Einsetzung eines BaustellenkoordinatorsRatsantrag der FDP-Fraktion vom 12.10.2012, Nr.256/16
FB 61/0776/WP16 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Blum von der FDP-Fraktion äußert sich erfreut über die Bemühungen der Verwaltung das Baustellenmanagement zu optimieren. Trotz der Ankündigungen in der Vergangenheit sei das Baustelleninformationssystem noch nicht weit genug entwickelt worden. Selbst wenn eine zusätzliche Personalstelle geschaffen werde, würde sich die Verbesserung der Baustellenkoordinierung für die Stadt wirtschaftlich positiv auswirken. Durch mangelnde Koordinierung entstünden verschiedenen Unternehmen Einbußen bis zu 50 %, was auch zu einer Reduzierung der Gewerbesteuereinnahmen führe. Die Baustellenabwicklung solle beschleunigt und besser koordiniert werden. Dazu solle der Baustellenkoordinator mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet werden.
Für die Verwaltung bittet Frau Nacken die Fraktionen, die Einrichtung einer Stelle im nächsten Personal- und Verwaltungsausschuss zu unterstützen, da der Baustellenkoordinator dringend benötigt werde. Anfang des Jahres werde auch das Baustelleninformationssystem mit einem Test gestartet. Voraussichtlich im Februar des nächsten Jahres könne dem Ausschuss eine Testversion vorgestellt werden. Bis zur Mitte des nächsten Jahres müssten die personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen vorliegen, um das Informationssystem für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dennoch werde es auch in der Zukunft weiterhin Belästigungen durch Baustellen geben. Ein weiterer Baustein zum besseren Umgang mit Baustellen werde derzeit vom Fachbereich Presse und Marketing entwickelt.
Herr Servos erinnert daran, dass mit Ratsantrag vom 29.11.2011 von der SPD-Fraktion der Einführung eines Baustellenmanagementsystems angestoßen worden sei. Optimal sei eine grafische Darstellung mit einer Navigationsmöglichkeit. Die Verwaltung solle mögliche Schnittstellen zwischen der Datenbank und dem Verkehrsmodell sowie den Systemen der Navigationsanbieter prüfen.
Herr Clingen von der CDU-Fraktion wünscht sich zeitnahe bzw. pünktliche Informationen zu den städtischen und den Baustellen von externen Betreibern.
Frau Nacken bestätigt, dass auch die Baustellen nichtstädtischer Auftraggeber in das Baustelleninformationssystem eingepflegt würden. Während es bei der Baustelle Turmstraße wegen eines Kanaleinbruches kürzlich eine erhebliche Verzögerung gegeben habe, seien andere Baustellen, wie z. B. in der Mostardstraße, zeitlich und kostenmäßig im Rahmen geblieben. Die Mehrzahl der Baumaßnahmen in Aachen seien in dieser Hinsicht Punktlandungen.
Herr Ferrari spricht sich dafür aus, die Absicht der Verwaltung nicht nur zur Kenntnis zu nehmen sondern auch zu unterstützen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Einführung eines Baustellenmanagement-/ und -informationssystems zustimmend zur Kenntnis. Der Ratsantrag 256/16 gilt damit als behandelt.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Mit Ratsantrag vom 12.10.2012 fordert die FDP-Ratsfraktion die Einsetzung eines Baustellenkoordinators zur Verbesserung des Baustellenmanagements.
Der Mobilitätsausschuss wurde bereits in seiner Sitzung am 02.02.2012 über den Aufbau eines Baustellenmanagement und informationssystems in Kenntnis gesetzt.
Nach entsprechendem Beschluss des Verwaltungsvorstandes wurde das EDV-Projekt Einstellung eines Baustelleninformationssystems gestartet und im Verlauf dieses Jahres weiter entwickelt.
Im Rahmen dieses Projektes wurden die Defizite beim Genehmigungsverfahren und der Abstimmung von Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenraum analysiert und auf der Grundlage der daraus resultierenden Ergebnisse die Einführung eines datenbankgestützten Bearbeitungssystems für Baustellen und verkehrsrechtliche Genehmigungen auf den Weg gebracht.
Mit einem ergänzenden Modul soll die Veröffentlichung im Internet gesteuert werden.
Ziel des Projektes ist die Realisierung eines webbasierten Baustelleninformationssystems,
welches durch entsprechende Erfassung und rechtzeitige Veröffentlichung von Straßenbaustellen, Aufbrüchen, Sondernutzungen sowie ggf. über vorgesehene Umleitungen den Verkehrsteilnehmer über die Verkehrsbeeinträchtigungen informiert.
Durch die Einführung des Baustellenmanagementsystems wird der zunehmende Wunsch nach
besserer und vor allem aktueller Information bezüglich der Baustellen und anderer den Verkehrsfluss
behindernder Maßnahmen erfüllt. Darüber hinaus ermöglicht das System durch einen schnelleren Informationszugriff auch eine bessere Koordinierung der Maßnahmen. Allerdings ist die neue Funktion auch mit organisatorischen Änderungen und zusätzlichem personellem Aufwand verbunden.
Im Zusammenhang mit dem Projektwurden Ansätze für eine Verbesserung im Bereich des Baustellenmanagements erarbeitet und konkretisiert. In der Praxis reichen heute die personellen Kapazitäten der Fachverwaltung allerdings gerade dazu aus, die gesetzlich vorgeschriebenen Antragsverfahren abzuwickeln. Spielraum für eine umfassende Baustellenüberwachung oder eine bessere Baustellenkoordinierung müsste daher erst geschaffen werden. Hierzu wurde aus dem Projekt heraus auch ein Vorschlag entwickelt, über den im Rahmen der verwaltungsinternen Organisationsstruktur zu entscheiden ist. Im Kern geht es darum, die Baustelleninformation und-koordinierung zu optimieren. Insoweit wird das mit Ratsantrag der FDP-Fraktion vom 12.10.2012 vorgetragene Anliegen von der Verwaltung mit Nachdruck verfolgt.
Allerdings dürfen die angestrebten Verbesserungen nicht zu der Annahme führen, dass sich erhebliche verkehrlichen Auswirkungen von Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenraum grundsätzlich vermeiden lassen. Das städt. Straßennetz ist insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten stark belastet, so dass bereits kleinere Eingriffe zu Störungen führen können. Die Anzahl der Leitungssysteme und damit der möglichen Arbeitsbereiche ist mit Einführung der Fernwärme und der Verlegung von Glasfaserkabel gestiegen. Das Kanalnetz im Stadtgebiet weist laufenden Sanierungsbedarf auf. Gestiegene Ansprüche an Arbeitssicherheit und der Einsatz zeitgemäßer Baumaschinen verursachen Raumbedarf, der in Konkurrenz zu der verkehrlichen Nutzung des Straßenraums steht. Dazu kommen private Sanierungs- und Bauvorhaben, die besonders im Innenstadtbereich nicht ohne geeignete Flächen für Anlieferung und Baustelleneinrichtung durchgeführt werden können. Nicht zuletzt führen archäologische Untersuchungen im Innenstadtbereich zu schwer kalkulierbaren Verzögerungen bei Tiefbaumaßnahmen.
Das Projekt Einführung eines Baustelleninformationssystems ist zwischenzeitlich schon weit fortgeschritten. Auf der Grundlage einer Analyse der sachlichen Zusammenhänge wurden die Anforderungen an das datenbankgestützte System detailliert beschrieben. In mehreren Terminen mit der RegioIT und dem Systemanbieter wurden die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung erörtert. Die Umsetzung der Anforderungen an die Programmabläufe durch den Systemanbieter soll bis zum Jahresende erfolgen. Danach müssen die Module zunächst in einer Testumgebung und dann im Echtbetrieb getestet werden.
Nach derzeitigem Planungsstand soll das Baustelleninformationssystemsystem nach Schulung der betroffenen Mitarbeiter mit allen Modulen Mitte 2013 in den Echtbetrieb gehen. Unabhängig von diesem Zeitplan wird der Einsatz eines zusätzlichenBaustellenmanagers von der Fachverwaltung zum nächstmöglichen Zeitpunkt angestrebt, um die vorherige Einführung des Verfahrens zu begleiten.
Auswirkungen
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 54176
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=54176
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 17
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses
- Gremium
- Mobilitätsausschuss
- Datum
- Do., 15.11.2012
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 24.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 24. Februar 2026 um 00:29