Regionale StrukturreformGründung Zweckverband Region Aachen (ZV) / Neuaufstellung AGIT mbH (’AGITneu’)
FB 02/0071/WP16 · Empfehlungsvorlage (inaktiv)
Beratung
Herr Sellung berichtet kurz ergänzend zur Vorlage und zum Satzungsentwurf.
Herr Schultheis dankt Herrn Sellung für die Ausführungen. Er skizziert ebenfalls kurz den Sachstand und betont die Arbeit, die in dieser Sache zu leisten war.
Herr Bausch führt nach einem kurzen Hinweis auf seine eigene grundsätzliche Befangenheit zur Sitzverteilung aus, dass hier noch der Hauptverwaltungsbeamte zu berücksichtigen sei und damit nicht zwölf, sondern nur noch elf Sitze zur weiteren Verteilung übrig blieben.
Herr Dr. Otten schließt sich seinem Vorredner an und betont dabei, dass der Oberbürgermeister dabei nicht unter die vier genannten CDU-Sitze falle, man also seitens der CDU den OBM-Sitz und die genannten vier Sitze beanspruche. Es verlöre folglich die FDP einen Sitz.
Frau Schmitt-Promny führt für ihre Fraktion aus, dass man mit dem Vorschlag zum Verteilungsschlüssel ebenfalls nicht einverstanden sei. Man habe in jedem Fall ein Interesse an der Abbildung der Verhältnisse im Rat, weshalb man zwei Stimmen für die FDP für problematisch halte. Sie schlägt daher vor, über die Verteilung nicht zu entscheiden.
Herr Jansen hält unabhängig von der diskutierten Frage der Sitzverteilung den Zweckverband für einen wichtigen Schritt, da er anders als der Regio Aachen e.V. demokratisch legitimiert sei. Dabei sei es wichtig, sich nicht der Illusion hinzugeben, mit 60 Mitgliedern in der Verbandsversammlung arbeitsfähig zu sein. Daher sei es wichtig, § 9 der Satzung und die dort behandelten Ausschüsse ernst zu nehmen und mit Leben zu füllen.
Herr Franz-Peter Beckers schließt sich seinem Vorredner an und begrüßt grundsätzlich die angestrebte Bündelung der Aktivitäten. Allerdings sehe er die Beteiligung der Verbände nicht ausreichend berücksichtigt bzw. konkretisiert. Er würde es daher begrüßen, wenn die Rolle der Verbandsvertreter und ihre Entsendung besser geregelt und die Arbeit der Ausschüsse konkretisiert würde.Er bittet abschließend darum, die Regelungen z.B. zur Entsendung in den EUREGIO-Rat (§ 6) zu überprüfen.
Herr Schultheis hält es für richtig, diesen Kritikpunkt aufzugreifen und die Kammern, Gewerkschaften und Verbände mit einzubeziehen.
Herr Sellung gibt zu bedenken, dass die AGIT ja bestehen bleibe. Ein Zweckverband könne eben nur von Gebietskörperschaften gegründet werden. Gleichwohl aber bleibe die Beteiligung der Kammern an der AGIT bestehen.
Frau Crumbach-Trommler sieht für ihre Fraktion ebenfalls noch Beratungsbedarf.
Frau Schmitt-Promny begrüßt abschließend, dass man diesen Punkt nun erreicht habe. Es gehe darum, Eitelkeiten zurückzustellen, wenn man als Region seinen Platz finden wolle. Dabei sei der Zweckverband als strategisches, die AGIT als operatives Instrument zu sehen.
Herr Schultheis schließt sodann die Diskussion und der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft fasst einstimmig den folgenden – von der Vorlage abgewandelten –
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen zur Gründung des Zweckverbands Region Aachen und zur Neuaufstellung der AGIT mbH zustimmend zur Kenntnis und schlägt den Verteilungsschlüssel für die Aachener Mitglieder des ZV wie folgt vor: CDU 4 Sitze,
GRÜNE 2 Sitze, SPD 3 Sitze, FDP 2 Sitze, Linke 1 Sitz; er empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, folgende Beschlüsse zu fassen:
Zu a)
-Der Zweckverband Region Aachen als schlagkräftige politisch-strategische Plattform für regional bedeutsame Aufgaben wird zum 01.01.2013 gegründet und tritt an die Stelle des Regio Aachen e.V. und seiner Gremien.
-Der als Anlage 1 beigefügte Satzungsentwurf wird verabschiedet.
-Der Zweckverband ist Rechtsnachfolger des Regio Aachen e.V., der nach entsprechender Beschlussfassung der Regionalkonferenz aufgelöst wird. Sein Tätigkeitsportfolio umfasst zum Start die bisherigen Aufgaben des Regio Aachen e.V., die Aufgaben der Regionalagentur sowie das Kompetenzzentrum Frau&Beruf (s.a. Modellrechnung, Anlage 2). Die Übertragung weiterer Aufgaben seitens der Verbandsmitglieder ist möglich.
-Die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regio Aachen e.V. sind rechtsgleich auf den Zweckverband Region Aachen überzuleiten. Die Geschäftsführung des Regio Aachen e.V. wird gebeten, die hierzu notwendigen Maßnahmen vorzubereiten und einzuleiten.
-Die Verbandsversammlung wird aufgefordert, den Haushalt 2013 auf Grundlage der ’Modellrechnung’ zu verabschieden und den Zweckverband einer kontinuierlichen Aufgabenkritik zu unterziehen.
-Der Rat der Stadt Aachen benennt für die Verbandsversammlung Mitglieder gemäß dem seitens des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft vorgeschlagenen Verteilungsschlüssels.
zu b)
-Der Reformprozess der AGIT mbH wird in den dafür zuständigen Gremien der AGIT fortgeführt. Die in den AGIT-Gremien diskutierte Modellrechnung für die Finanzentwicklung definiert nach notwendigen Übergangsregelungen den vereinbarten Kostenrahmen ab 2014.
Erläuterungen
Regionale Strukturreform
Gründung Zweckverband Region Aachen (ZV) / Neuaufstellung AGIT mbH (’AGITneu’)
Sachlage:
Angesichts des intensiven Wettbewerbes attraktiver Wirtschaftsräume, hat die Region Aachen Mitte 2011 einen umfassenden Reformprozess der regionalen Strukturen (Regio Aachen e.V./AGIT mbH) angestoßen.
So beauftragte die ’Große Runde’ (Hauptverwaltungsbeamte der Region Aachen, Hauptgeschäftsführer der Kammern, Fraktionsvorsitzende der Gebietskörperschaften sowie Mitglieder des Regio-Rates) die ’AG Regionale Strukturreform’, ein detailliertes Pflichtenheft zu entwerfen und operative Reformschritte vorzuschlagen und vorzubereiten.
Unterstützt durch einen externen Berater entstand ein duales Modell mit einem politisch legitimierten ’Zweckverband Region Aachen’. Dieses Modell sieht vor, die gesamtregional bedeutsamen Aufgaben der Strukturentwicklung aufzugreifen sowie eine regional aufgestellte Gesellschaft zur operativen Wirtschaftsförderung ’AGIT mbH’, unter maßgeblicher Beteiligung der Wirtschaft bzw. Hochschulen, zu etablieren.
a) Zum ’Zweckverband Region Aachen’
In einem intensiven politischen und institutionellen Diskussionsprozess wurden die Strukturen und Aufgaben des Zweckverbandes in einen Satzungsentwurf eingearbeitet. Dieser ist mit der Bezirksregierung Köln (Kommunalaufsicht) abgestimmt und als Anlage 1 beigefügt.
Parallel zum Satzungsentwurf wurde eine Modellrechnung für den zukünftigen Haushalt erstellt, der als Anlage 2 beigefügt ist. Er gibt inhaltlich und finanziell den Startrahmen des ZV vor.
Der ZV tritt zum 01.01.2013 die Rechtsnachfolge des Regio Aachen e.V. an. Der Regio Aachen e.V., die Regionalkonferenz sowie der Regio-Rat werden im Anschluss an die Übertragung aller Aufgaben und nach Abarbeitung der dazugehörigen Regularien vom Regio Aachen e.V. zum ZV aufgelöst.
b) Zur AGITmbH
Bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich u.a. um Ergebnisse eines Workshops zur Zukunft der AGIT mbH unter Beteiligung der Gesellschafter, Vertreter der FH Aachen sowie Fraktionsvertreter der Gebietskörperschaften:
Die AGIT mbH wird sich in Zukunft auf die Kernaufgaben der gesamtregionalen operativen Wirtschaftsförderung konzentrieren. Die regionale Wirtschaft (zunächst über die Kammern und
bestehende Clusterinitiativen) sowie die Hochschullandschaft (FH, RWTH, FZJ) werden stärker eingebunden.
Zunächst wird die Gesellschaft von den Risiken der Immobilienbewirtschaftung entlastet. Die Übertragung der Verantwortung der Gebäude auf Stadt und StädteRegion Aachen bedeutet keine Transaktionskosten durch eine Veränderung der Besitzverhältnisse. Eine Bilanzierung der Gebäude erfolgt weiterhin durch die AGIT. Die auch optisch kenntlich zu machende Trennung der Wirtschaftskreisläufe des Immobiliengeschäftes und der sonstigen Aufgaben der ’AGITNeu’ erhöht die Kostentransparenz. Durch die Übertragung kann sich die ’AGITNeu’ auf die Kernkompetenzen konzentrieren.
Dreh- und Angelpunkt für die inhaltliche Neuausrichtung ist der Technologietransfer. Die Hochschulen müssen mit ihren Potentialen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen der Region kontaktieren und zu Kooperationen motivieren.
Die ’AGITNeu’ muss sich explizit regionalweit und mit einem Großteil der Ressourcen in die aktive Gestaltung dieser Aufgabe einbringen und Unternehmen aller Teilregionen aktivieren.
Die Beratung von ansiedlungsinteressierten Unternehmen ist aufwändig und von vielen nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig. Die AGIT nimmt zwar eine Klammerfunktion für die Region wahr und tritt als erster Ansprechpartner für die regionsübergreifende Standortsuche von Investoren auf. Die weitere Arbeit erfolgt aber in Abstimmung mit den regionalen Ansprechpartnern.
Für eine nachhaltige Ansiedlungswerbung/Regionalmarketing ist das Budget nicht ausreichend. Ein Gesamtmarketing für die Region kann nicht sichergestellt werden. Hier soll eine Reduzierung der Aufgaben stattfinden, die sich zukünftig auf die Unterstützung der verschiedenen Aufgabenbereiche der ’AGITNeu’beschränkt. Zunächst sollen bestehende Aktivitäten, Strukturen und Kontakte (z.B. Städtepartnerschaften der Kreise und Städte, auch grenzüberschreitend) genutzt werden. Die Kommunikation zwischen den Akteuren der Wirtschaftsförderung muss vertrauensvoll sein. Auf dieser Basis ist zu entscheiden, wie die Ansiedlungswerbung/Investorenberatung in der Zukunft aussehen sollte.
Es muss klar sein, dass die Finanzierung von Projekten abgesichert ist, indem die jeweiligen Partner den Eigenanteil gesondert finanziell aufbringen. Hier wird auch eine Schnittstelle zum ZV liegen, da dieser Projekte mit entsprechender finanzieller Ausstattung an die ’AGITNeu’vergeben kann.
Ausblick
Der Reformprozess und die hieraus entstehenden Strukturen und Aktivitäten müssen durch ein konstruktives Zusammenspiel der Gremien der AGIT mbH (AR, AR-Vorsitzender, GF) sowie des Zweckverbandes (Verbandsversammlung, Präsident, Verbandsvorsteher, GF) gelebt werden. Insbesondere bedarf es einer engen inhaltlichen Abstimmung zwischen diesen beiden Einrichtungen.
Die notwendige Begleitung der Regionalen Strukturreform durch die temporär eingesetzten Gremien zur ’Regionalen Strukturreform’ (’Große Runde’ und ’Arbeitsgruppe Regionale Strukturreform’) haben Ihren Auftrag erfüllt. Sie werden sich im Zuge unten aufgeführter Beschlüsse auflösen.
Der zurückliegende Reformprozess hat dokumentiert, dass die Aachener Region, im intensiven Dialog der Akteure, die Herausforderungen der Zukunft annimmt und handlungsfähig ist.
Weitere Dokumente (2)
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Technische Details
ID: 53169
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=53169
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Datum
- Mi., 19.09.2012
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Empfehlungsvorlage (inaktiv)
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Empfehlungsvorlage (inaktiv)
- Federführend
- FB 01 - Fachbereich Verwaltungsleitung, Grundsatz und Dialog
- Geändert
- 24.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 24. Februar 2026 um 00:08