bittet um fortlaufende Information über den weiteren Projektverlauf.

Abstimmungsergebnis

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Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 7
Sitzung
öffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Gremium
Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Datum
Mi., 03.02.2010
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Status
gemischt