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Reorganisation des Aachener Stadtbetriebs (E 18)

FB 11/0109/WP16 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Der Ausschussvorsitzende Ratsherr Haase erklärt zunächst, dass er eine Doppelspitze für den Aachener Stadtbetrieb nicht für gut halte. Bei einer Doppelspitze müsse auf jeden Fall eine Sprecherfunktion vorgesehen werden.

Die in den Ausschreibungstexten enthaltenen Kriterien sollten etwas offener gestaltet werden. Anstelle der Qualifikationsvoraussetzungen „Hochschulstudium und/oder Technische Hochschule“ solle man einfach ein entsprechendes Studium voraussetzen, um nicht später an Formalien bei der Aus- und Bewertung hängen zu bleiben. Er vermisse auch die Möglichkeit für Bewerber, die über einen langen Berufsweg qualifiziert sein könnten.

Ratsherr Corsten erklärt, dass ihm beim Lesen der Vorlage aufgefallen sei, dass für die neue Abteilungsleitung Grün ein Landschaftsarchitekt eingesetzt werden soll. Er bittet die Verwaltung, die vorgeschlagene Qualifikationsvoraussetzung zu überarbeiten und das zwingende „muss“ in ein „soll“ zu ändern.

Im Gegensatz zu Ratsherrn Haase halte er allerdings eine Doppelspitze für die Leitung des Stadtbetriebes für gut, da im Stadtbetrieb hohe technische und kaufmännische Aufgaben zu bearbeiten seien. Insgesamt sei der Vorschlag für eine Doppelspitze eine kluge Entscheidung.

Er kenne so z.B. viele privatwirtschaftliche Organisationseinheiten der Größenordnung des Stadtbetriebes, die ebenfalls mit einer Doppelspitze arbeiteten.

Bezüglich der Reorganisation halte er den Vorschlag über das weitere Vorgehen auch für sinnvoll. Er bittet allerdings zu berücksichtigen, dass es hinsichtlich der Abgrenzung der Aufgaben der Stadtbezirkskolonnen zu den Kolonnen der Stadtmitte einige Schnittstellen gäbe. So würden die Stadtbezirkskolonnen ebenfalls Aufgaben im Friedhofsbereich, im Grünflächenbereich und in der Stadtreinigung erledigen. Das sollte in den Bezirken auch beibehalten werden.

Insgesamt befürwortet er das Konzept für die Innenstadt, auch diese in Bezirke einzuteilen und die Arbeitskolonnen jeweils mit einem Gärtnermeister zu besetzen, weil dann mehr Verantwortlichkeit bei der jeweiligen Kolonne liege, die auch Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger sein werden.

Ratsherr Blum bemängelt grundsätzlich die Aufgabenerledigung des Stadtbetriebes nicht, sondern hebt hervor, dass dort gute Arbeit geleistet werde. Sicherlich sei festzustellen, dass es im Bereich der Grünflächenpflege an einigen Stellen nicht so gut klappe. Das würde aber immer so sein und werde nicht durch ein neues Konzept in den Griff zu bekommen sein. Für ihn sei allerdings auch festzustellen, dass auf den Stadtbetrieb immer mehr Aufgaben zugekommen seien für die es keine finanzielle Ausstattung gegeben habe.

Grundsätzlich halte er eine Überprüfung der Organisation für gut, weil es immer etwas zu verbessern gebe.

Die beabsichtigte Einrichtung einer Doppelspitze befürwortet er ebenfalls..

Das System der Arbeitskolonnen für die Außenbezirke habe sich nach seinen Feststellungen und Wahrnehmungen bewährt, weil es in den verschiedenen Kolonnen auch immer Ansprechpartner vor Ort gebe. Er bat die Verwaltung den Reorganisationsprozess mit Augenmaß zu betreiben und die Politik rechtzeitig über Ergebnisse zu unterrichten.

Ratsfrau Dr. Wolf merkt an, auch ihr sei beim Lesen der Vorlage aufgefallen, dass die Abteilungsleitung „Grün“ mit einem Landschaftsarchitekten besetzt werden solle. Sie frage sich, ob dies wirklich zwingend sei. Ungeachtet dessen lege sie Wert auf die Feststellung, dass die Politik z.B. im Umweltausschuss sehr viel bezüglich Grünflächen beschließe, aber dabei nicht sage, wie sie sich die Pflege vorstelle. Als Innenstadtbewohnerin habe sie die persönliche Erfahrung gemacht, dass im Gegensatz zu den Außenbezirken in der Innenstadt sehr viel mehr los sei und es von daher auch mehr zu Verschmutzungen komme. Hiervon ausgehend sei die Grünflächenpflege in der Innenstadt aus ihrer Sicht gut.

Bezüglich der beabsichtigten Doppelspitze sei sie neutral, weil sie damit überhaupt keine Erfahrungen habe. Sie frage sich allerdings, wie eine gemeinsame Personalverantwortung innerhalb der Doppelspitze funktionieren könne.

Das von der Verwaltung vorgeschlagene weitere Vorgehen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, an der auch der Personalrat beteiligt wird, halte sie für gut.

Beigeordneter Dr. Barth erklärt zum weiteren Verfahrensablauf, dass er, wenn es heute seitens des Ausschusses keinen Widerspruch gebe, den Personalrat bitten werde, seine Mitglieder für die Arbeitsgruppe zu benennen.

Bis zum Herbst dieses Jahres solle ein Ergebnis betreffend das konkrete „Wie“ der Reorganisation erarbeitet werden.

Zum Verwaltungsvorschlag einer Doppelspitze verwies Herr Dr. Barth auf Empfehlungen und Veröffentlichungen des VKU, in denen nachlesbar sei, dass zwischenzeitlich viele mittlere Unternehmen der Größenordnung eines Stadtbetriebes eine Doppelspitze einsetzten.

Er hebt nochmals hervor, dass es in der heutigen Sitzung nur um die zwei Ausschreibungstextvorschläge für die Doppelspitze ginge, die nochmals konkret werden müssten.

Bezüglich der Besetzung der Abteilungsleitung „Grün“ nehme er aus dem Betriebsausschuss mit, dass die Besetzung mit einem Landschaftsarchitekten kein „muss“ sein solle.

Auf die Anmerkungen von Ratsfrau Dr. Wolf erwidert Ratsherr Corsten, dass nicht nur im Umweltausschuss, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Stadtverwaltung, z.B. FB 61 Planungen für Grünflächen erfolgten. Es sei deshalb richtig und wichtig, dass der Stadtbetrieb besser eingebunden werden müsse, so dass die Politik besser und schneller über Folgekosten informiert werden könne.

Wenn aus der Vorlage zu lesen sei, dass es auch um Einsparungen gehe, dann wolle die Politik auch für die Bürgerinnen und Bürger einsparen, weil letztlich vom Stadtbetrieb auch gebührenrelevante Aufgaben erledigt würden.

Er betont ausdrücklich, dass die Politik zu ihrer Verpflichtung stehe, keinen Beschäftigten zu entlassen.

Ratsherr Luczak erklärt, dass es gut und richtig sei im Ausschuss und in der Politik darüber zu diskutieren, welche Aufgaben durch den Stadtbetrieb erledigt und welche Leistungen erbracht werden sollten. Denn, jeder in Aachen sei schließlich davon betroffen.

In der heutigen Sitzung würden deshalb einige Impulse gegeben, in welche Richtung eine Änderung der Organisation machbar wäre. Er könne deshalb nachvollziehen, dass sich einige Beschäftigte des Stadtbetriebes betroffen fühlten. Das nähme die Politik ernst; deshalb beschäftige man sich schließlich damit. Seitens der Politik werde erwartet, dass es durch Strukturveränderungen zu Verbesserungen kommen müsse. An einem Beispiel, dass es in früherer Zeit noch keine Maschinen und technischen Hilfsmittel für die Arbeitserledigung gegeben habe und vieles mit der Hand erledigt werden musste, werde doch deutlich, dass alleine mit Einführung der technischen/maschinellen Hilfsmittel Veränderungen eingetreten seien.

Aus seiner Sicht mache die Einteilung des Stadtgebietes in zu pflegende Bezirke Sinn, weil dadurch auch ein anderes Verständnis bei den Mitarbeitern und letztlich Bürgerinnen und Bürgern erwachse. In diesem Zusammenhang erwähnt Ratsherr Luczak den Begriff der lernenden Organisation, die auch ein integriertes Denken nach sich ziehen werde, um nach seinem Verständnis von einer nicht notwendigen Überprofessionalisierung der Spezialkolonnen abzukommen. Nur durch verbesserte Strukturen sei erreichbar, dass auch eine bessere Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger erreicht werde.

Sachkundiger Bürger Kloppstein erklärt, dass er sich gegen einen Reorganisationsprozess ausspreche, weil letztlich immer damit einhergehe, dass Arbeitsplätze abgebaut würden. Eine gute Grünflächenpflege koste auch Geld. Der jetzt angeblich festgestellte Pflegezustand könne seiner Meinung nach auch daran liegen, dass mit immer weniger Beschäftigten mehr Arbeit zu erledigen sei. Die Vorlage werde von den Linken nur zur Kenntnis genommen.

Vorsitzender Ratsherr Haase erinnert daran, dass es sich bei der Erledigung der Aufgabe „Grünflächenpflege“ um eine freiwillige Leistung handele, die aus dem allgemeinen Haushalt finanziert werde. Es sei deshalb ein Irrglaube, dass für immer mehr Leistung weniger Geld zur Verfügung gestellt werden könne. Einige Leistungen der Grünpflege seien so spezifiziert, dass sie auf jeden Fall bezirksübergreifend sein sollten ( Baumpflege, Kunstrasenpflege ).

Im gebührenrelevanten Bereich sei schließlich durch die Betriebsorganisation ganz erheblich eingespart worden, wodurch seit mehreren Jahren eine Gebührenstabilität eingetreten sei. Nach seiner Auffassung sei Aufgabe des Stadtbetriebs seine Arbeitsorganisation immer wieder zu überprüfen. Leider sei es aus seiner Sicht nach wie vor noch nicht zu einem richtigen und

vernünftigen Auftraggeber- und Auftragnehmerverhältnis gekommen. Das müsse dringend erreicht werden.

Bezüglich der Einteilung in Pflegebezirke regt Ratsherr Haase an, sich einmal das Nürnberger System (SÖR) anzusehen.

Weiterhin regt er an, den von der Verwaltung vorgeschlagenen Beschlussentwurf zu trennen.

Zum einen solle der Betriebsausschuss die Ausschreibungen für die Betriebsleitung mit den vorgeschlagenen Änderungen beschließen und zum anderen, dass die Verwaltung für die beabsichtigte Reorganisation das Beteiligungsverfahren nach LPVG einleite, damit sich der Ausschuss dann mit dem Ergebnis der einzusetzenden Arbeitsgruppe abschließend und entscheidend beraten kann.

Ratsfrau Dr. Wolf erklärte zum Wortbeitrag von Ratsherrn Corsten, dass sie als Schwäbin in ihrem Wortbeitrag nicht von Einsparungen gesprochen habe. Als Mitglied des Umweltausschusses gebe sie Herrn Corsten recht, dass es sicherlich von einigen anderen Stellen in der Verwaltung gebe, die bezüglich der Grünflächen Planungen und entsprechende Beschlüsse herbeiführten. Die jetzige Vorlage der Verwaltung werte sie als Arbeitsvorschlag für die einzusetzende Arbeitsgruppe.

Beigeordneter Dr. Barth merkt an, dass das Sparen den Schwaben in den Genen liege. Ihm gehe es nicht um Sparen um des Sparens willen. Ihm gehe es darum, „Besser“ zu werden.

Dr. Barth brachte in Erinnerung, dass es noch einen zweiten Ratsantrag der Ratsmehrheit gebe, der ein neues Grünflächenmanagement beinhaltete. Damit einhergehend sei auch gemeint, dass der Stadtbetrieb auch für seine Leistungen bezahlt werden müsse und das der Stadtbetrieb in alle Grünflächenplanungen einbezogen werden müsse, um der Politik sagen zu können, was es schließlich koste. Schönes Grün erhalte man nicht umsonst.

Das Nürnberger Modell zu übernehmen halte er für nicht gut, weil die Verwaltung der Überzeugung sei, durch ihr vorgeschlagenes Modell mehr Verantwortlichkeit bei den Kolonnen und Vorarbeitern zu schaffen.

Mit der Vorlage der Verwaltung werde auch keine Kritik an die Mitarbeiter des Stadtbetriebes geübt. Deshalb habe man auch keine Unternehmensberatung beauftragt, weil die Fähigkeiten der betroffenen Mitarbeiter gut seien und zum Erfolg führen werden. Natürlich würden mehr Gärtnermeister benötigt. Diese würden aber aus dem Betrieb heraus ausgebildet werden.

Ratsherr Corsten beantragt für die Mehrheitsfraktionen die Beschlussvorlage der Verwaltung nicht, wie von Ratsherrn Haase vorgeschlagen, abzuändern, sondern so zu beschließen.

Im Übrigen brauche nicht besonders erwähnt zu werden, dass gesetzliche Vorschriften einzuhalten seien, denn, was im Gesetz stehe, müsse eingehalten werden.

Im Protokoll werde festgehalten, dass die Verwaltung eine Arbeitsgruppe bildet, ein Ergebnis erarbeite und dies rechtzeitig dem Ausschuss zur Beratung vorlegen werde.

Das sei ja auch der Vorschlag von Herrn Beigeordneten Dr. Barth.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb nimmt die Absicht der Verwaltung, den Aachener Stadtbetrieb zu reorganisieren, zur Kenntnis und empfiehlt dem Personal- und Verwaltungsausschuss sowie dem Rat der Stadt, die Einrichtung einer Doppelspitze in der Betriebsleitung sowie die entsprechende Änderung der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes. Folgende Ausschreibungen gemäß den beiliegenden Entwürfen werden ebenso zur Kenntnis genommen: Kaufmännische Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung) Operative Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung) Der Personal- und Verwaltungsausschuss nimmt die Absicht der Verwaltung, den Aachener Stadtbetrieb zu reorganisieren, zustimmend zur Kenntnis und empfiehlt dem Rat der Stadt, die Einrichtung einer Doppelspitze in der Betriebsleitung sowie die entsprechende Änderung der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes. Folgende Ausschreibungen werden zur Kenntnis genommen:

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb nimmt die Absicht der Verwaltung, den Aachener Stadtbetrieb zu reorganisieren, zur Kenntnis und empfiehlt dem Personal- und Verwaltungsausschuss sowie dem Rat der Stadt, die Einrichtung einer Doppelspitze in der Betriebsleitung sowie die entsprechende Änderung der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes. Folgende Ausschreibungen gemäß den beiliegenden Entwürfen werden ebenso zur Kenntnis genommen:

?Kaufmännische Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung)

?Operative Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung)

Der Personal- und Verwaltungsausschuss nimmt die Absicht der Verwaltung, den Aachener Stadtbetrieb zu reorganisieren, zustimmend zur Kenntnis und empfiehlt dem Rat der Stadt, die Einrichtung einer Doppelspitze in der Betriebsleitung sowie die entsprechende Änderung der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes. Folgende Ausschreibungen werden zur Kenntnis genommen:

?Kaufmännische Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung)

?Operative Betriebsleitung (externe und interne Ausschreibung)

Der Rat der Stadt beschließt die Einrichtung einer Doppelspitze in der Betriebsleitung sowie die entsprechende Änderung der Betriebssatzung des Aachener Stadtbetriebes. Hierzu erfolgt eine gesonderte Vorlage.

(Philipp)

Erläuterungen

Erläuterungen:

Situationsanalyse:

?Unzufriedenheit mit der Grünpflege in qualitativer Sicht insbesondere im Gebiet Aachen Mitte

?Politik vermisst klare Verantwortlichkeiten und klare Kostenstrukturen hinsichtlich der Grünpflege

?Zufriedenheit mit der Grünpflege in den Stadtbezirken ist gegeben

?Die verwaltenden und kaufmännischen Abteilungen bilden zusammengenommen einen zu großen Overhead, was sich auch im Wirtschaftsplan des E 18 abbildet

Zielsetzung:

?Transparente Kostenstrukturen

?Aufbau eines Auftraggeber-Auftragnehmer Modells

?Klare Verantwortlichkeiten des E 18 zur übrigen Verwaltung

?Steigerung der sichtbaren Qualität der Grünpflege

?Optimierung der Arbeitsprozesse innerhalb der Grünpflege und dem kaufmännisch-administrativen Bereich.

?Reduktion der (Personal-)kosten, Ausgleich Wirtschaftsplan

?Aufbau eines betriebseinheitlichen Fuhrpark- und Maschinenmanagements

Die Verwaltung beabsichtigt folgendes Vorgehen:

?Zusammenlegung der Aufgaben der Grünpflege aus drei Abteilungen in einer neuen Abteilung „Garten- und Landschaftspflege“

?Übernahme des funktionierenden Systems der Regiekolonnen aus den Bezirken auf das gesamte Stadtgebiet

?Ablösung der gemischten Gliederung nach Objekten , Tätigkeiten und Ortslagen durch eine durchgängige Gliederung nach Bezirken

?Die Leitungen der Bezirkskolonnen sind sehr eigenverantwortlich auszugestalten.

?Aufbau eines anderen Selbstverständnisses: Weg vom „Wir reinigen das Grün“ hin zu „Aachen soll blühen“

?Zusammenlegung der Aufgaben Personal Organisation und IT, Finanzen und Controlling, Einkauf und des Qualitätsmanagements zu einer zentralen kaufmännischen Abteilung. Dies beinhaltet auch eine deutliche sozialverträgliche Straffung des Personalkörpers in diesem Bereich.

?Die Reorganisation des E 18 soll im Zuge der Wiederbesetzung der Leitung erfolgen. Nach Ausscheiden des Betriebsleiters soll eine gleichberechtigte Doppelspitze gebildet werden. Hierzu bedarf es einer Änderung der Betriebssatzung.

?Die neue Abteilungsleitung Garten- und Landschaftspflege soll intern/ extern ausgeschrieben werden.

?Das Krematorium wird einer Aufgabenkritik unterzogen.

Ausblick:

Die Stadt will ihr Erscheinungsbild im Grün- und Freiflächenbereich deutlich verbessern. Die sichtbare Qualität verschiedener funktionaler Nutzungen für die Bürger soll nachhaltig gesteigert werden. Hierzu gehören beispielhaft Grünanlagen, Spiel- und Sportplätze.

Zur Konzeption eines gesamtstädtischen Grün- bzw. Freiflächenmanagements wird zurzeit ein Projekt unter Beteiligung aller betroffenen Organisationseinheiten durchgeführt.

Die Ergebnisse des Projektes werden Auswirkungen auf die Strukturen und Prozesse innerhalb und außerhalb des Aachener Stadtbetriebes haben. Wichtig sind die Prägung einer guten Kommunikation und eines partnerschaftlichen Miteinanders innerhalb der Leistungsbeziehungen.

Dabei soll eine steuerungsrelevante Aussagekraft über den Aufbau eines Produktmanagements erreicht werden, die den Produktverantwortlichen zu einer kosten- und leistungsorientierten Planung und Bewirtschaftung verhilft. Dadurch wird eine systematische Flächenkritik ermöglicht, die aufgrund wachsender Anforderungen unerlässlich ist.

Für ein gesamtstädtisches Freiflächenmanagement ist erforderlich, dass ein ganzheitliches Freiflächeninformationssystem für alle Bedarfsträger aufgebaut wird und die Organisation der Daten prozessorientiert und standardisiert geregelt wird. Diesbezüglich gehören alle Fachverfahren mit Geobezug inklusive Betriebsführungs- und Finanzsysteme hinsichtlich einer Vernetzung auf den Prüfstand. Es ist daran gedacht, ein Ablaufverfahren zu systematisieren, das bereits in der Planungsphase die jeweils zuständigen Ämter sowie FB 61, FB 36 und den E 18 mit einbezieht, um die Unterhaltungskosten im Zuge der Planung kalkulieren und der Politik darstellen zu können.

Organisation:

Der Aachener Stadtbetrieb stellt sich in seiner zukünftigen Organisation wie folgt dar:

Neue Abteilung „Garten- und Landschaftspflege“:

1.Die Aufgabenbereiche „Grün- und Freiflächenpflege“, „Friedhöfe“ und „Stadtgärtnerei“ aus den bisherigen Abteilungen E 18/3, E 18/5, und E 18/7 werden hier zusammengeführt.

2.Die Leitung der Abteilung muss mit einem Landschaftsarchitekten besetzt werden.

3.Die Leitungen der Bezirkskolonnen, zukünftig besetzt mit einem Gärtnermeister (Vorhandwerker/ Vorarbeiter), arbeiten nahezu eigenverantwortlich in insgesamt ca. 12 Stadtbezirken (Modell). Diese werden nach geographischen Kriterien geordnet und jeweils zur Hälfte einer Sachgebietsleitung unterstellt (Sachgebiet Aachen Nord und Sachgebiet Aachen Süd).

4.Durch eine solche neue Struktur erfolgt eine klare Delegation der Verantwortlichkeiten auf die jeweils zuständigen Bezirkskolonnen. Die Bezirkskolonnen sind für alle Tätigkeitsfelder (inklusive wie bisher Spielplätze, Sportanlagen, Baumschnitt und Straßenbegleitgrün) zuständig.

5.Die Arbeitsvorbereitung obliegt den Regiekolonnenführern. Ein sie unterstützender Workflow wird eingeführt.

6.Die beiden weiteren Sachgebiete der Abteilung sind „Friedhöfe“ und „Stadtgärtnerei“.

Somit stellt sich die Abteilung „Garten- und Landschaftspflege“ wie folgt dar:

Zusammenlegung von insgesamt 4 Bereichen zu einer zentralen Abteilung „Personal und Finanzen“:

Der E 18 gliedert sich zurzeit in acht Abteilungen und eine Stabsstelle. Nur fünf dieser Organisationseinheiten sind operativ. Die verwaltenden und kaufmännischen Einheiten bilden zusammengenommen einen zu großen Overhead, was sich auch im Wirtschaftsplan des E 18 abbildet.

Deshalb soll die Gesamtstruktur des E 18 im Zuge der Wiederbesetzung der Leitung hier wie folgt neu gegliedert werden. Die Aufgabenbereiche „Personal mit Organisation und IT“, „Finanzen und Controlling“, „Einkauf“ und „Qualitätsmanagement“ aus den bisherigen Einheiten E 18/1, E 18/2, E 18/4 und E 18/01 werden hier zusammengeführt.Dies beinhaltet auch eine deutliche sozialverträgliche Straffung des Personalkörpers in diesem Bereich.

Weitere Abteilungen des reorganisierten Aachener Stadtbetriebes:

Die Abteilung „Abfallwirtschaft“ ist gut organisiert und geführt. Hier bestehen Potentiale im Bereich der Ablaufoptimierung durch die eventuelle Einführung neuer Techniken.

Die Abteilung „Straßenunterhaltung und Brückenbau“ bleibt durch die jetzige Reorganisation unberührt. Die Abteilung „Technik- und Fuhrparkmanagement“ wird zur Wahrung des Vier-Augenprinzips bei Beschaffungen in Zukunft mit der Abteilung „Personal und Finanzen“ korrespondieren. In dieser Abteilung werden ebenfalls die Ablaufprozesse reorganisiert.

Ferner besteht ein Handlungsbedarf beim städtischen Krematorium unter wirtschaftlichen Kriterien.

Doppelspitze:

Aufgrund der Größe und des heterogenen Aufgabenspektrums des Aachener Stadtbetriebes und der nahezu 10-jährigen Praxiserfahrung mit Betriebsleitung und Stellvertretung hält die Verwaltung die Einrichtung einer Doppelspitze für zweckmäßig.

Weiteres Vorgehen:

Die organisatorischen Änderungen sollen spätestens zum 01.01.2013 in Kraft treten. Die Struktur steht somit im Einklang zum Wirtschaftsjahr, was die Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 sowie des Jahresabschlusses erleichtert, da unterjährig keine unterschiedlichen Strukturen berücksichtigt (geplant und geprüft) werden müssen.

Die Stellenausschreibungen sollen als Ziel der Besetzung den 01.02.2013 vorsehen. Der jetzige Betriebsleiter ist noch bis 31.01.2013 offiziell im Dienst, de facto aber voraussichtlich ab Dezember 2012 nicht mehr vor Ort tätig.

Insofern wäre eine nahtlose Besetzung wünschenswert, um bereits frühzeitig die neuen Strukturen umzusetzen. Auch aus Organisations- und Personalentwicklungssicht wird vertreten, dass die grundlegenden Veränderungsprozesse in gestalterischer Verantwortung der neuen Führungskräfte auf der ersten und zweiten Leitungsebene angegangen werden sollen.

Der Dienststellenpersonalrat des Aachener Stadtbetriebes ist entsprechend informiert. Das formelle Beteiligungsverfahren nach dem LPVG wird nunmehr eingeleitet.

Die Verwaltung wird den Entwurf der neuen Betriebssatzung Aachener Stadtbetrieb den zuständigen Gremien gesondert zur Beschlussfassung vorlegen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

Durch die Zusammenlegung von mehreren Bereichen zu einer kaufmännischen Abteilung werden Synergieeffekte durch Verschlankung des Overheads erwartet, die im Laufe des Umstrukturierungsprozesses zu verifizieren sind.

Durch die Bildung einer neuen Abteilung „Garten- und Landschaftspflege“ und einer geographischen Organisation von insgesamt ca. 12 Bezirkskolonnen (Modell) soll die Qualität von Grün in Aachen deutlich verbessert werden. Die hierfür erforderlichen Ressourcen werden aus den Effekten der Reorganisation des Aachener Stadtbetriebs insgesamt finanziert.

Abstimmungsergebnis

1 Gegenstimme

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Technische Details

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Metadaten

TOP
Ö 3
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sondersitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb
Gremium
Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb
Datum
Do., 03.05.2012
Uhrzeit
16:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 11 - Fachbereich Personal, Organisation
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 22:21