Weltkulturerbe Dom und Pfalzbezirk - Freiraumgestaltung im Rahmen des Konjunkturpakets 1: Elemente zur Vermittlung von sechs ausgewählten Inhalten "Chronoskope"
FB 61/0986/WP16 · Entscheidungsvorlage
Weltkulturerbe Dom und Pfalzbezirk - Freiraumgestaltung im Rahmen des Konjunkturpakets 1: Elemente zur Vermittlung von sechs ausgewählten Inhalten "Chronoskope"
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Frau Helm erläutert ausführlich die Vorlage der Verwaltung.
Ergänzend hierzu berichtet Frau Nacken über das Ergebnis einer Beratung in der Kommission Barrierefreies Bauen, die darum gebeten habe, den Tagesordnungspunkt zu verschieben, da sie noch nicht informiert worden sei. Dies sei allerdings beabsichtigt, falls der Ausschuss sich heute für die Realisierung der Chronoskope ausspreche und im weiteren Verlauf des Projekts die Ausführungsplanung vorliege.
Für die SPD-Fraktion spricht sich Herr Servos trotz der Einwände der Kommission Barrierefreies Bauen für eine Beratung und Beschlussfassung in der heutigen Sitzung aus. Eine Beteiligung der Kommission zu einem späteren Zeitpunkt, wenn eine konkretere Planung vorliege, sei aus seiner Sicht sinnvoller. Seine Fraktion werde der Verwaltungsvorlage zustimmen. Die Chronoskope lüden sicherlich zum „Reingucken“ ein, die Präsentation der Informationen könne durchaus Lust auf Mehr entstehen lassen. Angesichts der zunehmenden Nutzung von Smartphones rege man allerdings an, mindestens einen QR-Code an den Chronoskopen anzubringen, um ein Abrufen des Films auch auf diesem Wege zu ermöglichen, außerdem bitte man darum, auf eine stabile und in den Unterhaltungskosten günstige Ausführung zu achten.
Für die FDP-Fraktion erklärt Frau Moselage, dass man dem Beschlussentwurf der Verwaltung nicht zustimmen werde. Man habe die Befürchtung, dass man die finanziellen Auswirkungen diese Projekt mit den heute präsentierten Information noch nicht wirklich überblicken könne; ohne eine detailliertere Aussage zu den konkreten Kosten wolle man in dieser Sache keine Entscheidung treffen.
Für die Fraktion Die Linke zeigt sich Herr Müller überzeugt davon, dass dieses Projekt viele Freunde finden werde. Man sei jedoch auch der Überzeugung, dass man die Kosten deckeln und die Ausführung so gestalten müsse, dass Vandalismusschäden möglichst vermieden und Unterhaltungskosten möglichst gering gehalten werden könnten.
Für die CDU-Fraktion signalisiert Frau Schlick Unterstützung für das Projekt. Das Konzept basiere auf einer schönen Idee, die Chronoskope würden sicherlich auch Jugendliche ansprechen.
Für die Fraktion der Grünen vertritt Frau Tintemann die Auffassung, dass die Chronoskope durchaus einen Beitrag zur Identifikation der Menschen mit der Stadt leisten könnten. Bereits heute gebe es in Aachen immer wieder kleine Spielobjekte im öffentlichen Raum wie beispielsweise den Puppenbrunnen oder das Kaleidoskop in der Ursulinerstraße, die Chronoskope reihten sich hier gut ein.
Frau Melcher erläutert, dass eine Vernetzung der Chronoskope mit modernen Medien durchaus beabsichtigt sei, die Filme würden auch im Internet abrufbar sein. Den Hinweis auf die Anbringung eines QR-Codes werde man aufnehmen. Die Mittel für die Realisierung des Projekts seien im Haushalt bereits veranschlagt. Da es sich bei den Chronoskopen um einen speziell für Aachen entwickelten Prototyp handele, bliebe bei den Kosten eine gewisse Unsicherheit, man sei aber überzeugt davon, dass mit Vorliegen der Ausführungsplanung genaue Daten verfügbar seien. Für die Ausführung seien industriell erprobte Materialien vorgesehen, die Unterhaltungskosten hoffe man durch Patenschaften aufbringen zu können. Diesbezüglich sei die Verwaltung in positiven Gesprächen, einige Zusagen lägen bereits vor.
Auf Nachfrage von Herrn Başkaya erläutert Frau Helm das Verfahren zur Vergabe des Auftrags an das Büro Müller-Rieger, das in Abstimmung mit dem Rechnungsprüfungsamt erfolgt und im Rahmen eines Fraktionsinfos den Ratsfraktionen zur Kenntnis gegeben worden sei.
Nach einer ausführlichen Diskussion, an der sich seitens des Ausschusses Frau Breuer, Frau Moselage, Frau Schlick, Frau Tintemann und die Herren Servos, Müller, Başkaya, Eckert, Plum und Gilson sowie seitens der Verwaltung Frau Nacken, Frau Helm und Frau Melcher beteiligen, fasst der Ausschuss den folgenden
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Planungsausschuss beschließt, die Realisierung des Vermittlungskonzeptes in Form von sechs „Chronoskopen“. Mit der technischen Ausarbeitung, der Mediengestaltung und der Begleitung der Umsetzung soll die Ausstellungsmacherin Monika Müller-Rieger, München, beauftragt werden.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Frühjahr 2009 erhielt die Stadt Aachen die Gelegenheit im Rahmen des Konjunkturpakets 1 nicht nur in das Weltkulturerbe, den Dom zu Aachen, zu investieren, sondern auch sein Umfeld zu entwickeln und zu verbessern. So wurde die Poststelle des Bistums zur Dominformation umgebaut. Die Freiräume zwischen Rathaus und Dom, besonders die dem Dom zugewandte Seite des Rathauses, die Ritter-Chorus- und die Johannes-Paul-II.-Straße wurden und werden noch - auf dem Entwurf des Wettbewerbsgewinners baumarchitekten basierend - neu gestaltet. Neben der baulichen
Erneuerung sollte von Anfang an, so war es ein Wunsch der Denkmalpflege, besonders auch der des Landes und des Zuschussgebers, ein Vermittlungs- bzw. Ausstellungskonzept im öffentlichen Raum entwickelt werden. Ziel war es, dass Passanten mit einem sehr unmittelbaren, spontanen, niederschwelligen Zugang etwas über die Bau- und Ideengeschichte der meist steinernen Zeugen erfahren können. Die Förderzusage des Bundes (Übernahme von Zweidritteln der Kosten) beinhaltete explizit die beiden Elemente, das bauliche und das der Vermittlung dienende.
Ein Besuch der Dominformation, der Stationen der Route Charlemagne, besonders zukünftig des Centre Charlemagne vermittelt Wissen in hervorragender Weise. Aber diese Ausstellungsorte setzen – wie sogar das Ausleihen des Aixplorers – eine bewusste Entscheidung des Besuchers voraus. Das Förderprogramm Konjunkturpaket 1 bot die Möglichkeit – jenseits der üblichen Tafeln und Schaubilder - ein Modul für den öffentlichen Raum zu entwickeln, auf das man wie zufällig trifft, das neugierig macht. Die Verwaltung beauftragte die Ausstellungsmacherin Monika Müller-Rieger, München, mit der Konzeption eines solchen Moduls. Begleitet wurde der Entwicklungsprozess von einem Kreis aus Verwaltung (Kulturbetrieb / CentreCharlemagne, Fachbereich Presse und Marketing, Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen – damit Denkmalpflege und Archäologie) und Wissenschaftlern der RWTH (vor allem Geschichte und Medienentwicklung). Vertreter der jeweiligen Inhalte wurden bei der Entwicklung der Filme eingebunden (z.B. Domfilm: Domkapitel).
Das jetzt von diesem Arbeitskreis vorgeschlagene Modul trägt den Namen „Chronoskope“ und ist der letzte noch fehlende Baustein aus dem geförderten Konjunkturpaket I Weltkulturerbe. Die Fördermittel hierfür stehen zur Verfügung.
Die Chronoskope - Inhalt und Form
Für die Chronoskope wurden in diesem gemeinsamen Entwicklungsprozess sechs Standorte gefunden, wo an dem jeweils betreffenden Ort in betitelten Bildfolgen Wissenswertes über die Themen
Der Dom
Das Rathaus
Der Granusturm
Die Pfalz
Das Capitulare de Villis
Die Thermalquellen
erzählt wird. Die Bildfolgen arbeiten mit historischem und zeitgenössischem Bildmaterial, Karten und Collagen, die überblendet und animiert in einer Länge von zwei bis drei Minuten, Essentielles über den jeweiligen Ort vermitteln. Die Bilder sind mit prägnanten Untertiteln versehen, die neben Deutsch auch in den drei in Aachen üblichen touristischen Sprachen Englisch, Französisch und Niederländisch abrufbar sind.
Der Blick in die Schichten der Zeit gab den Namen. In einem diskussionsreichen Entwicklungsprozess erhielten die Chronoskope die Form von rund 2, 40 cm hohen Stelen, deren Ansichtseite auf einem Glasträger einen Plan mit den Standorten zeigt und dessen gefaltete andere Seiten in drei verschiedenen Höhen „Gucklöcher“ erhalten. So können gleichzeitig bis zu drei verschieden große Menschen, auch Kinder und Rollstuhlnutzer, die animierten Bilder sehen und miteinander über das Gesehene sprechen. Die Bilderfolgen enden mit Hinweisen auf die Orte bzw. Gruppierungen, wo bzw. von denen man mehr erfahren kann; immer auf das Centre Charlemagne und je nach Thema z.B. beim Capitulare de Villis auf Gut Melaten und den Freundeskreis Botanischer Garten. Die Stelen enthalten einen robusten „Industriecomputer“, der zentral (beim Fachbereich Presse und Marketing) gesteuert werden soll. Die Bildfolgen werden so angelegt, dass durch die zentrale Steuerung Bilder ausgetauscht werden können, um den aktuellen Forschungsstand wiederzugeben oder beim letzten Bild auf aktuelle Ausstellungen zu verweisen wie z.Bsp in 2014 auf die Ausstellungen des Karlsjahres.
Die Chronoskope sollen gut erkennbar sein und sich im Erscheinungsbild an den Form-/Farbkanon der Innenstadt und an das Corporate Design der Stadt Aachen angleichen. Sie sind abgestimmt mit den Standorten der Route Charlemagne und der touristischen Wegweisung, so wie sie aktuell erneuert und in die Beratung eingebracht werden soll. Sie stellen damit eine Ergänzung dieser Angebote dar. Die endgültige Gestaltung befindet sich noch in der Abstimmung und Prüfung - die in der Anlage gezeigten Abbildungen zeigen daher einen Zwischenstand.
Zeitplanung und Finanzierung
Die Förderbestimmungen des Konjunkturpaketes 1 setzen einen engen zeitlichen Rahmen. Die reguläre Laufzeit endet mit Abschluss des Jahres. Mit Schreiben vom 27.9.2013 hat der Bund dem Antrag der Stadt auf Laufzeitverlängerung um vier Monate entsprochen. Die bauliche Umsetzung der Freiraumgestaltung und damit auch die der Chronoskope muss nun bis zum 30.4.2014 abgeschlossen sein.
Als nächster Schritt für die Chronoskope steht nun die Vergabe der Ausführungsplanung/Technische Realisierung an das Büro Müller-Rieger, Ausstellungen und Medien, München an. Das vorliegende Angebot beläuft sich auf 24.222,66 € brutto.
Bereits produziert sind die Filme für zwei Themen: das Capitulare de Villis und den Dom. Der Domfilm wurde vom Bundesbauministerium für die Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum über die Maßnahmen zum Konjunkturprogramm 1, Verbesserung Weltkulturerbe, als Objekt zur Station „Der Dom zu Aachen“ ausgewählt. Die Filme für die Themen Rathaus, Pfalz, Granusturm und Thermalquellen sind noch herzustellen, je Film ist mit Kosten von brutto rund 7.000- 7.500 € zu rechnen. Die genauen Baukosten für die Chronoskope können erst im Rahmen der Ausführungsplanung ermittelt werden, dasselbe gilt für die Unterhaltungskosten. Allen an der Entwicklung Beteiligten ist bewusst, dass diese Objekte gut betreut und gepflegt werden müssen. Die Verwaltung bemüht sich aus dem Kreis der Gruppierungen und Institutionen, die mit den einzelnen Themen verbunden sind, Patenschaften zu gewinnen, die mit einem Beitrag zur Unterhaltung und Pflege einhergehen. Erste Gespräche dazu haben mit positivem Ergebnis stattgefunden.
Für die Realisierung der Chronoskope waren 440.000 € im Förderprogramm veranschlagt und bewilligt worden. Da diese nicht ausgeschöpft werden, konnten 60.000 € bereits für die bauliche Kennzeichnung des Nordannexbaus durch Basaltplatten im Zuge des Rampenumbaus am „Boxenmünster“ investiert werden. 380.000 €, von denen zwei Drittel gefördert werden, stehen im Haushalt bereit.
Die Gesamtmaßnahme Freiraumgestaltung Pfalzbezirk ist im Haushaltsjahr 2013 unter dem investiven PSP Element 5- 120102-900-02 200-300-1 mit Mitteln in Höhe von 1.373.123 eingeplant. Beim konsumtiven PSP-Element 4-120102-924-7 sind Mittel von 709.641 Euro eingeplant. Für die Umsetzung der Chronoskope stehen in beiden PSP-Elementen zusammen noch 310.000 Euro zur Verfügung.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen |
PSP-Element 5-120102-900-02200-300-1 Freiraumgestaltung Pfalzbezirk | ||||||
investive Auswirkungen | Ansatz 2013 | fortgeschriebener Ansatz 2013 | Ansatz 2014 ff. | fortgeschriebener Ansatz 2014 ff. | Gesamt- bedarf (alt) | Gesamt- bedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.400.286 | 1.400.286 |
Auszahlungen | -1.373.123 | -1.373.123 | 0 | 0 | -2.549.700 | -2.549.700 |
Ergebnis | -1.373.123 | -1.373.123 | 0 | 0 | -1.149.414 | -1.149.414 |
+ Verbesserung / -Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2013 | fortgeschriebener Ansatz 2013 | Ansatz 2014 ff. | fortgeschriebener Ansatz 2014 ff. | Folgekosten | Folgekosten |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Personal-/Sachaufwand | -100.000 | -100.000 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abschreibungen | -609.641 | -609.641 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | -709.641 | -709.641 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / -Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben | ||||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (2)
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Technische Details
ID: 60040
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=60040
Hauptdokument
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Vorlage.pdf
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 8
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Planungsausschusses
- Gremium
- Planungsausschuss
- Datum
- Do., 10.10.2013
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 20:40