Sachstand Kulturwirtschaftliches Gründerzentrum e.V.
E 49.5/0071/WP16 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Schreckenberg vom GründerZentrum berichtet mit einer Präsentation ergänzend zur Vorlage.
Herr Schultheis dankt Herrn Schreckenberg für den Vortrag und eröffnet die Diskussion.
Herr Werner bezieht sich auf die Unternehmen in der Kreativwirtschaft und deren Entwicklung seit 2005. Stutzig machten ihn hierbei Aussagen, dass selbst nach den genannten Coachings Jahreseinkommen zwischen 10.000 und 40.000 EUR die Regel seien. Hierbei stelle sich doch die Frage, ob eine solche Einkommenssituation als Erfolg zu betrachten sei.
Herr Schreckenberg bestätigt die genannten Größenordnungen. Die Aachener Daten seien für die Bundesebene durchaus repräsentativ. In der Entwicklung seit 2005 sei zu beobachten, dass Umsätze und die Zahl der Erwerbstätigen tendenziell steigen und in der Finanzkrise nur ein leichter Knick zu verzeichnen gewesen sei.
Frau Crumbach-Trommler vermisst eine konkrete Kosten-Nutzen-Analyse. Den eingesetzten Mitteln müsse gegenübergestellt werde, wie viele Unternehmen mit wie vielen Arbeitsplätzen entstanden seien. Solche Aussagen hätten dann mehr Wert als die Nennung einzelner guter Beispiele.
Frau Reinartz stellt sich ebenfalls die Frage, ob es nur um einzelne Vorzeigeprojekte gehe oder man wirklich konkrete Ergebnisse nennen könne, aus denen der Nutzen für die betroffenen Menschen und für die Stadt Aachen erkennbar wird. Außerdem bittet sie um die Reduktion englischer Begriffe, die möglicherweise nur dazu dienten, Dinge aufzubauschen.
Herr Jansen bedankt sich für den Vortrag und unterstreicht die Bedeutung der Beratung. Es sei wichtig, als öffentliche Hand Kulturangebote nicht nur selbst zu unterbreiten, sondern auch Private hierbei zu unterstützen. Er verweist zudem auf die bundesweite Anerkennung der Aachener Projekte. Ein konkretes Herunterrechnen der Fallzahlen wäre dabei zu kurz gesprungen.
Auch Frau Schmitt-Promny stellt die Frage nach konkret entstandenen Arbeitsplätzen und Umsätzen. Während sie gleichwohl Potenziale in diesem Wirtschaftszweig sehe und die Ansätze für richtig halte, seien die Kosten etwa für den Bericht zu hoch. Man müsse aufpassen, den „Kopf“ nicht immer größer werden zu lassen. Im Übrigen frage auch sie sich, wie die Arbeits- und Lebenswelt von Künstlern aussehe und wie diese wirtschaftlich überhaupt überleben könnten.
Herr Schreckenberg führt für Aachen und die Bundesebene aus, dass die Beratung stets sehr kleinteilig und individuell erfolge und nennt einige Beispiele. Nach zwei Jahren Evaluation zeige sich, dass viele Kulturschaffende sagen, ihnen habe die Beratung weitergeholfen. Ein Ergebnis der Beratung könne im Übrigen auch die Erkenntnis sein, von der Weiterverfolgung einer Idee abzusehen. Sodann geht er noch einmal auf die Kosten der Beratung ein, die aus seiner Sicht im Vergleich zum Geleisteten nicht überdimensioniert sind.
Frau Tirtey ergänzt, dass Aachen als Lead-Partner die Verwaltungsabwicklung als Aufwand trage. Dieser gliedere sich aber u.a. auch in anteiligen Personalaufwand, der keine zusätzlichen Auszahlungen zur Folge habe.
Herr Schultheis bittet abschließend und für die Zukunft um die in der Diskussion eingeforderten konkreten Zahlen. Nicht zuletzt könne damit für das Projekt geworben und eine positive Grundhaltung erzeugt werden.
Mit Bezug auf die Diskussion verständigt sich der Ausschuss, die Ausführungen nicht ausdrücklich zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und fasst sodann einstimmig den folgenden
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag Betriebsausschuss Kultur:
Der Betriebsausschuss Kultur nimmt die Ausführungen der Verwaltung zum Sachstand des kulturwirtschaftlichen Gründerzentrums zustimmend zur Kenntnis.
Beschlussvorschlag Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaftnimmt die Ausführungen der Verwaltung zum Sachstand des kulturwirtschaftlichen Gründerzentrums zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Jahr 2004 hat das Gründerzentrum Kulturwirtschaft e.V. eröffnet. Eine Anlaufstelle für
Gründer und Akteure aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, welches sich mit seinem
zukunftsweisenden Beratungskonzept innerhalb kürzester Zeit bei den Kulturschaffenden in
und um Aachen etablierte und mittlerweile als Best-Practice-Beispiel überregional und
international Aufmerksamkeit erhält.
Die Weiterentwicklung des Themas Kultur- und Kreativwirtschaft in Aachen fand ihren
Ausdruck in der Erstellung des ersten Kulturwirtschaftsberichtes für Aachen, welcher einen
wertvollen Beitrag zur strategischen Ausrichtung der Stadt Aachen und des
GründerZentrums Kulturwirtschaft e.V. in diesem Themenfeld leistete. Ferner bestätigt er die
Potentiale der Kulturwirtschaft in Aachen ebenso, wie die Aktualisierung dieses Berichts im
Jahr 2008 (vgl. Kulturwirtschaft in Aachen, Potenziale einer Stadt, GründerZentrum
Kulturwirtschaft e.V. 2008).
Auch auf nationaler Ebene gewinnt das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft immer mehr an
Bedeutung. Die Bundesregierung erfasst die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) seit dem
Jahr 2008 und hat mit der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft die zweite Neuerung
geschaffen. Die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft befasst sich mit
Rahmenbedingungen und Unterstützungsdienstleistungen, die einen positiven Einfluss auf
die Entwicklung der KKW ausüben. Als Ergebnis wurde im Jahr 2010 das
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes gegründet, welches in acht
Regionen in Deutschland Orientierungsberatungen anbietet. Das Modell Aachen war und
ist hier im Bereich Qualifizierung Vorbild für die Ausgestaltung von Beratungskonzepten für
die KKW (vgl. Endbericht Kultur- und Kreativwirtschaft, BMWI 2009, S. 175, S. 191).
Mit sechs weiteren europäische Städten aus Nord- und Westeruropa hat die Stadt Aachen
und das GründerZentrum Kulturwirtschaft e.V. zudem ein Netzwerk (ECCE) mit dem Ziel
geschaffen, Erfahrungen auf europäischer Ebene auszutauschen und gemeinsam Strategien
zur Förderung kleiner und mittlerer Kultur- und Kreativunternehmen zu entwickeln, die den
Bedürfnissen dieses Wirtschaftssektors gerecht werden und geeignet sind, dessen
Potentiale zu stärken. Dieses Netzwerk besteht mittlerweile seit 2006 und wurde im Jahr
2009 unter dem Titel ECCE Innovation fortgeführt und um zwei weitere Städte erweitert. Ziel
ist es, das Innovationspotential der KKW für andere Wirtschaftsbranchen zu untersuchen
und zu befördern.
Als ein Ergebnis dieser Initiative initiierte das GründerZentrum Kulturwirtschaft e.V.
gemeinsam mit dem Fachbereich Wirtschaftsförderung /Europäische Angelegenheiten und
dem Kulturbetrieb der Stadt Aachen das Interreg IVA Projekt Creative Drive mit einem
Gesamtvolumen von 2,7 Millionen Euro von denen 680.000 Euro auf die Stadt Aachen
entfallen. Die Stadt Aachen ist Lead Partner in diesem Projekt, welches sich mit acht
weiteren Partnern aus der Euregio zum Ziel gesetzt hat, neue Marktmöglichkeiten durch die
Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen für die KKW in Aachen zu erschließen.
Im September 2011 hat das GründerZentrum in Eigenleistung das WERK52 ein
Arbeitsraum und Treffpunkt für Kreative in Aachen- in der Jülicher Straße aufgebaut und
eröffnet. Durch Fach- und Vernetzungsveranstaltungen setzt das Gründerzentrum
Kulturwirtschaft e.V. zudem immer neue Impulse zur Weiterentwicklung des Themas in
Aachen. Dazu wurde mit der offenen Veranstaltung How I met my idea entwickelt und
durchgeführt, bei der es darum geht, das enorme Potential der Kreativwirtschaft in Aachen
und der Euregio Maas-Rhein sichtbar zu machen. How I met my idea bietet Akteuren aus
der Kultur- und Kreativwirtschaft eine Plattform für Ideen, die geteilt und gemeinsam weiter
gedacht werden. Außerdem bieten wir in der Pause und nach der Veranstaltung, Raum für
Austausch und Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren aus der Region und
darüber hinaus. Am 28.08.2012 ab 19 Uhr findet How I met my idea zum zweiten Mal in der
Bastei statt.
Im Juli 2012 wurde das Team des GründerZentrum durch Christoph Schreckenberg
verstärkt. Zuvor war er als regionaler Ansprechpartner für NRW im Kompetenzzentrums
Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes tätig. Von seiner Beratungserfahrung, der
Vernetzung in NRW und ganz Deutschland sowie seiner offenen und freundlichen Person
können wir nur profitieren!
Mit dem Coaching-Programm Kulturunternehmen! landeten das GründerZnetrum
Kulturwirtschaft kürzlich auf Platz 6 von 60 Best-Practice-Beispielen in Europa. Das in
Brüssel ansässige Beratungsunternehmen KEA European Affairs, spezialisiert auf die
Bereiche Kreativwirtschaft und Kultur, identifizierte im Zuge der Studie Measuring economic
impact of CCIs policies. How to justify investment in cultural and creative assets erfolgreiche
Initiativen und Projekte mit dem Fokus auf die Förderung des Kultur- und Kreativsektors. Der
Erfolg des individuellen Beratungsansatzes für kreative Unternehmer wurde somit auf
europäischer Ebene bestätigt. Die vollständige KEA Broschüre gibt es als Download auf
folgender Website: http://www.keanet.eu/en/pastass.html.
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 53162
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=53162
Hauptdokument
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Vorlage.pdf
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 2
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Datum
- Mi., 19.09.2012
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- Kulturservice
- Geändert
- 24.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 24. Februar 2026 um 00:08