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Positionspapier 'Ausbildung in Aachen' SPD-Ratsantrag (Nr. 115/16) vom 05.10.2010

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Beratung

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SPD-Ratsantrag (Nr. 115/16) vom 05.10.2010

Herr Begaß führt in einer kurzen Einleitung zum Thema aus, dass im Hinblick auf die steigende Zahl der Personen ohne Schulabschluss und die zahlreichen Ausbildungsabbrüche aufgrund des SPD-Ratsantrages verschiedene Maßnahmen initiiert wurden. Er berichtet beispielhaft von der mit Kooperationspartnern am Niederrhein durchgeführten Veranstaltung ‘Check in‘ für Schüler und Eltern, an der ca. 200 Unternehmen teilgenommen haben. Weitere Handlungsansätze sollen Schritt für Schritt erfolgen.

Herr Schultheis dankt den Initiatoren und Teilnehmern der Veranstaltung und macht deutlich, dass ihm insbesondere das Thema ‘Berufsorientierung‘ wichtig ist. Herrn Werner sind die Ausführungen der Vorlage zu grundsätzlich; er möchte nicht nur die Nachfrage-, sondern auch die Angebotsseite auf dem Ausbildungsmarkt dargestellt sehen, um zu vermeiden, dass man die Unternehmen zu einfach aus ihrer Verantwortung entlässt.

Herr Kitt zeigt sich erfreut, dass man nun über konkrete Zahlen (z.B. Personen ohne Abschluss, Studienabbrecher u.ä.) zum Thema verfügt. Mit Verweis auf seine langjährige Tätigkeit im Bereich Ausbildung stellt er fest, dass sowohl das Potenzial der Schulabgänger schwindet und Ausbildungsabbrecher oft uneinsichtig sind und fragt sich, was man mit dem – lt. wissenschaftlichen Erhebungen – 10 - 15% ausmachenden Personen machen kann. Frau Schmitt-Promny geht es darum, herauszufinden, was Schüler bewegt und das zu vermitteln, was sie noch nicht können; sie stellt sich die Frage, warum an der Fragestellung in Sachen Berufsausbildung so wenig Interesse besteht und möchte Ausbildungsfähigkeit früh vermitteln.

Frau Pütmann begrüßt das Ergebnis, dass verschiedenen Ressourcen genutzt werden können. Sie weist darauf hin, dass z.B. in der Gastronomie auch Ausbeutung zu Ausbildungsabbrüchen führt. Herr Bürgermeister Jansen dankt im Namen der SPD der Verwaltung für die gute Arbeit, wenn er auch das Projekt ‘KURS‘ in der Aufstellung vermisst hat. Er hält die Berufsorientierung für sehr wichtig.

Auch Herr Hasse sieht gerade Ausbildungsabbrecher und Schüler ohne Abschluss als sehr problematisch. Mit Weisheiten wie ‘Lehrjahre sind keine Herrenjahre‘ lassen sich nach seiner Ansicht Jugendliche heute nicht mehr erreichen. Er sieht aber auch die Unternehmen in der Pflicht, z.B. durch Praktika zur Berufsorientierung beizutragen; auch müssen nach seiner Einschätzung – mangels nötigen Potenzials bei vielen Jugendlichen – Arbeitsstrukturen in den Betrieben angepasst werden. Frau Blume weist darauf hin, dass viele Abbrecher Migranten sind und Kontakte mit Eltern schwer zu knüpfen. Zudem sind nach Ihrer Ansicht entsprechende Unterstützungsangebote zu wenig bekannt.

Herr Begaß bejaht, dass Unternehmen mehr eingebunden werden müssen; gleichwohl müssten aber auch potenzielle Auszubildende ‘fitter gemacht‘ werden. Er verweist nochmal darauf, dass nur einige Beispiele aus der Vielzahl von Maßnahmen aufgeführt wurden und das Papier keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erhebt.

Auch IHK und HWK sieht er in diesen Bereichen gut aufgestellt. Die von Frau Pütmann angeregten Kümmerer-Strukturen empfindet auch Herr Begaß als notwendig, gleichwohl sieht er den Mangel an entsprechenden Ressourcen. Frau Schmitt-Promny unterstützt diese Kümmerer-Struktur und sieht in einer Ausbildungsabgabe ein mögliches Finanzierungsmittel. Sie betont auch die Verantwortung der Hochschulen, die Abbrecherquoten zu verringern. Prof. Dr. Sicking weist darauf hin, dass die Diskussion zu diesen Themen – wie z.B. zur Ausbildungsabgabe – bereits 25-30 Jahre alt ist, die Programme sollten aber auch auf ihren Erfolg hin und bzgl. ihrer Relevanz hinterfragt werden. Da z.B. der Fachkräftemangel heute eine deutlich größere Bedeutung bekommen habe, müssten auch die Unternehmen einbezogen werden. Herr Werner stimmt Frau Schmitt-Promny und Herrn Prof. Dr. Sicking zu und sieht die VHS beim Nachholen von Qualifikationen in einer wichtigen Rolle, für die dann auch Mittel zur Verfügung gestellt werden müssten. Er hält die Übernahme des ‘check-in‘-Programms als auch die Betrachtung, welche Ausbildungsberufe in Zukunft elementar wichtig sind, für wünschenswert.

Herr Schultheis verweist darauf, dass Schulabschluss-Programme bei der VHS – auf Drängen der Stadt – zum elementaren Angebot gehören. Zudem müsse man auch die Struktur der Region im Hinblick auf Ausbildungsplätze betrachten.

Beschluss

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Erläuterungen

Positionspapier ‘Ausbildung in Aachen‘

SPD-Ratsantrag (Nr. 115/16) vom 05.10.2010

Auf den Ratsantrag (Nr. 115/16) der SPD-Fraktion vom 05.10.2010 hin, ein strategisches Ausbil-dungskonzept für den Fachkräftebedarf der Aachener Campus-Projekte zu entwickeln, wurden bereits in 2011 Gespräche mit den regionalen Vertretern der Politik, Wirtschaft, Verbände, Institutionen, der Campus GmbH und den Vertretern der Cluster geführt. Da diese zum Ergebnis hatten, dass es sinnvoller sei, eine Strategie mit dem Bezug zur gesamten Ausbildungs- und Studienplatzsituation in Aachen zu entwickeln, wurden die Gespräche im Rahmen des ‘Dialog zum strategischen Ausbildungskonzept in Aachen‘ im Jahr 2012 und 2013fortgeführt.

Ergebnis dieser Gespräche ist das in der Anlage beigefügte ‘Positionspapier – Ausbildung in Aachen‘.

Der demografische Wandel und die damit verbundenen bereits vorhandenen Auswirkungen des Fachkräftemangels machen es erforderlich, Strategien zu entwickeln, wie der Fach- und Arbeitskräftebedarf zukünftig gedeckt werden kann.

Die Gesamtzahl der Schüler/-innen wird in der Stadt Aachen mit 3.117 im Zeitraum bis 2019 um 17,5% zurückgehen. Dies und der damit unweigerlich verbundene Rückgang von Schulabgängern an allgemeinbildenden Schulen zeigen auf, dass der demografische Wandel bei der Besetzung von Aus-bildungs- und Studienplätzen und damit im Bereich der Nachwuchsgewinnung im Fach- und Arbeits-kräftebereich deutlich spürbar wird und ist.

In der aktuellen öffentlichen Berichterstattung wird nicht nur diese These unterstützt, sondern auch die der rückläufigen Zahlen an Ausbildungsstellen in der Region.

Dieser Effekt erfährt eine Verstärkung durch die vorhandenen Probleme beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Die Akteure auf dem Arbeitsmarkt, die Schulen und Hochschulen und die Unternehmen, aber auch die Schüler sehen sich damit konfrontiert, dass im Übergang Schule-Beruf Probleme existieren und dadurch angebotene Ausbildungs- und Studienplätze unbesetzt bleiben bzw. Ausbildungen nicht zu Ende gebracht werden.

Auf Aachen bezogen heißt das z. B., dass durch die Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss, welche bei 4,7% liegt 1 , ein nicht zu vernachlässigendes Potential bis 2025 für den Fachkräftebereich nicht zur Verfügung steht, da sie die Anforderungen der Wirtschaft aufgrund des fehlenden Schulab-schlusses nicht erfüllen.

Auch die hohe Abbruchquote im Bereich der dualen Ausbildungen trägt zur Verschärfung der Situation bei. Diese liegt zurzeit bei ca. 20% und hat alleine bei den IHK-Verträgen in der Stadt Aachen im Jahr 2012 eine absolute Anzahl von 307 Abbrüchen zur Folge2.Dies eröffnet, insbesondere vor dem Hintergrund, dass etwa die Hälfte der Ausbildungsabbrecher keine neue Ausbildung beginnt, Handlungsbedarf.

Des Weiteren wirken sich zunehmend die hohe Abbruchquote im Bereich der Studiengänge, die für Deutschland bei 30% liegt, und die vergleichsweise niedrige Ausbildungsquote von 6,8 % im Agenturbezirk Aachen für den Fachkräftemarkt und damit für die Unternehmen aus.

Die in 2012 und 2013 in einem breiten Konsens geführten Gespräche der politischen Vertreter, der Vertreter der Kammern, der Bundesagentur für Arbeit, des Jobcenters der StädteRegion Aachen, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände und der Verwaltung sind im Ergebnis in ein Positionspapier eingeflossen, welches neben der Ist-Analyse mögliche Handlungsfelder aufzeigt.

Bei allen betrachteten Aspekten war und ist es den beteiligten Akteuren wichtig, dass Redundanzen ausgeschlossen und Doppelstrukturen vermieden werden müssen.

Die Partner haben eine gemeinsame Fortführung der strategischen aber auch operativen Zusammen-arbeit auf regionaler Ebene vereinbart, um bereits vorhandene Lösungsansätze zu stärken und weite-re in die vorhandenen Strukturen zu integrierende Maßnahmen zu befördern.

Eine fortlaufende Information der Politik über die aktuellen Entwicklungen wird durch die Verwaltung sichergestellt.

1Quelle: IT.NRW, Stand 2011

2Quelle: BIBB, Stand: 30.09.2011

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Technische Details

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Metadaten

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Ö 2
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Gremium
Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Datum
Mi., 26.06.2013
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 20:06