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Bericht der Integrationsbeauftragten zu den Themen: 1. " Dialog der Religionen" und2. " niederschwellige Sprachkurse für Frauen und junge Mütter"

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Zu 1.:Herr Emonts legt einen Beschlussauszug der öffentlichen Sitzung des Bürgerforums vom 09.02.2010 vor (s. Anlage 1). Grundlage ist ein Antrag des Herrn Dietz, dass die Stadt Aachen mit allen in Aachen ansässigen religiösen Gemeinschaften bzw. entsprechenden Vereinen und Institutionen eine Integrationsvereinbarung abschließen solle. Die Angelegenheit ist dem Integrationsrat in seiner Sitzung vom 05.05.2010 vorgelegt worden. Dieser hat hierzu keinen ausdrücklichen Beschluss gefasst. Herr Emonts hat nach der Beratung jedoch die Meinungsbildung mitgenommen, dass der Abschluss einer Integrationsvereinbarung seitens der Mitglieder des Integrationsrates nicht gewünscht ist.

Aus Sicht von Frau Kreutzer besteht in Aachen kein Bedarf zum Abschluss einer Integrationsvereinbarung, da bereits seit Jahren der „Dialog der Religionen“ besteht, der viel weitreichender ist. Anschließend stellt Frau Kreutzer das Institut „Dialog der Religionen“ vor (s. Anlage 2).

Frau Mazyek begrüßt die Idee der seinerzeitigen Einrichtung des „Dialogs der Religionen“, da dies eine gute Möglichkeit sei, Kontakt zu Migranten/innen aufzubauen und eine Plattform biete, um mit ihnen zu kommunizieren. Wichtig dabei sei, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das politische/religiöse Weltgeschehen.

Herr El-Attar hält einen engagierten Vortrag über die Vorreiterstellung der Stadt Aachen für die gesamte Bundesrepublik. In Aachen wurde bereits vor über 50 Jahren die erste muslimische Gemeinde in Deutschland gegründet. Die Stadt ist damit Weg weisend für alle muslimischen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland. Auch der Tag der offenen Moscheen hat in Aachen seinen Ursprung. Aus seiner Sicht ist Aachen mit seinem „Dialog der Religionen“ hinsichtlich der Integration von Migranten/innen bereits so fortschrittlich, dass es keiner Integrationsvereinbarung bedarf. Diese würde eher einen Rückschritt darstellen.

Die Ausschussvorsitzende, Frau Höller-Radtke, sowie Frau Wilms und Herr Linden für ihre jeweiligen Fraktionen bedanken sich bei den Vortragenden. Es besteht einhellig die Auffassung, dass die Einrichtung des „Dialogs der Religionen“ sehr gute und engagierte Arbeit leistet, was auch der örtlichen Presse, die regelmäßig über diverse Veranstaltungen berichtet, zu entnehmen ist.

Auf die Nachfrage von Frau Wilms erklärt Herr Kockerols, dass es sich bei „Religions for Peace“ um einen Verein handelt, der mit ca. 20 – 30 Personen einen kleineren Dialogkreis als der „Dialog der Religionen“ bildet.

Beschluss:

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis. Da die Stadt Aachen im Rahmen des Integrationskonzeptes umfangreiche Maßnahmen zur Förderung der Integration getroffen hat, besteht kein Bedarf an dem beantragten Abschluss von Integrationsvereinbarungen.

Zu 2.:Frau Kreutzer berichtet, dass die niederschwelligen Sprachkurse ein wesentliches Element des Integrationskonzeptes darstellen. Das Angebot richtet sich an Frauen, die in einem regulären Sprachkurs – ggf. aufgrund kultureller Besonderheiten - überfordert wären und/oder mangels Kinderbetreuungsmöglichkeit an regulären Sprachkursen nicht teilnehmen können. Nach Möglichkeit versucht man die Frauen so weit zu qualifizieren, dass sie im Anschluss in der Lage sind, einen Integrationssprachkurs zu besuchen.

Im Anschluss tragen Frau Stickelmann und Frau Düpper aus ihrer Praxiserfahrung vor (s. Anlage 3). Insbesondere ist hervorzuheben, dass man in den niederschwelligen Sprachkursen mit mannigfaltigen Lernhindernissen seitens der Frauen umzugehen hat (z.B. Ablenkungen, allgemeine Lernschwierigkeiten, Legasthenie, nicht kooperierende Männer/Verwandte, Traumatisierungen, unsichere Aufenthaltsverhältnisse). In Anbetracht dessen ist es bereits als Erfolg anzusehen, wenn die Frauen im Rahmen des Besuches eines solchen Kurses in der Lage sind, diesen als Schwerpunkt in ihrem Alltag einzuplanen und sich zu organisieren bzw. wenn man durch den Kurs eine bessere Kommunikationsfähigkeit und soziale Vernetzung der Teilnehmerinnen erreicht sowie den Frauen mehr Selbstsicherheit vermitteln kann.

Die Ausschussvorsitzende, Frau Höller-Radtke, bedankt sich im Namen des Ausschusses bei den Vortragenden für den umfangreichen Einblick in deren Tätigkeitsbereich.

Herr Linden begrüßt die Einrichtung der niederschwelligen Sprachkurse als sinnvolle „Brücke“, um den Frauen im Anschluss die Teilnahme an einem regulären Sprackurs/Integrationskurs zu ermöglichen. Er regt an, das Projekt zusätzlich im Integrationsrat vorzustellen.

Frau Dr. Lassay erkundigt sich, nach welchen Kriterien die Frauen ausgesucht werden, die sich für einen niederschwelligen Sprachkurs bewerben, und wie es um die soziale Vernetzung der Träger bestellt ist. Frau Düpper erklärt hierzu, dass beim Caritasverband derzeit 8 Frauen auf der Warteliste für einen Kurs stehen. Man ist bemüht, allen Nachfragen gerecht zu werden. Um die Kurse auszulasten und möglichst homogene Gruppen zu bilden, tauschen sich die Träger über Bedarf und Nachfrage aus. Die Frauen erfahren überwiegend durch Mund-zu-Mund-Propaganda und/oder dem Netzwerk Integration von den Kursangeboten.

Auf die Nachfrage von Frau Giousouf, ob „Konversationsgruppen“ existieren, in denen die Anwendung der deutschen Sprache im alltäglichen Leben geübt wird, äußert Frau Düpper, dass diesbezüglich mit dem Müttercafé, dem Familienzentrum und dem Nachbarschaftstreff bedauerlicherweise zu wenige Angebote im niederschwelligen Bereich existieren.

Frau Höller-Radtke fragt nach, weshalb es keine adäquaten Angebote für Männer gibt. Nach Aussage von Frau Düpper besteht zwar grundsätzlich ein Schulungsbedarf auch bei Männern, da diese teilweise die gleichen Lernhindernisse aufweisen wie die Frauen. Allerdings ist die Nachfrage bei Männern nicht so groß wie bei Frauen.

Beschluss:

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt den Bericht zustimmend zur Kenntnis.

Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 3
Sitzung
öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
Datum
Do., 30.09.2010
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Federführend
Fachbereich Soziales und Integration
Status
öffentlich