TOP 4Öffentlich

Vorstellung der Inklusionsprojekte "WIR ALLE" in der Stadt Aachen

FB 50/0262/WP16 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Frau Conradus stellt das Inklusionsprojet WIR ALLE, welches seinen Schwerpunkt in den Bereichen Freizeit und Wohnen hat, vor (Anlage 1) und verteilt den zugehörigen Informationsflyer (Anlage 2). Herr Frings ergänzt, dass sämtliche Träger im Bereich der Eingliederungshilfe bislang „exklusive“ Arbeit für Menschen mit Behinderungen geleistet haben, so dass es auch eine Herausforderung für die Mitarbeiter ist, die bislang erlernten Denkstrukturen aufzubrechen und zukünftig „inklusiv“ zu denken. Das auf drei Jahre angelegte und von der Aktion Mensch finanziell unterstützte Projekt wird lediglich einen Grundstein hin zur Umsetzung der Inklusion darstellen können. Eine vollständige Umsetzung in der Bevölkerung wird viel Zeit benötigen. Herr Amberg weist darauf hin, dass es wichtig ist, Strukturen zu schaffen, um das Anliegen der Umsetzung der Inklusion an die ganze Bürgerschaft heranzutragen.

Auf Nachfrage von Herrn Bruynswyck bestätigt Herr Frings, dass man im Rahmen des Projektes bemüht ist, bereits bestehende Netzwerke aufzugreifen. Zu der Mutmaßung von Herrn Bruynswyck, dass sich die Träger nach Ablauf der Finanzierung durch die Aktion Mensch für eine Folgefinanzierung zur Weiterführung des Projektes an die städtische Politik und die Verwaltung wenden würden, entgegnet Herr Frings, dass dies nicht die Intention der Träger ist. Er stellt jedoch dar, dass durch die Inklusion selber, durch die Aufstellung individueller Hilfepläne, erhebliche Folgekosten entstehen werden, da eine exklusive Hilfeleistung, wie sie bislang erbracht wurde, aufgrund der Bündelung gleichgelagerter Bedürfnisse kostengünstiger ist als eine inklusive Hilfeleistung, bei der je nach Bedarf und Inanspruchnahme eine Vielzahl individueller Leistungserbringungen erfolgen werden.

Auf Nachfrage von Frau Niemann-Cremer, wie viele Menschen bei den Trägern der Eingliederungshilfe derzeit mit der Umsetzung des Themas Inklusion beschäftigt sind, erläutert Herr Frings, dass im Rahmen des Projektes bei der Lebenshilfe eine Halbtagsstelle für die Koordination sowie für das Sozialraummanagement in Aachen Nord, Am Westpark und Burtscheid jeweils ca. eine Halbtagsstelle sowie in Simmerath und Monschau jeweils ca. eine Viertelstelle eingerichtet wurden. Herr Amberg ergänzt, dass darüber hinaus bereits seit Jahren inklusive Maßnahmen, z.B. Auflösung stationärer Unterbringungen zu Gunsten ambulanter Unterbringungen, umgesetzt werden, so dass davon auszugehen ist, dass insgesamt ca. 400 – 500 Mitarbeiter in dem Themenbereich involviert sind.

Frau Höller-Radtke würde den Vortrag eines aktuellen Sachstands- und Erfahrungsberichtes des Projektes in ca. 2 Jahren (vor dessen Auslauf) im Ausschuss begrüßen.

Beschluss

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Inklusionsprojekte zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Inklusionsprojekte zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

In der StädteRegion Aachen haben die nachfolgend aufgeführten Träger der Behindertenhilfe Inklusionsprojekte in den Sozialräumen Aachen-Nord, Burtscheid, Aachen-Westpark sowie in Monschau/Simmerath auf den Weg gebracht:

Paritätisches ABK-Hilfswerk e.V. (Monschau/Simmerath)

Alexianer Aachen GmbH (Aachen-Nord)

Caritas Lebenswelten GmbH (Monschau/Simmerath)

Josefs-Gesellschaft GmbH Vinzenz-Heim Aachen (Burtscheid)

Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM) e.V. (Aachen-Westpark)

Lebenshilfe Aachen e.V. (Projektkoordination)

Die „WIR ALLE“ Inklusionsprojekte werden von der Aktion Mensch für die Dauer von 3 Jahren mit 460.000,- Euro gefördert.

Zusätzlich bringen die Leistungsanbieter bare Eigenmittel von ca. 20% ein.

Die beteiligten Träger der Behindertenhilfe haben vereinbart, durch gemeinsame Aktivitäten und Projekte in den einzelnen Sozialräumen die Voraussetzung zur Schaffung inklusiver Lebensbedingungen, wie sie im Rahmen der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung gefordert werden, in der Städteregion Aachen zu fördern und voranzutreiben. Gestützt und in enger Kooperation mit nationalen Aktionsplänen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene werden die Entwicklung und der Aufbau nachhaltiger Netzwerke und Kooperationen angestrebt. Zur Erreichung dieser Ziele wird die Projektarbeit so gestaltet, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich und gleichberechtigt in den einzelnen Aktivitäten zusammenarbeiten. Menschen mit Behinderung werden dabei durch die Projektpartner ermutigt, aktiv, selbstbestimmt und selbständig am Leben in ihrem sozialen Umfeld teilzunehmen. Ziel ist es, die Entstehung eines gemeinsamen, inklusiven Lebensraumes in den Stadtteilen für alle Bürgerinnen und Bürger voranzutreiben. Dazu werden Gestaltungsmöglichkeiten in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Bildung und Kultur für alle Menschen des Stadtteils entwickelt. Dabei fördern die beteiligten Träger der Behindertenhilfe schwerpunktmäßig inklusive Aspekte von Menschen mit Behinderung. Außerdem werden Schnittstellen zu generationsübergreifenden und multikulturellen Aktivitäten in den jeweiligen Sozialräumen nicht außer Acht gelassen. Wichtig ist, die Akteure zu sensibilisieren, Barrieren wahrzunehmen, und sie aktiv dabei zu unterstützen diese barrierefrei zu gestalten bzw. die Barrieren abzubauen. Die Akteure im Viertel untereinander schaffen Vernetzungsstrukturen und nachhaltige Fixpunkte im täglichen Miteinander. Dies soll perspektivisch die Identität der Bewohnerinnen und Bewohner mit "Ihrem" Viertel stärken und das Gemeinschaftsgefühl verbessern.

Da sich die Sozialräume von Größe, Einwohnerzahl, den vorhandenen Strukturen, der Bevölkerungsstruktur und der Infrastruktur sehr unterscheiden, soll vom verantwortlichen Träger mit den jeweiligen Kooperationspartnern in den Sozialräumen ein stadtteilbezogenes Konzept entwickelt werden. Es sind drei Faktoren, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben wesentlich erschweren und die in einer örtlichen Teilhabeplanung zu berücksichtigen sind:

- die Zugänglichkeit öffentlicher Infrastruktur

- die Struktur und Ausrichtung der Hilfesysteme

- die Einstellungen und das Verhalten der Mitmenschen.

Die Gesamtkoordination der einzelnen Projekte wird von einem weiteren Träger (Lebenshilfe Aachen) im Rahmen eines Trägerverbunds wahrgenommen. Diese Stelle ermöglicht den Projektpartnern einen Austausch über die gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen, so können diese entsprechend ausgewertet werden. Dadurch sollen Erkenntnisse, Methoden und Konzeptgrundlagen für zukünftige Inklusionsvorhaben in der gesamten StädteRegion Aachen gewonnen werden.

Der Fachbereich Soziales und Integration unterstützt diese Projekte und hat mit den Trägern einen Kooperationsvertag geschlossen.

Frau Isolde Conradus (Projektkoordination, Lebenshilfe Aachen), Herr Frings (Geschäftsführer, Lebenshilfe Aachen) und Herr Amberg (Bereichsleiter Wohnen, Alexianer Aachen) stellen das Projekt vor.

Abstimmungsergebnis

Zustimmung:Ablehnung:Enthaltung:

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TOP 4 - WIR ALLE 06.13
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Technische Details

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
Gremium
Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
Datum
Do., 27.06.2013
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
Fachbereich Soziales und Integration
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 20:07