24. Januar 2013 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
TOP 8Öffentlich

Baustellenplanung 2013, Antrag der SPD- Fraktion zur Tagesordnung vom 08.01.2013

FB 61/0821/WP16 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Servos begründet die Antragstellung durch die SPD-Fraktion mit dem aus der Medienberichterstattung gewonnenen Eindruck, der Oberbürgermeister habe die Baustellenplanung für das lfd. Jahr zusammengestrichen.

Für die Verwaltung berichtet Frau Nacken, dass Anfang des Jahres insgesamt 24 Maßnahmen auf das Jahr 2014 und ff. Jahre geschoben worden seien, weil die anstehenden Arbeiten aus finanziellen und personellen Gründen im lfd. Jahr nicht gestemmt werden könnten. Durch die Verschiebungen würden aber weder verkehrliche noch abwassertechnische Risiken geschaffen. In diesem Zusammenhang sei wegen der regen Bautätigkeit in der Vergangenheit die Innenstadt eingehend betrachtet worden. Beispielsweise sei ursprünglich geplant gewesen, die untere Hartmannstraße in die Kanalverlegung in der Elisabethstraße einzubinden. Aufgrund der lang andauernden Arbeiten im vergangenen Jahr sei die ausstehende Kanalverlegung in der Hartmannstraße auf das Jahr 2015 verschoben worden. Im Bereich Hof werde in Absprache mit der Stawag eine unterirdische Kanalverlegung ähnlich wie beim Bergbau durchgeführt. Dafür müsse lediglich eine Einstiegsgrube mit einer Ausdehnung von 4 x 6 m eingerichtet werden. Der relativ langsame unterirdische Vortrieb bedinge lediglich eine LKW-Bewegung am Tag in der Fußgängerzone. Diese Arbeitsweise sei zwar deutlich teurer als eine konventionelle Kanalverlegung mit offenem Graben, berücksichtige aber die Bedeutung des Platzes für Außenausschank und Veranstaltungen.

Die Baumaßnahme Templergraben verlaufe weiterhin im Zeitplan. Da ausführlich über die Verzögerungen und Kostensteigerungen bei der Baumaßnahme Hartmannstraße aber nicht über die planmäßig im Kostenrahmen verlaufenden anderen Maßnahmen in den Medien berichtet worden sei, habe die Verwaltung die Kosten und Zeitpläne der im letzten Jahr durchgeführten größeren Straßenbaumaßnahmen mit einem Gesamtkostenvolumen von 20 Mio. Euro geprüft. Demnach seien die Maßnahmen im Schnitt 4 % schneller und 1,5 % billiger als ursprünglich kalkuliert umgesetzt worden. Eine entsprechende Aufstellung werde dem Protokoll als Anlage im Ratsinformationssystem beigefügt.

Für die Verwaltung ergänzt Herr Ophey, dass die Arbeiten im Bereich Büchel und in der Ursulinerstraße kurzfristig wiederaufgenommen würden. Während der Sperrung der Ursulinerstraße müsse die Umleitung zum Parkhaus wieder über Büchel/Dahmengraben für ein halbes Jahr eingerichtet werden.

Als Mitglied der SPD-Fraktion begrüßt Herr Servos die unterirdische Bauweise in der Fußgängerzone Hof. Die Verwaltung solle prüfen, inwieweit die Erschließung des inneren Grabenringes über die Kleinkölnstraße mit Hilfe einer Baustellenampel als Alternative zur Freigabe der Fußgängerzone Büchel/Dahmengraben sichergestellt werden könnte.

Herr Ferrari von der Fraktion Grüne bittet darum, die Projektübersicht auch den Mitgliedern des Finanzausschusses zukommen zu lassen, da dort erst kürzlich über Kostensteigerungen bei Baumaßnahmen diskutiert worden sei.

Für die CDU-Fraktion begrüßt Herr Janßen die Entzerrung der innerstädtischen Baumaßnahmen, weil somit der Eindruck vermieden werde, Aachen sei eine einzige Baustelle.

Der Vorsitzende, Herr Jahn, hält fest, dass die Liste über die Einhaltung des Kosten- und Zeitrahmens der letztjährigen Baustellen dem Protokoll beigefügt werden soll. Außerdem solle die Liste vorab den Fraktionsgeschäftsstellen und dem Finanzausschuss übermittelt werden.

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zu den Tiefbaustellen 2013 und zum Stand der Einführung eines Baustellenmanagement- und Informationssystems zur Kenntnis. Der Antrag gilt damit als behandelt.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zu den Tiefbaustellen 2013 und zum Stand der Einführung eines Baustellenmanagement- und Informationssystems zur Kenntnis. Der Antrag gilt damit als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Zur Erhaltung der Verkehrssicherheit und des Anlagenwertes der städtischen Infrastruktur ist ein bestimmtes Maß an Bauarbeitenunverzichtbar. Hinzu kommt die Verpflichtung aus dem Abwasserbeseitigungskonzept (ABK), das einen Rahmen für die Erneuerung der Kanäle zum Schutz des Grundwassers, insbesondere im Thermalquellenschutzgebiet der Innenstadtauferlegt. Daneben sind die Erfordernisse aus einem technisch einwandfreien Zustand des Versorgungsnetzes zu beachten.

Baustellen zur Instandhaltung oder Erneuerung der Infrastruktur sind unvermeidbar, wenn die Kanäle einbruchgefährdet oder hydraulisch überlastet sind, die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist, der Unterhaltungsaufwand steigt und der Bilanzwert wegen mangelnder Unterhaltung und Erneuerung der Anlagen sinkt.

Gerade die im Jahr 2012 kritisierte Konzentration der Baustellen in der Innenstadt stand unter dem Diktat und Zeitdruck des Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) und der Konjunkturprogramme (KPI/II). Die Innenstadtkanalisation ist in einem kurzen Zeitraum im 19.Jh gebaut worden und jetzt dringend erneuerungsbedürftig.

Hinzu kommt, dass in der Innenstadt die Bauarbeiten durch archäologische Funde und Unterbrechungen wegen der verschiedenen Veranstaltungen erheblich langsamer ablaufen, als es bautechnisch notwendig wäre.

Hinweis:

DieEntwicklung zu geringeren Investitionenhat negative Auswirkungen auf die Substanz, da in der Vergangenheit bereits geringere Reinvestitionen vorgenommen wurden, als zum Substanzerhalt notwendig wären. Mittel- und langfristig betrachtet müssen nämlich von den rd. 790km Straßennetz in städtischer Baulast jährlich etwa 2,5% (d.h. ca. 20 km) erneuert werden, um bei einer Lebensdauer von etwa 40 Jahren das Anlagevermögen der städtischen Straßen zu erhalten. Ausgehend von der Eröffnungsbilanz, die zum 31.12.2007 285 Mio. € Anlagevermögen ausweist, müssten jährlich etwa 8Mio.€ in die Erneuerung investiert werden, um diesen Wert zu erhalten.

Differenzierter betrachtet hat die Bewertung der Verkehrsflächen Ende 2006 ergeben, dass 45 % der 45km Hauptverkehrsstraßen und 19% der 609km Nebenstraßen in einem Zustand sind, „bei dessen Erreichen in der Regel Erhaltungsmaßnahmen oder eventuell Verkehrsbeschränkungen eingeleitet werden sollten“[1]. Daraus ergibt sich ein konkreter Handlungsbedarf bei 136km Straßen.


Die derzeit für 2013 vorgesehenen Straßenbaustellen sind in der Anlage 1 enthalten. Hinzu kommen die Projekte, die im Rahmen städtebaulicher Verträge hergestellt, von der Straßenbauabteilung aber personell begleitet werden (s.Anl.2).

Nicht enthalten sind die Projekte, die aus verschiedenen Gründen wünschenswert sind, die aber aufgrund finanzieller Restriktionen oder Begrenzung der personellen Kapazität nicht realisierbar sind. Die aus Sicht der Verwaltung nicht umsetzbaren Projekte sind als Anlage 3 beigefügt.

Die geplanten Maßnahmen der STAWAG sind der Vollständigkeit halber in der Anlage 4 dargestellt.

Das Projekt zur Einführung des Baustellenmanagement- und Informationssystems läuft zur Zeit plangemäß. Der Hersteller wurde mit der Entwicklung des Programms beauftragt und arbeitet an der Umsetzung. Für die zentrale Genehmigungs- und Koordinierungsstelle wurde eine Planstelle eingerichtet. Ein Besetzungsverfahren hat dazu aber noch nicht stattgefunden, so dass die personelle Begleitung der Systemeinführung im Moment noch nicht gesichert ist.

Mit der zentralen Koordinierung werden die Abstimmungsprozesse verbessert. Eine spürbare Belastung des Verkehrsnetzes durch Baustelleneinrichtungen wird sich aber trotzdem nicht vermeiden lassen, zumal neben den umfangreichen Arbeiten an öffentlichen Leitungsnetzen auch Arbeiten privater Auftraggeber mit Auswirkungen auf den Straßenraum ausgeführt werden müssen.

Zeitplan der Systemeinführung:

Abstimmung Pflichtenheft

war

08.11.2012

Angbot der regio iT und Beauftragung

bis

07.12.2012

Umsetzung Dr. Haller gem. Pflichtenheft

bis

15.02.2013

Einrichten Testumgebung für Baustellen Management System + Einweisung Keyuser

bis

28.02.2013

Testphase

bis

28.03.2012

Testabnahme Baustellen Management System VMS (Meilenstein)

am

03.04.2013

Umsetzung Webschnittstelle durch regio iT gem. Pflichtenheft

bis

28.02.2013

Testabnahme Baustellen Information System (Testumgebung GIS / Intranet) (Meilenstein)

am

17.04.2013

Schulung der Mitarbeiter - Baustellen Management System

bis

30.04.2013

Test im Echtbetrieb

bis

31.05.2013

Gesamttestabnahme (MS)

am

31.05.2013

Echtbetrieb Webschnittstelle/ Baustellen Online

ab

03.06.2013

Projektabnahme

am

14.06.2013

[1]

Auswirkungen

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (5)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Hauptdokument

Vorlage.pdf

Metadaten

TOP
Ö 8
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses sowie des AVV-Beirats
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 24.01.2013
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 19:16