TOP 3Öffentlich

Integrationsmonitoring der Stadt Aachen- Ausgabe 2011-Bericht zum Stand der Integration von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Stadt Aachen

FB 50/0155/WP16 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Frau Hartmann stellt das Integrationsmonitoring der Stadt Aachen – Ausgabe 2011 – anhand einzelner markanter Indikatoren einiger Handlungsfelder vor (Anlage 1). Auf Nachfrage teilt sie mit, dass ein Vergleich mit anderen, ähnlich großen Städten nicht möglich ist, da die Stadt Aachen bei den Indikatoren vielfach höhere Ansprüche stellt, als andere Kommunen.

Es besteht allgemein Übereinstimmung, dass das Integrationsmonitoring wichtige Daten zum aktuellen Stand der Integration in Aachen liefert. Es ist erfreulich, dass sich in einigen Bereichen, z.B. Bildung und Sprache, die Situation verbessert hat. Andererseits ist bedenklich, dass sich der Sprachförderbedarf für Kinder mit Deutsch als Erstsprache verschlechtert hat und weiterhin allgemein zu viele Kinder Leistungen der Sozialen Sicherung erhalten.

Es wird vorgetragen, dass das Integrationsmonitoring teilweise verzerrte Daten liefert. Unter Berücksichtigung der dargelegten Definition „mit Migrationshintergrund“ ist festzustellen, dass meistens lediglich Personen mit anderer Staatsangehörigkeit als solche mit Migrationshintergrund betrachtet werden, während Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit mit Migrationshintergrund statistisch meist als Deutsche berücksichtigt werden.

Es wird interfraktionell abzustimmen sein, mit welchen Themen/Handlungsfeldern sich der Ausschuss bzw. Integrationsrat auseinandersetzen wird, um Überschneidungen/Doppelarbeit zu vermeiden.

Bezüglich der in der Ausschusssitzung gestellten Frage, weshalb sich der Sprachförderbedarf bei Kindern mit deutscher Erstsprache erheblich erhöht hat, wird nach Rücksprache mit Frau Dr. Trost-Brinkhues vom Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen im Rahmen der Niederschrift wie folgt Stellung genommen:

Der moderate Anstieg des erheblichen Sprachförderbedarfs von Kindern mit deutscher Erstsprache stellt ein vielschichtiges Problem dar.

Einerseits nimmt der relative Anteil an Kindern in / mit besonders schwierigen Lebenslagen zu (u.a. Bildungsferne, mangelndes Sprachvorbild, Spracharmut, verändertes Medien- und Kommunikationsverhalten; psychische Belastungen u.a. durch instabile Familiensituationen und damit anders gebundene Aufmerksamkeit der Kinder und der Eltern).

Auch ist die Aufmerksamkeit bei den Untersuchungen des Gesundheitsamtes zum Sprachförderbedarf in den letzten Jahren deutlich intensiviert worden, da die Relevanz der Sprache für die Entwicklung von Störungen schulischer Fertigkeiten (Lesen / Schreiben / Rechnen) stärker berücksichtigt wurde. Dies geschah u.a. auch im Vorfeld der Entwicklung des sozialpädiatrischen Entwicklungsscreenings für Schuleingangsuntersuchungen (SOPESS). Somit erfasst die Statistik zunehmend besser die Gänze des Sprachförderbedarfes.

Beschluss

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen zum Bericht über den Stand der Integration zur Chancengleichheit von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Stadt Aachen anhand statistischer Beobachtungen und der Erläuterungen hierzu zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

a)Der Integrationsrat der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen zum Bericht über den Stand der Integration zur Chancengleichheit von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Stadt Aachen anhand statistischer Beobachtungen und der Erläuterungen hierzu zur Kenntnis.

b)Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen zum Bericht über den Stand der Integration zur Chancengleichheit von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Stadt Aachen anhand statistischer Beobachtungen und der Erläuterungen hierzu zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Aufgabe eines Integrationsmonitorings ist es, in ausgewählten Handlungsfeldern anhand von Zahlen den Stand der Entwicklung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund über einen längeren Zeitraum zu beobachten und empirisch darstellbar zu machen. Dabei ist zu beachten, dass das indikatorengestützte Integrationsmonitoring die Voraussetzung für eine Evaluation der Integration von Migrantinnen und Migranten bilden kann, aber nicht mit dieser gleich zu setzen ist. Monitoring- Daten geben Auskunft über den Stand und den Verlauf von Integrationsprozessen, können aber nicht die Frage nach den Wirkungen von Integrationspolitik und Programmen auf den Integrationsprozess beantworten. Das Integrationsmonitoring ist daher als ein statistischer Baustein der strategischen Integrationssteuerung zu sehen, der Hinweise auf Handlungsbedarfe in der gesamtstädtischen Integrationsarbeit gibt.

Der Stand der Integration wurde auf der Grundlage von Daten in 8 Handlungsfeldern überprüft:

  • Rechtliche Integration
  • Bildung
  • Ausbildung und Arbeit
  • Soziale Sicherung
  • Wohnen
  • Sprache
  • Gesundheit
  • Politische und gesellschaftliche Partizipation

Die aktuelle Ausgabe des Integrationsmonitorings enthält 18 Indikatoren. Mit dem 2. Monitoringbericht werden vier Jahre Entwicklung anhand von statistischen Daten aus 2006-2009 dokumentiert und den Akteuren und Entscheidungsträgern als Grundlage für weitere strategische Ausrichtungen zur Verfügung gestellt.

Der 2. Bericht zum Integrationsmonitoring in der Stadt Aachen wurde in Kooperation mit verschiedenen städtischen Fachbereichen, den Ämtern der StädteRegion, dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit sowie den Statistiken erstellenden Institutionen erarbeitet. Für die Erstellung des Berichts wurden für die Stadt Aachen Indikatoren in ausgewählten Handlungsfeldern festgelegt, die auf vorhandene Statistiken der Kommune, der StädteRegion, des Landes NRW und des Bundes zurückgreifen. Um zu gewährleisten, dass die ausgewählten Indikatoren theoretisch fundiert sind und hierzu verlässliche und kontinuierlich Daten vorliegen, die auch Vergleiche erlauben, wurde das Indikatorenset der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmodernisierung) mit dem vorliegenden 2. Bericht fortgeführt.

Frau Ulrike Hartmann, stellv. Leiterin der Stabsstelle Integration, berichtet über die Fortführung und Weiterentwicklung des Integrationsmonitorings in der Stadt Aachen.

Abstimmungsergebnis

Dieses Dokument wurde von einem anderen Benutzer gerade erstellt und noch nicht auf dem Server gespeichert.

Weitere Dokumente (1)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Hauptdokument

Vorlage.pdf

Metadaten

TOP
Ö 3
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
Datum
Do., 09.02.2012
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
Fachbereich Soziales und Integration
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 21:57