Sachstand „Studentisches Wohnen / G8“
FB 23/0289/WP16 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Kuckelkorn bedankt sich für seine Fraktion für die von der Verwaltung gefertigte Vorlage.
Die Vorlage sei eine Situationsbeschreibung, die jedoch eines gewisse Dynamik in Bezug auf das Handeln der Verwaltung vermissen lasse.Es gebe beispielsweise einen Antrag seiner Fraktion, entlang den Strecken der Regionalbahn nach geeigneten Grundstücken / Objekten zu suchen.
Ein diesbezügliches Ergebnis liege bisher nicht vor. Er wünsche sich daher einfach mehr Dynamik, mehr Tätigwerden, mehr Ergebnisse.
Herrr Feiter führt zunächst unter Bezugnahme auf die Vorlage aus, es könne davon ausgegangen werden, dass nicht alle Studierenden Wohnraum suchen würden. Lediglich für 30 – 65 % der Studierenden (je nach Quelle würden die Angaben schwanken) sei Wohnraum zu schaffen, da ein großer Anteil der Studierenden pendeln bzw. direkt aus Aachen kommen werde.
Herr Körfer führt aus, ein Beispiel für die erfolgreichen Bemühungen der Verwaltung sei die Tatsache, dass zwischenzeitlich von 1.800 zusätzlichen Betten ausgegangen werden könne, während dies vor einigen Monaten noch ca. 1.500 Betten waren.
Er weist jedoch auch darauf hin, dass nicht die gesamte Tätigkeit ausschließlich auf das Thema G8 fokussiert werden könne.
Frau Hörmann findet es schade, dass jetzt eine andere Tabelle als in der letzten Vorlage verwendet werde. Jetzt sei in der Spitze von 1.800 Betten die Rede.
Sie stellt darüber hinaus klar, dass die Einflussmöglichkeiten der Politik relativ gering seien.
Wichtig sei, dass die enge Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaftsförderung, des Fachbereiches Wohnen und der Liegenschaftsverwaltung fortgeführt werde.
Herr Prof. Dr. Sicking stellt hierzu fest, dass die Thematik verwaltungsintern diskutiert worden sei. Das Thema sei einerseits nicht überraschend auf die Verwaltung zugekommen, erfordere anderseits aber ein schnelles und kurzfristiges Handeln.
Die Gruppe des Projektmanagements stehe und es mache derzeit keinen Sinn an der Projektorganisation etwas zu ändern.
Herr Baal stellt fest, dass das, was an Zahlen abgeschätzt werde, wohl relativ realitätsnah sei.
Seine Fraktion ermutige daher die Verwaltung, dem Ausschuss Maßnahmen vorzustellen, wie man das Thema in den Griff bekommen könne.
Die Verwaltung möge daher zur nächsten Sitzung sich erneut dieses Themas annehmen und dieses mit Konsequenzen bzw. Maßnahmen versehen.
Es müsse sich nicht um einen vollständigen Katalog handeln, aber es sollte sich schon einzelner Punkte angenommen werden, an denen man Schwerpunkte setzen wolle. Seine Fraktion fordere daher die Verwaltung nachhaltig auf, sich konsequent mit diesem Thema auseinander und das Ergebnis als Punkt auf die Tagesordnung zur nächsten WLA-Sitzung am 04.09.2012 zu setzen.
Herr Norbert Plum bemerkt, dass er an den Fertigstellungsterminen in der Übersicht studentisches Wohnen so seine Zweifel habe.
Beispielsweise beim Projekt Kastanienweg, bei dem es um 322 Betten gehe, seien bisher lediglich die Vorgespräche geführt worden. Trotzdem gehe man von einer Fertigstellung in 2013 aus. Ähnlich verhalte es sich beim Veltmannplatz. Hier gehe man von einer Fertigstellung in 2014 aus, was seiner Meinung nach so gerade hinkommen könnte.
Nichtsdestotrotz würden die Fertigstellungstermine, um eine realistische Zeitschiene zu bekommen, überdenkenswert erscheinen vor allem auch in Bezug darauf, für welche Bereiche noch Bebauungspläne aufgestellt werden müssten.
Herr Feiter teilt hierzu mit, dass der Fachbereich Bauaufsicht die Basis für diese Übersicht geliefert habe. Der Fachbereich Immobilienmanagement sei gerne bereit, diese Zahlen nochmals kritisch zu hinterfragen und je nach Ergebnis zu bestätigen oder möglicherweise richtig zu stellen.
Der Ausschussvorsitzende, Herr Dr. Otten, bekräftigt nochmals den im Ausschuss geäußerten Wunsch, die Thematik auf die Tagesordnung der Sitzung des WLA im September zu bringen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Wohnungs und Liegenschaftsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Planungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Das Thema Studentisches Wohnen wird unter Federführung der Hochschulbeauftragten im Projektmanagement behandelt. Eine enge Vernetzung mit den strategischen Aufgaben der Aachen-Strategie-Wohnen ist durch die gleich gelagerte Dienststellenbeteiligung gewährleistet.
Die Vorlage informiert über den aktuellen Sachstand im Bereich studentisches Wohnen und ist gleichzeitig im Kontext der Aachen-Strategie-Wohnen zu sehen, die damit einen zusätzlichen Schwerpunkt erhält.
An der RWTH Aachen fingen im Wintersemester 2011/12 mit 8.183 so viele Erstsemester an wie nie zuvor (WS 2010/11: 6.200 Studierende); an der FH Aachen waren es 2.600 (WS 2010/11: 2.000 Studierende). Der studentischeWohnungsmarkt ist daher schon jetzt angespannt, obwohl das Gros der zusätzlichen Studierenden aus dem doppelten Abiturjahrgang erst 2013/14 erwartet wird.
Gegenüber dem Jahr 2012 wird sich die Zahl der Studierenden in Aachen für die Jahre 2014 und 2015 von derzeit 44.540 auf ca. 48.600 erhöhen (vergleiche Statistik in der Anlage).
Aufgrund der beschriebenen Situation verzeichnet die Bauverwaltung eine Vielzahl von Gesprächen mit Investoren und Architekten für den Bereich studentisches Wohnen (siehe Tabelle Übersicht studentisches Wohnen FB 63 in der Anlage).
In insgesamt 11 Fällen wurden bereits Baugenehmigungen erteilt, davon wurden bereits bei vier Vorhaben mit dem Bau begonnen, in zwei Fällen ist der Bau bereits fertig gestellt.
Diese 11 Bauvorhaben stellen zusätzliche 569 Betten zur Verfügung
Weitere Bauvoranfragen und Bauanträge liegen in 6 Fällen vor. Würden diese Vorhaben realisiert, würde dies zusätzlich 320 Betten ausmachen.
Die Bauverwaltung führte außerdem Vorgespräche mit weiteren 5 Investoren (u.a. mit dem Studentenwerk). Bei Verwirklichung dieser Vorhaben würde eine weitere Zahl von 723 Betten realisiert.
Insgesamt ist festzustellen, dass selbst die Verwirklichung aller Bauvorhaben nur ca. 1.800 weitere Betten schafft und damit in den Jahren 2014 und 2015 ein zusätzlicher Bedarf zu decken ist.
Die in der Anlage beigefügte Tabelle zur Wohnsituation von Studierenden zeigt vor allem, dass ein weiterer Bedarf an Mietwohnungen verschiedener Größe (Singlewohnung, Wohnen mit Partner, Wohngemeinschaften) entstehen wird. Daher muss bei aktuellen Bauvorhaben neben dem öffentlich geförderten Wohnungsbau (vgl. Aachen-Strategie-Wohnen) auch der frei finanzierte Geschosswohnungsbau im Fokus stehen. Dabei ist es sinnvoll, mit Blick auf die Tatsache, dass der Engpass im Bereich studentisches Wohnen auf einen klaren Zeitraum bis maximal 2020 begrenzt ist, bei der Planung, die Folgenutzung zu berücksichtigen und entsprechende Konzepte zu entwickeln (Wohnen im Alter, Barrierefreie Wohnen).
Ebenso ist davon auszugehen, dass bei fehlendem passendem Angebot ein Teil der Studierenden durchaus auch bereit ist, ins Umland zu ziehen. In diesem Zusammenhang wird auf den Ratsantrag der SPD-Fraktion vom 29.11.2011 Studentisches Wohnen (siehe Anlage) verwiesen.
Im Rahmen des Projektes G 8 studentisches Wohnen in Aachen finden regelmäßige Abstimmungen und Runde Tische mit den Nachbarkommunen in der StädteRegion und grenzüberschreitend statt. Der Aspekt der Entwicklung von Wohnbauflächen mit konkreter Zielrichtung Studentisches Wohnen wird hierbei behandelt.
Der derzeitige Sachstand konkret beabsichtigter Aktivitäten lautet:
Alsdorf : ca. 300 WE entlang des Schienennetzes werden in Studentenwohnungen umgebaut;
Eschweiler: zwei private Objekte zur Umnutzung angedacht (Mietwohnungskomplex Nähe Westbahnhof; Seniorenresidenz Nähe Talbahnhof).
Für die übrigen regionszugehörigen Städte wurden keine konkreten Entwicklungs-/Baumaßnahmen aufgezeigt.
Die Verwaltung führte ebenfalls Gespräche mit den belgischen und niederländischen Grenzkommunen.
Für den niederländischen Grenzbereich sind nach momentanem Kenntnisstand folgende Aktivitäten geplant:
Vaals: Boardinghouse (30 WE); Neubau von ca. 230 WE; ca. 50 Privatwohnungen zur Anmietung;
Gulpen-Wittem:seit 2010 Neubauprojekte für 134 WE nicht zweckgebunden für Studierende;
Kerkrade:in Überlegung ist die Umnutzung verschiedener Gebäude;
Heerlen:in Überlegung ist die Umnutzung verschiedener Gebäude mit bis zu 500 WE.
Neben den oben beschriebenen Maßnahmen prüft die Verwaltung auch die Möglichkeit temporärer Unterbringung von Studierenden in Behelfswohnanlagen (Wohncontainer). Es liegen Anfragen verschiedener Anbieter und Investoren vor.
Denkbar wäre hier campusnahe, im Eigentum des Landes (RWTH) befindliche Flächen für solche Vorhaben zwischen zu nutzen.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen ergeben sich nicht |
Weitere Dokumente (4)
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Technische Details
ID: 52019
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=52019
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses
- Gremium
- Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss
- Datum
- Di., 26.06.2012
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 23 - Fachbereich Immobilienmanagement
- Geändert
- 24.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 23:30