8. März 2012 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
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Burtscheider Straße, Erneuerung im Abschnitt Boxgraben bis Reumontstraße - Ausführungsbeschluss

FB 61/0616/WP16 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Für die Verwaltung erinnert Frau Poth an die Beratung über den Umbau der Burtscheider Straße in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am 02.02.2012. Die Vorschläge seien aus der Beratung aufgegriffen und unmittelbar in eine neue Planvariante eingebracht worden. Zwischenzeitlich sei eine Bürgerinformation erfolgt. Die neue Planung berücksichtige einen möglichst großen Wurzelraum für die großen Bäume. Dennoch könne im Ampelstauraum eine dreistreifige Verkehrsführung eingerichtet werden. Auch die heute bereits vorhandene Baumtrasse auf der östlichen Straßenseite könne erhalten werden. Dennoch müssten mehrere Bäume gefällt werden, da diese krank seien. Im Rahmen der Neubaumaßnahme würden jedoch neue Bäume gepflanzt werden. In der Bürgerinformation sei der Vorschlag eingebracht worden, den Einmündungsbereich Friedensstraße durch eine Gehwegverbreiterung einzuengen und damit die Geschwindigkeit der von der Friedlandstraße in Richtung Burtscheider Straße abbiegenden Fahrzeuge zu verringen. Dies komme der Verkehrssicherheit der neuen Radfahrbeziehung der Burtscheider Straße in Fahrtrichtung Reumontstraße zugute und ermögliche die Pflanzung eines zusätzlichen Baumes. Bislang sei der Umbau der Burtscheider Straße unabhängig von der Querungsstelle Ecke Reumontstraße betrachtet worden, da dieser ein gesonderter Beschluss zugrunde liege. In der aktuellen Vorlage seien beide Maßnahmen zusammengefasst worden.

Für die CDU-Fraktion befürwortet Frau Breuer die Realisierung der neuen Planungsvariante und beantragt eine Beschlussfassung im Sinne des vorgelegten Plans 2011_023_L3 ohne die ergänzend vorgeschlagene Einengung an der Friedlandstraße. Die „Gehwegnase“ sei nicht notwendig und beeinträchtige das Abbiegen von Reisebussen, die regelmäßig den Einmündungsbereich wegen des nahe gelegenen Hotels frequentierten.

Für die Fraktion Die Linke begrüßt Herr A.Müller das Aufgreifen der Bürgervorschläge durch die Verwaltung. Die Gehwegaufweitung führe zur Entschleunigung des Verkehrs und ermögliche eine ergänzende Baumpflanzung. Die neue Planungsvariante sei in Bezug auf den oberen Bereich positiv zu werten, da sie Rücksicht auf die Bäume nehme. Allerdings sei es auch gut, die vorhandenen Bäume zu erhalten. Die Einrichtung des Längsparkens sei positiv, solle aber nicht durch das Fällen von acht Bäumen bei vier oder fünf Neupflanzungen optimiert werden. Seine Fraktion beantrage daher, die vorgeschlagene Fahrbahnverengung Ecke Friedlandstraße umzusetzen und abweichend vom Beschlussvorschlag der Verwaltung Längsparkplätze in der Burtscheider Straße so anzuordnen, dass die vorhandenen acht Bäume erhalten bleiben könnten. Es sei bedauerlich, dass es die Verwaltung unterlassen habe, Details über den Zustand der Bäume mitzuteilen. Da es sich um eine über 20 bis 30 Jahre auswirkende Entscheidung handele, beanspruche er das Recht der Ausschussmitglieder, genau informiert zu werden.

Herr Blum kündigt die Zustimmung der FDP-Fraktion zu den Vorschlägen der Verwaltung an. Seine Fraktion wolle sich auch nicht über das Urteil der Fachleute in Bezug auf den Zustand der Bäume hinweg setzen. Hinsichtlich der Gehwegverbreiterung wolle die FDP-Fraktion der von der Verwaltung vorgeschlagenen Alternative 2 zustimmen, da der dadurch beanspruchte Fahrbahnbereich nicht notwendig sei. Die Lösung verbessere die Fußgänger- und Radfahrerquerung im Einmündungsbereich der Friedlandstraße und sorge für eine Verbreiterung des ansonsten zu schmalen Gehwegs zwischen Friedlandstraße und Reumontstraße.

Als Mitglied der Fraktion Grüne stellt Herr Ferrari fest, dass die Anregungen des Ausschusses in die aktuell vorliegende Planung eingebracht worden seien. Im Rahmen der Kooperation mit dem Koalitionspartner werde auf die Realisierung der Gehverbreiterung Ecke Friedlandstraße verzichtet. Die Verwaltung werde gebeten, den Standort des Briefkastens in der Burtscheider Straße im Rahmen der Umbaumaßnahme zu prüfen, da dieser aktuell für Fußgänger ungünstig zu erreichen sei. Außerdem möge die Verwaltung die Lage der Haltlinie in der Zollamtstraße prüfen und die Querungssituation für Radfahrer über den Einmündungsbereich der Friedlandstraße klarstellen.

Als Mitglied der SPD-Fraktion sieht Herr Servos keine Gründe, die gegen die Gehwegverbreiterung im Einmündungsbereich der Friedlandstraße im Sinne der Variante 2 sprechen würden. In Bezug auf die Bäume vertraue er auf das Urteil der Verwaltung, dass deren krankheitsbedingter Zustand die Fällung rechtfertige. Dennoch solle die Verwaltung nachträglich konkret über den Zustand der Pflanzen berichten.

Als Vertreterin der Verwaltung stellt Frau Poth für die weitere Beratung in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte eine ergänzende Information in Aussicht.

Als Vertreter des Seniorenrats appelliert Herr Dr. Klöcker unter Hinweis auf ein Adenauer-Zitat an die Mehrheitsfraktion, zugunsten der Gehwegaufweitung in der Friedlandstraße gemäß Variante 2 abzustimmen.

Nach weiteren kurzen Wortmeldungen der Herren Servos und A. Müller sowie von Frau Breuer lässt der Vorsitzende, Herr Jahn, zunächst über den Beschlussvorschlag der Verwaltung bzw. im Sinne des Plans 2011_023_L3 ohne die Gehwegverbreiterung in der Friedlandstraße abstimmen. Der Beschlussantrag wird mit 15 Stimmen bei einer Gegenstimme mehrheitlich angenommen.

Im zweiten Schritt lässt der Vorsitzende über die Gehwegverbreiterung in der Friedlandstraße abstimmen. Der Ausschuss beschließt mehrheitlich mit 9 Stimmen ohne Enthaltungen, keine Gehwegverbreiterung vorzunehmen.

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss fasst den Ausführungsbeschluss für den Ausbau der Burtscheider Straße auf der Grundlage des Plans 2011_023_L3 ohne Gehwegverbreiterung im Einmündungsbereich der Friedlandstraße vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte schließt sich demAusführungsbeschlussdes Mobilitätsausschusses für den Ausbau der Burtscheider Straße auf der Grundlage des Plans 2011_023_L3 an.

Der Mobilitätsausschuss fasst den Ausführungsbeschluss für den Ausbau derBurtscheider Straße auf der Grundlage des Plans 2011_023_L3 vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Allgemeines

Zum Planungsbeschluss wurden 3 Varianten mit der Bezeichnung 1a, 1b und 2 zur Beratung vorgelegt. Nach einer Empfehlung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte, die Variante 2 weiter zu verfolgen, wurde die Verwaltung vom Mobilitätsausschuss beauftragt, eine weitere Alternative auf ihre Machbarkeit zu prüfen und ggf. mit den anderen zusammen den Bürgern vorzustellen.

Bürgerinformation

Am 03.02.2012 fand eine Bürgerinformation statt. Dabei wurde eine Anregung gegeben, die positiv bewertet und als zusätzliche Variante in die Planung aufgenommen wurde.

Straßenraumaufteilung

Bei der Erneuerung der Burtscheider Straße wird ein Querschnitt vorgeschlagen, der bei einer Fahrbahnbreite von 8,2 bis 10,2m die Aufstellung von drei Fahrzeugen entsprechend der Fahrspuraufteilung im Rückstauraum sowie einen Schutzstreifen für den Radverkehr ermöglicht. Auf der Häuserseite kann ein ca. 3,4m breiter Gehweg und ein 2m breiter Längsparkstreifen angelegt werden. Auf der Parkseite ist der zukünftige Gehweg ca. 2,5 m breit und erlaubt damit die Ausweisung “Radfahrer frei“. Im Bereich von zwei Bäumen werden punktuelle Einengungen zum Schutz der Baumwurzeln vorgenommen.

Für die Einmündung der Friedlandstraße, die im derzeitigen Zustand ein zügiges Fahren erlaubt, wurde auf Anregung aus der Bürgerschaft und nach eingehender verwaltungsinterner Prüfung und Diskussion unter Beteiligung der verkehrslenkenden Dienststellen eine Einengung geplant, die sich im Hinblick auf den zukünftigen Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) geschwindigkeitsdämpfend auswirkt.

Bäume

Die Bäume auf der Häuserseite, die z.T. erhebliche Schäden aufweisen, könnten aus der Geometrie der Straßenplanung erhalten werden. Allerdings bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand bei den Bauarbeiten (Handschachtung im Kronentraufbereich) und eine Einschränkung des Parkraums(8 statt 12 Parkplätze). Es ist deshalb sinnvoll, die vorhandenen Bäume und mit Ausnahme des Sorbus vor Haus 1 durch Neuanpflanzungen in einem weiteren Raster unter Beachtung optimierter Wurzelbedingungen durch Substrat zu ersetzen.

Parkstände

Bei der vorliegenden Planung werden auf der Häuserseite 12 Parkplätze angelegt, statt heute 13. Durch die Aufweitung des Gehweges zwischen Friedlandstraße und Reumontstraße gehen 3 Parkplätze verloren.

Leitungsverlegung

Im Zuge des Ausbaus werden zwei Kanalhaltungen im Einmündungsbereich Zollamtstraße erneuert.

Ausbauelemente

Fahrbahn

3,5cm Splittmastix- Asphalt

5cm Asphaltbinder

14cm bit. Tragschicht

32,5cm Frostschutz 0/45

55cm Gesamtstärke

Parkstreifen

15cm Natursteinpflaster

4cm Bettung

15cm HGT 0/32

11cm Frostschutz 0/45 45cm Gesamtstärke

Gehweg Häuserseite

8 cm Betonplatten 30/30

4 cm Brechsand/Splitt 0/5

15 cm HGT 0/32

18 cm Frostschutz 0/4

45 cmGesamtstärke

Gehweg Parkseite

5 cm Mosaikpflaster

3 cm Brechsand

15 cm HGT 0/32

22 cm Frostschutz 0/45

45 cmGesamtstärke

Baukosten

Die Baukosten für die gesamte Umbaumaßnahme betragen etwa 335.000-345.000€.

Entwässerung

Als Regelquerneigung wurde für alle Teileinrichtungen 2,5 % angenommen. Geringe Abweichungen (+/- 1 %) sind aus topographischen Gründen möglich. Die Randeinfassung erfolgt auf der Parkseite mit Natursteinhochborden, auf der Häuserseite mit Betonbordsteinen. Die Oberflächenentwässerung erfolgt über Straßenabläufe in vorhandene Kanäle.

Beleuchtung

Die Beleuchtung wird im Zuge der Baumaßnahme überprüft und wenn erforderlich angepasst.

Beitragsrechtliche Beurteilung

Die Baumaßnahme stellt eine Verbesserung/Erneuerung im Sinne des §8 KAG dar. Sie löst eine Beitragspflicht aus, sodass hierfür Anliegerbeiträge gem §8 KAG zu erheben sind.

Finanzierung

Für den Ausbau stehen beim PSP-Element 5-120102-900-01300-300-1 - "Boxgraben 2. Bauabschnitt" i.V.m. 4-120102-919-1 - "Boxgraben 2. Bauabschnitt" Mittel in Höhe von 335.000 € zur Verfügung.

Einnahmen werden aus Beiträgen gemäß § 8 Kommunalabgabengesetz (KAG) erwartet.

Die Maßnahme wird nach dem Entflechtungsgesetz bezuschusst.

Auswirkungen

finanzielle Auswirkungen



investive Auswirkungen

Ansatz

2012

fortgeschriebener Ansatz 2012

Ansatz

2013 ff.

fortgeschriebener Ansatz 2013 ff.

Gesamt-

bedarf (alt)

Gesamt-

bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

321.600

321.600

0

0

0

321.600

Ergebnis

321.600

321.600

0

0

0

321.600

+ Verbesserung / -Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben / keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben / keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2012

fortgeschriebener Ansatz 2012

Ansatz

2013 ff.

fortgeschriebener Ansatz 2013 ff.

Folgekosten
(alt)

Folgekosten
(neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/Sachaufwand

13.400

13.400

0

0

13.400

13.400

Abschreibungen

16.750

16.750

0

0

16.750

16.750

Ergebnis

30.150

30.150

0

0

30.150

30.150

+ Verbesserung / -Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

Abstimmungsergebnis

Mehrheitlich

Weitere Dokumente (2)

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Technische Details

Hauptdokument

Hauptdokument

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Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 08.03.2012
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 22:02